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Kinder-Eltern-Hunde-Buch: Mein Freund Timmy

Es ist großartig, wenn Kinder mit Tieren aufwachsen können. Tiere sind für Kinder oft bester Freund, Spielkamerad und Seelentröster. Sie hören zu und verurteilen nicht und es beruhigt, das weiche Fell zu streicheln und zu wissen, dass alle Geheimnisse bei diesem tollen Freund bleiben werden.

Aber „Freunde“ zu sein, muss man erst lernen und üben. Besonders wenn die Kinder noch recht klein sind und sich ausprobieren oder in die Pubertät kommen, kann es schwierig zwischen Kind und Hund werden. Und allzu oft erkennen die Eltern leider nicht, dass sich langsam, aber sicher ein dickes Problem zusammenbraut.

Kind spielt mit WelpenMama steht in der Küche und kocht das Mittagessen. Da hört sie Lisa laut schreien. Schnell läuft sie ins Wohnzimmer, wo Lisa und Timmy miteinander spielen.

Lisa lacht und zappelt mit den Füßen vor Timmys Nase herum. Sie sitzt auf dem Boden und der Hund beißt in ihren Socken hinein. Mama ist ärgerlich.

„So geht das aber nicht“, schimpft sie.
„Die schönen Socken sind neu.“
Mama schiebt Timmy von Lisa weg, aber der Hund will weiter spielen. Lisa zeigt ihm ihre Füße und zappelt damit, und Timmy beißt wieder hinein. Er zieht fest am Socken, es macht laut „Ratsch!“ und schon ist ein dickes Loch drin. „Mama, der Timmy hat meinen Socken kaputt gemacht“, ruft Lisa.
„Jetzt ist aber Schluss hier“, schimpft Mama.
„Aua!“, ruft Lisa da, denn Timmy hat jetzt aus Versehen in ihren dicken Zeh gebissen. Da haut Mama dem kleinen Hund auf den Popo …

Auszug aus dem Hundebuch Mein Freund Timmy – Das Kinder-Eltern-Hunde-Buch

So oder ähnlich beginnt die Geschichte oft, wenn uns jemand als Hundetrainer buchen möchte, weil es Probleme zwischen Kind und Hund gibt. Und in manchen Fällen sind die Probleme bereits weitaus größer als ein Loch im Socken, denn der Hund bedroht das Kind entweder massiv oder hat es gar schon gebissen.Die Eltern sind ratlos, weil sie die Situation nicht mehr einschätzen können und fragen sich, wieso der Hund denn so plötzlich aggressiv geworden ist.

Doch kein körperlich gesunder Hund wird ganz plötzlich ohne Grund aggressiv. Meist hat er bereits endlos oft und lange gewarnt, über Blicke und Körpersprache, schließlich über seine Stimme und erst dann kommt es meist zum Beißvorfall. Oft wird die Gefahr unterschätzt oder gar nicht als solche wahrgenommen, wenn Kinder den eigenen Hund ärgern und leider halten sich auch noch hartnäckig einige Gerüchte, die sowohl die Unversehrtheit des Kindes als auch die des Hundes in Gefahr bringen.

So sagte eine Mutter im Gespräch zu mir, sie verstehe nicht, wieso ihr Hund das Kind anknurren würde. Ihr zweijähriger Sohn hätte doch eigentlich noch Welpenschutz. Sie fiel aus allen Wolken, als ich ihr erklärte, dass es diesen nicht gibt, und schon gar nicht artübergreifend!

Mögliche Gefahren bei Kindern im Umgang mit dem Hund

hund junge

Über mögliche Gefahren zwischen Hunden und Kindern Bescheid wissen

Hunde sind Jagdraubtiere, die vom Wolf abstammen und obwohl sie seit vielen tausend Jahren mit dem Menschen zusammen leben und sich wunderbar an unsere Lebensweise angepasst haben, schlummern immer noch Triebe und Instinkte in ihnen, die sie in bestimmten Situationen besonders für Kinder gefährlich machen können.
Keinesfalls müssen sie sich vom Kind alles gefallen lassen. Jährlich werden mehr als achtzigtausend Kinder von Hunden verletzt, wobei die Dunkelziffer vermutlich weitaus höher liegt, und meist ist es der Familienhund. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Ist es bei Erwachsenen in den meisten Fällen ein Angriff aus Gründen der Ressourcenverteidigung, zum Beispiel beim Betreten eines fremden Grundstücks, so steht bei Kindern ganz oben auf der Liste der Vorfälle das Erschrecken des Hundes durch unerwartetes Anfassen, beispielsweise von hinten, wenn er das Kind nicht bemerkt oder wenn er schläft, oder plötzliches Schreien und Herumspringen des Kindes. Ebenso häufig beißen Hunde, wenn das Kind versucht, ihm etwas für ihn Wichtiges wegzunehmen, sei es nun Futter oder Spielzeug.

Auch beim Ärgern des Hundes kann es schnell zu Verletzungen kommen, wenn der Hund massiver nach dem Futter oder Spielzeug schnappt, das ihm vorenthalten wird oder wenn er das Kind anspringt. Bei einem ungünstigen Größen- und Gewichtsverhältnis vom Hund zum Kind kann es durchaus zu blauen Flecken, Hämatomen, Schürf- und Kratzwunden kommen, schlimmstenfalls bis hin zu Knochenbrüchen oder einer Gehirnerschütterung, wenn der Hund das Kind auf hartem Boden umwirft und es ungünstig aufschlägt.

mein freund timmy kind hundHund springt nach Leckerli

Auch die falsche Annäherung an einen Hund kann sehr gefährlich werden. Besonders wenn der Hund sich der Annäherung nicht entziehen kann, weil er angebunden wurde oder in eine Ecke gedrängt wird, bleibt ihm oft nur der Einsatz seiner Zähne, um sich die unerwünschte Berührung vom Leib zu halten.

Hund bellt weinendes Kind

Hund bellt, Kind weint

Daher ist es absolut notwendig, dass die Eltern einen wachen Blick für Situationen bekommen, die sich in die falsche Richtung entwickeln oder grundsätzlich gefährlich sein könnten, um ihr Kind und auch den Hund zu schützen. Denn nicht selten endet ein Beißvorfall mit dem Einschläfern des Hundes …

Ein Hund ist ein Lebewesen mit Gefühlen und Bedürfnissen, die erfüllt werden müssen. Dennoch wird er oft als interaktives Spielzeug oder Kuscheltier dem Kind zuliebe angeschafft. Da sind Probleme einfach vorprogrammiert. Es ist immens wichtig, dass sich die Eltern vor Anschaffung eines Hundes darüber im Klaren sind, was auf sie zu kommt.

Folgende Dinge vermeiden, damit es möglichst wenig Stress zwischen Kind & Hund gibt

Hund Kind
Dies gilt übrigens auch für Erwachsene!

Einen (schlafenden) Hund in seinem Körbchen stören

Das Tier könnte erschrecken und im Zweifel zuerst beißen und erst dann nachsehen, wer ihn da so plötzlich gestört hat. Zudem braucht der Hund einen sicheren und ruhigen Ort, wohin er sich zurückziehen kann, wenn ihm das Kind mal zu viel wird.

Einen Hund umarmen oder küssen wollen

kund umarmt hund

Einen Hund umarmen

Ein absolutes No-Go für Hunde. Unverständlicherweise ermutigen manche Eltern ihre Kinder noch dazu, um ein niedliches Foto oder Video machen zu können …
Kaum ein Hund mag es, umarmt zu werden, das gibt es unter Hunden nicht. Und manche Kinder sind nicht gerade zimperlich und drücken fest zu. Das Umarmen und an sich drücken kann ein Hund als gefährliche Situation für sich interpretieren und entsprechend schroff mit Abwehrschnappen reagieren.
Und ein Kind hat sein Gesicht dabei meist in unmittelbarer Höhe der Hundeschnauze.

Einem (fremden) Hund sein Spielzeug wegnehmen oder ihn beim Fressen stören

Die meisten Hunde werden ihren Besitz gegen einen (ihnen unbekannten) Menschen verteidigen. Das gilt auch für das Ärgern des Hundes mit Futter oder Spielzeug („Schau mal, was ich habe und du nicht!“)

Frontal auf (fremde) Hunde zu rennen

Eine schnelle frontale Annäherung ist für viele Hunde eine Bedrohung.

Die Hand nach einem fremden Hund ausstrecken, um ihn zu streicheln (egal wie niedlich er ist!)

Der Hund sollte entscheiden dürfen, ob es zur Kontaktaufnahme kommt – selbst wenn der Halter Ihnen sagt, Sie dürfen ihn anfassen. Locken Sie ihn zu sich heran und gehen Sie mit Ihrem Kind zusammen in die Hocke. Weicht der Hund aus, legt die Ohren zurück oder duckt sich – Finger weg!
Sie möchten schließlich auch nicht, dass jeder Fremde Ihr Kind angrapscht, nur weil er es niedlich findet, oder?! Und Ihr Kind mit Sicherheit auch nicht.

Einem Hund von oben über den Kopf streicheln

Stellen Sie sich eine Hand vor, die von oben auf Ihren Kopf oder Ihr Gesicht zu kommt – ist das angenehm? Wohl eher nicht.
Hunde bitte immer seitlich am Hals und der Brust streicheln, von dort über die Schulter hin zum Rücken, und bitte immer mit dem Strich (der Haarwuchsrichtung). Anders herum ist es sehr unangenehm bis schmerzhaft für den Hund.

Ungefragt ein Grundstück betreten, auf dem sich ein Hund befindet

Sie müssen als Eindringling immer damit rechnen, dass der Hund Sie stellen wird und zu vertreiben versucht – selbst, wenn Sie den Hund gut kennen.
Einige Kinder sind Wachhunden bereits zum Opfer gefallen und getötet worden, obwohl es die Hunde von Familienmitgliedern waren, wie in einem Fall die Hunde der Großmutter.

Sie sehen, das Thema ist komplex und vielleicht doch größer und ernster, als Sie vielleicht angenommen haben.

Idee hinter dem Kinder-Eltern-Hunde-Buch „Mein Freund Timmy“

Aus diesem Grund entstand das Kinder-Eltern-Hunde-Buch „Mein Freund Timmy“, in dessen vorderem Teil in kurzen, kindgerechten Geschichten und wunderschönen Zeichnungen von den Abenteuern der kleinen Lisa erzählt wird, die einen Welpen bekommt und mit ihm aufwächst. In der zweiten Hälfte des Buches gibt es passend zu jeder Kindergeschichte einen umfassenden Elternteil mit aussagekräftigen Fotos (teils echt, teils gestellt), die Ihnen als Eltern die Augen öffnen können für gefährliche Situationen und Anregungen geben, wie Sie aus Ihrem Kind und dem Hund ein Dream-Team machen können.

Ich wünsche Ihnen fröhliche und harmonische Zeiten mit Kind und Hund, und denken Sie immer daran – jedes verletzte Kind ist eines zu viel!

claudia landgrafeÜber die Autorin

Claudia Landgrafe ist zertifizierte Gebrauchshundeausbilderin, Problemhundtherapeutin und Mantrailing Trainerin.
Sie betreibt ihre mobile Schule für Hund und Halter „Signal-Hund“ im Raum Gummersbach und legt großen Wert auf das Vermitteln von richtiger Kommunikation und Verständnis zwischen Mensch und Hund.

Neben mehreren Artikeln für den Absolut-Hund-Report ist dies ihr erstes veröffentlichtes Buch zum Thema „Kind und Hund“.
Mehr darüber auf www.signal-hund.de und www.mantrailing-oberberg.de.

Mein Freund Timmy – Das Kinder-Eltern-Hunde-Buch bestellen

Text, Fotos & Zeichnungen © Claudia Landgrafe

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