Baby & Hund – Funktioniert das?

Baby und Hund, Foto: Melanie

Zwischen Baby und Hund kann ein harmonisches Miteinander sehr gut funktionieren, wenn man einige Dinge beachtet und auch weiß. Wovon ich persönlich gleich zu Anfang abraten möchte, ist es Baby und Welpe zusammen zu haben, außer man hat eine wirklich hilfsbereite Familie und der Partner kann viel mit abfangen. Ansonsten kann es nämlich ganz schnell in Stress ausarten und als frischgebackene Mama ist man oft überfordert.

Nicht immer hat man das Glück und hat ein Sonnenschein-Baby. Die Nächte werden zum Tag gemacht, das Baby weint viel. Der Welpe setzt sein Geschäft in die Wohnung und findet es toll Dinge anzuknabbern. Daher ist es ratsam, wenn entweder das Kind schon ein wenig älter ist, oder der Hund schon lange vorher da war. Natürlich kann es auch funktionieren, ein Baby und einen Welpen gleichzeitig großzuziehen, aber das Risiko, dass es nicht funktioniert ist sehr groß und letztendlich bleibt der Welpe auf der Strecke oder wird abgegeben.

Zuerst Kind und dann Hund, oder umgekehrt?

Kind Hunde Katze

Allerdings lässt sich aus meiner Sicht auch nicht sagen, was nun besser ist: Erst ein Kind und dann einen Hund dazu holen, oder umgekehrt. Diese Entscheidung kann einem niemand abnehmen. In die Überlegung sollte man auf jeden Fall mit einbeziehen, dass am Anfang, wenn sich mit einem Neugeborenen noch nicht alles eingespielt hat, der Hund meist ein wenig zurück stecken muss.

Auch wenn Kinder krank sind, Veranstaltungen haben etc. wird ab und an weniger Zeit für den Hund da sein. Ein Hund, der gelernt hat, dass er nicht immer die „erste Geige“ spielt und das auch schon kennt, wird damit keine Probleme haben. Es gibt aber auch Hunde, die nie gelernt haben, auch mal mit weniger Beachtung aus zukommen. Deren Frust kann sich dann auf das Kind übertragen und so bekommt man eventuell Probleme, dass der Hund „eifersüchtig“ wird und das Kind angeht. Das muss nicht sein, man sollte so etwas aber immer im Hinterkopf behalten.

Hund beim Kleinkind nie unbeaufsichtigt lassen!

Hund schleckt Baby
Baby und Hund

Am allerwichtigsten ist es aber, dass man Kind und Hund NIE alleine und unbeaufsichtigt lässt! Auch der liebste Hund kann mal zubeißen, wenn ihm vielleicht aus Versehen von dem Kind große Schmerzen zugefügt wurden. Dieser Mythos, dass ein Kind bei einem Hund alles darf, hält sich leider immer noch hartnäckig. Da ist die Rede von „Welpenschutz“.

Einerseits sind wir Menschen und keine Hunde, andererseits darf in einem Hunderudel der Welpe auch nicht alles und wird unter Umständen zurechtgewiesen. Und wir sollten uns auch vor Augen führen: Wenn ein Kind uns selber an den Haaren zieht, im Gesicht kratzt, einen beißt etc. finden wir das auch nicht lustig. Es kann verdammt weh tun. Also warum soll ein Hund sich diese Schmerzen gefallen lassen?

Deshalb haben wir Erwachsenen dafür zu sorgen, dass dem Hund nicht weh getan wird und er sich selber wehren muss und zubeißt, weil ihm keiner der Menschen aus der Situation geholfen hat. Außerdem lernt das Kind auch den rücksichtsvollen Umgang mit einem Lebewesen.

Kind & Hund: Notwendige Tabuzonen

Hund mit Schäferhund
Hund und Kind beim Spielen

Daher sollte man für Kind und Hund auch Tabuzonen einrichten. Damit das Kind in Ruhe spielen kann und auch das Spielzeug heil bleibt – Hunde zerkauen gerne mal was – könnte man das Kinderzimmer als hundefreie Zone einrichten. Am Anfang, damit man nicht immer wieder den Hund rausschicken muss, kann man ein Türgitter anbringen. Später, wenn der Hund verstanden hat, dass er dort nichts zu suchen hat, wird das Türgitter wieder entfernt.

Aber auch der Hund braucht einen Platz, wo er sich zurück ziehen kann und dort nicht belästigt wird. Seinem Kind sollte deutlich gemacht werden, dass es den Hund an diesem Platz in Ruhe zu lassen hat. Wenn das Kind noch zu klein ist um dies zu verstehen, muss man entweder aufpassen oder einen Platz so wählen, dass das Kind nicht drankommt.

Hat man schon einen Hund und ein Baby kommt dazu, wird man sehr viele Tipps von Verwandten und Außenstehenden bekommen. Am besten hört man auf sein eigenes Bauchgefühl. Nur selber kennt man seinen eigenen Hund ganz genau und nimmt nicht alle gut gemeinte Ratschläge an. Vor allen Dingen nicht den Tipp mit der Windel. Sogar meine eigene Oma meinte ihn mir geben zu müssen.

Der unmögliche Tipp mit der Windel

Dabei soll der Partner, wenn man noch mit dem Baby im Krankenhaus ist und vor dem Heimkommen ist, eine vollgekackte Windel dem Hund vorlegen, damit er das Baby annimmt. Ich halte das nicht nur für abartig, sondern verstehe den Sinn nicht dahinter. Eine Decke, die nach dem Baby riecht, erfüllt genauso diesen Zweck, wobei ich selber meinen Hunden gar nichts vorgelegt habe, sondern ihnen direkt das Baby präsentiert habe. Auch den Ratschlag, den Hund abzugeben, weil das Kind im Krabbelalter ja an den Haaren ersticken könnte, muss man nicht beherzigen. Dafür gibt es Staubsauger und eine zu sterile Umgebung fördert bekanntlich Allergien beim Kind.

Kind im Krabbelalter

Das Krabbelalter kann auch eine Phase für sich sein. Nicht nur, dass das Kleine nun mobil wird und an Dinge kommt, die es nicht haben darf. Der Hund kann auch verunsichert sein, dass nun dieses kleine Wesen mobil wird. Daher sollte man gerade bei diesem Punkt am Anfang ein besonderes Auge drauf haben um zu vermeiden, dass der Hund aus Unsicherheit auf das Kind losgeht, oder es als Beute betrachtet. Auch ein rennendes Kind, kann unter Umständen, bei einem Hund den Jagdinstinkt auslösen. Hier sollte man als Erwachsener ein gutes Auge für haben, ob Kind und Hund spielen, oder ob der Hund das Kind als Beute sieht.

Fazit: Hund & Baby

Manch einer mag jetzt bestimmt denken „Bei all dem, was passieren kann, kann das doch gar nicht mit Kind und Hund funktionieren“. Doch, es kann wirklich. Ein Kind kann nicht von heute auf Morgen krabbeln oder laufen und egal ob der Hund schon da war, oder auch erst später kommt, alles spielt sich nach und nach ein. Wenn man aufpasst und ein respektvoller Umgang zwischen den Erwachsenen, Kind und Hund vorhanden ist, kann es sogar für alle Seiten eine große Bereicherung sein.

Autorin: Melanie Weber-Tilse

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3 Kommentare

  1. Ich finde den Beitrag recht hilfreich. Doch bei dem Absatz mit der Windel muss ich doch sehr schmunzeln. Da geht es doch nicht um angekackte Windeln, sondern eh um Stoffwindeln, die den Geruch des Baby´s annehmen. Nur so am Rande erwähnt.

    • Hallo Nini,

      danke :)

      Und doch, meine Oma hat mir wirklich den Tipp mit einer vollgesch….. Windel gegeben :D Eine Stoffwindel, oder ein Deckchen vom Baby ist ja auch voll in Ordnung ;)

      LG
      Melanie

  2. Ich bin auch mit Hund aufgewachsen, mit einem Mittelschnauzer die sind ja nciht zimperlich und relativ temperamentvoll und dominant provokant. Habe natürlich unter de rAufischt meiner Mutter gespielt. Aber es gibt mehr Bilder von mir mit Hund (Inzwischen bin ich 20 wir haben 2 Hunde der Schnauzer ist leider tot), als mit meinem jüngeren Bruder. Es kommt immer auf den Charakter des Hundes an. Man sollte in dem Artikel mal auf eine kleine Hunde-Kommunikations-einführung, das man Zeichen richtig deuten kann. Wie dem auch sei ich habe immer schon Hunde, hatte nie Probleme, wirklich nie, auch mit fremden Hunden nicht selbst die, die mit Fremden überhaupt nicht klar kamen. Lässt man Kind und hund unter Aufsicht natürlich zusammen großwerden kann sich ein tolles Team daraus entwickeln. Nehme meinen Hund regelmäßig auf Wandertour mit, der Andere ist mit 14 und 4 Jahren über der Lebenserwartung zwar noch fit, aber nicht fit genug dafür.

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