Der Podenco – Rasseportrait aus Sicht des Hundehalters

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Podenco

Podenco… das klingt ja schon mal spannend! … Ist es auch! Dieser Hund ist so völlig anders als unsere deutschen Hunderassen, nicht nur was die Herkunft anbelangt, sondern auch in seinem „Job“. Seinem Wesen, seinen Jagdgewohnheiten und seinen Essgewohnheiten. Kurz um: Einmal Podenco, immer Podenco!

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Im Spanischen bedeutet Podenco (dort schreibt es sich: Podengo) Laufhund oder Jagdhund. Damit wären wir dann auch schon bei dem Herkunftsland des Podencos: Spanien, genauer gesagt die Balearischen Inseln. Sein Vorfahre ist der heute auf Malta lebende Kelb-tal-Fenek, besser bekannt als Pharaonenhund.
Hunderasse PodencoSeine heutige Stellung in Spanien ist alles andere als gut! Oft findet man diese außergewöhnlichen Tiere in der so genannten Perrera. Die Perrera ist ein spanisches Auffanglager für Tiere, die keiner mehr braucht und keinesfalls mit unseren Tierheimen hier zu vergleichen ist!

Die Zwinger sind nur wenige Quadratmeter-groß und haben zwei Betonwände. Futter und Wasser gibt es gerade nur so viel, dass die Tiere überleben. Werden Hunde nach 14 Tagen nicht abgeholt, werden sie ruhig gestellt und zu Hauff vergast. Dieser qualvolle Erstickungstod dauert 10-15 Minuten. Erst dann sind die Hunde (und auch Katzen) von ihrem Leiden erlöst. Anschließend werden sie wie Dreck auf einen Lastwagen geworfen und zur Entsorgungsstation gebracht. Leider können nur wenige der Tiere von spanischen Tierschützern gerettet werden.

Rassetypisch für diese Hunde sind die großen Fledermausohren und der schlanke Körperbau. Allerdings werden sie nicht mehr zu den Windhunden gezählt. Die FCI ordnet die Podencos bei der Gruppe fünf: „Spitze und Hunde vom Urtyp“, Sektion „Urtyp, Hunde zur jaglichen Verwendung“ ein.

Jagen: Die Hauptbeschäftigung jedes Podencos!

Das sollte sich jeder zukünftige Besitzer klar machen. Allerdings jagen sie nicht nur das „Übliche“, sonder Mäuse! Ja, richtig … Mäuse. Sie bleiben stehen, winkeln eine Vorderpfote an, erstarren, machen dann einen ein Meter hohen Satz nach oben (oder höher) und stürzen sich mit der Nase ins Loch. Zu 80% mit Erfolg! In Spanien wurden die Podenco Hunderasse vorwiegend zur Kaninchenjagd benutzt. Teilweise werden sie vorher tagelang in der brütenden Hitze angebunden, ohne Wasser und Futter um richtig „heiß“ auf die Jagd zu werden. Oft kommt es auch vor, dass die Tiere hinterher ertränkt oder erschlagen werden, wenn sie nicht schnell genug waren oder nicht genug Beute gemacht haben.

Apropos Beute, hier sind wir beim nächsten Merkmal: Das „weiche Maul“. Es wird den Hunden antrainiert ihre Beute lebend zurück zu bringen. Oft kann man das auch heute noch beobachten.

Podenco Wesen

Weitere rassentypische Merkmale des Podencos sind der schwungvolle Trab, der die Tiere aussehen lässt, als wenn sie schweben würden.

 

Im Wesen sind diese Hunde eine Mischung zwischen Clown und Katze! Wer einen Familienhund sucht ist hier fehl am Platze! Zu Hause sind sie zwar anhänglich, verschmust und lieben ihre Menschen auf eine ganz besondere Art und Weise, doch sobald sie draußen sind kommt der Windhund durch.

Oft meint man auch, der Wind liegt ihnen so schwer in den Ohren, dass sie einen nicht hören. Nicht selten sieht man Podenco-Besitzer einsam am Feldrand stehen, während der Hund auf Abenteuertour ist. Dies liegt durchaus an der Hunderasse und hat nichts mit schlechter Erziehung zu tun! Deswegen ist es auch sehr schwierig eine passende Hundeschule zu finden, die dies berücksichtigt.

Keinesfalls sollte man dem Podenco mit Gewalt oder lautem Tonfall gegenüber treten, denn dann läuft er schlicht und ergreifend weg. Hier kommt man nur mit sehr viel Geduld und Sanftmütigkeit ans Ziel, auch wenn der Liebling sich zum 20. Mal auf diesem Spaziergang vom Acker macht.

Fremden gegenüber sind diese Tiere sehr misstrauisch und zurückhaltend, was man gerade in den jüngeren Jahren stark spürt.

Eine weitere Besonderheit, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt ist der empfindliche Podenco-Magen. Ich weiß von vielen Besitzern, dass sie für ihre Hunde kochen, da sie das herkömmliches Futter nicht vertragen. Auch wir mussten diverse Futtersorten durchprobieren, bis das passende gefunden war (das hat insgesamt 1 ½ Jahre gedauert und etliche Euro gekostet).

Vom Podenco gibt es einige Unterarten, doch nur 3 sind anerkannt

  • der Podenco Canario
  • der Podenco Portugues
  • der Podenco Ibicenco

Podenco Canario Hunderasse

Wie der Name vermuten lässt, stammt der die Hunderasse Podenco Canario von den Kanarischen Inseln.
Rüden werden zwischen 55 und 64 cm groß und wiegen ca. 25-30 kg. Hündinnen hingegen sind mit einer Schulterhöhe von 53-60 cm und 24-28 kg etwas zierlicher. Das Fell ist kurz, glatt und dicht und trägt die Farben rot bis weiß-rot.

Podenco Portugues Hunderasse

Es gibt drei verschiedene Größen dieser Rassen Unterart:

  • Der Große ist 55-70 cm groß und wiegt ca. 30 kg. Er gehört zu den seltensten. Er wird auch zur Jagd auf Wildschweine verwendet.
  • Der Mittelgroße ist 40-55 cm groß und wiegt ca. 16-20 kg.
  • Der Kleine ist 20-30 cm groß und wiegt ca. 4-5 kg.

Die Farben sind gelb, rot mit weiß, honigfarben, falbfarben und schwarz, mit und ohne weiße Abzeichen oder weiß mit Abzeichen.

Podenco Ibicenco Hunderasse

Die Podenco Ibicenco Rassehunde werden ca. 70 cm groß und wiegen um die 23 kg. Es gibt sie in

  • Glatthaar
  • Rauhaar und
  • Langhaar

Die Farben sind vorzugsweise weiß und rot oder auch einfarbig weiß oder rot. Falbfarbige Färbungen sind zwar zugelassen, jedoch nicht bei den Vertretern der Glatthaare.
Besonders sind ihre bernsteinfarbenen Augen, die je nach Fellfarbe entsprechend hell oder dunkel sind.

Zu den nicht anerkannten Rasen gehört der

  • Podenco Andaluz und der
  • Podenco Andaluz Maneto.

Podenco Andaluz Hunderasse

Der Podenco Andaluz stammt aus Andalusien und ist etwas kräftiger als der Ibicenco. Auch ihn gibt es in drei Größen:

  • Groß: 53-64 cm bei ca. 27 kg
  • Mittel: 42-52 cm bei ca. 16 kg
  • Klein: 32-42 cm bei ca. 8 kg

Die Farben sind zimt mit weiß oder weiß mit zimtfarbenen Abzeichen. Erlaubt sind jedoch alle Farben.

Podenco Andaluz Maneto Hunderasse

Der Podenco Andaluz Meneto stammt aus den Provinzen Cadiz und Malaga in Andalusien (Spanien). Diese Rassehunde werden etwa 30-35 cm groß und haben sehr kurze Beine, bei einem Gewicht von 8,5-11,5 kg.
Farben sind zimt bis rot und wenig weiß, aber auch schwarze Fellnasen erfreuen sich an wachsender Beliebtheit.

Autorin: Jule

50 Kommentare

  1. Hallo, meiner Meinung nach hat die Autorin den Charakter mit Mischung aus Clown und Katze super getroffen. Brunsel, mittlerweile 15, hat katzentypisch keinen Bock auf Regen oder Nässe. Er ist auch katzentypisch sehr eigen. Er macht zwar, was man ihm sagt, lässt aber durchblicken, dass Anweisungen unter seiner Würde sind (also wenn man das z.B. mit einem deutschen Schäferhund vergleicht, der da ja richtig Bock drauf hat). Insofern sind ein paar Kritiken in den Kommentaren vielleicht ein Missverständnis. Natürlich macht ein gut erzogener Podenco, was er soll. Aber er macht es halt nicht unbedingt gern. Wenn er einen auf Clown macht, hüpft er seltsam im Kreis herum, schlägt Haken usw, wobei es ihm definitiv um den Showaspekt geht. Dabei schaut er einen zwischendurch an, um sich zu vergewissern, dass man sich darüber auch ausreichend amüsiert. Ausserdem lässt er sich ab und zu Sachen einfallen, bei denen man nicht so recht weiß, was das eigentlich werden soll, z.B. irgendwo rumklettern oder durchquetschen, hinter Gardinen lang wandern… auch wenn er reichlich Auslauf hatte! Mein Podenco liebt es sehr warm. Ein Podenco sollte also ein warmes Plätzchen und ggf. Jacken haben. Andere Halter sind oft von seiner Fortbewegung begeistert. Er hat tatsächlich einen wunderschön tänzelnden Gang. Das mit dem Magen stimmt bei ihm bedingt. Als ehemaliger Strassenhund war er anfänglich arg gestresst und übersäuert (hat oft gekotzt), später nicht mehr. Insgesamt hat er eine extrem robuste Verdauung.

  2. Noch eine kleine Anmerkung: Habe hier gelesen, dass es in Deutschland leider wenig Podencozüchter gibt. Würde eher sagen zum Glück. Podencos sind für Leute, die hundeaffin sind – von denen es auch viele gibt. Podencos sind keine Nebenbeihunde für das perfekte Familienidyll. Wenn man schon hundeaffin ist, kann man sich auch einen Hund von einer Organisation holen. Das verringert Leid und kostet wesentlich weniger!

    • Sehe ich genauso! Wenn man einen Podenco möchte, sollte man beim Auslands-Tierschutz schauen. Hier gibt es oft auch Welpen, die noch nichts Schlimmes erlebt haben. Und die man je nach Verein auch auf Pflegestellen in Deutschland besuchen kann. Da diese Hunde in Spanien oft getötet werden, finde ich es fatal, einen Hund vom Züchter zu nehmen.

    • Ganz tolle Einstellung. Kann 100% zustimmen. Es gibt viel zu viele unnötig gezüchtete Hunde und daneben so viele tolle, ungewollte die ein trauriges Leben im Tierheim fristen. Hundeaffine und erfahrene sollten sich unbedingt einen aus dem Tierheim holen. Die sind 1000 mal dankbarer.

      Haben seit 5 Tagen unseren 5. Hund. Ein Podenco von der Stiftung vergessene Hunde.
      Alles wunderbar. Herzlich JOHANNA

  3. Bitte diesen Artikel aus dem Netz nehmen. Dann noch mal richtig informieren und evtl. einen neuen GUTEN Artikel schreiben.
    Ca. 80% sind falsch oder Mutmaßungen.
    Das fängt schon mit den Schreibweisen an:
    PodenCo sind die span.Rassen und PodenGo die portugiesischen. Ein Podeco Andaluz bleibt auch im Portugiesischen ein Podenco Andaluz und kein PodenGo!
    Mit sowas werden Hunde ins falsche Licht gerückt! Danke dafür!
    So könnte ich jetzt grad weiter machen….

  4. Hallo
    Ich kann auch nicht bestätigen was im oberen Bericht steht.mein podenco rüde ist wunderbar abrufbar ,und wenn er mitten beim hinterher rennen von Raben ist.auch das er Menschen scheu ist trifft ganz und gar nicht zu ,er ist sehr zutraulich zu Menschen. Er ist sogar der perfekte Familien Hund er liebt meine Kids Alter 12.10 und 4 über alles und wenn sie mal wexk sind vermisst er sie .Ich denke das ist von hund zu hund verschieden

  5. Wir haben seit 2 Jaren eine Podeco. Ich kann nur sagen, Siena ist ein riesen Schatz. Wir haben die aus einem Tierheim als Mischling gekauft. Als sie dann herausstellte das wir einen Podeco Andaluz haben, haben wir viel über die Rasse gelesen und haben unseren Hund darin voll gesehen. Sie hat Jagttrieb aber vor allem im Wald. Dort ist einfach an der Schleppi. Auf dem Feld kein Problem, gut abrufbar. Ich gehe mit ihr in die Hundeschule und ins Crossdogging. Mache jeden Tag Kopfarbeit wie Dummy suchen usw und lange Spaziergänge. Sie liebt Menschen fast mehr Hunde. Aber Sie kommt mit jedem Hund aus. Aber weil sie von fremden Hunden immer noch etwas Angst hat, weicht sie aus. Ihre Lieblingbeschäftigung ist Mäuse buddeln und das mit viel Erfolg. Ich würde sofort wieder einen Podi adoptieren. Eine faszinierende Hunderasse. Sehr Inteligent und hoch sensibel

  6. Guten Morgen,

    Ich habe hier viel gelesen
    Und bin mir trotzdem noch nicht sicher ob ich einen Podenco Mix aus dem Tierschutz adoptieren soll. Mich haben mit meinen fast 60 Jahren schon viele Hunde begleitet.(Dackel, Schäfer Mix, Tzi Tzu und zu Letzt ein Malteser Mix) diese war aus dem Tierschutz und hat uns leider nur 2 Jahre begleitet da sie schwer krank war.
    Ich kann einen kleinen Mann 2 Monate alt der in den Olivenfeldern wenige Stunden alt gefunden und mit der Flasche
    aufgezogen wurde.
    Vielleicht könnt ihr mir mit Für und Wieder bei der Entscheidung helfen.
    Kurz noch zu mir,
    Wir wohnen in der Stadt mit viel Grün und vielen Spielkameraden jeder Rasse drum Rum.
    Wir haben einen Campingplatz an der Elbe und Freunde haben eine FeWo an der Ostsee.
    Außerdem geht der kleine Mann mit ins Büro.
    So nun freue ich mich auf eure Kommentare.
    Rafaela

  7. Hallo miteinander!
    Wir haben vor 3 Monaten einen Podencomix aus dem Tierschutz übernommen, der als „Mischling“ in der Beschreibung stand. Dass es ein Podencomix ist, haben wir erst bei der Übernahme erfahren. Ja zu sagen zu diesem Hund war also eine reine Bauchentscheidung und wir waren demzufolge unvorbereitet, was die Rasse betrifft. Trotzdem haben wir die Entscheidung nicht bereut. Nach reichlich einem Monat des Zusammenlebens habe ich mit Training an der langen Leine begonnen, um das Abrufen zu festigen. Nachdem ich mir sicher war, dass er auf mein Rufen relativ sicher reagiert, habe ich ihn in geschützter Gegend (einsehbar für mich und sicher für ihn ) erstmals frei laufen lassen. Er ging ab wie „Schmidts Katze“ , kam aber auch freudig zurück, als ich ihn rief. Seit dem habe ich dieses Freilaufen täglich geübt und Tarek kommt auch fast immer sofort zurück. Wenn er meint, nicht kommen zu wollen, drehe ich mich um und gehe ruhig in die andere Richtung. Spätestens dann kommt er angedüst, weil er nicht möchte, dass ich „weg“ bin. Er sprintet manchmal so weit voraus, dass er mich nicht mehr sehen kann, weil ein Hindernis (Baum , Kurve …) zwischen uns liegt. (Ich sehe ihn natürlich noch). Meine Beobachtung: sobald er unsicher ist, ob ich komme, dreht er um und flitzt wie der geölte Blitz zurück. Ich lobe ihn jedes mal. Natürlich versichere ich mich, ob Tiere zu sehen sind, bevor ich ihn loslasse. Bisher hatte ich keine Jagden. Tarek bestätigt viele Beschreibungen, er ist mit seinen 2,5 Jahren sozial allen Menschen gegenüber, wenn man ihn lässt auch anderen Hunden gegenüber. Unbekannte Hunde bellt er schon von weitem an und geht in die Leine. Wenn deren Besitzer ein Näherkommen erlauben, dann ist er schnell wieder ruhig und neugierig auf den potentiellen Spielkameraden. So hat er schon „Kumpels“ gefunden, mit denen er herumtoben darf. Meist verschreckt er aber mit seiner Lautstärke die Hundebesitzer. Das ist also noch eine Baustelle. Auch das Alleinbleiben haben wir begonnen zu üben. Anfangs ging uns Tarek nicht von der Seite. Inzwischen sind wir schon bei 15 Minuten ohne Bellen und Türe zerkatzen, die er ja nicht mehr öffnen kann, weil wir die Klinke gegen einen Knauf tauschten. Diese Grenze hat er inzwischen akzeptiert. Gestern habe ich als Übung erstmals meinen Hund vor einem Geschäft angebunden und mit „Bleib“ (geübt zu Hause) verlassen, das Geschäft betreten und war optisch weg.Ich war erstaunt, dass er weder bellte noch herum sprang. Als ich nach 2 Minuten wieder heraus kam, saß er brav wartend da. Natürlich habe ich ihn gelobt und dann eine große Runde – incl. Freilauf – angeschlossen. Ich glaube, dass ein Vertrauensverhältnis gewachsen ist, das dies zuläßt. Mein Mann geht auch mit Tarek, wenn ich früh schon auf Arbeit bin, aber er traut sich noch nicht, ihn loszulassen. Seine Bindung ist nicht ganz so sicher , Tarek ist mehr auf mich orientiert. Zu Hause ist Tarek sehr ruhig , lässt sich mit grüner Gurke, Äpfeln, Radieschen (alles in feinen Scheiben geschnitten) und Harzer Käse (0,1% Fett) verwöhnen. Wenn er seine Abendration verputzt hat, sitzt er bei mir in der Küche und verfolgt die Zubereitung des Abendessen und genießt sein Gemüse und Obst. Als Futter habe ich „Naturnah – kaltgepresstes Trockenfutter von der Markusmühle – gewählt, das er sehr gut verträgt und auch gern frisst. Das Stiebitzen von Menschenessen reizt ihn natürlich, aber er weiß, dass ich aufpassen ;). Tarek kuschelt gern und genießt seine Streichel – und Massageeinheiten. Er schläft viel und ungestört und fühlt sich dabei sicher. Insgesamt sind wir auf einem guten Weg, denke ich. Wir haben jedenfalls einen tollen Hund gefunden !

  8. Ich habe seit 6 Jahren einen Podenco. Diego ist ein Angsthund. Im Tierheim, im Gehege; sprangen alle anderen Podencos an meinen Beinen hoch. Nur einer saß mit großen Augen und zitternd in der Ecke. Das war Diego! Er hat Angst vor großen LKW, Mülltonnen und Männer. Ich bin einer.
    Dieser nicht domestizierte Hund hatte es mir angetan. Es gibt Sachen die will er nicht und das habe ich zu akzeptieren. Ich kann mit ihm nicht in die Stadt gehen. Dort schleicht er zerrend an der Leine und an den Hauswänden lang und versucht mir den Arm auszureißen. Ich blockiere dann seinen Weg und gehe vor ihm. Funktioniert! Stadtbesuche sind aber die absolute Ausnahme. Auf dem Feld und im Wald läuft er abgeleint im Umkreis des Menschenrudels. Er bleibt immer in der Nähe. Ab und zu ist er mal außer Sichtweite, kommt aber immer zum Rudel zurück. Schlimmer ist es, wenn ich alleine mit ihm spazieren gehe. Ohne Leine nicht möglich. Er braucht sich nur einmal zu erschrecken oder unsicher zu werden und schon ist der Rückwärtsgang drinnen. Im Laufschritt nach Hause oder zur letzten Position des Autos. Dort ist Sicherheit. Bestrafen: Absolut nicht, Belobigen: fällt mir dann aber auch schwer. In unseren großen Garten ist er absolut Reviertreu. Die Zäune sind niedrig und werden nur auf Aufforderung übersprungen. Er liegt in der Sonne und macht seine Späße. Zum Spielen lässt er sich nicht auffordern und weicht aus. Wenn der große Kerl mit Ball und anderen Spielsachen vor ihm herum hüpft ist das äußerst merkwürdig für ihn. Jagdspiele funktionieren. Wobei ich glaube er rennt einfach vor mir weg. Sobald ich mich auf den Rasen setze ist er da und es gibt Leckerli und Streicheleinheiten. Davon kann er nicht genug bekommen und grunzt wie ein kleines Schweinchen. Bei meinen Nachbarn ist er wählerisch. Von Lieblingsmensch (meine Frau und alle Kinder), bis Erzfeind ist alles dabei. Erzfeinde werden aus gebührenden Sicherheitsabstand böse angebellt und Lieblingsmenschen werden mit Kopfstößen zum kraulen aufgefordert.
    In der der Wohnung ist der Hund unauffällig und kaum spürbar.
    Alles im allen- Die Entscheidung meines Lebens! Selbst mit seinen besonderen Befindlichkeiten ist Diego unser Familienhund. Wir überlegen sogar einen weiteren Podenco anzuschaffen. Ich will nur noch Podencos!

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