Hommage an den Hund

Berg Hund Frau
Foto: Irene Mihatsch

Wenn es nicht so kitschig wäre, würde dieser kurze Text den Titel „Hommage an den Hund“ tragen. Denn nichts anderes ist es.

Jeder Hundehalter kennt das: Man kommt todmüde, gestresst und meistens auch noch schlecht gelaunt nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause, wirft den Schlüssel in die Ecke, zieht die Schuhe aus – und schlagartig bessert sich die Stimmung.

Der Grund: ein kleiner (oder auch großer), heftig mit dem Schwanz wedelnder Vierbeiner, der einen – je nach Strenge der Erziehung – mehr oder weniger überschwänglich begrüßt, aufgeregt auf und ab springt und (was in meinem Fall aufgrund der eher nicht so strengen Erziehung zutrifft) uns voller Freude übers Gesicht schleckt, denn für ihn zählt nur eines: Frauchen ist wieder daheim! Plötzlich vergisst man zumindest kurzzeitig seine Sorgen, packt die Leine und beginnt mit der zweitschönsten Nebenbeschäftigung der Welt: einem Spaziergang mit dem geliebten Hund.

Hund Spaziergang

Bei einem solchen erlebt man allerlei lustige Dinge. Ich erfreue mich immer wieder daran, die unterschiedlichen Hunde mit ihren Eigenheiten zu beobachten.

Sei es der kleine Mops Harley, der voller Überzeugung und mit größter Motivation jeden Radfahrer, der sich „seiner“ Hundewiese nähert, verbellt, die schon etwas in die Jahre gekommene Mischlingsdame Jenny, die sich wie ein junger Hund hingebungsvoll auf einem toten Regenwurm wälzt, der übermütige Beagle Ferdinand, der bei jeder Hundebegegnung ein Freudengeheul loslässt, das Mark und Bein erschüttert, oder eben meine Grete, die es liebt, sich alle paar Meter ins kühle Gras zu legen und sich den Bauch kraulen zu lassen.

Auf Nicht-Hunde-Menschen mögen diese Verhaltensweisen vielleicht nicht so herzerwärmend wirken wie auf mich und bei der einen oder anderen werden sie wohl auch die Nase rümpfen. Vielleicht haben es auch manche Hunde-Menschen verlernt, sich dieser hündischen Eigenheiten anzunehmen, aber womöglich wecken diese Zeilen ein wieder Bewusstsein dafür, mehr auf die Lebensfreude und Ehrlichkeit des eigenen und auch anderer Vierbeiner zu achten und sich davon eine Scheibe abzuschneiden.

Ich kann mir ein Leben ohne meine Grete nicht mehr vorstellen, denn obwohl es natürlich nicht immer nur ein Honiglecken ist und ein Hund auch sehr viel Verantwortung und Verpflichtung mit sich bringt, versüßt mir der kleine Krawauzl, wie ich sie liebevoll nenne (eine Wortkreation, die sich aus „krawutisch“ und „Wauzl“ zusammensetzt), den Alltag und bringt die nötige Abwechslung in ein oft so tristes Grau-in-Grau, die ich nicht mehr missen möchte.

Autorin & Fotos: Irene Mihatsch

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