Zoll-Diensthunde erschnüffeln große Mengen an geschmuggelten Waren

Bisher größter Fund des Jahres in Tirol im Wert von 2,5 Mio. Euro.

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Diensthund Zoll Österreich

Die Diensthunde des österreichischen Zolls haben im 1. Halbjahr 2021 wieder große Mengen an geschmuggelten Waren erschnüffelt. Dabei erwies sich der Suchtmittelbereich für die Diensthunde als besonders ergiebig:

  • 1.496 Einsätze mit Diensthunden führten zu einem Aufgriffsergebnis von 318 Kilogramm und 13.244 Stück Drogen.
  • Darüber hinaus stellten die Spürnasen bei 96 Aufgriffen 63.380 Stück Zigaretten, 61 Kilogramm Tabak und 336 Zigarren sicher.
  • Neben 2 Artenschutzaufgriffen konnten die vierbeinigen Kollegen bei 7 weiteren Einsätzen mit Diensthundebeteiligung auch 70.390 Euro Bargeld feststellen.

26 Spürhunde beim österreichischen Zoll im Einsatz

Bei der Suche nach Schmuggelwaren, seien es Drogen, Zigaretten, Bargeld oder geschützte Arten, werden beim österreichischen Zoll derzeit 26 Spürhunde eingesetzt. Die Spürhunde unterstützen die Zöllnerinnen und Zöllner bei Einsätzen an Grenzübergängen, bei Kontrollen auf Bundesstraßen und Autobahnen, auf der Post und nicht zuletzt auf Flughäfen.

Finanzminister Blümel mit Diensthunden Dobby und Django. Fotocredit: BMF/Dunker

Viele Erfolge des Zolls, ob gegen die Drogenkriminalität, Tabakwarenaufgriffe oder Artenschutz, werden erst durch den Einsatz unserer Diensthundeführer und ihrer Diensthunde möglich – sie beweisen im Kampf gegen Betrug und Kriminalität den richtigen Riecher.

ist Finanzminister Gernot Blümel stolz auf die Zöllnerinnen und Zöllner und ihre vierbeinigen Mitarbeiter. So ging beispielsweise im April dieses Jahres der größte Drogenaufgriff bisher in Tirol auf das Konto von Zoll-Drogenspürhund Crack. Er erschnüffelte 261 Kilogramm Haschisch im Schwarzmarktwert von 2,5 Millionen Euro bei einer gemeinsamen Kontrolle eines litauischen LKW von Polizei und Zoll im Kufsteiner Gewerbegebiet. Zwischen den Paletten mit Fliesen die Drogen im Laderaum auszumachen, war nur mit dem Diensthund derart schnell und treffsicher möglich.

Zoll Schäferhund Ben
Zoll-Diensthund Ben

 

Zoll-Diensthund Ben zeigte wiederum im Zuge einer gemeinsamen Schwerpunktkontrolle mit der Fremdengrenzpolizei Leopoldschlag sein Können. Bei der Kontrolle des Eurocity-Zuges der Strecke Prag – Linz erschnüffelte er im Koffer eines 30-jährigen Slowaken 1 Kilogramm Cannabiskraut.

Ausbildung im Diensthundewesen beim österreichischen Zoll

Möglich werden Erfolge wie diese durch die große Erfahrung des Zolls im Diensthundewesen. Die Diensthunde werden beim österreichischen Zoll einer kombinierten Ausbildung unterzogen. Dabei erlernt ein Diensthund das Aufspüren von Drogen und Tabakwaren, Drogen und Bargeld oder Drogen und Artenschutz. Artenschutzspürhunde werden auf ca. 15 bis 20 verschiedene Gerüche konditioniert. Neu ist dabei die Verwendung von so genannten Sokks-Cites. Bisher musste mit echten Tieren oder Elfenbein trainiert werden. Bei Sokks-Cites werden Materialien wie Elfenbein, Federn und Reptilien-Eier verwendet und ihr Geruch in einem speziellen Verfahren auf kleine Röhrchen aufgebracht, mit denen die Hunde üben.

  • Bei der Artenschutzhundeausbildung wird eng mit dem Tiergarten Schönbrunn zusammengearbeitet.
  • Andere Ausbildungsstätten für das „training on the job“ aller Diensthunde sind neben Zollstellen an Grenzübergängen wie beispielsweise Nickelsdorf auch die Flughafen-Zollstellen wie etwa Wien Schwechat.
  • Auch bei Busunternehmen und PKW-Händlern wird die Sucharbeit trainiert.

Diensthunde werden auf das Anzeigen der Gerüche trainiert

Zoll Diensthund DobbyIn der Ausbildung werden die Diensthunde spielerisch mit Einsatz des Klickertrainings an ihre Aufgabe herangeführt und nach erfolgreicher Auffindung mit Futter oder dem Spielball belohnt. Neben sehr guter Gesundheit, einer ausgeprägten beutetrieblichen Veranlagung und einem guten Sozialverhalten sind Unbefangenheit und Belastbarkeit unverzichtbare Grundvoraussetzungen für eine erfolgversprechende Ausbildung als Diensthund beim Zoll.

Alle Diensthunde wurden auf das „passive“ Anzeigen der Gerüche trainiert: Beim passiven Anzeigeverhalten geht der Hund mit der Nase zur Geruchsquelle und verharrt dort, wo er den Geruch wahrgenommen hat – je nach Ausbildung Tabak, Bargeld, Artenschutz oder Drogen. Durch dieses passive Anzeigeverhalten erkennt der Diensthundeführer, dass der Hund fündig wurde.

Nach rund zehn Jahren der intensiven Sucharbeit gehen Diensthunde üblicher Weise in den verdienten Ruhestand, den sie meist bei ihren Diensthundeführern verbringen. Über die Jahre bauen die Partner eine sehr intensive Bindung zueinander auf, die über die aktive Dienstzeit anhält und im Privatleben genauso gelebt wird.

Titelbild: Diensthund Cado, Fotocredits: BMF/Zollamt

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