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Abenteuer Wurf – Die Geburt – Vierter Teil

Die Geburt ist wohl DAS Ereignis, auf das Hundezüchter so sehnsüchtig hinwarten. Sind alle Welpen gesund? Wie viele werden es? Wie ist die Geschlechterverteilung? Welche Farben haben sie? Ein einmaliges Erlebnis – jedes einzelne Mal.

Nahe Anzeichen der Geburt

Es gibt einige Eigenheiten, die Hündinnen kurz vor der Geburt zeigen können, aber nicht müssen. So zum Beispiel das Scharren im Geburtslager, häufiges Urinieren, starke Unruhe, verstärkte Anhänglichkeit. Ziemlich sichere Zeichen für die anstehende Geburt sind das Einfallen der Flanken, zunehmendes Belecken der Vulva, sowie Ausscheidungen aus Selbiger, verstärktes Hecheln und rasche Atmung, Futterverweigerung, Absinken der Körpertemperatur, Zittern.

All diese Veränderungen sind hormonell bedingt und können bis zu zwei Tage vor der Geburt auftreten.

Der Geburtsverlauf bei Hunden

Die einzelnen Phasen gliedern sich wie folgt auf:

Vorbereitungsphase: Hierbei zählen alle vorhin aufgezählten Anzeichen der Geburt.

Der erste hat es schon geschafft!

Der erste Welpe hat es schon geschafft!

Eröffnungsphase: Diese Phase ist für den Menschen nicht sichtbar und tritt circa 12 Stunden vor der Geburt ein. Die Beckenbänder erschlaffen, im Gesäuge schießt die Milch ein, die Geburtswege weiten sich. Die Geburt wird durch das Hormon Oxytocin ausgelöst, welches auch den Milchfluss fördert. Die Wehen werden nun immer stärker.

Austreibungsphase: Nach der völligen Öffnung des Gebärmutterhalses, werden die Wehen heftiger und sind nun auch für das ungeübte Auge eindeutig erkennbar.

Der Fötus wird mit aller Kraft durch den Gebärmutterhals gepresst. Dabei hat es gerade der erste Welpe besonders schwer, da dieser die Öffnung erst ein wenig weitet. Bei der unmittelbaren Austreibung sitzt oder liegt die Hündin zumeist, der Rutenansatz steht steil nach oben, die restliche Rute in einem Bogen nach unten (ähnlich dem Koten) abgedreht. Kurz danach ist in der Vulva die Fruchtblase, eine grünliche Blase, in der sich der Welpe befindet, erkennbar. Anders wie beim Menschen spielt es keine so große Rolle, ob sich der Welpe in einer Hinterendlage befindet. Die Pfoten sind so angewinkelt, dass auch dieser Welpe, leicht durch den Geburtskanal kommt. Ist der Welpe geboren, befreit ihn die Mutterhündin von der Fruchtblase und beisst mit ihren Backenzähnen die Nabelschnur durch. Danach wird er kräftig von der Hündin beleckt. Dies ist zum einen zur Säuberung gedacht, zum anderen regt dieses Lecken den Kreislauf an. Der Welpe selbst wird versuchen, so schnell wie möglich an die erste, wichtige Muttermilch zu gelangen.
Zwischen den einzelnen Welpen können bis zu Stunden dazwischen liegen.

Zwei Welpen warten, während ihr Geschwisterchen zur Welt kommt

Nachgeburtsphase: Die Nachgeburten kommen zumeist mit, oder kurz nach jedem Welpen. Diese wird, sofern man sie gewähren lässt, von der Hündin gefressen. Sie enthalten wichtige Hormone und Vitamine, die für die Hündin mitunter auch wichtig sind. Sie sind unter anderem wehen- und milchfördernd.
Wichtig ist nur, zu notieren, ob alle Nachgeburten abgegangen sind. Falls eine in der Hündin verbleiben sollte, könnte das zu schlimmen Infektionen in der Hündin führen.

Natürlich ist dies nur eine Kurzfassung einer optimal verlaufenden Geburt!

Unsere Geburt

Meine Hündin Tundra beschloss nach einem sehr ruhigen Tag, ohne viel vorherige Anzeichen, außer zweimal Hecheln, am 08.02.2012, am 62. Tag der Trächtigkeit, um 20.50 Uhr mit den Presswehen zu beginnen. Also wanderten wir gemeinsam in die Wurfkiste, um der Dinge zu harren. Ich wurde von meinen beiden Freundinnen, eine Tierärztin, die andere Stillberaterin (für Menschen) – beide sind meiner Tundra sehr vertraute Menschen – unterstützt.
Rund eine Stunde später, um 22.03 Uhr kam die erste Hündin eher unspektakulär zur Welt. Ihr Geburtsgewicht war mit 412 g eigentlich schwer, aber noch im normalen Bereich. Ein Eingreifen von unser Seite war überhaupt nicht nötig, Tundra meisterte alles sehr instinktsicher.

Welpen

Lapinporokoira Welpenglück – sechs auf einen Streich

Eine gute halbe Stunde später, um 22.36 Uhr kam der erste Rüde mit 439g auf die Welt.
Der dritte Welpe, wieder eine Hündin, kam sehr rasch um 22.44 Uhr mit 420g auf die Welt.
Danach kam eine Pause für Mutter und Kinder. Tundra konnte sich ein wenig erholen, wurde mit Glucosewasser und Energieriegeln erfrischt und die Kleinen nahmen bereits ihre zweite Mahlzeit ein.
Um 23.55 Uhr kam dann der zweite Rüde, mit 453g. Dies waren alles schon eher hohe Geburtsgewichte.
Dann Warten, langes Warten! Insgesamt 2 ½ Stunden tat sich nichts. Es kamen immer wieder kleine Wehen, aber nichts weiter tat sich dann. Zu diesem Zeitpunkt musste Tundra sich schon stark plagen. Der Grund hierfür war die dritte Hündin, die schlussendlich um 02.18 Uhr mit 505 g auf die Welt kam. Ein Riesenbrocken!
Wir wussten jedoch, dass mindestens noch ein Welpe drinnen wartete, dieser war zuvor noch deutlich fühlbar gewesen. Bub Nummer 3, und damit auch den letzten Welpen, brachte Tundra um exakt 03.00 Uhr auf die Welt, mit dem rekordverdächtigen Gewicht von 528 g.

Alle waren wohlauf, tranken und schmatzten und machten sich in der frisch bezogenen und nun sauberen Wurfkiste gemütlich.

Ein Wahnsinnserlebnis, keine Frage!! Was aber ebensoviel Verantwortung mit sich zieht!

In meinem nächsten Teil darf ich schon über die ersten zwei Wochen mit meinen Zwergen berichten, die mich seitdem jeden Tag aufs Neue verzaubern!

Autorin: Julia

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Eingereicht von 5 Kommentare

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5 Comments »

  • Sabrina sagt:

    Die sehen ja so was von drollig aus :-)

  • Jacky sagt:

    Hallo…

    Ich möchte dir vorweg schon mal ganz ganz viel Lob ausprechen für die tollen Worte die du für dein Blog gefunden hast!!!
    Wir stehen auch kurz vor einer Geburt und es ist das erste mal bei uns.
    Ich bin schon ziemlich aufgeregt und auch etwas ängstlich .da ich nicht viel Erfahrung darin habe… Ich habe mir aus diesem Grund deine berichte durch gelesen und bin echt erstaunt wiedas es wohl außer mir noch einige andere Menschen gibt die sich soviel damit beschäftigen und versuchen alles möglich zu machen <3
    Wir sind heute bei tag 40 und unsere Mami bekommt ihre ersten rundungen :-D. Gestern waren wir beim Ta. Und haben ein Schall machen lassen. Vor erwarten mindestens 6 welpen – eher die Tendenz nach oben. Ich bin so aufgeregt und kann es gar nicht lassen mich zu belesen :-D. Jedenfalls bin ich total begeistert von dir und nehme mir das etwas als Leitfaden! Vielen vielen dank :-D

  • Hendrik sagt:

    Hi,

    Einen wirklich „Aufregenden“ Artikel hast Du dort geschrieben.
    Bei der Beschreibung der Geburt wird einem richtig warm ums Herz und man bekommt Gänsehaut.
    Genau die richtigen Worte gefunden.
    Wie Du das Zeitfenster vor der Geburt beschrieben hast wird vielen „Neuzüchtern“ helfen.

    Gruß

  • Jenny sagt:

    Vielen Dank! Toller Bericht…beruhigend..:) Bei uns steht die siebte Geburt an und eigentlich bin ich als Geburtshelferin schon seit 12 Jahren erfahren, aber es ist bei jedem Hund anders und selbst als Züchterin stöbert man gerne rum…
    Heute habe ich eine durchwachte Nacht und es ist Tag 62..:))

  • Mirko Krumbholz sagt:

    Der Artikel ist sehr lehrreich und hat mir sehr gefallen. Nur eine Kleinigkeit. Es ist nicht anders WIE beim Menschen. Anders ALS wäre richtig. Allerdings ändert das nichts daran, dass ich viel gelernt habe.

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