Verwahrloste Hunde aus Tierhölle in Edingen befreit

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Bild: Tierrettung Rhein-Neckar

Am Mittwoch den 8. Mai zeigte sich den Polizisten und den Mitarbeitern der Tierrettung Rhein-Neckar, ein schreckliches Bild. In einem Einfamilienhaus in Edingen wurden acht Hunde, die zum Teil verwahrlost und abgemagert vor sich hinvegetierten, Dreck, Kot und Kadaver von verendeten Tieren gefunden.

Gegen Spätnachmittag hatte ein Gerichtsvollzieher einen Termin bei der Familie, die aus einer 33-jährigen Frau und ihr 24 Jahre alter Lebensgefährte sowie mindestens einem Kind bestehen soll.

Da die Familie mehrere Hunde hat, hatte der Gerichtsvollzieher im Vorfeld um Polizei-Unterstützung gebeten. Weil ihnen die Tür nicht geöffnet wurde, aber ein bestialischer Gestank durch die verschlossene Tür entgegen kam, verschaffte sich die Polizei Zutritt zu dem Haus.

Bild: Tierrettung Rhein-Neckar
Kot, Dreck und mittendrin ein Hunde-Kadaver

Den Beamten bot sich ein Bild des Horrors. Überall Kot, Dreck und Ungeziefer. Laut Polizei lag ein schwerer Ammoniak- und Leichengeruch in der Luft. Sie fanden drei gepflegte Berner Sennenhunde. Doch das sollten die einzigen Tiere sein, die sie in dem Zustand finden sollten

Sie fanden zwei total abgemagerte und verängstigte Welpen und in einem anderen Zimmer zwei qualvoll verendete Hunde. Auch im Keller des Hauses wurde die Polizei fündig. Dort vegetierten drei Bernhardiner-Mischlinge in ihrem Kot vor sich hin, daneben drei weitere Hunde-Kadaver. Im Haus wurden noch eine tote Schildkröte, ein toter Hase und eine lebende Katze gefunden.

Die Tierrettung Rhein-Neckar wurde um Hilfe gebeten und so war Chef Michael Sehr mit zwei Kollegen der Tierrettung und einer Nottierärztin vor Ort. Zusammen mit der Feuerwehr wurden die acht Hunde und die Katze von Kot, Urin und Ungeziefern gereinigt, damit die Tierärztin überhaupt Braunülen für die medizinische Versorgung und zur Stabilisierung der Tiere für den späteren Transport legen konnte.

Die drei verwahrlosten Bernhardiner-Mischlinge mussten erst in die Tierarztpraxis im Kölle Zoo Dr. Neunzig gebracht werden. Hier wurde der mobile Hundesalon Thorsten Vatter hinzugezogen, um die Tiere gründlich zu reinigen und zu scheren. Die anderen fünf Hunde wurden in die umliegenden Tierheime gebracht. Laut der Homepage der Tierrettung Rhein-Neckar, endete der Einsatz der Tierrettung erst in den frühen Morgenstunden.

Gegen die Frau und ihren Lebensgefährten wird wegen Tierquälerei ermittelt.

Die drei Hunde, die zuvor in der Tierarztpraxis weiter behandelt werden mussten, sind nun so fit, dass sie in das Tierheim Heidelberg verlegt werden konnten.

Fotos: Tierrettung Rhein-Neckar

Während der Recherche in diesem Fall, stießen wir auf Hintergrundinformationen, die erst jetzt bekannt wurden. Die 33-Jährige war schon früher auffällig geworden. Schon letztes Jahr hatte man ihr in Rheinland-Pfalz sieben große Hunde abgenommen, die ins Tierheim Pirmasens gebracht wurden. Damals waren die Hunde aus dem früheren Anwesen der Familie in Dahn bei Fischbach ebenfalls völlig verwahrlost geholt worden. Nachbarn hatten die Polizei verständigt, da Schreie der Tochter aus dem Haus gekommen waren.

Die zwei Bernhardiner und fünf Berner Sennenhunde waren daraufhin im Tierheim Primasens aufgepäppelt worden. Diese mussten der Besitzer zurück gegeben werden, als sie mit ihrem Anwalt bei dem Tierheim aufkreuzte und alle ausstehenden Kosten beglich. Die Hunde, die jetzt dort gefunden wurden, waren wohl teilweise die aufgepäppelten Hunde von damals und neue Welpen, die sich die 33-jährige anschaffte.

Bei der ganzen Tragödie kommt noch verschlimmernd hinzu, dass die 12-jährige Tochter monatelang in diesem Dreck und Gestank hausen musste. Diese wurde von dem Jugendamt des Rhein-Neckar-Kreises in eine Kinder- und Pflegeeinrichtung gebracht. Das einzige Tier, was in diesem Horrorhaus wirklich gepflegt war, war laut Aussagen der Hamster der Tochter, die sich liebevoll um den kleinen Kerl gekümmert hatte.

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