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Kleinhunde – vom Drama klein und niedlich zu sein

Die Haltung manch Kleinhundes ist symptomatisch für den grenzenlosen Egoismus der Menschen. Klingt hochtrabend? Ist aber so.

Unlängst kamen mir auf engem Wege zwei Leute mit einem weißen Kleinhund entgegen (ich kann die kleinen weißen Begleithunde nicht auseinander halten – der Hund war klein, weiß, lockig und sah ein bisschen wie ein überdimensionierter Wattebausch mit Teddygesicht aus). Wie so oft musste ich mich mit meinen zwei deutlich größeren Hunden auf den vollgekackten Randstreifen stellen, weil die Leute mit ihrem in der Flexi-Leine hängenden Hund nicht zurecht kamen. Er drohte deutlich und rastete aus, noch bevor er bei uns ankam. In der Leine aufgehangen, wurde das Gift und Galle spuckende Tierchen halb an uns vorbei getragen. Hinter uns war jemand mit einem jungen Dackel, der – welche Überraschung – ebenfalls an einer Flexi geführt wurde. Normalerweise gehe ich einfach weiter, aber dieses mal wollte ich wissen, was passiert, wenn diese Form der „Kleinhunde-an-Flexi-Halter“ aufeinander treffen.

Der unverstandene Wattebausch

Das weiße Wattebausch spuckte wieder Gift und Galle. Der Dackel wurde natürlich zu ihm hin gelassen. Da offenbarte sich die Motivation des kleinen Weißen: Er hatte Angst, klemmte den Schwanz und wollte nur noch weg. Dies ging allerdings nicht. Die Besitzerin hatte den Stopp-Knopf der Automatikleine gedrückt, weil sie sich ja nun unterhalten wollte. Der junge Dackel wollte an dem fremden Hund schnüffeln. In die Ecke gedrängt schnappte der Weiße ab und sprang zurück. Die Leute lachten. Der Dackel sah ratlos seinen Besitzer an, der darauf nicht reagierte. Wieder wollte der Dackel hin, wieder schnappte der Weiße ab. Wieder lachten die Leute.

In diesem Moment tat mit der kleine weiße Hund einfach nur noch leid. So klein gezüchtet, dass es nicht nervt, wenn der Hund an der Leine zieht und sich daran regelrecht erhängt. Der Flexileinenradius reicht ja für die Bewegung, wofür soll der Hund also frei laufen? Wenn er aggressiv ist, ist das niedlich oder lustig. Die Not des Hundes sieht man nicht. Dass da ein Hund ANGST hat und verzweifelt eine Lösung sucht, damit endlich mal seine Bedürfnisse wahr genommen werden, wird nicht gesehen. Er ist klein, handlich und selbst bei Aggression ja vergleichsweise ungefährlich.

Dieser Hund wird höchstwahrscheinlich ewig damit leben müssen, dass er in Hundebegegnungen geschliffen wird, vor denen er Angst hat und wenn er dies zeigt, wird er nicht ernst genommen. Ein Leben lang an der Flexi. Ein Leben lang immer den gleichen Weg an dem verkackten Grünstreifen vorbei. Was für ein armes Tier.

Das Drama der kleinen Hunde

Dieses Problem betrifft erfahrungsgemäß vor allem Kleinhunde. Nicht selten durfte ich bereits beobachten, wie das nicht leinenführige Hündchen von geschätzten 2 KG an etwas schnüffeln will. Der Besitzer möchte dies nicht, also wird die Leine derart angezogen, dass der Hund ein paar Meter in der Luft baumelt. Er lässt sich bequem per Leine und Geschirr mal eben weg tragen. Diese Vorgehensweise ist leichter, als seinen Hund zu erziehen. Dass der furchtbare Angst hat, während er plötzlich in der Luft gehalten wird und dies sicherlich nicht positiv für seine Gesundheit ist (auch gut sitzende Geschirre sind NICHT zum tragen gemacht), ist anscheinend völlig egal. Diese Hunde sind aufgrund ihrer Größe vergleichsweise einfach zu händeln. Wenn sie an der Leine ziehen, bemerkt der Besitzer es kaum. Das Leichtgewicht stört nicht, wenn es zieht. Wenn der Hund sich in die Leine schmeißt, um einen anderen Hund anzugehen, ist er ohne Probleme fest- und zurückzuhalten. Und selbst wenn etwas passiert, machen kleine Hunde nicht solch einen Schaden wie große Hunde. Die Flexi tut ihr übriges dazu, indem sie dem Menschen vortäuscht, der Hund hätte einen angemessenen Bewegungsradius. Rennt der Hund in die 8m Leine, wird dies nicht als schlimm empfunden. Und den Rückruf spart man sich, indem man das kleine Hündchen wieder mit Stopp-Loslass-Technik zurück angelt. Hinzu kommt der immer noch verbreitete Mythos kleinere Hunde bräuchten weniger Bewegung als große Hunde.

Kaum ein großer Hund wird so behandelt. Ein Hund mit 35 Kilo schmerzt auf Dauer in den Armen und Schultern, wenn er zieht. Rennt er in die 8 Meterleine wird er nicht per Stopp-Knopf gebremst. Stattdessen fliegt der Halter hinterher. Und ein großer Hund der aggressiv reagiert, ist nicht einfach am Kontrahenten „vorbeizutragen“ und schon gar nicht per Angeltechnik wieder zurück zu holen. Ganz zu schweigen von dem erhöhten Gefährdungspotential. Auch wenn kleine Hunde ebenfalls schmerzhaft beißen können-große Hunde machen mehr Eindruck und können größere Verletzungen verursachen. Kurz gesagt: Ein unerzogener großer Hund, dessen Bedürfnisse nach Bewegung und Sicherheit übergangen werden, ist deutlich unangenehmer im Alltag als ein kleiner Hund. Dies führt eher dazu, dass die Leute umdenken müssen und gegebenenfalls auch eher den Hund abgeben (wofür die vielen großen Hunde im Tierschutz ja leider auch sprechen).

Egoismus auf Kosten der Hunde

Klein und niedlich zurecht gezüchtet, vergessen die Leute zu schnell, dass auch diese Hunde richtige Hunde sind. Sie wollen genauso laufen dürfen wie die Großen, sie wollen genauso beschäftigt werden und benötigen Erziehung, Sicherheit und einen Halter der auf sie Acht gibt. Wer sich aber einen Hund anschafft, um ein niedliches Stofftier zu haben, was perfekt in die Handtasche passt, das neue Spielzeug der Kinder ist oder als Kinderersatz fungiert, handelt einfach nur egoistisch. Derjenige holt sich keinen Hund, weil er einen Hund haben möchte. Er möchte sich weder mit seinem Wesen noch mit seinen Bedürfnissen auseinandersetzen. Ein Stofftier wäre da sicherlich angebrachter gewesen. Schade dass es keins geworden ist, sondern ein Hund. Schade dass dies dann der Hund ausbaden darf.

Autorin: Nina Dany

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Eingereicht von 19 Kommentare

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19 Comments »

  • Friedhelm sagt:

    Na so veralgemeinern darf man das nicht.

    Wer spricht von den nicht zu bändigen großen Hunden die mit Ihren Besitzern spazieren gehen? Wer spricht von den großen Kläffern in unserer Nachbarschaft?

    Hier bei uns in der Nachbarschaft z.B. sind 2 große Hunde die sind zu jeder Tages und Abendzeit am Bellen unser kleiner geht nur in den Garten lauscht und geht wieder rein. Von einer Bekannten wurde ihr kleiner Hund den sie an der Leine hat von nem großen totgebissen. Der große an der Leine auf der anderen Straßenseite angeleint , er sah den kleinen zog so stark das die Frau mit ihm über die Straße gezogen wurde. Dann stürtzte er sich auf den kleinen schüttelte zweimal und er verstarb in den Armen unsere Bekannten. Es gibt kleine Hunde und auch große Hunde die nicht hören und auch keine richtige Erziehung haben.

  • Manuel sagt:

    @Friedhelm Meine Schwester hat ebenfalls einen perfekt erzogenen kleinen Hund. Ich finde nicht, dass der Artikel Ihren Ausführungen widerspricht.

    Die Autorin möchte meiner Ansicht nach darauf hinaus, dass nicht artgerechte Haltung bei Kleinhundehaltern weiter verbreitet ist, als bei Großhunden bzw. bei Großhunden die „Problemhunde“ im Tierheim abgegeben werden.

  • Severine sagt:

    Volltreffer, liebe Nina! … und Dankeschön für diesen wichtigen Artikel!

    Severine und die Wuffstock Band

  • Alex sagt:

    Frechheit der Artikel.

    Natürlich ist es angemessen sich Gedanken über diese Form der Hundehaltung zu machen, und bei JEDER Größe Hund ist es schlimm wenn sich der Mensch nicht mit dem Verhalten seines Hundes auseinander setzt.

    Jegliche Kleinhundealter deswegen zu diffamieren ist aber unmöglich. Mir sind eine Menge Kleinhundehalter bekannt, die sich viel Mühe damit geben. Genauso viele Großhundehalter sind mir bekannt, die ihre Hunde absolut schmerzfrei auf wesentlich kleinere Tiere loslassen.

    Verdammt nochmal hört doch endlich auf, auf Haltern der jeweils anderen Hundegrößenordnung herumzuhacken. Es gibt mittlerweile genug Hundehasser auf der Welt. Jeder sollte sich an seine eigene Nase fassen, seine(n) Hund(e) erziehen und versuchen sich rücksichtsvoll zu verhalten und BITTE im Sinne seines Hundes etwas in Hundeausdrucksverhalten fortzubilden.

    Und auch Kleinhunde haben ihren ‚Sinn‘, sie werden seit vielen Jahrhunderten aus den verschiedensten Gründen gehalten, genauso wie die Großen auch.

    *ein Klein- Groß- Mittel- Anlage- und Plüschbomber alle- Hunde Fan*

    • nina sagt:

      Hallo Alex,

      ich finde es eher eine Frechheit, wenn ein Artikel nicht richtig gelesen wurde. ;) An keiner Stelle diffamiere ich sämtliche Kleinhundebesitzer. Ich mag kleine Hunde sehr gerne und kenne auch genügend Halter, die sich mit ihren kleinen Hunden auseinandersetzen. Ich verurteile lediglich eine Haltung, die Hunde zu kleinen Stofftieren degradiert. Ich verurteile Hundebesitzer, die sich in keinster weise mit den Bedürfnissen ihres Tieres auseinandersetzen. Sicherlich betrifft das auch Großhunde-anders als kleine Hunde, werden die aber schneller abgegeben oder die Halter suchen sich im besten Falle einen guten Trainer und überdenken ihre bisherige Haltung. Obwohl es gefühlt mehr kleine Hunde als große Hunde gibt (die Vorteile liegen auf der Hand), sind in den Hundeschulen und Vereinen weitaus mehr große Hunde als kleine Hunde zu finden. Das liegt sicherlich nicht an den perfekt erziehenden Zweibeinern… Und auch die Kleinen freuen sich über Auslastung und Beschäftigung.

      Leider sind die Kleinhunde von der „Stofftieransicht“ mehr betroffen, als große Hunde. Die werden in Taschen gestopft, mit zum Shopping genommen und an sich gedrückt (siehe Paris Hilton und Konsorten). Hunde sind kein Accessoire. Wenn du das in Ordnung findest, ist das natürlich deine Sache. Ich finde das nicht in Ordnung.

  • Genki & Co sagt:

    Ein Interessanter Text, aber ich kenne das ganze aus einer etwas anderen Perspektive, nämlich der, dass Kleinhunde von Großhundebesitzern (!) nicht ernst genommen werden.
    Ich selbst habe nicht Mal das, was unter Kleinhunde fällt, aber mit 30-40cm Schulterhöhe auch keine sonderlich großen Hunde. Eine davon hat Angst vor fremden Hunden und äußert das ebenfalls dadurch, dass sie versucht diese wegzuschnappen, der andere ist anderen Hunden gegenüber willkürlich agressiv und hat dann auch wirklich Tötungsabsichten.
    Ich habe also zwei „schwierige“ Hunde, an denen ich zwar viel, auch mit Hilfe diverser Hundetrainer, gearbeitet habe, aber nicht so recht auf einen grünen Zweig gekommen bin. Mein Fazit deshalb: Ich meide fremde Hunde. Meine Hunde werden natürlich immer angeleint, wenn ich andere Hunde sehe, und wenn ich irgendwie die Möglichkeit habe, versuche ich beim Vorbeilaufen einen Bogen zu machen, ins Feld oder Unterholz auszuweichen. Und hier vergeht eigentlich keine Woche, in der ich nicht zu spüren bekomme, dass meine Hunde und ihre Probleme von Großhundebesitzern nicht ernst genommen werden.
    Ich erinnere mich, als ich ein Mal mit unserem Hundetrainer einen Gruppenspaziergang gemacht habe und er zu Beginn des Spazierganges eine Einweisung gemacht hat, auf der er die anderen Hundebesitzer darauf hinwies, von welchen Hunden sie ihre Hunde fern halten sollen, weil diese aggressiv reagieren könnten. Natürlich war meiner darunter und von den anderen Hundebesitzern kamen Kommentare wie „Was? Der Kleine? Der sieht doch so harmlos aus!“.
    Letztens ging ich mit meinen Hunden im Feld spazieren und uns kam ein Mann mit Labrador entgegen. Ich leinte meine Hunde an und versuchte einen Bogen aufs Feld hinaus zu machen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass meine Hunde einen „freundlichen“ Eindruck vermittelten. Beide hatten einen aufgestellten Kamm, der Größere zitterte sogar vor Aufregung. Und dennoch kam es dem labradorbesitzer nicht im entferntesten in den Sinn, dass ich ausweiche, weil MEINE Hunde das Problem sind. Auf meiner Höhe angekommen schaut er mich verdutzt an, zeigt auf seinen Hund und sagt „Der ist eigentlich ganz friedlich“. Ich sage „Meine aber nicht“. Ein verwirrtes „Oh“ war die Antwort.
    Letzte Woche treffe ich einen Rottweilerbesitzer. Wir unterhalten uns mit einem gewissen Sicherheitsabstand von vielleicht 2-3 Metern. Sein Hund hörte brav und saß neben seinem Besitzer. Mein Großer war angespannt und die Kleine versuchte immer wieder den Rottweiler mit Knurren und Bellen zu vertreiben – Was vom Rottweilerbesitzer mit Auslachen quittiert wurde, weil sie ein recht hohes Bellen und Knurren hat, das zugegebenermaßen vielleicht nicht sehr angsteinflößend klingt. Aber das ist einfach, was ich immer und immer wieder erlebe: Besitzer großer Hunde, nehmen meine Hunde und ihre Probleme nicht ernst, oft werden ihre eigenen Hunde auch nicht angeleint und trotz meiner Warnung mit Sätzen wie „Der will nur spielen“, „Der ist noch Jung“, „Das ist ein Mädel“ oder sonstigen Aussprüchen, die für mich von keinerlei Relevanz sind, sogar zu meinen Hunden gelassen.
    Seltsamerweise ist mir noch nie passiert, dass ein Chihuaha-Besitzer seinen 2kg-Hund gegen meinen Wunsch auf meine los gelassen hätte, es sind wiederholt die Großhundebesitzer, die meine Hunde nicht ernst nehmen – Will jetzt auch nicht alle über einen Kamm scheren. Gab auch schon genug tolle Großhundebesitzer, die ihre Hunde angeleint haben und meinen Wunsch auf Abstand ohne Kommentar respektiert haben, aber wenn dieses Problem des Nicht Ernstnehmens meiner Hunde auftritt, dann zu 90% durch Großhundebesitzer.

    • nina sagt:

      Hallo,

      du sprichst da etwas ganz Wichtiges an, was ich im Artikel auch weg gelassen hab, wegen der Länge. Diese Mentalität die Großen einfach laufen zu lassen mit dem Argument „die machen das schon unter sich aus“, ist bei verantwortungslosen Großhundebesitzern sehr verbreitet. Deren Hund passiert ja auch nichts… Diese Situationen erlebe ich auch mit meinen Hunden immer wieder. Gegenüber einem Labradorrüden, Rottweiler oder ähnlich großen Hund haben auch mein Border Collie und meine alte (und kranke) Husky-Mix-Hündin „keine Schnitte“. Der letzte „Tut-Nix“ landete in meinem Oberschenkel, weil ich meine Hunde geschützt habe. Vllt sollte ich darüber auch mal etwas schreiben. So ein Verhalten ist unmöglich und führt natürlich auch dazu, dass die Kleineren Aggressionen entwickeln. Über den fehlenden Respekt unter den Hundebesitzern habe ich hier schonmal geschrieben: http://www.planethund.com/hundewissen/hundehalter-hundehalters-groesster-feind-2605.html

      • Kiya sagt:

        Ich finde den Artikel gut und richtig! Auch diese beiden hier direkt! Wir sind Besitzer von 3 völlig verschiedenen Hundecharakteren. Und es ist wie beschrieben: zuerst hatten wir nur 2 „Fußhupen“ – einen Jacky und ein Wollknäuel (Bolonka). Da haben wir auch die Erfahrung mit den größeren Hunden, die „nichts machen“ gemacht – stetig und ständig! Unsere aber vielleicht? Als wir dann unseren Sennehund dazu bekamen legte sich das SOFORT. Seit dem lassen nur noch die stetig Unverbesserlichen ihre Hunde „die nix machen“ auf unsere 3 los – auf ein Rudel Rüden!!! Gerade weil die 3 ein Rudel sind, „brauchen“ die keine fremden Hunde als Sozialkontakt, darüber denkt nur keiner nach. Im Gegenteil: es sind schon 3, also sind die freundlich – weit gefehlt! Es ist nicht grundsätzlich der Fall, dass die 3 auch den Kontakt eines fremden Hundes zum Rudel dulden. Die beste Situation war folgende: unsere Hunde lernten gerade in der Unterordnung, dass sie sich beim Spaziergang anständig zu benehmen haben, sie sollen ruhig bei Fuß mit uns weitergehen (funktioniert sogar ohne Leine inzwischen!). Es kamen 2 vorerst herrenlose Goldies auf uns zu gerannt – wir also unsere Hunde in den Befehl geholt, der Besitzer tauchte weit entfernt auf, machte aber keinerlei Anstalten seine immer noch auf uns zu rennenden Hunde zurück zu halten. Wir riefen, er solle bitte die Hunde rufen. Keine Reaktion. Die Hunde rannte also auf unser Rudel Junghunde zu, die dementsprechend unruhiger wurden, je näher die Hunde kamen. Mein Mann versuchte die fremden Hunde mit Körperpräsenz abzuwehren und 2 unserer 3 Hunde zu bändigen während ich dem Mann zubrüllte, er möge die Hunde zurückrufen und den Dritten „im Zaum“ hielt. Keine Reaktion. Mein Mann verhinderte Eskalationen zwischen den Hunden, in dem es ihm gelang die Goldies wegzudrängen. Ich rief dem Mann wieder zu er solle die Hunde gefälligst sofort abrufen. Der Mann ließ geschehen was geschah und sagte im vorbeigehen nur zu uns: „erziehen Sie Ihre Hunde doch!“ Wir waren sprachlos!!!!! Wieso lassen diese Menschen die Hunde andere so belästigen? Also meine Kinder ( ;-) und auch meine Hunde) rennen nicht auf wildfremde andere Kinder zu und umarmen und „belästigen“ diese. Ich persönlich kennen diesen Umgang gegenüber fremden Menschen auch nicht, wieso also der Hund? Ich finde die Dummheit und Gedankenlosigkeit vieler Hundebesitzer stellenweise Grenzenlos!Es kann doch nicht so schwer sein, erst einmal abzuchecken, ob ein Kontakt gewünscht und ratsam ist! Und wieso haben Hunde so etwas zu regeln? Uns hat man beigebracht, dass das Herrchen entscheidet, wann und wie sowas geregelt wird und niemals der Hund. Gott sei Dank stelle ich aber genau so auf der anderen Seite fest, dass ein Bewusstsein für vernünftige Hundeerziehung zunimmt und mehr und mehr Leute wahrnehmen und lernen (wollen), was sie da (im besten Fall) an der Leine herumführen.Leider machen aber die Unverbesserlichen den bemühten Hundebesitzern stetig und ständig ihren Ruf zunichten – auf das Thema Hundekot braucht man ja nicht weiter einzugehen, dass Dilemma kennt jeder verantwortungsbewusste Hundehalter.

    • Viktoria sagt:

      Hallo – ja, das kenne ich leider auch.
      Da wird dann noch doof gelacht von anderen HundehalterInnen, wenn meine beiden 5kg und 10kg Hunde an der Leine bei Hundebegegnungen völlig austicken!? – ist das echt so lustig??

      • Kiya sagt:

        @Victoria: einmal – nachdem wir dreimal gebeten hatten, dass man doch bitte den Hund zurückrufen möge und keine Reaktion kam und der fremde Hund dann versuchte von hinten an den Jüngeren unserer Rüden zu gehen (vermutlich nur um zu Schnüffeln, aber woher weiß ich das?) haben wir unseren Jacky seinen Freund beschützen lassen – der ist dann von ganz vorne nach ganz hinten geflitzt und damit war der „arme fremde Hund“ plötzlichen zwischen 2 schlecht gelaunten Kleinen – da war man dann plötzlich in der Lage den Hund doch wegzuholen. Was bitte soll sowas? Die „Kleinen“ werden bedrängt und sind dann die „frechen keinen Kläffer“ oder „Wadenbeisser“. Woher kommt das? Ok – größten Teils auch durch falsche Erziehung aber sicher auch z. T. daher, dass sie sich ja auch ständig gegen SOWAS wehren müssen. So oder so sind sie in der Zwangslage sich und ihre Leute gegen den großen „übergriffigen“ Hund verteidigen zu müssen – was sollen die denn dann bitte anderes machen? Und gerade wenn er verzogen ist, glaubt er ja, dass sein Herrchen/Frauchen sowas nicht regeln kann und es seine Aufgabe ist. Ich könnte mich tagelang über sowas aufregen!!! Ich finde es erstaunlich, dass es heute immer noch so uninformierte Hundebesitzer gibt! Ich fand es immer gaaaanz wichtig – schon als wir unseren 1.Hund bekamen – den Jacky – dass mein Hund niemanden zu belästigen hat und erst Kontakt aufnehmen darf, wenn gesichert ist, dass das Gegenüber dieses auch möchte. Einer meiner Nachbarn hat panische Angst vor Hunden – kann aber sorglos durch unsere Straße gehen und jeden Nachbarn besuchen, obwohl hier inzwischen in 4 von 8 Haushalten mindestens 1 Hund lebt. Aber wie schon gesagt: ein Endlosthema – trotzdem „gut“ zu lesen, dass viele Leute die gleichen Erfahrungen haben.

  • Manuela Langer sagt:

    Da ist (leider) viel Wahres in dem Artikel.
    Viele Halter machen sich keine Vorstellungen von den Bedürfnissen ihrer Tiere.
    Ich habe selbst zwei Kleinhunde, 4 und 6,5 kg, beide extrem niedlich – und beide dürfen und sollen vor allem eines sein: Hund!
    Dazu gehört gute Fütterung (nichts vom Tisch, kein Kuchen oder Schoki), gute Erziehung, reichlich Auslauf und Beschäftigung. Flexileine kommt gar nicht in die Tüte, meine Hunde haben ordentliche verstellbare Lederleinen. Fast täglich geht es in den Hundepark – „fast“, weil ab Windstärke 8 müsste ich den Kleinen Gewichte umschnallen, damit sie nicht abheben. ;-)
    Der „Große“ macht Agility und liebt es – die „Kleine“ ist erst mit 10 Jahren zu mir gekommen und ist damit zu alt, um noch so einen körperlich anspruchsvollen Sport zu beginnen. Aber sie liebt die Spaziergänge, und seit sie im Park frei laufen und vielen Hunden ohne Leine begegnen darf, ist ihre Leinenaggression deutlich zurückgegangen. Anfangs hat sie sich fast umgebracht, wenn ihr ein fremder Hund an der Leine begegnet ist. Bei ihr war es aber nicht Angst, sondern Frust: Sie durfte wohl früher nicht mit anderen Hunden zusammenkommen. Da ist dann ein Teufelskreis entstanden, der nicht einfach zu durchbrechen war.

    Kleine Hunde haben aber noch ein anderes Drama, das ihr Leben bestimmt: Der Niedlichkeitsfaktor und die Übergriffigkeit von Fremden. Ich erlebe es täglich, daß wildfremde Leute meine Hunde einfach anfassen und streicheln wollen, natürlich ohne zu fragen. Sie beugen sich über sie (für den Hund eine Drohung!) und grabschen von oben nach ihnen. Wenn der „Große“ (immerhin 6,5 kg, verteilt auf schlanke 30 cm Höhe!) dann nach vorne geht und kläfft, dann heißt es gleich „Der ist aber schlecht erzogen!“
    Nein, nicht der Hund ist schlecht erzogen, sondern der Mensch. Meine Hunde kennen und befolgen alle Grundkommandos und mehr – aber ich verlange von ihnen nicht, daß sie Stofftiere sein sollen, die jeder knuddeln darf. Weil sie richtige Hunde sind und keine Stofftiere.

    • Lena und Holly sagt:

      Leider ist das Begrapschen nicht nur ein Problem mit kleinen Hunden, meine hat 55cm Schulterhöhe und sieht Schäfi ähnlich aus. Und dennoch stürzt jedes zweite Kind auf sie zu,um sie zu streicheln oder berühren sie im Vorbeigehen.. Die Kinder kann ich ja noch verstehen, auf die reagiert Holly auch nicht, ich kläre sie dann auf und sie dürfen Holly „richtig“ streicheln.
      Aber es gibt, für mich völlig unverständlich, die sie im Vorbeigehen einfach streicheln aber meist erst hinten an der Seite, wenn sie sich erschreckt schnappt aus in die Luft und bellt. Da muss ich mir dann anhören, die wäre gefährlich und bräuchte einen Maulkorb, dabei wäre das nicht passiert wenn sie mich gefragt hätten und sich erklären lassen hätten, wie sie Holly richtig streicheln

      • Kiya sagt:

        Ganz genau! Unser Sennehund – eigentlich ein netter Hund – nur: man guckt keinem Hund zur Begrüßung in die Augen und beugt sich dann noch über ihn. Dass weiß jeder Hundebesitzer – sollte man denken. Leuten, die keine Hunde haben oder eben keine Hütehunde, die klären wir dann dementsprechend auf, viele verstehen den Unterschied nicht direkt, lassen den Hund dann aber. Aber es gibt tatsächlich noch angebliche Fachleute und sogar Tierärzte, die so vorgehen und einem dann einen aggressiven Hund „bescheinigen“. Der eigentliche „Problemhund“ – ein kleiner niedlicher Bolonka, der wird belächelt und nicht für voll genommen. Ich als Besitzer kann nur sagen: auch der hat Zähne und die funktionieren im Ernstfall, fürchte ich! Nicht umsonst ist es gerade der kleine Mann, der beim Tierarzt ein Maulkorb tragen muss (doofe Erfahrungen als kleiner Hund – wir arbeiten dran).

    • nina sagt:

      Das Problem habe ich mit meinem Border Collie mit Teddygesicht auch. Der sieht sehr niedlich aus-ist er aber nicht unbedingt. Er will sich nicht von jedem streicheln lassen. Auch Fremdhunde werden gerne mal hin gelassen, weil „der guckt ja so lieb“. Er kann halt leider nicht anders und seine deutlich drohende Körpersprache sehen die Leute nicht. Ich finde es klasse, dass du deine Hunde auch „Hund sein“ lässt. Hunde sind egal welche Größe keine Spielzeuge. Schade, dass das bisher noch nicht alle Menschen begriffen haben…

  • Nina sagt:

    Ich sage dazu nur: Oppositionsreflex! Mit der flex durch die Wucht natürlich noch extremer konditioniert. Schade, dass ihn in Deutschland nur so wenige kennen. Wer seinen Hund von vorne führt, hat kaum Probleme mehr (sofern es sich nur um leinenaggression bzw. Angst) handelt. Wobei es natürlich auch eine Halter Sache ist. Leider stimmt da häufig der Satz „gut gemeint ist nicht gut gemacht“. Aber so wie viele ihre Kinder reglementieren, tuen es eben auch viele mit ihren Hunden. So lernen Sie nicht durch Erfahrungen und das Problem kann immer weiter vererbt werden.

  • Lisa sagt:

    Ziemlich einseitige und schlecht recherchierte Darstellung. Geschätzte 80% der Großhundehalter leinen ihre Hunde bei Begegnungen mit einzelnen Kleinhunden- auch wenn diese angeleint sind oder am Wegrand abgesetzt werden nicht an- und dass auch unabhängig von der Sozialverträglichkeit. Den Großen passiert im Zweifelsfalle ja nichts, wenn es doch zu einer Auseinandersetzung kommt. Viele Kleinhunde reagieren nicht mangels Sozialisierung oder Erziehung ängstlich, sondern aufgrund solcher täglichen Rücksichtslosigkeiten nach dem Recht der Stärkeren.

  • duthorn christine sagt:

    Hallo ich habe einen kleinhund der Rasse Prager rattler 19 Jahre
    an meiner seite haben duerfen . keinen Tag möchte ich vermissen.
    In Mexico hatten nur die tapfersten Krieger einen
    Chihuahua an ihrer Seite und wenn der Krieger starb ging der hund mit. Prager rattler haben Löwenmut, sie werden in Rattenbauten geschickt und das machen sie ohne Angst. Viele Menschen unterschätzen diese Hunde. Sie sind nicht leicht zu führen haben einen sehr starken willen, und sie sind hochintelegent. Sie werden zu früh geimpt bekommen trotz ihrer Größe die jeweils volle Breitseite. Max ist letztes Jahr im Oktober mit knapp 20 Jahren verstorben. Er war sein ganzes leben krankheitsbedingt nur ein einziges !al beim Doc. weil ein dummer Mensch meinte er kann ihn einfach noch nehmen, er hat ihn fallen lassen. Beide Vorderbeine gebrochen. Da wog er 700 g . er kam mit 60 g auf einer wärmflasche
    Zu mir. Vor acht Wochen bat mich der züchter ich möchte mir doch bitte einen Welpen ansehen in seinem neuen zu Hause er ist informiert worden der hund könnte nicht laufen, und zwar auf Grund eines Gendefektes. Falsche Behandlung die nicht weil zu früh geimpt haben zu den beschwerden geführt. Ich hab den kleinen mitgenommen da er tags darauf Termin zum einschläfern hatte. Inzwischen hat er die Schnelligkeit eines Windhundes ist gesund und läuft bei fuss. Dieses verniedli hen macht die Tiere krank. Sie müssen sehr konsequent erzogen werden sonst werden sie zu Menschen Quäkern und zwar mit recht. Die Vermenschlichung betrifft nicht nur kleine Hunde mit einem mutigen Herz. Auch bei Katzen ist es schlimm ,viele wissen nicht was für ein Tier sie als Haustier haben. Katzen sind und bleiben kleine Raubtiere.
    LG tina

  • Lena sagt:

    Hinzu kommt das solche nur-kurz-auf-die-wiese-und-zurück-Hundehalter auch gerne kundtun das andere Hunde überfordert werden mit so viel Bewegung. Meine 3 (2 große und 1kleiner) sind gut und gerne bis zu 8 Stunden mit mir am stall und zu pferde unterwegs (großteils am stall schlafend oder spielend) und werden damit total gequält.

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