Hovawart als Familienhund?

Alle Rassehunde, erst einmal noch nicht einzeln getrennt.

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Hovawart als Familienhund?

Beitragvon Graefin

Hi!

Irgendwann wird bei uns ja mal ein Zweithund einziehen. Nicht sofort, aber allzu lange will ich auch nicht mehr warten.
Eigentlich wollte ich ja einen zweiten Collie aus einer ganz bestimmten Zucht ... allerdings schwebt mir immer mal wieder der Hovawart im Kopf rum.

Ich selber kenne nur eine Hovi-Hündin die ich ab und zu auf dem Gassigang treffe ... souveräne Hündin, die aber immer zu einem Späßchen aufgelegt ist und gerne mit anderen Hunden spielt. Ich mag sie vom Wesen her sehr gern.
Früher hatten die Eltern meiner besten Freundin öfter eine Hovi-Hündin zur Urlaubs-/Wochenendbetreuung. Ebenfalls eine sehr souvärene, aber eher ernsthafte Hündin (zumindest so wie ich mich an sie erinnere, ich war allerdings auch erst umd die 10 Jahre alt)
Im Hundeverein ist der Hovi verrufen. Er wäre sehr ernsthaft, enormer Schutztrieb, schwer zu führen.
Da ich nur einen Hovi kenne kann ich es schlecht beurteilen, aber die Hündin die ich kenne ist in keinster Weise ernsthaft und laut Besitzer auch nicht wirklich schwer zu führen.

Was meint ihr? Wie beurteilt ihr die Hovis?
Meint ihr, ich wäre der Rasse gewachsen?

Ich hab mal ein paar Fragen aus der "Welcher Hund Ecke" rausgekramt die vielleicht aufschlussreich wären

1. Hast du Hundeerfahrung, oder ist es dein erster Hund?
Hundeerfahrung mit Mia (sehr leicht zu führen, wenn man weiß wie) und auch durch den Hundeplatz wo ich als "Aushilfstrainer" diverse Stunden von Welpen über Rüpel bis zu den Fortgeschrittenen übernommen habe.

3. Möchtest du einen Hund vom Züchter oder einen Hund aus einem Tierheim oder einer Tierhilfe?
Bevorzugt Züchter
Evtl auch Not-Hovi, aber das muss schon mehr als 100%ig passen

4. Deine Rassevorstellung in Bezug auf den Charakter (Wachsamkeit, Schutztrieb, Jagdtrieb etc?)
Einem Wach- und Schutztrieb bin ich nicht abgeneigt, habe aber Angst, dass ich vielleicht nicht souverän genug führe und Hovi das Zepter übernimmt.
Jagdtrieb: Vollblutjäger wär natürlich mist, das will ich auf keinen Fall. Ich geh schon gerne unbeschwert ohne Leine Gassi.

5. Wie würdest du Dich selber (und ggf. deine Familie/Partner) einschätzen? Bist du eher nachgiebig oder konsequent? Bist Du eher ruhig oder temperamentvoll?
Ich selber bin schon recht temperamentvoll (Hektisch würd ich fast sagen). Und ich bin gerne mal unkoordiniert *g* Versuche mich aber gegenüber dem Hund "gesittet" zu verhalten :mrgreen: Also bei der Arbeit mit dem Hund bin ich (weitestgehend) sehr konzentriert. ;)
Ob ich nachgiebig oder konsequent bin liegt ganz am Hund. In der Regel bin ich schon sehr konsequent, wenn ich aber merke (was auch bei Mia der Fall ist), dass ich auch mal nachgiebig sein kann ohne, dass der Hund die Weltherrschaft an sich reißen will, dann kann ich auch mal alle Fünfe grade sein lassen.
Mein Mann ist seeeeeeehr ruhig (im Grunde das absolute Gegenteil von mir). Allerdings auch inkonsequent.
Beispiel:
"Mia Sitz!"
Mia setzt sich hin
"Braaav" *Leckerlie*
"Mia Down"
Mia macht "tot"
"Jaaa, auch gut" *Leckerlie*
:roll:

6. Möchtest du eine Hundeschule/-verein besuchen?
Grunderziehungskurse? Nein ... da weiß ich was ich zu tun und zu lassen habe und die benötigten Sozialkontakte habe ich durch die Leute aus meinem noch bestehenden Verein.

7. Möchtest du Sport mit deinem Hund machen? Wenn ja, welchen?
Hundesport wäre z.B. Agility, THS, Obedience, Fährtenarbeit, VPG, Rettungshundearbeit etc.
Kommt ganz auf den Hund an ... wenn Hund Spaß an Nasenarbeit hat, dann werde ich mich einer Trailergruppe oder Fährtengruppe anschließen.
THS wäre auch denkbar sofern sich ein Verein findet
Sollte sich ein vernünftiger Platz finden (also von den Ausbildungsmethoden her) wäre ich auch VPG nicht abgeneigt.
Agi und Obedience definitiv nicht
Ich gehe jetzt aber davon aus, dass keine Sportart ausgeführt wird und ich den Hund selber "bespaße"

8. Ein Hund möchte nicht nur körperlich sondern auch geistig ausgelastet werden. Besteht dafür bei dir Zeit?
Klar

9. Wieviel Zeit planst du für die täglichen Spaziergänge des erwachsenen Hundes ein?
Mindestens 1,5 Stunden
Meistens 2-2,5 Stunden (reine Gassigänge)

10. Leben Kinder mit im Haushalt? Wenn ja, wie alt sind diese?
Nein

11. Berufliche Situation: Bist du noch Schüler, schon in der Ausbildung oder hast du eine feste Arbeit?
Mein Mann Vollzeit, ich Teilzeit
Beide Festanstellung

12. Wohnsituation: Mietwohnung (Erlaubnis vom Vermieter?) oder Eigenheim? Wie viele Stufen/Treppen muss der Hund laufen?
Eigenheim mit mittelgroßem Garten (750qm Grundstück ca)

13.Sind noch andere Tiere mit im Haushalt? Wenn ja welche?
3 Katzen und Mia

14. Wie lange muss dein Hund täglich alleine bleiben?
Mal gar nicht, mal nur 2-3 Stunden, maximal 7 Stunden (extremst selten)

15. Könnte sich im Krankheitsfall/Krankenhausaufenthalt/Sonstigem jemand zuverlässig um den Hund kümmern?
Ja

16. Wie stellst du dir ein Leben mit dem Hund vor, wie kannst du einen ein Hund in deiner Freizeit einbinden
Mein Hund IST meine Freizeit


Und?
Könnte der Hovi passen?
Ich würde ja gerne Leute fragen die mich auch kennen, aber die haben ja fast alle eine Abneigung gehen Hovis :?

Re: Hovawart als Familienhund?

Beitragvon Sandra

In der Wohnung unter uns lebt eine beige Hovi-Hündin.
Sie ist schon stolze 13 Jahre alt, schwere HD (Goldakkupunktur hat ihr geholfen), kommt vom Vermehrer, aber ist eine ganz tolle Hündin. Sie ist sehr souveräne...Smilla's Pöbelattacken ignoriert sie ganz selbstverständlich ;)
Schutztrieb hat sie keinen. Auf dem Hof wird jeder begrüßt und das Tor quasi aufgehalten :lol:

Ich habe Nichts gegen Hovis, aber mir sind sie zu schwerfällig.

Re: Hovawart als Familienhund?

Beitragvon Graefin

Inwiefern schwerfällig?

Ich möchte auf keinen Fall einen Hund der zur Lethargie neigt (a'la Berner Sennen oder Neufi)

Re: Hovawart als Familienhund?

Beitragvon Aina

Ich habe einen 3 1/2 jährigen intakten Hovi Rüden vom RZV.

Von Lethargie keine Spur, eher etwas hyperaktiv ^^
Leider hat er einen recht ausgeprägten Jagdtrieb, dafür hält sich sein Schutztrieb im Rahmen.

Allerdings ist er recht territorial. Und beim Hovi muß man mit einem mobilen Territorium rechnen.
Sprich hier war ich schon 2x länger als 5Minuten, das ist meins ^^

Da ich nicht weiß wo Du wohnst... schau doch mal ob bei Dir in der Nähe eine RZV-Landesgruppe ist, bzw trainiert, guck Dir die Hovis vor Ort an und sprich mit den Leuten: http://www.hovawart.org/index.php?option=com_content&view=article&id=51&Itemid=67

Sehr informative Seite zum Hovawart: http://www.hovawart-info.de/hovawart.html

Und noch die inoffizielle aber völlig zutreffende Rassebeschreibung:
Der Hovi liegt immer und überall maximal im Weg und kann dabei deutlich mehr Raum einnehmen, als ihm größenmäßig zusteht.

Er kann bei Bedarf immense Mengen Haar verlieren (auch direkt nach dem Bürsten)

Der Hovi beachtet Fremde draußen nicht - außer man verlässt sich darauf, dass er Fremde nicht beachtet.

Er hat eine immense Begabung dafür, den Augenblick zu finden, in dem man seinen Menschen maximal blamieren kann.

Die Pfoten sind rundlich, kräftig und kompakt und können große Dreckabdrücke auf heller Kleidung und frisch geputztem Boden hinterlassen.

Hovis schätzen Ansprache und unsere volle Aufmerksamkeit. darum stupsen sie einen besonders gern mit der Nase an den Arm, wenn man in der Hand eine volle Kaffeetasse hat.

Den Hovawart gibt es in drei Farbschlägen: Schwarzmarken, Schwarz und Blond. Wenn sie richtig dreckig sind, kann man die Farbschläge allerdings kaum auseinander halten.

Von der Rasse ausschließende Charakterfehler: Leichtführigkeit, Gefallsucht, mangelnde Eigeninitiative.
Fast alle Hovis bekommen NIE genug Futter.

Hovis sabbern nicht ein bisschen. Hovis sabbern wenn dann gaaaanz viel!

Außerdem beherrschen sie die Kunst, mit nur einem Liter Wasser im Napf die gesamte Napfumgebung zentimeterhoch unter Wasser zu setzten.

Ein auf einem tausende von Hektar großem Feld herumtobender Hovawart wird mit größter Akkuratesse in den Knien seines Besitzers bremsen und versuchen, ihn so auf den Boden der Tatsachen zu halten.

Hovawarte wissen, aufgrund ihrer überragenden Intelligenz praktisch alles besser als ihre Menschen und können daher selbst am besten entscheiden, wann es Sinn macht zu gehorchen.

Hoviwelpen finden immer einen Weg unter die Füße ihrer Leute.

Hovis haben einen ausgeprägten sinn für Humor. – leider -

Der Glaube, dass Hovawarte mit zunehmendem Alter vernünftiger werden, ist falsch.

Hovis können vorsichtig spielen. sie ziehen es aber vor, das nicht zu tun.

Der Hovawart folgt seinem Alphatier bedingungslos überallhin - es sei denn, irgendjemand anderes isst gerade Kuchen oder etwas anderes leckeres und geht in die andere Richtung.

Der Hovawart leidet unter temporärer Taubheit, wenn es um die Ausführung von, in seinen Augen, sinnlosen Befehlen geht. Ansonsten hört der Hovawart über größte Distanzen, über mehrere Zimmer und Stockwerke hinweg, wenn z.b. die Tür zur Vorratskammer geöffnet wird, wo seine Leckerlis lagern oder die Keksdose geöffnet wird.

Der Hovawart verfügt über eine perfekt arbeitende innere Uhr - an Tagen, an denen seine Menschen ausschlafen können, wird ab halb sechs permanent der Schlafplatz gewechselt, laut geseufzt, Pfoten geleckt und mit der Rute der Teppich geklopft. an Tagen, wo sein Chef mal früher raus muss, wird so lange auf dem Schlafplatz gepennt, bis sein Mensch fertig angezogen an der Tür steht.

Ein eleganter, halb angetrockneter Sabberstreifen quer über der Nase ist bei Hovawarten nie aus der Mode und wird besonders gern dann getragen, wenn der Hovihalter andere Menschen mit seinem frisch herausgeputzten Hovi beeindrucken will.

Hovawarte haben eine ganz, ganz andere Vorstellung von "wohlriechend" als ihre Menschen.

Hovawarte können durch hohes juchzendes Jaulen ihre Begeisterung Ausdruck verleihen: es gibt unter ihnen recht viele Exemplare, die in ihrer Freude über menschliche und tierische Bekannte zu Sangeskünstlern werden! – für uneingeweihte klingt dieses Freudengejohle allerdings eher, als hätten sie ihrem Hund massive Schmerzen zugefügt. Vorsicht also vor dem Tierschutzverein.

Re: Hovawart als Familienhund?

Beitragvon Sandra

Die Schwerfälligkeit a la Bernersennen hängt vielleicht auch mit ihrem Alter zusammen ;)

Ich denke auch, dass es am Besten ist, wenn du dir ein paar Züchter oder Vereine anschaust und dir dein eigenes Bild machst.

Re: Hovawart als Familienhund?

Beitragvon Erna

Einmal meine Erfahrungen mit dem Hovie...

Ich selber lernte diese Rasse 1987 kennen..Seit dem kenne ich diese mehr oder weniger aus dem Bekannten als auch Hundeplatztagen...
Den Hovie,würde ich jetzt sagen,gibt es nur bedingt..
Die die ich kennen lernte,sind durchweg schon verschieden...
Von eher ruhig bis zu Mali in Hovie Kostüm.. ;)
Es kommt meiner Meinung nach sehr auf die Zucht an,wie ein Hovie wird..
Hier eine Seite,die so manches sagt..
http://www.hovawart-info.de/hovawart.html

Wenn ich mir anschaue,was alles in ihnen ist...dem Kuvacz, dem Neufundländer, dem Sennenhund und dem Leonberger. Von besonderer Bedeutung ist die Einmischung langzotthaariger "altdeutscher Schäferhunde", die einen Anteil von fast 25 % erreichten.
Dann weiß ich auch,warum sie sooo unterschiedlich sein können...


Wenn ich ehrlich bin,sehe ich deinen Mann,als eher nicht Hoviemenschen..
Hovies brauchen schon eine gewisse Führung,einen Menschen mit bestimmten Qualitäten...
Wie gesagt,das ist meine Meinung...

Ich finde es immer gut,wenn man sich eine Rasse vor Ort anschaut...Heißt im Haus,auf Spaziergängen,als auch beim Hundesport..
Viele Hovies sind recht Terretorial,das sollte man nie aus den Augen lassen..

Re: Hovawart als Familienhund?

Beitragvon *Missy*

Meine Schwester hatte drei Hovis, sie lebten in der Familie und waren toll zu ihren Kindern. Ich hatte vorallem die eine Hündin sehr ins Herz geschlossen und alle Hunde waren mal auf "Urlaub" bei mir.
Ich fand keinen der Dreii schwerfällig oder sonderlich anstrengend. Chyenne war recht wachsam, aber das konnte man ihr gut verbieten. Sie lernten gerne und waren so gar nicht wie man immer liest " schwer zu erziehen" Ihr Rüde war zwar kein Hund dem man "Will to please" zuordnen würde aber auch er war kein Hund dem man nix lernen konnte.
Lange spaziergänge und ausgiebig toben wollten sie alle, und hielten dabei ganz gut mit meiner Schäfer-Aussie mix Hündin mit

Ich mag die Hovis! 8-) Und vermisse vorallem Chyenne schmerzlich ( Rattengift, sie wurde nichtmal 5 *schnief)


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