Dramatik pur! Tagebuch Diabetikerwarnhund Teil 5

Diabetikerwarnhund Tagebuch

Diabetikerwarnhund Tagebuch – Fünfter Eingrag

Die 3 Wochen Probe-Gino vergingen wie im Fluge. Es war der Tag der Trennung gekommen. Am liebsten hätte ich Gino gar nicht mehr hergegeben, aber es stand ja noch mein 10 tägiger Besuch in der Diabetesfachklinik in Bad Heilbrunn an.

So fuhr ich mit Felix und Gino nach Scheer. Als wir dort angekommen waren, durfte Gino noch mit den anderen Hunden spielen gehen. Er freute sich so sehr über den Besuch, dass ich schon ein schlechtes Gewissen bekam. Gino war mir die 3 Wochen keinen Zentimeter von der Seite gewichen. Eine wahrlich treue Seele. Felix Abschied von Gino verlief sehr kurz und schmerzlos. Ich hatte mich auf weit schlimmere Reaktionen gefasst gemacht. Diese sollte aber im Auto noch folgen. Wir waren schon wieder auf dem Heimweg und Felix hielt ein kleines Nickerchen. Ich war während dieser Fahrt immer noch in Gedanken bei Gino. Nach einer Stunde wurde Felix dann wach. Dann traf es ihn wie einen Geistesblitz.

Hund Gino Spaziergang
Hund Gino und Felix beim gemeinsamen Spaziergang

„Mama, wir haben Gino vergessen!“ entsetzt sah er mich an.

„Nein Felix, Gino macht Urlaub bei Maja, wir holen ihn dann in 2 Wochen wieder ab.“ versuchte ich ihm zu erklären. Es war vergebens. Felix brach in großes Schluchzen aus und riesige Krokodilstränen kullerten über seine Wange. Er beruhigte sich aber nach einiger Zeit wieder, so dass die Heimfahrt dann wieder entspannter verlief.

Am Abend saßen Felix und ich vor dem Fernsehr. Wir hatten uns für den Disneyfilm Cap und Capper entschieden. Als die Szene kam, in der die liebe Oma den kleinen Cap im Wald aussetzte, weil der böse Nachbar keinen Fuchs in seiner Nähe duldete, brachen meine angestauten Wasserdämme. Ich hatte diese Szene als Kind wahrlich nicht so dramatisch empfunden.

Die 10 Tage in Bad Heilbrunn zogen sich unendlich lange. Ich fühlte mich ohne Felix, Marko und Gino richtig alleine, aber ich konnte mich jetzt intensiv mit meinem Diabetes beschäftigen. Meine letzte Schulung lag schon eine Ewigkeit zurück und so frischte ich mein Wissen über Basalraten und Bolusberechnungen, sowie Hypo- bzw. Hyperglykämien wieder auf. Auch lernte ich viele Menschen kennen und wir hatten auch unheimlich viel Spaß und haben viel gelacht.

Manche Gespräche regten auch viel zum Nachdenken an. Die Angst vor Folgeerkrankungen, ist der Diabetes auf das Kind vererbbar, waren Themen die alle beschäftigten.Aber es tat sehr gut unter „Gleichgesinnten“ zu sein. Menschen die einen verstehen und die Probleme, die in einem Diabetikerleben auftreten, nachvollziehen können.

tagebuch diabetikerwarnhund gino maja
Gino wieder bei Maja

Für viele Menschen ist Diabetes ein Buch mit 7 Siegeln. Meistens bekomme ich entsetzte Blicke zugeworfen, wenn ich mal wieder genüsslich in ein riesiges Stück Süßgebäck beiße. Mit „Ich darf alles essen!“ wird die Situation meinerseits meistens kommentiert. Es folgen darauf verwunderte Blicke, die mich aber von meinem Genuss wenig abhalten.

Der Tag der Entlassung nahte. Gleich nach dem Frühstück setzte ich mich ins Auto und fuhr nachhause. Ich konnte es kaum erwarten, Gino am nächsten Tag wieder aus Scheer abzuholen.

Bei Maja angekommen haben wir uns auch gleich für den Frühjahrskurs, welcher im März 2015 startet, angemeldet. Auch gab sie uns gleich Ginos „Uniform“ mit. Auf diesem prankt jetzt leuchtend der Schriftzug „Diabetikerwarnhund in Ausbildung“.

Endlich hatten wir unseren Gino wieder! Mein Welpenrudel war wieder vollständig! Auch die Stiftungen meldeten sich in der Zwischenzeit bei mir. Es kamen bereits die ersten Spendenzugänge. „Das läuft ja super!“ dachte ich mir. Die komplette Summe hatte ich aber noch nicht zusammen. Wie zäh dieses Unterfangen noch verlaufen würde, konnte ich ja noch nicht ahnen. Ich vertrieb mir die Zeit um erstmal hemmungslos im Tierhandel Hundezubehör zu shoppen und Hunderatgeber zu studieren.

Aktueller Spendenstand: 3.500 EUR

Autorin: Tanja Steinhauser

Wird es Tanja schaffen, die Spendengelder zusammen zu bekommen, damit sie mit Gino die Ausbildung starten kann?

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2 Kommentare

  1. Hallo! Es ist sehr schön euer Tagebuch zu lesen. Unser Diego kommt vom gleichen Züchter und hat den selben „beruf“. Ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg bei der Ausbildung. LG Stefanie

    • Hallo,
      Der Züchter hat mir von Diego schon erzählt. Ihr habt auch die Ausbildung bei CATU gemacht. :-)

      Gruss

      Tanja und Gino

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