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Großer Schweizer Sennenhund – Rasseportrait aus der Sicht des Hundehalters

  • FCI-Standard Nr. 58/05.05.2003/D
  • Ursprung in der Schweiz
  • Klassifikation: Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde)
  • Ursprüngliche Verwendung: Wach- und Zughund
  • Heutige Verwendung: Begleit-, Schutz- und Familienhund

Diese Hunderasse ist von den Schweizer Sennenhunden die größte und schwerste Rasse. Daneben gibt es noch die Hunderassen Berner Sennenhund, Appenzeller Sennenhund und Entlebucher Sennenhund.

Geschichte des Großen Schweizer Sennenhundes

Archäologische Funde zeigten, dass es seit etwa 4000 v. Chr. Hunde auf Schweizer Gebiet gab und dass diese Hunderasse bereits um 1000 bis 600 v. Chr. Sennhundgrösse erreichten. Entdeckt wurde der Große Schweizer Sennenhund im Jahr 1908 von dem Schweizer Kynologen Albert Heim.

Als dieser auf einer Ausstellung für Berner Sennenhunde einen kurzhaarigen Berner entdeckte, war er sofort begeistert und erkannte darin eine eigene Rasse, den „Großen Schweizer Sennenhund“. Die Großen Schweizer Sennenhunde fanden sich vor allem auf dem Land. Hier halfen sie unter anderem Bauern, die schweren Milchwagen ins Dorf zu ziehen und den Hof zu bewachen.


Großer Schweizer SennenhundAuch heute ist der Große Schweizer noch ein vortrefflicher Wächter. Besucher werden in der Regel sofort gemeldet. Sollten Fremde das Grundstück betreten werden diese so lange kritisch beäugt und angeblufft, bis der Hausherr zu erkennen gibt, dass sie willkommen sind. Das Ziehen von Wagen oder Schlitten macht ihnen immer noch Spaß.

Großer Schweizer Sennenhund Charakter:

Der Große Schweizer ist ein ruhiger, sanftmütiger Begleiter. Fremden gegenüber eher zurückhaltend, lernt er schnell, wer willkommen ist und wer nicht. Mit anderen Hunden ist er meist sehr verträglich. Aggressionen sind ihm im Normalfall fremd. Tagsüber schlendert er am liebsten im Freien herum. Diese Hunderasse ist eher unabhängig und selbstständig, abends ist er dafür umso schmusebedürftiger und anhänglicher.

Der Große Schweizer Sennenhund ist klug und gelehrig. Besonders schnell lernt er Dummheiten. Sein großer Dickkopf ist nicht zu unterschätzen, mit ein paar Leckerchen ist er aber schnell zu überzeugen.

Bedingt durch seine Verfressenheit neigt diese Hunderasse allerdings auch zu Übergewicht. Man sollte sich von ihm also nicht um den Finger wickeln lassen. Auch wenn er manchmal etwas gemächlich daher kommt, ist er ein sehr aktiver Hund, der gerne lange Wanderungen mit seinen Menschen unternimmt, oder mit ihnen Joggen geht.

Man sollte sich darüber bewusst sein, dass man einen durchaus kräftigen und großen Hund an der Leine hat. Rüden werden immerhin bis zu 72 cm hoch und bis zu 60 kg schwer. Eine gute Erziehung ist daher, wie bei jedem anderen Hund auch, unumgänglich.  Ist er gut erzogen und sozialisiert hat man einen treuen und verlässlichen Partner an seiner Seite, den man trotz seiner Größe auch mit in die Stadt oder ins Restaurant nehmen kann.

Gesundheit des Großer Schweizer Sennenhundes:

Großer Schweizer Sennenhund Training

Der Große Schweizer Sennenhund ist ein gesunder, robuster Hund (eine gute Zucht vorausgesetzt).

Wie die meisten groß wachsenden Rassen neigt er allerdings zur Hüftgelenksdysplasie.

Auch Magendrehungen kommen manchmal vor.

Persönliche Erfahrungen mit dem Großen Schweizer Sennenhund

Im Juni 2011 zog die Große Schweizer Sennenhündin, Bella, bei uns ein. Nach langer Suche, Lesen von unzähligen Erfahrungsberichten und Abwägen unserer derzeitigen Lebenssituation (wir hatten gerade ein Haus mit schönem Grundstück direkt an einem Naturschutzgebiet gekauft) entschieden wir uns für diese Rasse, weil sie am besten zu uns passte.

Wir waren prima vorbereitet, hatten alles nach bestem Wissen und Gewissen welpensicher gemacht und freuten uns auf unseren kleinen Familienzuwachs.

Bella war ein tolpatschiges, verfressenes und vor allem unglaubliches verschmustes Hundekind. Sie hielt uns immer auf Trapp und lies keine Langeweile aufkommen.  Wir hatten vorher überall gelesen, dass Große Schweizer sehr bellfreudig sein sollen und auch die Züchter hatten uns diesbezüglich vorgewarnt. Doch Bella bewies uns das Gegenteil. Sie gab kaum einen Laut von sich, nicht mal wenn es an der Tür klingelte. Jeder Besucher war herzlich willkommen. Und ich dachte mir: „Ha! Eben doch alles eine Frage der Erziehung.“

Hunderasse Großer Schweizer SennenhundEin Jahr später, als ihre kleine Schwester bei uns einzog, nahm ich die Behauptung ganz schnell wieder zurück.  Unser einziges Problem war ihre Fresssucht. Es gab keine Zigarettenkippe, kein benutztes Taschentuch, keinen Müll, den sie nicht innerhalb von Sekunden verschlang.

Eines Nachts sprang sie auf, würgte und kotzte eine Bifi-Packung aus. An einem anderen Tag verschluckte sie eine Tonscherbe. Ihre Leibspeise sind aber benutzte Taschentücher. Inzwischen sehe ich die Teile schon von weitem weiß leuchten und kann vorsorgen. Man glaubt gar nicht, wie viele Taschentücher auf einem einzigen Spaziergang am Wegesrand liegen.

Da Bella mein erster eigener Hund war (nach unserer Familienhündin), entschied ich mich mit ihr in die Hundeschule zu gehen. Nach dreimaligem Wechsel der Hundeschule fanden wir dann auch eine, die uns ansprach. Hundeerziehung ist nicht gleich Hundeerziehung und ich habe die Erfahrung gemacht, dass Trainer, deren Border Collies oder auch Schäferhunde super erzogen sind, einem nicht gleich auch etwas über die Erziehung eines Großen Schweizer Sennenhundes beibringen können.

Kaum hatten wir „unsere“ Hundeschule gefunden, machten Bella und ich gewaltige Fortschritte. Mit Druck erreicht man bei ihr gar nichts. Das Training muss ihr Spaß machen, dann macht sie bereitwillig mit und lernt schnell. Ein bisschen Bestechung mit Leckerchen hilft auch.

Zwei große Schweizer Sennenhunde

Gerade mal ein Jahr später kam Carly (Bellas kleine Schwester) dazu. So früh war das eigentlich nicht geplant und ich würde auch niemandem dazu raten. Gerade die ersten zwei Monate mit den beiden waren sehr anstrengend.

Allerdings haben wir mit Bella wirklich einen Glückstreffer gelandet. Sie nimmt Carlys Nifteleien mit einer stoischen Gelassenheit hin und vermittelt ihr in vielen stressigen Situationen Sicherheit.  Bella und Carly sind wie plus und minus und passen vielleicht gerade deshalb so gut zusammen.

Carly ist nun 5,5 Monate alt und ist frech wie Oskar. Es vergeht kein Tag, an dem sie nicht irgendeinen Unsinn anstellt. Und Carly hat tatsächlich den Wachtrieb des Großen Schweizers. Jedes fremde Geräusch, jeder Mensch der die Einfahrt betritt, jeder Schmetterling der verbotenerweise ihren Weg kreuzt, jedes Blatt das falsch fällt, wird von ihr lauthals in seine Schranken gewiesen.

Eine neue Erkenntnis habe ich in letzter Zeit auch gewonnen

Großer Schweizer Sennenhund beim Spazieren gehenMan lernt nicht unbedingt neue Freunde kennen, wenn man mit zwei großen Hunden spazieren geht, von denen einer wie ein Wilder bellt. Aber die, die stehen bleiben und sich trotzdem mit einem unterhalten, sind es dann auch wert.

Trotz oder gerade wegen all ihrer Macken lieben wir unsere Hunde und würden uns jederzeit wieder für einen Großen Schweizer entscheiden. Erst mit den beiden ist unser Haus zu einem Zuhause geworden und wir werden hoffentlich noch viele weitere Jahre unser Leben mit ihnen teilen dürfen.

Autorin: Lena

 

Großer Schweizer Sennenhund Fotos

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Eingereicht von 7 Kommentare

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7 Comments »

  • Alex sagt:

    Hallo,

    Zunächst einmal möchte ich sagen, dass der Große Schweitzer Sennenhund zu einer meiner absoluten Lieblingsrassen zählt. Eine gute Bekannte von mir hatte auch einen, doch leider hatte er durch die im Artikel angesprochene Magendrehung ein viel zu kurzes Leben. Vor allem in letzter Zeit habe ich immer wieder von solchen Vorfällen gehört und habe mich deshalb ein bisschen näher mit diesem Thema auseinandergesetzt. Ich konnte einige aufschlussreiche Informationen finden und habe diese auf meiner Webseite veröffentlicht.

  • ana sagt:

    Toller Artikel! Ich hab auch zwei Große Schweizer Sennenhunde und liebe diese Rasse. So lieb, so freundlich! Aber immer aufmerksam! Mit Stella hab ich mich nachts überall hingetraut! Izzy muss noch das Wachen lernen! Jeder wird freundlichst begrüßt :)
    Die negative Reaktionen mancher Menschen hab ich schon oft erlebt. Die meisten glauben einen Rottweiler vor sich stehen zu sehen….und sind erstmal einfach nur ablehnend. Die Leute, die wir ständig sehen, wissen es mittlerweile und sjnd entspannter. Alle anderen muss ich davon überzeugen, dass auch Rotties nette Hunde sein können und Sennenhunde erst recht! Ich sag immer, dass Stella in ihrem frühen Leben wohl eine Schmusekatze war :) Ich kann jeden eigentlich nur Gutes bestätigen. Die verfressen heit ist tatsächlich ein Problem, anders kann man auch wunderbar mit lecker erziehen ;)

    Wünsche allen Große Schweizer Sennenhunde Liebhaber viel Spaß und Freude!

  • Kerstin sagt:

    Hallo,

    ich kann alles bestaetigen, wir haben einen jetzt 4jaehrigen GSS Rueden, der in der Zucht im SSV steht und ein hervorragendes Wesen hat.Erziehung und enge Bindung an die Familie ist immens wichtig bei Grossen Schweizern.Die Auswahl der Hundeschule auch, weder in den Heititei-Spielgruppen noch auf dem Schaeferhundplatz wird man gluecklich.Der GSS prueft gern, ob es sinnvoll ist, ein Kommando auszufuehren und trifft die Entscheidung, wenn man ihn laesst…..
    Wir haben unseren Rueden bei Angelika Lanzerath in der Hundefarm Eifel ausgebildet undich muss sagen, da lohnt sich der weiteste Weg und ein paar Tage Urlaub….
    Erwachsen und gut sozialisiert sind Hunde dieser Rasse einfach ein Traum…..vor allem lieb zu Kindern und absolut verlaesslich.

    Viel Spass weiterhin mit den beiden

  • sonny sagt:

    Hallo zusammen,
    habe schon öfters gelesen, dass sie sehr verfressen sind. Wie passt das zusammen, dass sie Hof- und Wachhunde sind. Man muss ihnen dann nur was zu fressen mitbringen und schon sind sie meine Freunde, oder vertehe ich etwas falsch?

  • Hallo
    Wir haben, wie es ausschaut einen Mischling von grossen Schweizer und Berner Sennenhund ( was uns im Nach-hinein völlig egal ist ). Ulf, so heisst unser Freund, ist nun 9 Monate, und wie ich fest stellen muss, setzt sich der SCHWEIZER bei ihn durch. Er wiegt nun ca. 55 kg und ist Muskel-durchzogen. Er hat auch alles gefressen, was ihm in die Quere kam, aber da das Tier ständig mit uns zusamen ist ( ich nehme ihn mit zur Arbeit) hat das so gut wie aufgehört. Hin und wieder passiert es noch. Auch dieses gierige FRESSEN haben wir ihn erfolgreich abgewöhnt.
    Wenn wir ihn mit zur Arbeit nehmen ( Friseur und Fotografie-Geschäft ) empfängt er jeden sehr sehr freundlich, grossen Männer gegenüber ist er unentschlossen. Er begrüsst die Kunden und das war es auch schon. Ganz anders ist es zu Hause. Niemand kann die Grenze des Gartens (kein Zaun) betreten (es sein denn er kennt diesen Menschen und er mag ihn). Er wird durch bellen und hüpfen daran gehindert unseren Garten zu betreten, bis dann entweder mein Partner oder ich einwilligen. In der Wohnung ist es noch extremer, erst wenn wir akzeptieren, dann ist diese Person auch für Ulf willkommen. Ein Verhalten, welches ich total cool finde. Ansonsten bellt er nur, wenn wirklich irgendwas ist.
    Dein Artikel ist nett geschrieben und spiegelt bei eurer älteren Hündin unseren Rüden wieder. Danke.

  • Angelique Fioretti sagt:

    Hallo Zusammen ,
    mein bester Kumpel Alonso ( GSSH ) sitzt gerade neben mir und möchte auch einen Keks 😋
    Er ist nun 10 Jahre alt und ich habe gerade die ca. Lebenserwartung von 10-11 Jahren gelesen . Ich hoffe das er diese bei Weiten übersteigt .
    Nun zurück zu unserer Zeit ohne IHN. Mein Mann und ich haben vor ca. 11 Jahren beschlossen, daß wir uns einen Hund anschaffen möchten . Nach dem wir alle möglichen Rasseportraits gelesen haben , kam für uns nur der GSSH in Frage . Diese Rasse wurde als angenehm ruhig, familiär und mit einem ausgeglichenen Wesen beschrieben . Perfekt, dachten wir.
    Wir fanden auch einen Züchter, unweit von uns entfernt. Also zog ALONSO am 15.12.2006 bei uns ein . Um mich kurz zu halten : ALONSO hat viele Seiten aber nur wenige die damals im Rasseprofil beschrieben wurden . Ich muss gerade Lächeln 😊 Er ist wie viele GSSH verfressen hoch 3. Er ließ und lässt sich dadurch recht gut erziehen. Wir müssen ihn jeden Tag an seine Erziehung erinnern. Die diversen Ausfälle wegen Sturheit lasse ich mal unbeachtet. Leider hatte er von Welpenalter an, Probleme mit den Knochen. ED und HD beidseitig. Kreuzband Op beidseitig.
    Mit Schmerztabletten läuft er recht gut, ist aber von Natur aus ziemlich ‚ Gehfaul ‚ !!!!
    ER ist ein sehr selbstbewusster stolzer Kerl der Kinder liebt. Kinder kann er perfekt zum Ballspielen benutzen 😜
    Er bewacht alles in unserer Umgebung, Haus, Auto, Briefkasten und auch wenn der Nachbar nachhause kommt , lässt er es lautstark krachen ( bellt ) .
    Ich komme nun zum Ende und hoffe, dass ich in Zukunft noch weitere Einträge von GSSH Besitzern lesen darf .
    Bis bald. Wuff

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