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Ich wurde gebissen..brauche Hilfe!

BeitragVerfasst: Mo 2. Mai 2016, 22:35
von Biggy91
Liebe Hundefreunde,

ich habe keinen Hund, wie schon in meinem Betreff erwähnt, ich habe ein Pony. Was mich aber schon seit nun ziemlich genau 20 Jahren auf Bauern- und Reiterhöfe führt. Diese werden meistens von mal mehr oder weniger präsenten Hofhunden bewacht. Mal im Zwinger, mal an der langen Leine/Kette, mal frei laufend.
Ich hege kein besonderes Interesse an Hunden, ich interessiere mich mehr für die Katzenrubrig und vor allem, ja natürlich für die der Pferde. Trotzdem hatte ich nie ein unfreundliches Verhältnis zu einem Hund, zumindest aus meiner Sicht. Von sonnigen Wiesenplätzen, die ich mit so manch bellendem Vierbeiner geteilt habe, hin und wieder mit gelegentlichen Fellstreicheleinheiten (nur, wenn es ausdrücklich von beiden Seiten gewünscht war) bis zu gegenseitiger Ignoranz, habe ich schon alles erlebt.

Vor fast 2 Wochen hat sich nun jedoch ereignet, was ich nicht erwartete und was mich, wie ich mehr und mehr spüre, sehr prägend auf mein Verhältnis zu Hunden auswirkt.
Meine Mutter und ich, wir teilen uns die Zeit mit unserem Pferd. Ende des Oktobers letzten Jahres zogen wir mit unserem Pferd auf einen neuen Hof. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits hoch schwanger und so war ich nur einmal kurz vor dem Umzug dort. Nachdem unser Pferd frisch eingezogen war, bekam ich ziemlich bald meine Tochter und, blieb, wegen des Wochenbetts und einiger weiterer Beschwerden dem Stall fern.
Anfang April startete ich mit dem Wiedereinsteig auf dem neuen Hof.
Auch hier gibt es Hofhunde, 2 sind es. Wenn man mit dem Auto auf die Hofeinfahrt kommt, sprinten sie bellend heran, mit aufgestellten Kamm und kommen sehr nah. Dieses Verhalten ist mir von vielen Hofhunden geläufig und beunruhigte mich nie. Ich ignoriere es schlicht und gehe meiner Arbeit mit meinem Pferd nach.
Dies war auch vor 2 Wochen so: ich war in der Reithalle, gerade fertig mit der Arbeit und sammelte die Pferdeäpfel vom Hallenboden. Neben mir war eine Reitschülerin auf ihrem Pferd und die dazugehörige Reitlehrerin, die mit ihrem Hund (einer der beiden Hofhunde),zwischen ihren Beinen liegend, auf einer Bank in der Ecke, saß. Ich stand ca. 3m von beiden entfernt und sortierte, mit Blick nach unten, die Pferdeäpfel in einen Eimer. Da biss mir der Hund frontal in den Kopf. Ich weiß nicht mehr genau, ob ich weggesprungen bin, ich habe mich auf jeden Fall tierisch erschreckt und heyyyyy gerufen. Seine Besitzerin schrie ihn an und hat ihm, glaub ich, auch gehauen, das weiß ich nicht mehr so genau, auf jeden Fall hat er sich unter die Bank verzogen. Ich habe mich untersucht, waren lauter kleine Schrammen, es hat nicht sehr geblutet, nur tierisch weh getan. Die Reitlehrerin hat sich oft entschuldigt und ich bin sehr schnell mit meinem Pferd aus der Halle. Erst danach sind mir die Tränen in die Augen und erst zu Hause, auf dem Sofa, gegen Abend viel ein großer Teil meiner Anspannung ab.
Bei meinem nächsten Besuch auf dem Hof bekam ich bei dem bellenden Empfang der Hunde eine Angstattacke. Nur hoch konzentriert habe ich es geschafft, ganz langsam in die Sattelkammer zu entfliehen, wo ich dann sofort zitternd zusammen gebrochen bin. Nachdem mich eine andere Einstellerin des Hofes aus meiner Starre gerettet hatte, habe ich versucht, mit der Reitlehrerin zu reden. Sie machte sofort zu, die Hunde müssten Fremde so angehen, das sei schließlich ihre Aufgabe, ich wäre ja neunmal erst kurz da und hätte noch keine Beziehung zu ihnen aufgebaut. Drückte mir einen Leckerli in die Hand und lockte ihren Hund. Den gleichen, der mich eine Woche zuvor gebissen hatte. Das mir eine vorüberlaufende Einstellerin versicherte, dass dieser Hund immer nur bellt und nichts tut, half mir nicht weiter. Ich wollte die Reitlehrerin nicht vor ihr in die Pfanne hauen und sagen, dass ihr Hund eben dies letzte Woche mit mir gemacht hatte.
Ich bin jetzt noch fassungslos, wie ich das alles zulassen konnte, speziell die Nummer mit dem Leckerli, es ging mir völlig wieder Willen und ich fühlte mich ohnmächtig.
Jetzt weiß ich nicht, was ich machen soll. Für meine entstandene Angst und deren Lösung muss ich nun arbeiten. Daran kann nur ich etwas ändern. Jedoch muss ich, um zukünftig überhaupt zu meinem Pferd zu kommen, auch mein Baby mitbringen. Das kann ich mir nun überhaupt nicht mehr vorstellen. Meine größere Tochter ist mit dem Hund auf Augenhöhe, alleine die Vorstellung macht mir Angst.
Da ich morgen früh eigtl hochfahren wollte, habe ich heute bei der Reitlehrerin angerufen. Ich hatte mir extra zurecht gelegt, was ich sagen wollte, war sehr vorsichtig, ja nicht zu provokativ wirkend, denn ich bin mir bewusst, wie emotional dieses Thema ist. Ich sagte ihr, dass ich gerne mit ihr sprechen wolle, wie es zukünftig funktionieren soll im Umgang mit den Hunden, wegen des Bisses. Sie meinte, leider schon sehr gereizt, ich solle morgen einfach Leckerlis mitbringen und eine Beziehung zu dem Hund aufbauen, der mache nur seinen Job, der kenne mich ja nicht, dann tut der auch nichts... Ich: Naja, er hat mich gebissene! Ich möchte vor allem, dass meine Kinder sicher sind, wenn ich sie mit hoch bringe und dass sicher gestellt ist, dass es nicht nochmal vorkommt. Sie: Und was willst du jetzt von mir? Was soll das heißen? Ich: ich möchte nur, dass ich, die Kinder und schlussendlich ja auch du eine entspannte Zeit haben können.
Sie wiegelte ab, ihre Freundin käme nun, damit war das Gespräch beendet.

Ich bin verzweifelt, fühle mich völlig alleine gelassen und weiß nicht, wie ich morgen dahin fahren soll.
Ich möchte diesen Hund keine Leckerlis geben. Ich möchte keine Beziehung zu ihm. Eigtl möchte ich bloß, dass er ins Haus kommt, wenn ich mit meinen Kindern da bin. Wenn ich mir vorstelle, wie alle sagen, dass er nur bellt, dann kommen mir schon die Tränen.
Wie soll ich mich jetzt nur verhalten? Bitte gebt mir einen Ratschlag? Dem Hund gegenüber, der Besitzerin, meiner Angst..

Ich hatte nie Angst vor Hunden, es ist, als hätte mich der Vorfall um 180 Grad gedreht.
Entschuldigt, dass ich so weit aushole, ich musste mir das alles mal von der Seele schreiben :-(..
Und ich glaube, hier in einem Forum, in dem viele sind, die ihr Herz an Hunde verloren haben, kann ich wieder etwas von dem Vertrauen und der Selbstsicherheit zurückgewinnen, die ich vorher, Hunden gegenüber hatte.

Lieben Dank fürs Lesen

Biggy

Re: Ich wurde gebissen..brauche Hilfe!

BeitragVerfasst: Fr 6. Mai 2016, 12:18
von Kuvasusa
Hallo Biggy,
Es tut mir sehr leid, was Dir passiert ist. Das ist ein extrem einschneidendes Erlebnis und wird Dich ein Leben lang prägen, wenn Du es nicht verarbeiten und bewältigen kannst.
Ich kann Deine Angst sehr gut verstehen und noch besser nachfühlen. Dein Erlebnis und die Situation ist sehr, sehr schwierig. Wer das noch nie erlebt hat, kann das gar nicht einsortieren und nicht damit umgehen. Vielleicht hilft es Dir, wenn ich Dir von meiner Erfahrung erzähle. - Ich bin mit Hunden aufgewachsen, bin Tierarztgehilfin, ( als solche auch schon öfters gebissen worden ) und habe viele Jahre lang mit schwierigen Problemhunden gearbeitet. ( hab selber einen solchen zuhause ;) ) Aber ein Erlebnis auf dem Hundeplatz hat mein Leben auch völlig aus den Fugen gerissen. - 1998 wurde ich, während des Trainings auf dem Hundeplatz, von einem knapp 10 Mt. alten Sarplaninac ohne Vorwarnung, ohne für mich als Trainerin ersichtlichen Grund, ohne dass ich den Hund provoziert hätte, ohne ihn angesehen zu haben, frontal attackiert und ins Handgelenk gebissen. Dabei hielt er mein Handgelenk fest und drückte kontinuierlich zu. Um Reisswunden zu verhindern, hielt ich meinen Arm bewusst reglos still. Die Hundebesitzerin war schockiert und vermochte ihren Hund nicht zu kontrollieren. Die ganze Gruppe sah schockiert und teilnahmslos zu. Rückblickend war das vielleicht gut für mich, dass sich niemand eingemischt und am Hund herumgezerrt hatte. Mein eigener Hund hat mich dann aus der Situation gerettet. Er rannte bellend auf den Sarplaninac zu. Jemand aus der Gruppe hat mein Hund dann aber zum Glück abgefangen. Doch das Gebell hat den beissenden Hund abgelenkt, so dass er mein Handgelenk kurz losliess. Ich weiss nicht, wie das sonst ausgegangen wäre. in dieser Situation läuft so viel ab, das kann man gar nicht erfassen. Ist auch egal. Tatsache ist, der Hund hat mein Handgelenk gebrochen. Im Schock habe ich die Trainingsstunde zu ende gegeben und bin erst, nach einer vor Schmerzen schlaflosen Nacht, am nächsten Tag dann zum Arzt. Langer Rede kurzer Sinn: 4 Tage später als ich Welpenspielgruppe geben sollte, musste ich mit Schrecken feststellen, dass ich sogar vor den kleinen Welpchen in meiner Gruppe Panik hatte, echte Panik !!! :shock: Diese Beissattacke und die Tatsache, dass ich nun Angst vor Hunden hatte,- lähmende, panische Angst, traf mich extrem tief. Ich liebte ja Hunde. Hatte auch in der Tierklinik, wenn ich gebissen wurde, NIE Probleme. Aber, in der Tierklinik wusste ich WIESO mich ein Hund biss. Bei diesem Sarplaninac kannte ich den Grund nicht. Bei mir war dies der Grund. Nicht zu wissen warum .... Für mich war das ein Horror. Meine eigenen Hunde spürten mein verändertes Verhalten auch ihnen gegenüber. Und wenn ich Hunden mit gelben Augen begegnete, vermochte ich mich vor Angst nicht mehr zu bewegen, hatte kalte Schweissausbrüche .... es war furchtbar ! Mit dem Kopf wusste ich genau, wie ich mich zu verhalten hatte, aber mein Körper machte das pure Gegenteil und ich war nicht im Stande, dies zu kontrollieren.
6 Wochen später sollte ich auf der IRAS Offenburg als Ringsekretärin arbeiten. Ein Job den ich seit Jahren mit viel Freude mache. Aber es war die Hölle für mich ! - Was ich dagegen unternommen hatte:
Es ist so, wie mit dem Reiten, fällst du einmal von einem bockenden Pferd runter,- steigst du am besten gleich wieder auf. Das gleiche gilt für Pferde, die einmal mit einem durchgegangen sind. Wenn man die nicht wieder reitet, getraut man sich nicht mehr auf's Pferd. ( ich habe 2 schwere Reitunfälle hinter mir. Und reite heute immer noch ;) ) - In meinem Fall hat wirklich die Arbeit mit den Hunden und im Speziellen mit dieser Rasse geholfen. Wollte ich weiter als Trainerin arbeiten,, musste ich diese Angst vor Hunden verarbeiten und überwinden. Ich habe versucht den Beissvorfall zu analysieren, weshalb, warum .... immer und immer wieder. Bin aber bis heute nicht dahinter gekommen. Ich musste es einfach so akzeptieren, was das Schwierigste ist. Darüber reden hat mir etwas Luft verschafft. - Dann hat mir wirklich geholfen, dass ich mich mit diesem Hund, der mich gebissen hat, auseinandergesetzt habe. In meinem Fall war es so, dass die Besitzerin den Hund sofort, nach dem Beissvorfall, einfach im Tierheim abgeliefert hatte und ihn dort auch keiner handeln konnte. Ich habe mich dann für ihn eingesetz, damit er in gute und erfahrene Hände kam. - In Deinem Fall finde ich, sollte man mit der Besitzerin doch nochmal versuchen ein Gespräch und gemeinsam eine Lösung finden. Sie bietet ja schliesslich Platz für Pensionspferde an, und da ist sie darauf angewiesen, dass ihre Hunde fremde Leute auf den Hof lassen. - Die Idee mit den Leckerlis ist zwar nicht ganz abwegig. Aber zum jetzigen Zeitpunkt absolut NICHT durchführbar. Zum einen hast Du zu viel angst vor dem Hund und kannst nicht unvoreingenommen auf ihn zu gehen. Was für die Problemlösung mit Leckerlis also nur kontraproduktiv wäre ! Meines Erachten nach müsste die Besitzerin Dir hier wirklich entgegenkommen, es müsste auch in ihrem Interesse liegen, dass die Pferdeleute auf dem Hof nicht durch ihre Hunde bedroht würden. Es sollte doch möglich sein, dass sie ihre Hunde so sichert, dass die Besitzer der Pensionspferde sich auf dem Hof bewegen können. - Im Weiteren würde ich Dir empfehlen, Dich mit Hunden auseinanderzusetzen, um die Angst vor Hunden abzubauen. Wenn Du jemanden kennst, der einen sicheren, ruhigen Hund hat, probiere mit dem Besitzer zusammen, ob Du Dich dem Hund nähern, oder ihn auf Dich zukommen lassen kannst. Vielleicht kannst Du auch einmal mit so jemanden zusammen Gassi gehen. Nur mitlaufen. Du brauchst den Hund nicht anzurühren. Probieren, ob Du ihn ohne anzurühren in Deiner Nähe ertragen kannst. Arbeite dich Step by Step vor .... erzwinge nichts. Und für Dich, als Verhaltensregel, wenn Du alleine Hunden begegnen musst: Schau ihnen nicht direkt in die Augen !! Ich weiss, ist schwierig, wenn man Angst hat. ( Habe ich auch erlebt ) - Versuche deinen Blick von ihnen abzuwenden,- drehe den Kopf zur Seite, wenn Du merkst, dass es für dich schwierig wird. Steck Deine Hände in die Jackentasche und gehe Deinen Weg ..... Weiche in einem grossen Bogen aus,- wenn Du es nicht ertragen kannst. Wenn Du nicht gehen kannst,- bleibe stehen, schau auf den Boden, oder dreh den Kopf weg und warte, bis das Mensch-Hund - Gespann an Dir vorbei ist. Kommunikation ist alles ! Sag den Hundehaltern, dass Du grosse Angst vor Hunden hast, und bitte sie ihre Hunde anzuleinen und kurz zunehmen. Auch da wirst Du leider auf Leute stossen, die weder Rücksicht noch Mitgefühl kennen werden, weil sie " Tut - Nixe " frei herumrasen lassen. Sag ihnen, dass Du gebissen wurdest und panische Angst hast. - Atemübungen und Autogenes Training sind auch eine gute Sache, um die eigene Angst in Griff zu bekommen. Hol Dir Hilfe .....
Ich hoffe, ich konnte Dir ein bisschen Licht ins Dunkel bringen und wünsche Dir alles, alles Gute.

Liebe Grüsse
Susanne mit Rahan und Monello

Re: Ich wurde gebissen..brauche Hilfe!

BeitragVerfasst: Sa 7. Mai 2016, 18:57
von Biggy91
Liebe Susanne,

Vielen Dank schon mal für deinen tollen Brief! Die große Mühe, die du dir gemacht hast und die große Ähnlichkeit unserer Gefühle nach dem Biss haben mir bereits beim Lesen schon sehr geholfen. Danke für deine Ehrlichkeit, es tut gut, dass du meine Angst und Reaktion nachempfinden kannst. Es stärkt mir unheimlich den Rücken, denn leider habe ich bisher noch keine Einigung mit der Hundehaltern erzielen können.
Deshalb war ich bisher auch noch nicht wieder auf dem Hof :-(.. Am Dienstag will ich das aber ändern und daher werde ich mich gleich nochmal bei der Reitlehrerin melden. Die Hunde müssen rein, wenn ich mit meinem Baby auf den Hof komme. Ich hoffe, wenn ich meinen Wunsch ganz deutlich formuliere, fügt sie sich einfach und es folgen keine weiteren, Stimmung drückenden, Gespräche oder Ereignisse.
Durch deine Antwort habe ich nun auch wieder genug Selbstvertrauen, um mich ihr gegenüber zu behaupten.
Eine gute Nachricht gibt es, ich habe anscheinend keine Probleme mit Hunden, auf die ich sonst so treffe. Ich gehe täglich mit meinen Mädchen spazieren..auf unserer Route treffen wir häufiger auch auf freilaufende Hunde. Wenn die sich nähern , rennen, bellen oder aus irgendeinem Grund unruhig sind, reagiere ich darauf nicht körperlich oder bekomme Angst. Ich schaue nur genauer hin, halte meine Große in meiner Nähe und übe mich im "nicht in die Augen sehen". Zumindest bei diesen Hunden klappt das ganz gut. Gestern war ich im Blumenladen um die Ecke, in dem eine große, schöne Hündin, hinter der Ladentheke lag. Obwohl ich das nicht wusste und nicht auf sie vorbereitet war, habe ich mich nicht erschreckt, als sie nur knapp nen Meter weiter aufstand und in voller Größe meinen Kinderwagen beäugte.
Natürlich bin ich sehr froh, dass sich meine Angst nicht weiter auf meinen Alltag ausweitet und mich einschränkt. So ganz sicher bin ich mir jedoch nicht, vielleicht käme die Panik nur, wenn ein Hund ähnlich aggressiv auf mich oder Personen in meiner Nähe einwirkt, wie die Hofhunde.

Was mich interessiert ist, warum du die Lösung mit dem Füttern von Leckerlis "nicht ganz abwegig" findest? Ich kenne mich mit Hunden einfach zu wenig aus. Ich kann mir vorstellen, dass der Hund mich dann in einem etwas sympathischeren Zusammenhang wahrnimmt, jedoch würde es doch nicht das Problem lösen, dass er Menschen beißt und unkontrollierbar auf sie zustürmt und verbellt, ohne dass seine Halter ihn irgendwie davon abbringen könnten. Ich kann es mir auch nicht als nachhaltige Methode vorstellen, denn letztendlich können täglich Neue auf den Hof kommen, Kinder, Gäste, auch Menschen mit Angst vor Hunden. Wenn dies wirklich die Lösung des Problems wäre, sollte vll. ein jeder von ihnen im Vorfeld darüber informiert sein, dass ein Leckerli für den Hund, Standard ist, um sicher zu sein.
Mal ehrlich, wer würde denn dann noch auf den Hof kommen?

Ich habe, um meine Angst anzugehen, eine Therapeutin aufgetan, die sich mit Traumaarbeit beschäftigt. Was ganz gut ist, sie hat sogar einen Hund!

Ich werde berichten und würde mich freuen, nochmal von dir oder anderen zu hören

Glg

Biggy

Re: Ich wurde gebissen..brauche Hilfe!

BeitragVerfasst: So 8. Mai 2016, 14:49
von Kuvasusa
Hi Biggy,

Es freut mich, dass Du anderen Hunden doch noch recht unbefangen begegnen kannst. Da hast Du Glück gehabt und bist nicht ganz so tief traumatisiert. ;) Ich finde es auch super, dass Du Dein Problem mit der Angst professionell angehen willst. Dann kann das nur gut werden !!! :daumenrauf:

Zu Deiner Frage wegen der "nicht abwegigen Lösung mit Leckerlis".
Nun, ich bin der Meinung, dass wenn ich immer wieder auf einen Hof muss, der von Hunden bewacht wird,- die mich mit der Zeit kennen und tolerieren müssen. ( Selbst meine Kuvasz liessen fremde Leute auf den Pferdehof !! Und Kuvasz sind territoriale Herdenschutzhunde, die naturgemäss Fremde in ihrem Territorium nicht wirklich schätzen und unbedingt herzlich lieben. ) -
Ich weiss nicht, wie oft in der Woche Du zu Deinem Pferd gehst. Schätze mal, es sollte täglich sein ... ? Dann sollten Du und die Hofhunde miteinander klar kommen. Sie sollten Dich tolerieren und Du solltest Dich auf dem Hof frei bewegen können. Liebe geht bekanntlich durch den Magen,- das ist auch bei den meisten Hunden so. NICHT bei allen !! ( Meine Hunde würden sich nicht bestechen lassen. )
Man kann versuchen, mit Leckerlis eine Brücke zu schlagen, sich für den Hund mittels Leckerli interessant zu machen, so dass der Hund einem durch die Leckerlis positiv erlebt ... Das ist die Idee dahinter. Ob das wirklich funktioniert, hängt aber zum einen von Dir selber ab, und ganz speziell davon, ob die Besitzerin mitarbeitet oder nicht. Alleine schon die Tatsache, dass der Hund zugebissen hat, sollte für die Besitzerin alarmierend genug sein, um dagegen etwas zu unternehmen. Zu schauen, was da genau vor sich gegangen ist und den Hund entsprechend zu korrigieren und zu kontrollieren. - Also, wenn Du, wie die Besitzerin von Dir fordert, zu ihrem Hund, der Dich gebissen hat, eine Beziehung aufbauen sollst,- dann müsste sie als Halterin und Besitzerin des Hundes genau soviel daran mitarbeiten. Sie müsste daran echtes Interesse haben, dass ihr Hund die Pensionspferde-Leute auf dem Hof toleriert und dass kein Hund einfach so zubeisst. - Alleine ohne sie, würde ich Dir auch NICHT empfehlen, Leckerlis dabei zu haben und zu meinen, Du könntest jetzt wenn du dem Hund begegnen musst, einfach nur Leckerlis hinschmeissen und damit habe es sich dann. Da muss also von Seiten der Hundebesitzerin schon Wille an der Situation etwas zu ändern dabei sein.

Es versteht sich schon von selbst, dass die Hofhunde dort nicht den ganzen Tag eingesperrt sein dürfen. Aber vielleicht gelingt es Euch ja, eine Abmachung zutreffen, dass wenn Du bevor Du auf den Hof kommst, Dich zuerst kurz meldest,- damit dann die Hunde gesichert werden können und Du Dich auf dem Hof frei bewegen kannst.

Kommunikation ist alles und gegenseitiges Verständnis noch mehr. - Aber wenn das alles nichts bringen sollte. Sehe ich keine andere Möglichkeit, als dass Du für Dein Pferd einen anderen Pensionsplatz suchst. Streitereien womöglich noch vor Gericht, bringen nur Verdruss, kosten Nerven und Geld.

Liebe Grüsse
Susanne mit Rahan und Monello