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Die Schlucht der freien Hunde von Konstantin Sergienko

Das Buch Die Schlucht der freien Hunde von Konstantin Sergienko ist eigentlich ein Kinder- und Jugendbuch. Trodem fasziniert es auch die ältere Generation, denn eigentlich ist es für alle Altersklassen und auch zeitlos geschrieben. Das Buch wurde erstmals 1979 veröffentlich und es wurden zwei Zeichentrickfilme und unzählige Adaptionen des Stoffes für Theater und Musical produziert. Der Autor, Konstantin Sergienko, gilt als einer der talentiertesten russischen Romanautoren des letzten Drittels des 20. Jahrhunderts.

Eine herzergreifende, ebenso lebensfrohe wie tieftraurige Geschichte über Stolzi und seine Freunde, die beim Rudel der freien Hunde am Rande der Großstadt in einer öden Schlucht leben. Trotz aller Widrigkeiten ihres „Hundelebens“, geben sie ihren Traum vom Glück niemals auf. Sie genießen die Freuden des ungebundenen und freien Lebens, müssen sich aber auch mühsam durchs Leben schlagen. Die unterschiedlichsten Hundetypen haben sich in der Schlucht zusammgengefunden. Da gibt es den Menschenhasser, die arme geprügelte Kreatur, die verstoßene Diva und der Gossenphilosoph. Der Held dieser Geschichte ist aber Stolzi, der seine Freiheit liebt, mehr als alles andere auf der Welt. Aber insgeheim sucht der eben doch nach seinem Menschen. Eine liebevolle Hand, die ihn füttert und streichelt, aber nicht schlägt!

Hundeglück – Hundepech

Hundebuch Die Schlucht der freien Hunde

Hundebuch: Die Schlucht der freien Hunde – Artem Verlag, Zeichnungen von Michael Blechmann

Das Kapitel 14 als Leseprobe aus dem Buch „Die Schlucht der freien Hunde“:

So ist das Hundeleben. Heute hast du ’nen dicken Knochen zu fressen und morgen weißt du nicht, wie du den Tag überlebst. Gestern ist Hinki halbtot nach Hause gekommen. Er wollte wie jeden Tag in den Zug steigen. Aber da wurde er so bös getreten, dass er sich kaum noch nach Haus schleppen konnte. Hinki litt still vor sich hin, aber in seinen Augen standen die Tränen. Der arme Hinki. Warum bloß hatte man ihn so zurichten müssen?

Dafür hatten die Neuen Glück. Ich hab’s selbst gesehen. Beim Haus stand ein Auto, in dem ein Erwachsener irgendwelche Sachen verstaute. In der Nähe lungerten die Neuen herum, denn es hätte ja sein können, dass ‚was Essbares für sie abfällt.Da kam ein Mädchen zum Hauseingang raus. Ich kannte es, weil es mir mal ein Stück Fleisch gegeben hatte. Das Mädchen sagte: „Guck mal, Papa, was für niedliche Hündchen das sind. Die laufen hier immer ‚rum.“

Der Vater antwortete nicht und kümmerte sich um sein Auto. „Papa, einer für Mascha und einer für mich. Lass sie uns mit auf die Datscha nehmen.“
Der Vater antwortete nicht. „Ich werde mit ihnen spielen und sie passen auf unseren Garten auf.“ Der Vater sagte immer noch nichts.
„Hündchen, ihr süßen kleinen Hündchen, kommt her“, rief das Mädchen.

Die Neuen kamen schwanzwedelnd angelaufen. Ich wiederum hielt mich zurück. Wenn mich das Mädchen nicht rief, wollte ich mich auch nicht aufdrängen. Sie hatte mir ja schon mal Fleisch gegeben. Und jetzt hatte sie sowieso nichts dabei.

„Hündchen, ihr süßen kleinen Hündchen“, sagte das Mädchen und streichelte die Neuen.
Die sprangen und quietschten vor Freude. Tobik legte sich auf den Rücken, streckte den Bauch raus und strampelte mit seinen Pfoten. Eine schreckliche Angewohnheit.
„Papa, lass sie uns mit auf die Datscha nehmen“, sagte das Mädchen.

Der Vater antwortete nicht. „Nun sag schon ja, Papa!“

„Und was wollt ihr im Winter mit ihnen machen“, fragte der Vater. „Der Sommer ist bald vorbei.“

„Im Winter kann Onkel Kolja sie nehmen.“

„Onkel Kolja hat schon einen Hund.“

„Dann bekommt er halt noch zwei dazu. Er mag doch Hunde.“

„Also wie du willst“, sagte der Vater und ließ den Motor an. Das Mädchen machte die Wagentür auf und rief:
„Kommt her, Hündchen. Wir fahren auf die Datscha. Die Datscha wird euch gefallen.“

Die Neuen blickten fragend zu mir. Wir alle hatten die Erzählungen der Dackeldiva über die Datscha im Ohr. Die Datscha hieß nicht einfach nur gutes Leben. Datscha hieß Paradies – Hundeparadies. Ich nahm es dem Mädchen natürlich übel, dass es mich nicht gerufen hatte. Aber andererseits wäre ich sowieso nicht mitgefahren, denn ich hatte ja hier meinen Menschen und würde auch unsere Schlucht nicht einfach verlassen…

„Nun kommt schon her“, rief das Mädchen. Man konnte sehen, dass das Mädchen ein gutes Herz hatte. Und der Vater schien auch ganz in Ordnung zu sein. Die Neuen durften sich diese Chance nicht entgehen lassen.

„Na los“, sagte ich deshalb. „Nun geht schon.“
„Und Blacky?“, fragten sie. „Wird Blacky nicht böse sein?“

Blacky hätte die Neuen sicher nicht einfach ziehen lassen. Blacky misstraute den Menschen. Aber Blacky war auf der anderen Seite der Schlucht. Und so gingen die Neuen.

„Wenn es uns nicht gefällt, kommen wir wieder“, riefen sie. Und dabei strahlten sie überglücklich. Schließlich hat man nicht jeden Tag das Glück, von einem netten Mädchen auf die Datscha eingeladen zu werden. Sie krochen ins Auto, die Tür fiel ins Schloss, und weg waren sie.

Auch wenn Bobik und Tobik nur kurz bei uns in der Schlucht gelebt hatten, schlug mir ihr Weggang doch aufs Gemüt. Die Reihen des Rudels lichteten sich. Blacky würde mir Vorwürfe machen, weil ich die Neuen habe ziehen lassen. Wer sollte ihn nun auf der Nachtwache begleiten? Auch Hinki war nicht mehr einsatzfähig. Wenn es einer verdient gehabt hätte, sich auf dem Land zu erholen, dann er. Aber das Hundeleben ist nun mal eine Pusteblume. Es trägt dich mal hierhin, mal dorthin – ganz wie der Wind steht.
Mehr als alle anderen aber grämte sich Dacki:

„Ach, warum nur konnte ich nicht mit den Neuen fahren!“

Die Schlucht der freien Hunde – Fazit

Auch wenn die Geschichte aus 1979 ist, so greift es ein immer wieder aktuelles Thema auf: Straßenhunde. Es gibt Straßenhunde, die von einem vertrauten Platz verstoßen wurden und sich nun alleine auf der Straße wieder finden. Die, die es schwer haben sich durchzuschlagen, die die wirklich wieder eine Hand brauchen, die streichelt und füttert. Es gibt aber auch, diese, die eben die Freiheit genießen. Denen es auf der Straße gut geht. Die dort überleben können und auch noch gut versorgt sind.

Das Buch schildert hier alle Seiten, die es gibt. Es ist traurig, ja, aber hat auch eine große Portion Humor. Gerade die Dialoge bringen einem immer wieder zum Schmunzeln. Des Weiteren ist das Buch, eben weil es gerade für Kinder & Jugendliche geschrieben ist, ein wertvolles Buch um Kindern die Emphatie gegenüber anderen Lebewesen beizubringen und zu fördern.

Und die Illustration ist einfach zauberhaft. Wunderschöne Bilder, die im ganzen Buch zu finden sind. Diese gibt es auch als Postkarten auf www.strassenhunde.eu zu kaufen. Das Buch ist in Deutsch als Hardcover (ISBN: 9783943974027 – 12,90 €) oder als E-Book (ISBN: 9783943974034 – 7,99 €) zu kaufen.

 

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