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Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Mi 11. Mär 2015, 16:49
von Feiticeira
Ich weiß, die Threadüberschrift hat ein bisschen BILD-Charakter, aber jetzt hab ich ja eure Aufmerksamkeit. :twisted: :mrgreen: Das Thema ist sicherlich brisant, trotzdem würde mich eure Meinung dazu sehr interessieren.

Immer wieder verschwinden Hunde. Sie gehen jagen, hüpfen über Gartenzäune, werden geklaut, erschrecken sich und gehen stiften usw. Die meisten finden auch ihren Weg zurück. Entweder weil sie zurück kommen, nach Hause laufen oder jemand den Hund findet und einsammelt. Ich habe aber immer mehr das Gefühl, dass es immer mehr "gerettete" Hunde werden, die hier abhauen und dann auch nicht mehr einfangbar sind.

Erst vor kurzem lief ein Windhundmischling über die A40, der erst seit kurzem in De war. Immer häufiger lese ich "ist erst seit kurzem in Deutschland, ist sehr scheu, bitte nur Sichtmeldungen". Nur ein Bruchteil der Hunde findet wieder den Weg zurück. Zwangsverpflanzt aus einer völlig anderen Umgebung nach Deutschland, der Freiheit beraubt, sollen sie sich nun hier einfügen. Und es reicht ein kleiner unachtsamer Moment, eine schlechte Sicherung (die bei jedem anderen Hund ausreichen würde) und die Hunde sind weg und meiden den Menschen (nach einer Einfang-, Tötungstations- und Transporttortour ja auch völlig verständlich). Meist hören die Sichtmeldungen iwann einfach auf.

Das Ganze macht mich echt sauer, weil es unnötig ist und die Tiere und Menschen drunter leiden. Wird den neuen Besitzern und Pflegestellen denn nicht gesagt was auf sie zukommt? Wird denen nicht erzählt wie wichtig eine gute Sicherung des Hundes ist und das nicht während der ersten 3 Tage sondern während der ersten MONATE? Wie kann es sein, dass Hunde bei der Übergabe (frisch aus der Gitterbox geholt) stiften gehen können? Aber Hauptsache retten-und wenn man sie in den Tod rettet. Denn gewonnen haben die Hunde durch sowas gar nichts. Einfangbar sind sie hier nicht, weil sie den Kontakt mit Menschen oft gar nicht kennen. Sie verwildern sehr viel schneller (wenn sie nicht bereits verwildert ankommen) und verhalten sich dann mehr wie scheue Wildtiere, als wie domestizierte Haustiere. Das Nahrungsangebot und die Umgebung ist auch völlig anders, als in den Ländern wo sie herkommen. Hinzu kommen die klimatischen Bedingungen-wie soll ein Windhund aus dem Süden denn hier den Winter überleben?

Ich verstehe das nicht. :( Wie ist eure Meinung dazu?

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Mi 11. Mär 2015, 19:15
von Kuvasusa
Das macht mich auch immer sauer ..... :( Ich denke, in ihrer Rettungseuphorie vergessen die Retter und Pflegestellen-Menschen ganz einfach, was der Hund schon hinter sich hat, was für ein Kulturschock er hier erlebt und dass er mit all der Wohltat, mit der er überschüttet wird, manchmal gar nicht weiss, was anzufangen damit.....
Aber meine Meinung über den Auslandstierschutz und die "Massen-Deportationen" ins gelobte Land habe ich ja schon in anderen Threads kund getan und bin damit ziemlich wüst angeeckt.
Ich suche derzeit für einen Dobermann - Doggenmix Rüden einen neuen Lebensplatz. Der hund wird, wie es so schön heisst, " Umständehalber " abgegeben. Aber kein Mensch interessiert sich für ihn. Obwohl er gut erzogen, bestens sozialisiert, umwelt,- und sozialverträglich und als ehemaliger Punkerhund sich bombensicher durch das hektische Treiben einer Grossstadt bewegt. - Tja .....
Soviel dazu, dass jede Hundeseele es wert ist, gerettet zu werden, und sei es dass man sie von Timbuktu nach Europa karrt. Aber einen einheimischen Hund ... nein Danke !

Sorry, im Moment breagiere ich wiedermal etwas überempfindlich auf dem Gebiet.

Liebe Grüsse
Susanne mit Rahan und Monello

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Mi 11. Mär 2015, 20:21
von friida
Ich kann Susanne nur zustimmen.
Auch wenn ich niemandem seine Entscheidung für einen Auslandshund (grad die Windhunde aus dem Süden) schlecht reden möchte. Die Intention, so einen Hund zu retten ist sicher gut gemeint.

Aber, eben auch in deutschen Tierheimen sind Hunde. Die keiner will.
Weil "Kampfhunde", große Hunde, schwarz, alt, krank oder angeblich verhaltensgestört. Was ja Auslandshunde nie sind. :ruhig:
Und vor allem, sie schweben ja nicht in Lebensgefahr, weil hierzulande kein Tier einfach so eingeschläfert wird. Jedenfalls nicht offiziell.
Das auch diese Hunde leiden, zwar mehr seelisch als körperlich, verdrängt man gern. Sie haben ja ein Dach überm Kopf und regelmäßig Futter.

Ich habe grundsätzlich nichts gegen Hundeimport und -rettung. Von Hunden, die Menschen gewöhnt sind, vllt. auch schon in einer Familie gelebt haben. Die werden auch hier gut zurecht kommen und sich anpassen können.

Was oft unterbleibt, ist entsprechende Aufklärung seitens der Vereine. Nicht alle, aber manche klären die neuen Hundebesitzer kaum auf, was da auf sie zu kommt.
Die sind alle nett und sozialverträglich. Vllt. etwas scheu... aber wie scheu, das verschweigt mancher Verein schon mal.
Und die Hundeinteressenten wollen manchmal auch nur eben einfach einen Hund retten. Die machen sich keine Gedanken und dann passieren solche Dinge, wie das der Hund auf Nimmerwiedersehen entläuft.

Ich respektiere und bewundere die Arbeit von Vereinen, die sich auch und hauptsächlich vor Ort engagieren. Aber leider gibts auch die anderen. Und eben die gutmeinenden, aber völlig ahnungslosen Hundekäufer. Die sich trotz aller Möglichkeiten, die man heutzutage hat, nicht informieren.

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Mi 11. Mär 2015, 22:47
von Trini
Jetzt hatte ich einen ganzen Sermon geschrieben und weg ist er...

Mich umtreibt ja gerade ein sehr aehnliches Thema.

Wird kein Strassenhund, aber einer aus einem ungarischen TH. Ich werde vorher noch versuchen Hals-, Brust- und Bauchumfang zu bekommen, um mit passendem Geschirr und Halsband zur Uebernahme zu erscheinen. Spunky war ja vor Ort im TH, fand das alles aber so gruselig, dass er sich dort nicht wirklich anfassen liess und deswegen auch einige Tage mit zu grossem Geschirr durch die Gegend laufen musste. Duerfte eins der Hauptprobleme von verschwindenden Hunden sein. Ein passendes, ausbruchsicheres Geschirr hat man eben oft nicht sofort parat und es dauert im Normalfall ein paar Tage, bis das da ist.

@Susanne

Mir ist es voellig egal, wo ein Hund herkommt. Ich habe in den letzten Tagen alle TH-Seiten im 150 km Umkreis durchsucht und keinen Hund gefunden, der uns nur ansatzweise ansprach. Zudem wurden uns aus dem Freundes- und Bekanntenkreis noch einige Hunde ans Herz gelegt. Da stimmte aber die Chemie nicht wirklich. Und sie waren immer zu gross und zu schwer fuer uns. Wir werden ja auch nicht juenger. Selbst 18 kg toter Spunky haben mich ueber eine laengere Strecke schon an den Rand meiner Moeglichkeiten getrieben.... Zudem sind wir bekennende Hueter-Fans und sind da auch nicht bange vor schwierigeren Hunden.

Ach ja, ich denke das Helfersyndrom betrifft uns nicht. Da bin ich eher egoistisch veranlagt. Der Hund muss zu uns und unserer Umgebung passen. Heisst nicht, dass der Hund keine Ecken und Kanten haben darf, aber er muss auch in unser Leben passen.

LG
Martina

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Mi 11. Mär 2015, 23:40
von Andreas
Der Mensch ist eben doch nur ein Mensch

Ich mache keinem Halter einen Vorwurf, wenn er einen TH oder Auslandshund hat. Und die "Viecher" können ja auch nichts dafür. Sind ja, genau genommen schon auch arme Dropse,

Dennoch muss ich sagen, das man doch mal mit einem Dampfhammer durch die TH-Scene ziehen müsste, den ich glaube das viele nicht richtig begreifen das die "Überhundehalter" nun mal nicht auf Bäumen wachsen. Manchmal, so scheint es mir, steht die Unterbringung derart im Vordergrund, das der Mensch der den Hund bekommen soll, nicht richtig angeschaut wird.
Ich habe es nun leider schon häufiger mitbekommen, das Tierschutzhunde in Händen abgegeben wurden, die total überfordert waren und daraus Konflikte entstanden, die man hätte vermeiden können. Aus einen gewöhnlichen Tierheim, hätte sie solch einen Hund nicht bekommen. Und das finde ich oftmals erschreckend, das es offenbar einfacher ist einen Auslandshund zu bekommen, als einen TH-Hund.
Ich wünschte mir, das hier einfach mal besonnener umgegangen wird. Kann man so einen Hund vermitteln und ja gibt es auch jemanden? Es ist den Hunden auch nicht gedient, wenn sie über Monate geparkt werden und auch nicht wenn durch Zweitracht so ein Hund Opfer von Profilierungssucht wird.
Nüchtern kann ich sagen, und damit möchte ich niemanden beleidigen oder vor den Kopf stoßen, ob man einen Hund über eine Orga importiert oder sich einen im Straßenhandel aus dem Urlaub mitnimmt, so groß ist da der Unterschied nicht.
Trotzdem möchte ich festhalten, das wenn sich jemand für so einen Hund entscheidet, das ich dies gut finden. Letztendlich braucht es eben nun mal auch Menschen, die sich dieser Seelen annehmen. Denn wie gesagt, der Mensch ist eben doch nur ein Mensch, ein Hund auch nur ein Hund und sie können für ihre Herkunft nichts.
Es ist ein sensibles Thema, das man mit etwas Abstand und möglichst objektiv betrachten sollte. Was sicher nicht immer leicht fällt. Auch das ist menschlich.

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Do 12. Mär 2015, 08:34
von Lieselotte
Letztes oder vorletztes Jahr hatten wir hier in der Gegend auch so einen Fall. Hund kommt frisch aus dem Ausland, soll über mehrere Fahrer eine weitere Strecke vom Flughafen zur Pflegestelle gebracht werden. Ein "Übergabepunkt" von Fahrer zu Fahrer war hier um's Eck. Die haben sich scheinbar an einem Rasthof an der Autobahn getroffen. Bei der Übergabe haut der Hund ab. Mehrere Tage streunerte der durch den Wald in der Nähe der Autobahn. Einfangen ließ er sich nicht. Im Endeffekt wurde er nach ein paar Tagen auf der Autobahn überfahren. Fand ich sehr tragisch. Ich kenn zwar die genauen Umstände nicht, warum und wie er abhauen konnte, aber sowas darf doch nicht passieren!?

Ich finde generell, dass Tierschutzhunde ein schwieriges Thema sind, nicht nur Auslandshunde. Es gibt bestimmt auch ganz viele tolle, recht unproblematische Hunde aus dem TH oder Ausland und auch ganz viele tolle Leute und Organisationen, die die Tiere gewissenhaft vermitteln und schauen, an wen die Hunde gehen. Oder Leute, die sich nicht einfach blauäugig einen Tierschutzhund zulegen und meinen das wird schon alles laufen. Viel zu oft ist es aber anders, und darunter leiden müssen dann die Hunde, die vom einen zum nächsten geschoben werden, wieder im TH landen oder eben abhanden kommen und niemals wiedergesehen werden...

Ich weiß auch nicht, ob man da jemandem wirklich einen Vorwurf machen kann. Viele Leute meinen es gut, wissen es nicht besser und informieren sich dann vielleicht auch im Internet. Und gerade in den üblichen Foren hat doch jeder immer den perfekten Hund. Wenn er dann noch "gerettet" wurde, anfangs Probleme machte, aber natürlich in Nullkommanix zum gesellschaftstauglichen Familienhund umgekrempelt wurde - umso besser. Vermittelt nur leider den Eindruck, dass das immer schön easy ist. Ich glaube auch, dass man das erst wirklich verstehen kann, wie ein Hund tickt, der nicht gerade "massenkompatibel" ist, wenn man selber schonmal die Erfahrung gemacht hat oder das bei Freunden oder der Familie hautnah mitbekommen hat.

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Do 12. Mär 2015, 09:41
von Erna
Wieder ein Interessantes Thema....

Wie ich es zu dem anderen thema Hunde aus dem Ausland schon schrieb,versuche ich mir so viele Infos wie möglich zu holen...

Eine Bekannte von mir war zu dem Thema Hunde aus dem Ausland auf einem seh guten Seminar..
Auch ging es da,um dieses Thema...

Die Problematim die einfach Auftaucht,die meisten Hunde werden als "Dankbar" beschrieben...
er braucht nur Liebe,dann hat man einen Traumhund.
Die Realität,sieht leider oft anders aus...
Vorab Informationen,sind oft zu wenig..Da wird nach einem Katalog ausgesucht..(Sollte meine Freundin auch)
Zurück zu dem Seminar,es wurde mehrmals erwähnt,das Hunde aus dem Ausland oft anders sind...Und ich denke,hier liegt oft das Problem..Es wird Unterschätzt...
EIne Nachbarin,hat einen Hund aus Ungarn,er möchte den ganzen Tag schmusen,ist Anhänglich..Aber er zeigt auch Angststörungen..Von ihrem vorherigen Hund ist sie es gewohnt ihn so laufen zu lassen.Auch bei diesem Hund kommt sie in Versuchung..Ich habe mit Engelszungen auf sie eingerdet,diesen hund doch botte erst einmal nicht laufen zu lassen..Habe ihr erklärt,wearum das so ist..Hätte ich es nicht,wäre er wohl schon mit der SChleppleine zum toben geschickt worden..
Das man wenn der Hund in Panik ist,nicht auf die SChleppleine treten kann,weil es oft sehr schnell geht,wollte sie mir schon kaum glauben..

Woran liegt das ganze jetzt??
Ich denke einfach,es kommen mehrere Faktoren zusammen...
Zu wenig Wissen,über den Hund an sich.....
Zu gut Gläubig,oft zu überfordert...

Leider,schaffe ich es nicht mehr zu schreiben....

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Do 12. Mär 2015, 09:58
von Lieselotte
Meiner Meinung nach wären die Organisationen in der Pflicht besser aufzuklären. Auf einer Seite zur Vermittlung von Laborbeaglen hab ich das mal sehr schön gelesen. Da wurde ziemlich gut beschrieben, dass diese Hunde nichts kennen, nicht erzogen sind und das nicht immer einfach ist so einen Hund aufzunehmen.
Aber auch da lesen die Leute dann evtl. nur das raus, was sie gerne hören wollen. Wie Erna schon schrieb, es wird einfach oft unterschätzt...

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Do 12. Mär 2015, 11:11
von Sandra
Ich als "Betroffene" würde gern was schreiben, aber irgendwie spinnt das Forum gerade und blitzt wild rum...

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Do 12. Mär 2015, 13:24
von friida
Erna hat geschrieben:Die Problematim die einfach Auftaucht,die meisten Hunde werden als "Dankbar" beschrieben...
er braucht nur Liebe,dann hat man einen Traumhund.



Das ist leider nur zu wahr. Betrifft aber nicht nur Auslandshunde. Sondern allgemein Hunde aus dem Tierheim.

Viele nette Mitmenschen, egal ob selbst Hundehalter oder nicht, glauben so ein Tier aus dem TH oder Ausland ist einfach nur dankbar und tut alles, seiner neuen Familie zu gefallen.

Ich hab ja selber schon erwachsene Hunde aus dem TH übernommen. Und wenn man mit den Leuten so ins Gespräch kommt und die hören "Hund aus dem TH", ist oft der erste Kommentar "aber die sind ja sooooo dankbar".

Nein, es sind einfach auch nur Hunde mit allen Macken und Problemen...weder selbst erziehend noch von Dankbarkeit überfließend. Das desillusioniert doch so manchen Gutmenschen.

Nur wird eben leider diese angebliche Dankbarkeit auch von Orgas und TH oft angepriesen.

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Do 12. Mär 2015, 13:55
von Trini
@ Andreas
Ich glaube, gerade bei TSch-Orgas, die Hunde aus der Tötung holen, gilt vielleicht häufiger, dass sie eventuell schneller und mehr vermitteln, weil sie so viele Hunde wie möglich retten wollen.

@ Lieselotte und Erna

Wir haben, als wir Spunky aus dem TH holten einige Gespräche von Interessenten mitbekommen, da konnte man sich wirklich nur :haare Interessenten mit völlig falschen Voraussetzungen und absoluter Blauäugigkeit. Denen wurde durch die Blume gesagt: von uns bekommt ihr keinen Hund.

Der einzige Unterschied zu Spunky ist, dass wir uns unseren zukünftigen Neuzugang nicht vorher live und in Farbe anschauen können. Von der Beschreibung und auch was das TH über Spunky wußte (eigentlich gar nichts) ist es kein Unterschied. Und Spunky präsentierte sich richtig Sch...e im Zwinger. Alles andere war unbekannt.

Das größte Problem hätte ich mit einem Hund der in Beschädigungsabsicht nach vorne geht und auch ein Paniker wäre nicht ganz so prickelnd. Alles andere schreckt mich erst einmal nicht, da haben wir von und mit Einstein sehr viel lernen können und dürfen. :) Das vermute ich bei unserem Neuzugang aber beides nicht. Und er kommt auch nicht von der Strasse oder aus einer Tötungsstation.
Alles andere lässt sich mit Geduld, Zeit, Konsequenz und Arbeit und im Zweifelsfall Management zumindest deutlich verbessern.

Zudem wüßte ich derzeit keine Rasse, die mich so wirklich interessiert. Und Lust auf Welpenalarm habe ich ehrlich gesagt auch nicht. Wir haben uns derzeit eher auf Hüte-Mixe eingeschossen. Die sich häufig so schlecht im TH präsentieren, dass sie dort viel zu lange sitzen. Das sie auch problematischeres Verhalten zeigen können. ist uns bewusst. Aber einiges ist für uns bedingt durch Wohnsituation und Umfeld überhaupt kein Thema.

@ Lieselotte
Ja, es gibt ganz tolle Im TH bzw. TSch. Spunky war sicherlich eher die Ausnahme als die Regel. Bei ihm mussten wir an seinen Ängsten, die nur im Haus bestanden, arbeiten bzw. ihm mehr Selbstbewußtsein vermitteln. Das wars aber im Großen und Ganzen. Ansonsten war er der Prototyp des "Nur-lieb"-Hunds (ich hasse diesen Ausdruck), bei dem ich nie verstanden habe, das er überhaupt im TH gelandet ist.

LG
Martina

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Do 12. Mär 2015, 17:11
von Sandra
So jetzt scheint´s mal zu klappen :daumenrauf: - Achtung lang!

Wir haben seit letztes Jahr im Mai ja nun auch mal einen Windhund aus Spanien hier und er war vorher knapp 2,5 Monate auf einer PS.
Zu seiner Vergangenheit weiß man nicht viel, aber da er eine Tätowierung hat, wird er wohl vom Jäger resp. Züchter kommen. Es ist also sehr gut möglich, dass er eine Saison gejagd hat, denn Jagdtrieb ist definitiv vorhanden.

Unsere Orga bzw. die PS hat uns sehr gut aufgeklärt bzgl. dem Jagdtrieb und dem Freilauf!
Azor ist ein sehr souveräner und offener Rüde und zeigt keine Ängste. Das macht das Leben hier natürlich um ein Vielfaches einfacher.
Er läuft immer an der Leine/Schleppe, weil man gegen einen Sichtjäger i.d.R. immer den Kürzeren zieht :problem:
Glücklicherweise war er von Anfang an sehr fixiert auf uns und ließ seine Aufmerksamkeit recht leicht auf uns lenken, wenn er was in der Ferne gesehen hat.
Hier bei uns gibt es nur eine einzige Wiese, wo er ausschließlich mit dem Futterbeutel freilaufen darf. Alles andere ist mir einfach zu gefährlich! Dafür fahren wir halt öfter auf eine eingezäunte Wiese einer Bekannten oder eben zum Windhundauslauf, wo er mit anderen richtig rennen kann.
Wir haben eine wirklich gute Bindung, aber bei solch einem Jäger, der selbständig ist und auf der Jagd war, setzt es eben dann auch mal aus.

Kommen nun die Hunde direkt aus Spanien hierher und sind womöglich noch Angsthunde, weil sie bekanntlich in Spanien bei den Galgueros die Hölle durchleben (vor allem, wenn sie nicht gut jagen), ist es ein MUSS, sie doppelt zu sichern - und zwar eine Leine am Halsband und eine am Geschirr und davon eine am besten noch beim Haltern um den Bauch, damit die Leine nicht aus der Hand rutscht!
Ich kann es auch nicht verstehen, dass manche die Hunde sehr schnell freilaufen lassen, weil sie ja an Mama´s Rockzipfel hängen. Klar, am Anfang brauchen sie halt eine Bezugsperson, aber wie schnell ist mal irgendwo ein Hase gehüpft oder eine Katze gelaufen? Aus den "Mamahunden" werden irgendwann selbständige Hunde, denen das dann mal grad egal ist.

Und nun nochmal zum Thema "Die deutschen TH sind auch voll!"
Wir wollten diesmal einen "reinrassigen" Galgo, den mal eher nicht mal im deutschen TH findet. Klar es gibt sie auch, aber ich fahre gewiss hunderte Kilometer dafür. Nein.
Ich habe mich auch bei deutschen Züchtern erkundigt...lange Wartelisten, weil die wenige Würfe haben. Also blieb uns quasi keine andere Wahl einen Galgo über sein Ursprungsland zu holen.

Generell bin ich nach wie vor gegen den Import von Hunden!
Allerdings sehe ich (!) es bei den Windhunden etwas anders. Die werden nicht einfach so von den Straßen aufgesammelt (gibt es auch, klar), sondern die meisten werden von den Galgueros abgegeben oder sie kommen aus Beschlagnahmungen, weil sie dort eben dementsprechend gehalten werden, weil sie für die Jagd nicht taugen. Oder man findet sie verletzt (in 90% der Fälle mit Absicht zugeführte Verletzungen!).
Oder die Greyhounds aus Irland. Die kommen meist von der Rennbahn.

So jetzt hab ich genug geschrieben, aber wohl trotzdem die Hälfte wieder vergessen :crazy:

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: So 15. Mär 2015, 18:32
von Feiticeira
Ich wollte auch gar nicht gegen den Auslandstierschutz wettern. Ich sehe den durchaus kritisch, habe aber gar nichts gegen einen guten und sinnvollen Tierschutz im Ausland. Hier wohnt ja auch ein Bretone-wer sich für diese Hunderasse interessiert wird in De wohl kaum fündig. Es gibt nicht viele Welpen und die gehen auch nur an Jäger. Für einen Welpen müsste man dann schon in die Schweiz fahren. Aber es gibt zig Bretonen im Ausland, die ein neues Zuhause suchen und die auch nicht alle in Jägerhand gehen müssen oder auch sollten. Im Vergleich zu anderen Hunderassen ist der Jagdtrieb auch noch gut zu kontrollieren, sie haben ein sonniges Gemüt und sind trotz ihrer Aktivität idR tolle Familienhunde. Wer eine bestimmte Rasse sucht, eben wie Sandra auch einen Galgo, der wird eher im Ausland fündig. Das finde ich per se erstmal nicht schlimm. Dass man im TS blöderweise immer den Dreck wegmacht den andere Leute verursacht haben und indirekt das unterstützt, weil man den Leuten in letzter Instanz dann noch die Verantwortung abnimmt, ist ein generelles Problem, was eben auch hierzulande zutrifft.

Schlimm ist es halt, wenn unreflektiert Hunde in großen Massen nach De gekarrt werden und die hauptsächlich vermitteln möchten-komme was da wolle. Und dann passiert es schnell, dass die Hunde zu den "falschen" Leuten kommen, die Hunde nicht richtig gesichert werden und dann abhauen. Wir haben hier in der Umgebung permanent solche Fälle. :daumenrunter: Ich kann es einfach nicht nachvollziehen. Den neuen Leuten möchte ich gar nicht da die Schuld für geben. Die wenigsten können sich vorstellen wie ein Hund mal eben in sekundenschnelle wegen einem völlig normalen Alltagsreiz aus dem Geschirr steigen können und dann abhauen. Da müssen eben die Orgas gut beraten und aufklären.

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: So 15. Mär 2015, 20:55
von Sandra
Feiticeira hat geschrieben:Schlimm ist es halt, wenn unreflektiert Hunde in großen Massen nach De gekarrt werden und die hauptsächlich vermitteln möchten-komme was da wolle. Und dann passiert es schnell, dass die Hunde zu den "falschen" Leuten kommen, die Hunde nicht richtig gesichert werden und dann abhauen. Wir haben hier in der Umgebung permanent solche Fälle. :daumenrunter: Ich kann es einfach nicht nachvollziehen. Den neuen Leuten möchte ich gar nicht da die Schuld für geben. Die wenigsten können sich vorstellen wie ein Hund mal eben in sekundenschnelle wegen einem völlig normalen Alltagsreiz aus dem Geschirr steigen können und dann abhauen. Da müssen eben die Orgas gut beraten und aufklären.

:daumenrauf:

Azor ist nach 6 Wochen (völlig verantwortungslos, jap!) das erste Mal freigelaufen. Zum Glück ging alles gut.
Wenn man anderen Hundebesitzerin erklärt, dass man seinen Windhund nicht ableinen will, weil er ggf. weg ist, wenn er was sieht, dann kommen hin und wieder auch Kommentare wie "Ja meiner ist auch sehr schnell!" :lol: Ja ne, is klar!
Als Azor einmal mit einem anderen Hund spielte und viele viele Meter weiter auf einmal ein anderer Hund auftauchte, spurtete er los...ich kann euch sagen...in dem Moment bleibt man stehen, weil man nicht fassen kann, wie schnell die wirklich sind :crazy:
DAS können sich die meisten eben nicht vorstellen und spielen es etwas runter.

Aber die Orgas stehen in meinen Augen definitiv in der Pflicht. Wobei man den Adoptanten eben auch nur bis vor die Stirn schauen kann :|

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: So 15. Mär 2015, 21:09
von Trini
Bei uns im Uebernahme-Vertrag steht z.B. dass man bitte mit passendem Geschirr plus Halsband den Hund uebernehmen muss.

Die Masse habe ich auch schon bekommen.

Spunky durfte bereits nach 2 Wochen Freilauf geniessen. Aber das war schon bei der Uebernahme klar. Er orientierte sich aber auch sehr gut an uns. Mal sehen, wie das bei unserem Neuzugang sein wird.... Offiziell wird er als Irish Wolfhound-Mix vermittelt. Aber mit jetzt ermittelten 60 cm glaube ich daran nicht.

LG
Martina

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: So 15. Mär 2015, 23:42
von Kuvasusa
friida hat geschrieben:Ich habe grundsätzlich nichts gegen Hundeimport und -rettung. Von Hunden, die Menschen gewöhnt sind, vllt. auch schon in einer Familie gelebt haben. Die werden auch hier gut zurecht kommen und sich anpassen können.

Was oft unterbleibt, ist entsprechende Aufklärung seitens der Vereine. Nicht alle, aber manche klären die neuen Hundebesitzer kaum auf, was da auf sie zu kommt.

Ich respektiere und bewundere die Arbeit von Vereinen, die sich auch und hauptsächlich vor Ort engagieren. Aber leider gibts auch die anderen. Und eben die gutmeinenden, aber völlig ahnungslosen Hundekäufer. Die sich trotz aller Möglichkeiten, die man heutzutage hat, nicht informieren.


Du sprichst mir hier aus der Seele ! Dem kann ich mich absolut anschliessen.

Liebe Grüsse
Susanne mit Rahan und Monello ( letzterer aus Auslandstierrettung )

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Mi 8. Apr 2015, 10:31
von Lanca
Wir haben ja auch zwei Kandidaten aus dem Auslandstierschutz. Molly kam ja gerade erst vor 6 Wochen bei uns an und wir sind noch weit entfernt vom Freilauf, da sie halt noch nicht zuverlässig aus allen Situationen abrufbar ist.

Von der Orga wurde mir auch - ich kann gar nicht zählen, wie oft - gesagt, dass wir wahnsinnig aufpassen müssen, dass ein Halsband allein nicht reicht etc. etc.

Ist eigentlich schade, dass man dass einem Hundebesitzer immer wieder sagen muss. Eigentlich ist das doch selbstverständlich, dass man da nicht völlig unbedarft rangehen muss. Leider habe ich auch zwischenzeitlich die Erfahrung gemacht, dass anscheinend nichts mehr selbstverständlich ist.

Ein paar Orte weiter hat einer eine mittelgroße Mischlingshündin an der Flexi geführt, dann (aus war für Gründen auch immer) die Leine fallen lassen. Diese hat sich eingerollt und der Hund, gerade mal 3 Tage da, war weg. Ist bis heute nicht wieder aufgetaucht, wobei ich davon ausgehe, dass sie sich mit der Leine dran wohl irgendwo verfangen hat und wahrscheinlich elendig zugrunde gegangen ist. Auf meine Frage, wie einem denn eine Leine einfach so aus der Hand fallen kann, wurde ich blöd angemacht.

Wobei mir das nun wirklich unbegreiflich ist. Mir fällt eine Leine nicht einfach so aus der Hand, es sei denn, ich gehe entsprechend sorglos damit um. Leider kenne ich den Namen des Herrn nicht, ich würde sonst echt überlegen, ihn auf die Blacklist setzen zu lassen.

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Do 9. Apr 2015, 11:35
von Sandra
Lanca hat geschrieben:Diese hat sich eingerollt und der Hund, gerade mal 3 Tage da, war weg. Ist bis heute nicht wieder aufgetaucht, wobei ich davon ausgehe, dass sie sich mit der Leine dran wohl irgendwo verfangen hat und wahrscheinlich elendig zugrunde gegangen ist. Auf meine Frage, wie einem denn eine Leine einfach so aus der Hand fallen kann, wurde ich blöd angemacht.

Wobei mir das nun wirklich unbegreiflich ist. Mir fällt eine Leine nicht einfach so aus der Hand, es sei denn, ich gehe entsprechend sorglos damit um.

Gerade bei etwas ängstlichen oder scheuen Hunden ist eine Flexi da echt total unangebracht. Die kann in erster Linie dann auch erstmal den Hund treffen und dann klappert sie auch noch am Boden. Der Hund will davor weglaufen und wird ja noch "verfolgt" und steigert sich ggf. in die Panik rein.

Was die Leine aus der Hand betrifft. Dafür gibt es einige Gründe und manchmal kann man es selbst nicht nachvollziehen...wir sind auch nur Menschen.
Aber wenn z.B. ein Windhund unerwartet losspurtet (einige schaffen mit 3 Sätzen ihre Höchstgeschwindikeit), dann kann einem auch die Leine aus der Hand gerissen werden. Da würde ich dem Halter eher einen Vorwurf machen, dass er mit den Gedanken und Augen woanders war und nicht beim Hund.

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Do 9. Apr 2015, 17:33
von Trini
Ich habe ja heute Nacht die erste direkte Uebergabe von Auslandshunde mitgemacht. Diese finden ja auch haeufig an AB-Raststaetten statt, damit alle Abholer einen gut erreichbaren, zentralen Ort haben, den jeder finden kann. Und je nach Entfernung findet das dann, wie bei uns auch schon mal um 1h mitten in der Nacht statt. Da braucht wirklich nur mal eine Schnalle am Geschirr falsch gesteckt zu sein und weg ist der Hund. Alle Beteiligten sind uebermuedet und gestresst. Und die Hunde verhalten sich nach 18h Fahrtzeit ohne Pinkelpause, bekannte Personen und Schlafdefizit auch voellig anders. Haben wir gestern bei Bungee gesehen, der war so ueberdreht, dass er erst einmal einige Bockspruenge nach vorne und hinten vollfuehrt hat, dass er bei einem nicht richtig fixiertem Geschirr auch haette weg sein koennen. Eine weitere, "nette" Ueberraschung gab es dann bei uns zuhause. 3h morgens, lecker Futter war schon im Hund drin, Geschirr und Halsband noch dran. Er erkundet ein wenig die Wohnung und schwups hat er die Tuer nach draussen geoeffnet. :shock: Und verschwand Richtung stockdunklen Garten. :shock: Wir hatten Glueck, dass wir so wohnen, wie wir wohnen und dass er sich nur entschieden hatte auf die Terrasse zu laufen, wo wir ihn dann zu zweit einkreisen konnten und zurueck ins Haus befoerdern konnten.

Heute sieht die Welt fuer ihn und uns schon etwas anders aus. Wir haben einen ruhigen, entspannenden Spaziergang zum Stressabbau gemacht und er ist jetzt nach ca. 30 schlaflosen Stunden endlich eingeschlafen. Noch kein Tiefschlaf, aber das kommt noch. Und im Hellen ist er definitiv sehr viel ansprechbarer als heute Nacht.

LG
Martina

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Do 9. Apr 2015, 21:30
von Lanca
Da braucht wirklich nur mal eine Schnalle am Geschirr falsch gesteckt zu sein und weg ist der Hund.


Kenn ich, wir haben Molly ja auch vor ca. 6 Wochen an einer Übergabestation abgeholt. Da ist man dann in der Eile schon auch darauf angewiesen, dass ein Helfer mit anpackt. Bei uns war eine Dame nebst Ehemann von der Orga da und zwei Fahrer, die sich mit gekümmert haben. Also, Hund aus der Box am Halsband - Tür des LKW verstellt durch zweite Person. Geschirr dran. Dann der richtige Sitz des Geschirrs kontrolliert. Leine ans Geschirr, "altes" Halsband ab, neues Halsband dran und da dann auch nochmal die Leine eingehakt. Zusätzlich dann auch von der Orga der Hinweis (obwohl wir das schon kannten), dass der Hund auch im Auto gesichert sein muß, dass er einem nicht sofort entgegenspringt, sobald der Kofferraum aufgeht.

Was die Leine aus der Hand betrifft. Dafür gibt es einige Gründe und manchmal kann man es selbst nicht nachvollziehen...wir sind auch nur Menschen.


Ich sehe das nunmal so, dass ich mir gerade bei einem neuen Hund solche Nachlässigkeiten nicht erlauben darf. In den Chill-Modus beim Spaziergang kann ich erst dann gehen, wenn ich mir diesen Stand erarbeitet habe. Das gehört zur Verantwortung, die ich für ein Lebewesen übernehme dazu.
Klar sind wir alle nur Menschen, aber die Häufigkeit dieser Vorfälle zeigt doch, dass man dieses Thema nicht zu nachlässig angehen sollte.

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Fr 10. Apr 2015, 08:34
von Lieselotte
Lanca hat geschrieben:Ich sehe das nunmal so, dass ich mir gerade bei einem neuen Hund solche Nachlässigkeiten nicht erlauben darf. In den Chill-Modus beim Spaziergang kann ich erst dann gehen, wenn ich mir diesen Stand erarbeitet habe. Das gehört zur Verantwortung, die ich für ein Lebewesen übernehme dazu.
Klar sind wir alle nur Menschen, aber die Häufigkeit dieser Vorfälle zeigt doch, dass man dieses Thema nicht zu nachlässig angehen sollte.


Mir selber ist sowas auch schonmal passiert, nur dass Luna kein ehemaliger Straßenhund ist, der evtl. vor Leuten stiften geht... Ich halte mich sehr zurück damit über andere Leute zu urteilen solange ich nicht selber dabei war (wobei das mit der Flexi nun wirklich schon saudoof war und der Hund das wahrscheinlich mit seinem Leben bezahlen durfte).
Bei mir war's so, dass ich mit Luna im Wald joggen war, da hatte ich sie noch nicht so lange. Mir ist der Schuh aufgegangen, ich bin dann noch extra ein Stück weiter. Dort hatte ich gute Sicht und nix und niemand war zu sehen. Hund sitzen lassen, die 5m-Schlepp um die Hand gewickelt, die Schlaufe ums Handgelenk. Hingehockt zum Schuhbinden und zack - kommen drei Rehe kurz vor uns aus dem Gebüsch gesprungen. Luna ist sofort losgespurtet, ich hab mich lang gelegt und sie hat mir die Schlepp aus der Hand gerissen. Hund weg, ab ins Unterholz. Mit Geschirr und Schlepp dran. Herzlichen Glückwunsch.

Wir hatten Glück, sie hat sich nirgendwo mit Leine oder Geschirr vertüddelt und ein netter Mann hat sie ein gutes Stück weiter auf der Straße eingesammelt und beim nächsten TA abgeliefert.

Ich denke es gibt bestimmt viele Leute, die da nicht sorgsam genug mit umgehen, aber auch denen, die gut aufpassen kann mal irgendwas Dummes passieren. Davor ist niemand gefeit und oft reichen 3 Sekunden Unachtsamkeit und schon hat man eine blöde Situation...

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Fr 10. Apr 2015, 09:19
von Kuvasusa
Ich wollte hier eigentlich nichts mehr dazu beitragen, weil alles schon gesagt wurde. Beim Durchlesen der Posts drängte sich mir aber eine Frage auf.

Die Pro - Auslandsstierschützer sprechen davon, wie behutsam und einfühlsam man mit solchen armen Kreaturen umgehen muss, wieviel Geduld es benötigt so einem Hund Sicherheit und Geborgenheit, ein Heim zu geben. Man hört immer wie dankbar diese Hunde einem dann ja sind ..... -

Auf der anderen Seite steht diese Geschichte: viele Auslandshunde lassen sich eben nicht problemlos eingliedern, verlieren ihre Angst nicht, sie zeigen stereotypische Verhaltensstörungen, drehen sogar durch oder hauen eben ab, wenn sie können ( das will natürlich niemand hören und wahr haben ).

Und nun komme ich zu meiner Frage:
Ganz abgesehen davon, dass das Streuner / Strassenhundeproblem im Ausland ja irgendwie bewältigt werden muss....

Warum muss man Hunde, die, egal aus welchen Gründen auch immer, den Menschen meiden, retten und in menschliche Obhut zwingen, die ihm ja so Angst macht ? Ihn in eine ihm komplett fremde Umgebung verschleppen, die ihm dann wieder um Angst macht. So gesehen setzt man solche Hunde bewusst ständig Angst und Panik aus. Wie kann man das denn ethisch - moralisch vertreten und rechtfertigen ?

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Fr 10. Apr 2015, 13:46
von friida
Kuvasusa hat geschrieben:Auf der anderen Seite steht diese Geschichte: viele Auslandshunde lassen sich eben nicht problemlos eingliedern, verlieren ihre Angst nicht, sie zeigen stereotypische Verhaltensstörungen, drehen sogar durch oder hauen eben ab, wenn sie können ( das will natürlich niemand hören und wahr haben ).

Und nun komme ich zu meiner Frage:
Ganz abgesehen davon, dass das Streuner / Strassenhundeproblem im Ausland ja irgendwie bewältigt werden muss....

Warum muss man Hunde, die, egal aus welchen Gründen auch immer, den Menschen meiden, retten und in menschliche Obhut zwingen, die ihm ja so Angst macht ? Ihn in eine ihm komplett fremde Umgebung verschleppen, die ihm dann wieder um Angst macht. So gesehen setzt man solche Hunde bewusst ständig Angst und Panik aus. Wie kann man das denn ethisch - moralisch vertreten und rechtfertigen ?


Genau das frage ich mich auch immer wieder.

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Mo 13. Apr 2015, 17:45
von Wuschel
Kuvasusa hat geschrieben:Auf der anderen Seite steht diese Geschichte: viele Auslandshunde lassen sich eben nicht problemlos eingliedern, verlieren ihre Angst nicht, sie zeigen stereotypische Verhaltensstörungen, drehen sogar durch oder hauen eben ab, wenn sie können ( das will natürlich niemand hören und wahr haben ).

Das kann dir aber auch mit jedem anderem Hund aus zweiter Hand passieren, solange sie sich noch nicht eingewöhnt und Vertrauen aufgebaut haben. Den deutlichsten Unterschied merkt man, wenn ein Stadthund auf das Land vermittelt wird, oder umgekehrt.

Und nein, Hunde sind nie dankbar, egal woher sie kommen.

Kuvasusa hat geschrieben:Und nun komme ich zu meiner Frage:
Ganz abgesehen davon, dass das Streuner / Strassenhundeproblem im Ausland ja irgendwie bewältigt werden muss....

Es istj a nicht so, dass im "Ausland" selbst nichts gemacht wird oder passiert!
Ein Beispiel dazu:
http://www1.wdr.de/fernsehen/ratgeber/t ... l-100.html

Warum muss man Hunde, die, egal aus welchen Gründen auch immer, den Menschen meiden, retten und in menschliche Obhut zwingen, die ihm ja so Angst macht ? Ihn in eine ihm komplett fremde Umgebung verschleppen, die ihm dann wieder um Angst macht. So gesehen setzt man solche Hunde bewusst ständig Angst und Panik aus. Wie kann man das denn ethisch - moralisch vertreten und rechtfertigen ?


Weil sie vor Ort erschlagen, erhängt, lebendig begraben oder vergiftet werden? Das sind ganz schreckliche Leiden, was dann so ein Tier aushalten muss und der Tot ist dann noch eine Erlösung.

Selbst hier in Deutschland ist die Angst sehr groß, dass unsere Hunde vergiftet werden. Täglich gibt es dazu neue Meldungen in den Medien.

Wer kann sagen, ob und wie schnell diese Hunde sich den Menschen nicht doch noch anpassen können?
Oder ob sie eben nicht immer auf der Straße lebten und mal ein Zuhause gehabt haben? Dann sind sie vll. schon in der Lage mit einem Menschen wieder eine Basis zu finden - nur dauert das eben auch seine Zeit.
Vll gibt es auch in einem dieser Shelter nur einen einzigen Menschen, dem sie vertrauen können und gerade derjenige hat den Vermittlungstext erarbeitet? Er kann dann aber auch nur das sagen, wie er den Hund erlebt. Da gibt es noch viel mehr Faktoren, die eine Rolle spielen...

Die entlaufenen Hunde sind nicht unbedingt "nur" den TSchV anzukreiden, finde ich. Die Menschen, die Auslandstiere "retten" wollen, haben doch auch die Pflicht sich zu informieren. Das machen sie doch bei jedem anderen Hund oder Gegenstand auch.

Allerdings ist es natürlich auch sehr schwer einzuschätzen, wie sehr sich die neuen Halter dann auch für ein gutes Zusammenleben mit dem Hund tatsächlich bereit sind, einzusetzen. Das erfährt der Verein dann erst, wenn er Nachkontrollen macht oder Rückmeldungen bekommt.

Sollte man dann erkennen, dass der Hund nicht "für Deutschland" geeignet ist, ist der Hund dann trotzdem da. Sollte man ihn dann wieder zurück bringen und in seiner gewohnten Umgebung aussetzen? Es hatte vll. auch einen Grund (siehe oben), dass er aus dieser Umgebung schnell weg sollte/musste....

Und ja, ich bin weiterhin dafür, Hunde aus dem Ausland nach Deutschland zu verbringen. Aber nicht nur verbringen, gleichzeitig muss auch etwas vor Ort geschehen. Und von Spanien kann ich sagen, dass sich in den letzten Jahren sehr viel getan hat und auch noch tut.
Den Menschen eine andere Wertigkeit gegenüber Tieren "bei zu bringen" ist eine langjährige Angelegenheit, das sieht man hier auch in Deutschland bei der Nutztierhaltung. Hier werden auch nur ganz kleine Schritte gemacht, weil ein Umdenken seine Zeit braucht.

Unsere "deutschen" Tierheime können den Bedarf an z.B. kleinen Hunden gar nicht mehr abdecken. Sollte man dann die Tiere im Ausland töten, wenn sie hier ein schönes Zuhause bekommen können? Auch wenn sie eine "längere" Eingewöhnungsphase brauchen?

Und wie viele der nun wirklich verängstigten und traumatisierten Hunde kommen denn nun wirklich nach Deutschland, in Relation zu denen, die eben nicht traumatisiert sind? Eine Frage, die ich mir schon seit dem Anfang des Threads hier stelle...

Und wie sehr "muss" man es den Menschen von den Vereinen dann ankreiden, wenn sie eine sog. "Fehlvermittlung" machen? Es kann durchaus sein, dass sich die Hunde im Heimatland ganz anders verhalten, da sie die Geräusche/Gerüche/Situationen und Umstände kennen.

Nun.... wer ist dann dafür verantwortlich?

Und ja, es gibt Vereine die auf "Teufel komm raus" Tiere nach D vermitteln und es gibt Vereine, die sich die Tiere sehr genau aussuchen, wenn sie vermitteln oder nach D verbringen wollen.

Aber deshalb alle Vereine, die Tiere aus dem Ausland nach Deutschland verbringen, gleich zu ziehen, halte ich nun nicht für richtig.

Wie bereits geschrieben: Auch "deutsche" Hunde aus einem "deutschen" Tierheim, die vom Land in die Stad vermittelt werden (oder umgekehrt) können sehr schnell in Panik verfallen (Geräusche/Gerüche etc.) und ausbüxen, solange sie noch keinen Fuß im neuen Zuhause gefasst haben

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Mo 13. Apr 2015, 20:51
von Kuvasusa
Wuschel hat geschrieben:Es istj a nicht so, dass im "Ausland" selbst nichts gemacht wird oder passiert!
Ein Beispiel dazu:
http://www1.wdr.de/fernsehen/ratgeber/t ... l-100.html

Ich habe nicht gesagt, dass keiner etwas tut. So unterstütze ich ja auch Organisationen vor Ort.
Wuschel hat geschrieben:
Warum muss man Hunde, die, egal aus welchen Gründen auch immer, den Menschen meiden, retten und in menschliche Obhut zwingen, die ihm ja so Angst macht ? Ihn in eine ihm komplett fremde Umgebung verschleppen, die ihm dann wieder um Angst macht. So gesehen setzt man solche Hunde bewusst ständig Angst und Panik aus. Wie kann man das denn ethisch - moralisch vertreten und rechtfertigen ?


Weil sie vor Ort erschlagen, erhängt, lebendig begraben oder vergiftet werden? Das sind ganz schreckliche Leiden, was dann so ein Tier aushalten muss und der Tot ist dann noch eine Erlösung.

Das ist natürlich ein Argument ! - Aber wie alles im Leben, hat das auch zwei Seiten. Retten um jeden Preis .... damit habe ich halt so meine Mühe. Gerade wenn es Hunde anbelangt, die seit Generationen in Freiheit leben und dort eigentlich gut überleben. Ich sehe das Ganze mit ganz viel Skepsis und Sorge.

Wuschel hat geschrieben:Selbst hier in Deutschland ist die Angst sehr groß, dass unsere Hunde vergiftet werden. Täglich gibt es dazu neue Meldungen in den Medien.

Das weiss ich wohl ! Ich habe selber einen Hund durch Gift verloren ! Solche hirnverbrannten Hundehasser gibt es überalll. Leider !! - Und die Kehrseite der Medaille ist, dass es leider auch viele Hundehalter gibt, die durch ihr rücksichtsloses Verhalten das Feuer der Hasser noch schüren. Da beisst keine Maus den Faden ab. Da müssen wir ehrlich sein. Auch hier zwei Seiten. :( Nicht, dass Du jetzt denkst, ich hätte Verständnis für solche "Ar***löcher* von Hundehassern.
Wuschel hat geschrieben:
Wer kann sagen, ob und wie schnell diese Hunde sich den Menschen nicht doch noch anpassen können?
Oder ob sie eben nicht immer auf der Straße lebten und mal ein Zuhause gehabt haben? Dann sind sie vll. schon in der Lage mit einem Menschen wieder eine Basis zu finden - nur dauert das eben auch seine Zeit.
Vll gibt es auch in einem dieser Shelter nur einen einzigen Menschen, dem sie vertrauen können und gerade derjenige hat den Vermittlungstext erarbeitet? Er kann dann aber auch nur das sagen, wie er den Hund erlebt. Da gibt es noch viel mehr Faktoren, die eine Rolle spielen...

Wenn ich Deine Aussage hier nehme, wäre dies aber keine objektive Beurteilung vor Ort. Die Menschen, die dort arbeiten, müssten die Hundegruppen und Rudel " da draussen " besser beobachten. Sie kennen ja die Begebenheiten in Deutschland und sollten dann entscheiden können. - Als Beispiel nenne ich jetzt die Welpen, die in der Toskana von den verwilderten Haushunderudeln "gestohlen" werden. Oder die vielen Hunde, die sie z.B. in Thailand am Strand einfangen und zwangsretten. Auch auf Sardinien haben sie verwilderte Hunde auf in unwegsamem Gelände aus ihrer "Heimat" heraus gefangen und hier her deportiert. - Denen wäre es dort in Freiheit besser ergangen. - ich habe so ein Hund hier .... Und genau deshalb hinterfrage ich es ....
Wuschel hat geschrieben:Die entlaufenen Hunde sind nicht unbedingt "nur" den TSchV anzukreiden, finde ich. Die Menschen, die Auslandstiere "retten" wollen, haben doch auch die Pflicht sich zu informieren. Das machen sie doch bei jedem anderen Hund oder Gegenstand auch.

Ich glaube hier hast du mich missverstanden. Ich kreide dieses Entlaufen nicht einzig alleine dem Tierschutz an.
Wuschel hat geschrieben:Sollte man dann erkennen, dass der Hund nicht "für Deutschland" geeignet ist, ist der Hund dann trotzdem da. Sollte man ihn dann wieder zurück bringen und in seiner gewohnten Umgebung aussetzen? Es hatte vll. auch einen Grund (siehe oben), dass er aus dieser Umgebung schnell weg sollte/musste....

Genau ! und dann ist der Hund schon da .... und man muss gucken .... er wird zum Wanderpokal ...

Wuschel hat geschrieben: Und von Spanien kann ich sagen, dass sich in den letzten Jahren sehr viel getan hat und auch noch tut.
Den Menschen eine andere Wertigkeit gegenüber Tieren "bei zu bringen" ist eine langjährige Angelegenheit, das sieht man hier auch in Deutschland bei der Nutztierhaltung. Hier werden auch nur ganz kleine Schritte gemacht, weil ein Umdenken seine Zeit braucht.
- Da bin ich Deiner Meinung !

Wuschel hat geschrieben:Unsere "deutschen" Tierheime können den Bedarf an z.B. kleinen Hunden gar nicht mehr abdecken. Sollte man dann die Tiere im Ausland töten, wenn sie hier ein schönes Zuhause bekommen können? Auch wenn sie eine "längere" Eingewöhnungsphase brauchen?

Das finde ich jetzt eine ganz interessante Ansage, die Du hier machst. - Denn viele Tierschützer,die Auslandstierschutz befürworten, fordern ja schon lange, dass die Züchter hier endlich aufhören sollten, Hunde zu züchten, mit der Begründung: es gäbe genügend Hunde im Ausland, die einen Platz bräuchten. -

Wuschel hat geschrieben:Und wie sehr "muss" man es den Menschen von den Vereinen dann ankreiden, wenn sie eine sog. "Fehlvermittlung" machen? Es kann durchaus sein, dass sich die Hunde im Heimatland ganz anders verhalten, da sie die Geräusche/Gerüche/Situationen und Umstände kennen.

Nun.... wer ist dann dafür verantwortlich?

Für den oberen Absatz: Eben genau. Würde dafür sprechen, dass diese Hunde hier ebenso Stress haben.
Und wer dafür verantworltich gemacht werden soll: Die, die diese Hunde um jeden Preis hier her deportieren und diejenigen, die solche Hunde dann halten wollen.
Wuschel hat geschrieben:Und ja, es gibt Vereine die auf "Teufel komm raus" Tiere nach D vermitteln und es gibt Vereine, die sich die Tiere sehr genau aussuchen, wenn sie vermitteln oder nach D verbringen wollen.

Habe nichts anderes behauptet- ;)


Liebe Grüsse
Susanne mit Rahan und Monello

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Do 2. Mär 2017, 21:04
von lexymaus2012
:winken: Hallo an alle...

hat zwar lange keiner mehr hier geschrieben, aber ich dachte, ich versuche es mal...

Auch ich gehöre zu den Menschen, die einen Hund aus dem Ausland aufgenommen haben, aber nicht aus Mitleid oder um ihn zu retten. Ich habe hier in den Tierheimen keinen Hund (Schäferhund oder Mischling)gefunden der Katzenverträglich war oder um einen Hund zu bekommen darf man maximal 2 Stunden am Tag aus dem Haus sein :crazy:

Im Großen und Ganzen kann ich nur sagen, dass ich beide Seiten sehr gut verstehe (Pro u. Contra Auslandstierschutz). Ja und es ist schrecklich, die ganzen Hunde die hier her gerettet werden und dann überfahren werden, aber ich denke, dass nur die wenigsten Hundebesitzer in schlechter Absicht handeln, wobei ich sagen muss, dass ich wahnsinnige Panik davor habe dass unsere Maus überfahren wird, das wäre mein absoluter Alptraum. Vielleicht u. a. deswegen, weil eine Freundin von mir bei Totfundhund mithilft und das ist wirklich grausam...

Nun muss ich manchen hier auch absolut recht geben, denn unsere Hündin kam kerngesund hier im Alter von etwa 8 Monaten an und nun ist sie schwer krank. Der ganze Stress hier hat sie krank gemacht : fremdes Land, fremde Sprache, Hektik und vor allem die Tatsache, dass diese Hündin bis heute ihre FREIHEIT LIEBT!!! Sie wurde mit der Schlinge eingefangen, kurze Frage: ist das wirklich Tierschutzgerecht? Ihre FREIHEIT kann ich ihr nicht zurückgeben, da sie nicht nur eine Jagdleidenschaft hat, sondern auch tötet. Ihre Erkrankungen tragen noch einmal dazu bei, dass ihre Jagdleidenschaft nicht nur selbstbelohnend ist, sondern für sie auch selbsterhaltend.

Wir haben bis heute von April 2012 an, nicht nur Unmengen an Behandlungskosten, Spezialfutter, Medikamente usw. zwischen 300 und 500 € pro Monat, sondern auch einen enormen Verschleiß an Hundeschullehrern gehabt, wobei uns letztendlich nur ein ganz bekannter "Hundemensch" weitergeholfen hat.

Ich liebe diese Hündin, ich habe noch nie einen Hund gehabt, mit dem ich so verbunden bin, wie mit ihr.
Sie wird immer meine ungarische Rennmaus bleiben, auch mit all ihren Macken und Kanten, aber eines weiß ich genau:

Noch einmal würde ich, ungesehen, keinen Hund mehr aus dem Ausland zu uns nehmen, alleine schon, weil man einigen dieser Tiere wirklich ihre Freiheit nimmt! Unsere Hündin ist das beste Beispiel dafür, auch nach so vielen Jahren zeigt sie uns immer wieder, dass sie nicht auf uns angewiesen ist. Wir haben sehr viel mit ihr erlebt in Punkto Jagdleidenschaft, trotz Sicherheitsgeschirr und zusätzlicher doppelter Leine. Sie ist und bleibt ein "wilder Hund".

Die Tierschutzorganisation hat uns mit ihr total im Stich gelassen, das wollte ich noch dazu schreiben.

Sicher, es gibt andere Hunde und andere Orgas bei denen alles besser läuft, aber ich für meinen Teil bin geheilt vom Ausl. Tierschutz.

Trotz allem finde ich es schrecklich wie Tiere dort behandelt werden, da laufen auch mir immer wieder die Tränen. Heute war ich seit über 2 Jahren wieder mal auf der Seite wo wir unsere Maus herhaben.
Ich hatte ein ganz merkwürdiges Gefühl in der Magengegend.

Ich kann nur jedem dazu raten, dass man sich 1000%tig sicher sein muss einen ausländischen Hund aufzunehmen, denn diese Hunde haben eine ganz andere Körpersprache wie gezüchtete Hunde und von wegen dankbar und so gut sozialisiert, das trifft nur in den wenigsten Fällen zu.

Schön, dass es hier auch Menschen gibt, die nur gute Erfahrungen gemacht haben, auch wenn ich das nicht teilen kann bin ich froh, dass wenigstens ein kleiner Teil der Straßenhunde aufgenommen werden kann.

Und eines weiß ich: Die Erfahrungen die ich mit der Maus habe sammeln dürfen, die möchte ich nicht mehr missen. ;) auch wenn sie uns noch immer viele Nerven kostet und wir immer um sie bangen müssen.


Liebe Grüße an alle, die auch Ausländer an ihrer Seite haben...

Lexy und Esther

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Sa 11. Mär 2017, 06:54
von Erna
Hallo

Ich hatte mich zu diesem Thema ja schon gemdeldet..Allerdings ist das einige Zeit her und auch bei uns hat sich so einiges getan..

Ich habe zu diesem Thema einiges mehr an Einblick bekommen,weil wir selber mittlerweile eine Hündin aus dem ausländischem Tierschutz haben..

Wir haben uns eine gute Orga gesucht,die uns etwas mehr über die Hunde erzählen konnte..Haben uns eine Hündin gewählt,die nicht auf der Straße lebte..Auch heute noch,sehe ich es so,das nicht jeder Hund gerettet werden muß...So schlimm es auch vor Ort sein mag..
Nicht jeder Hund,passt in unser zum Teil hektisches Leben...

Was ich selber sehe,im Ausland gibt es zum Teil Rassen(Podenco und co z.b)die nicht so ganz einfach sind..Ich denke mittlerweile,es wird oft sehr unterschätzt..
Diese Hunde haben einen zum Teil heftigen Jagdtrieb..
Bei unserer Hündin gehe ich davon aus,das Terrier und Husky in ihr sind..Es weißt mehreres darauf hin,eine DNA Analyse hat es dann bestätigt..Sie hat mir eigentlich nur das bestätigt,was ich selber in ihr gesehen habe..
Das unsere Hündin deshalb einen gewissen Jagdtrieb,als auch eine gewisse Selbstständigkeit hat,sollte mich nicht wundern.. :mrgreen:

Wir arbeiten verstärkt an dem Rückruf,als auch an der Zusammenarbeit mit mir..Genau wie an der Impulskontrolle..
Mittlerweile ist sie über 10 Monate bei uns,allerdings ist sie immer noch oft durch eine SChleppleine abgesichert..In Wildreichen gebieten,bleibt sie genau so an der LEine,wie meine anderen Hunden mit Jagdtrieb..

Was ich mittlerweile etwas mehr verstehen kann,ist der falsche Eindruck,den diese Hunde vermitteln können..
Bei unserer Hündin ist es so,das sie Zuhause,ganz anders ist..Sich mehr an uns Orientiert,anhänglich und verschmust ist..
SIe bringt eine gewisse Sensibilität mit,die ich auch schon bei anderen Hunden aus Spanien so sah..
Allerdings bin ich mir bis heute nicht ganz sicher,was das nun Auslöst..Ich denke es ist eine Kombination,aus einigem was zusammen kommt..
Gene,Aufzucht-Umwelt..

Bei unserer Hündin weiß ich,das sie die ersten 8 Wochen bei den Menschen lebte,die die Mutterhündin hatten.Dann warf man beide Hündinnen(unsere und ihre SCHwester)über den Zaun zu den Tierschützern..DOrt wuchs sie sehr Liebevoll,mit anderen Junghunden auf..Wir bekamen sie dann mit 5,5 Monaten..
Die Tierschützer arbeiten vor Ort,zeigen dort den Menschen,das es sich lohnt,diese Hunde aufzunehmen..Sie fangen bei den Kindern an..Gehen in SCHulen,machen Straßenfeste..Um den Menschen dort,diese Hunde näher zu bringen..Das ist für mich sehr Wichtig..Das war mit ein Punkt,mich bei dieser Orga umzuschauen..

Hunde ohne "Wenn und Aber "hier zu Massen nach D oder woanders hin zu bringen,finde ich mehr denn je,nicht den richtigen Weg..

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Sa 11. Mär 2017, 18:54
von Trini
Auch bei uns hat sich diesbezueglich noch einmal etwas getan. Bungee, der irre Ungar, hat seit 5 Wochen einen weiteren Ungarn an der Seite, den wir aber als "Notfall" aus der naeheren Umgebung uebernommen haben.

Bungee war garantiert niemals Strassenhund, aber die Familie, die ihn in Ungarn zum Einschlaefern abgab, haette auch noch angeben duerfen, dass sie ihn erst kurze Zeit hatten und aus welchen Umstaenden sie ihn uebernommen haben. Aber der sollte wohl einfach nur weg. Er ist drinnen ein ziemlich wohlerzogener Hund, der drinnen z.B. ein perfektes Sitz und Bleib beherrscht, was wir ihm nicht beigebracht haben. Damit wurde er bereits "geliefert". Er hatte in den Anfaengen auch das Ausbrecher-Gen und laeuft seit nun fast zwei Jahren nur an der Schleppe. Ist uns aber in den Anfaengen auch durch Unvorsichtigkeit von uns oder Besuchern mehrfach ausgebuechst. War bei ihm damals wohl auch die Tatsache, dass jede Aufmerksamkeit eine ist. Draussen ist er meist, leider, immer noch sehr oft in seiner Welt. Aber der Neuzugang wirkt sich sehr positiv auf ihn aus. Er kann ploetzlich langsamer unterwegs sein und ist staerker an huendischen Aktivitaeten interessiert.

Unser Neuzugang, der urspruenglich aus einer Toetung in Ungarn stammt, ist komplett anders gelagert. Er ist draussen und drinnen extrem menschenbezogen. Er wird in sehr naher Zukunft Freilauf geniessen koennen. Und ich hoffe, dass unser grosser Grauer sich noch ganz viel von ihm abschaut....

Wir wuerden wieder einen Hund direkt aus dem Ausland nehmen, allerdings wohl nicht zu einem bereits vorhandenen Hund. Aber selbst das haengt vom vorhandenen Hund ab.

Ich hoffe aber, das wir uns darueber in den naechsten Jahren keine Gedanken machen muessen.....

Re: Entlaufene Auslandshunde - gerettet in den Tod?

BeitragVerfasst: Mi 15. Mär 2017, 23:44
von Tedi
Ja, das dauert auch einfach eine Weile, bis alte verhaltensmuster abgelegt und neue aufgenommen werden. Gerade wenn sich die Situation so schlagartig ändert.