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Beliebte Irrtümer über Hunde

Irrtümer über Hunde gibt es viele, wir haben sie für unsere LeserInnen gesammelt.

Das ist doch ein Welpe und Welpen unterliegen dem Welpenschutz!

Welpen Irrtümer

Die weit verbreitete Meinung über den so genannten Welpenschutz ist falsch. Dieser Ausdruck entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage, hält sich aber trotzdem hartnäckig, wenn es zu Kontakten mit erwachsenen Hunden kommt.

Tatsächlich existiert der Welpenschutz nur innerhalb seiner eigenen Hundefamilie. Zwischen fremden Hunden und Ihrem Welpen besteht dieser Schutz nicht. Das bedeutet: Selbst wenn ihr den Nachbarhund schon lange kennt, heißt das nicht, dass er euren neuen Welpen auch akzeptiert.

Passt also auf euren Welpen auf und lasst ihn nicht ohne Rücksprache mit einem Hundebesitzer zu einem anderen Hund laufen. Welpen die während eines Hundekontaktes schlechte Erfahrungen gemacht haben, können unter Umständen später oft nie mehr einen normalen Kontakt zu Artgenossen aufnehmen.
Bitte denkt  immer daran.

Mein Hund ist stur, zwar kann er dieses oder jenes, er tut es aber nicht, nur um mich zu ärgern

Sturer Hund

Kennt ihr das auch? Ihr habt zu Hause fleißig mit eurem Hund zum Beispiel „Sitz“ geübt. Jetzt wollt ihr euren Bekannten das Geübte zeigen, es funktioniert aber nicht.

Das liegt daran, dass Hunde situations- und ortsbezogen lernen. Sie verknüpfen ihre gesamte Umgebung und die vorherrschenden Umstände mit der Übung. In einer neuen Umgebung unter verschiedenen Ablenkungen müssen sie erst lernen, dass „Sitz“ auch in dieser Situation dasselbe bedeutet, wie zu Hause. Das nennt man Generalisieren.

Man hat herausgefunden, dass der Hund erst nach ungefähr 5000 Wiederholungen in unterschiedlichen Situationen eine Übung wirklich richtig beherrscht.

Mein Hund weiß genau was er gemacht hat, das sieht man daran dass er ein schlechtes Gewissen hat

Hund schläft am Sofa

Man kommt nach Hause und findet ein Chaos vor. Die Zeitungen sind zerrissen, das Stuhlkissen auseinander genommen und so weiter.

Wenn ein Hund jetzt geduckt auf den Besitzer zukommt oder ängstlich in einer Ecke sitzt, dann hat er mit Sicherheit schon folgende Erfahrung gemacht: Kaputtes Stuhlkissen und das Erscheinen des Hundebesitzers haben in der Vergangenheit Unannehmlichkeiten verursacht. Das scheinbare „schlechte Gewissen“ ist nichts anderes, als der Versuch des Hundes, den Besitzer zu beschwichtigen und die, aufgrund früher gemachten Erfahrungen, zu erwartenden Unannehmlichkeiten, zu verhindern.

Ganz deutlich wird dies, wenn man zwei Hunde besitzt und sehen kann, wie auch der andere Hund ängstlich reagiert, der gar nichts mit den Zerstörungen zu tun hatte und gar kein „schlechtes Gewissen“ haben muss,  aber ebenfalls versucht, zu beschwichtigen.

In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass Hunde eine Strafe nur dann mit einer bestimmten Handlung verknüpfen können, wenn die Strafe dem Verhalten, innerhalb einer Sekunde folgt. Jedes spätere Strafen oder Schimpfen wird wiederum mit den Umständen in Zusammenhang gebracht, die just in diesem Moment vorherrschen (im oben genannten Beispiel wäre dies: Das Nachhause-kommen des Besitzers). Das gleiche gilt übrigens für Belohnungen.

Hunde verfügen zwar über ein reiches Gefühlsleben, aber sie können nicht abstrakt denken und keine Moralvorstellungen entwickeln. Wie auch wir Menschen lernen sie über Belohnung oder Strafe, allerdings können sie ihr Verhalten nicht mit einer „Wertvorstellung“ verinnerlichen.

Sie kennen kein Richtig oder Falsch, kein Gut oder Böse im menschlichen Sinne. Sie kennen nur: Angenehm oder Unangenehm. Gefährlich oder Ungefährlich.

Das oben aufgeführte zu akzeptieren ist von großer Bedeutung. Nur weil manche Menschen, bei Hunden die Fähigkeit zu denken, so überschätzen, werden diese Hunde allen erdenklichen Strafen ausgesetzt.

Mein Hund ist besonders dominant und deswegen muss ich ihm ab und zu mal zeigen wo es langgeht

 Dominanter Hund im Garten

Dominanz ist die meistgebrauchte Erklärung, wenn es um ein „Hundeproblem“ geht. Die neuesten Beobachtungen an frei lebenden Wölfen zeigen, dass es kaum zu Provokationen und Auseinandersetzungen um eine Rangposition innerhalb eines Rudels kommt.

Forschungen haben weiterhin gezeigt, dass „frei“ lebende Hunde (Straßenhunde) heutzutage kein Rudel und keine Hierarchie mehr bilden müssen um zu überleben. Wenn alle lebenswichtigen Elemente wie Futter, Wasser, geschützte Plätze (Ressourcen) und so weiter zur Verfügung stehen, dann können sie auch unabhängig voneinander vor sich hin leben, aber die genannten Elemente (Ressourcen)  durchaus gegenüber den anderen Hunden verteidigen.

Das heißt, dass ein sich selbst überlassener Hund  alles das tun wird, was immer er als für sich als „belohnend“ empfindet. Wenn es für ihn eine Belohnung darstellt, auf dem Sofa (Ressource) zu schlafen und er dies über Monate schon tun durfte, könnte er unter Umständen Anstoß daran nehmen, dass plötzlich diese Regel geändert wird. Bei dem Versuch, den Hund von seinem angestammten Platz entfernen zu wollen, könnte es passieren, dass dieser Hund aggressiv reagiert.

Hunde verstehen unsere Vorstellung von Eigentum nicht. Aber sie sind sich der „Ressourcen“ mit einem, für sie belohnenden Charakter, durch zuvor gemachte Erfahrungen, durchaus bewusst. Die aggressive Reaktion des Hundes ist daher durchaus als eine Verteidigung der für ihn wichtigen Ressource zu betrachten und weniger als ein Dominanzverhalten und das Streben des Hundes nach einem „höheren Rang“.

Aber Hunde wollen in einem strukturierten sozialen Umfeld leben. Nur wenn keine Struktur vorgegeben wird, dann wird der Hund das tun, was immer er für sich belohnend empfindet.

Schafft diese Strukturen, indem ihr über alle Ressourcen verfügt und nur ihr dem Hund den Zugang zu diesen Ressourcen ermöglicht.

Beispiele wie „den Welpen  im Nackenfell zu packen und zu schütteln oder der so genannte Alphawurf“, sollten nach den neuesten Erkenntnissen der Verhaltensforschung auf keinen Fall mehr angewandt werden.

Autorin: Melanie Weber-Tilse

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