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Welpen das Abgeben oder Auslassen beibringen

Für einen Hund ist es absolut art-typisch, wenn das Tier den Gegenstand oder die Sache nicht heraus gibt, welches er gerade hat. Das macht er nicht, um uns zu ärgern. Der Hund muss lernen, dass es nichts Schlimmes ist, wenn er zum Beispiel Futter oder sein Spielzeug an uns abgibt.

Das Auslassen / Abgeben ist einerseits wichtig zu lernen, da er im Freien vielleicht einen vergifteten oder mit Rasierklingen bespickten Köder fressen könnte. Andererseits wird bei vielen Hundesportarten verlangt, dass er einen Gegenstand zu uns bringt und uns diesen auf Kommando überlässt. Des Weiteren sollte der Hund so viel Vertrauen haben, dass wir ihm generell Futter und Spielzeug abnehmen können, ohne dass wir Gefahr laufen, von ihm gebissen zu werden. Das Verteidigen seiner Ressource ist in dem Fall hunde-typisches Verhalten. Am einfachsten ist es dies mit einem Welpen von Anfang an zu üben. Je älter der Hund, desto langwieriger und schwieriger gestaltet sich das Auslassen / Abgeben.

Hund vollkommenes Vertrauen zu uns beibringen – Der Hund soll uns Dinge abgeben, die er selber als Ressource ansieht

Hund mit Spielzeug

Hund mit seinem Gegenstand, Foto: Conni

Man hört unterschiedlichste Meinungen darüber. Ich halte gar nichts davon, dem Hund einfach einen Gegenstand wegzunehmen, oder sogar Gewalt anzuwenden. Bei einem Welpen mag das alles noch funktionieren, da er zu klein ist sich zu wehren, oder wegzulaufen.

Wenn man Pech hat, hat man später einen Hund, der nur beim Anblick von uns mit gebleckten Zähnen dasteht und beim Zubeißen nicht zögern würde, wenn er zum Beispiel einen Knochen oder einen Ball hat. Draußen hätten wir vielleicht das Problem, dass er wegrennt, oder hastig das Gefundene runterschluckt, um ja nicht seine Beute abgeben zu müssen.

Das muss nicht eintreten, aber die Gefahr dass der Hund so reagiert, ist groß. Daher würde ich über Vertrauen-aufbauen arbeiten. Da bei einem erwachsenen Hund das Training ganz individuell gestalten werden muss, soll an Hand von einem Welpen aufzeigen, wie am besten vorzugehen ist.

Wenn der kleine Hund Futter bekommt und frisst, sitzt man ab und an daneben. Es hilft Vertrauen aufzubauen, wenn manchmal auch in die Futterschüssel gegriffen wird – am besten um einen Brocken dazu zu legen – oder die Schüssel einfach nur angefasst wird. Der Hund merkt dadurch, dass es nichts Schlimmes ist, wenn wir uns beim Fressen in seiner Nähe aufhalten und sogar direkt ans oder ins Futter greifen.

Bitte den Vorgang aber nicht zu oft machen, damit der Welpe auch ungestört Fressen kann. Ansonsten könnte es für den Hund in Stress ausartet und er anfangen zu Schlingen. Es ist auch hilfreich, wenn der Hund erst auf Kommando sein Futter fressen darf und davor Warten muss.

Dies hat nicht unbedingt etwas mit Auslassen zu tun. Es ist für einen selbst nicht angenehm, wenn der später erwachsene Hund seine Futterschüssel hingestellt bekommt und einem die Schüssel aus der Hand reißt oder vor lauter Gier an einem hochspringt um an das Futter zu kommen.

Knabbereien, die groß und lang genug sind, können in der Hand gehalten werden, während der Welpe diese frisst. Auch hier wird dem Hund vermittelt, dass er keine Angst haben muss wenn er die Leckerein einfach so weggenommen bekommt. Lasst dem Welpen aber auch immer wieder etwas ganz alleine Kauen und seid nicht ständig dabei präsent.

Spielender Hund

Hund spielt, Foto: Conni

Das Tauschen ist für mich das A und O beim Auslassen . Wenn ich von Anfang an mit dem Kleinen das Tauschen übe, egal ob Spielzeug gegen ein anderes, oder Futter gegen ein besonderes Leckerlie, lernt der Hund, dass Abgeben für ihn immer von Vorteil ist. Im Gegenzug bekommt er nämlich entweder etwas genau so Tolles oder Besseres. Am Anfang tausche ich alles und immer. Erst ohne Kommando, irgendwann wird das Wort, welches ich dafür benutzen möchte, mit eingebaut.

Wenn ich später merke, der kleine Welpe gibt zuverlässig ab, kann ich anfangen nicht bei jedem Abgeben zu tauschen. Statt dessen nehme ich ihm das Spielzeug oder das Futter ab und gebe es ihm relativ zügig wieder. Ohne vorher ein Tauschobjekt angeboten zu haben, beziehungsweise dem Hund zu geben.

Wird dies über eine lange Zeit geübt, braucht später nur noch ab und zu für das Abgeben oder Auslassen etwas geben zu werden. Trotzdem sollte es immer wieder mal bestätigt werden. Egal ober der Hund dafür etwas im Tausch oder seinen Knochen wiederbekommt. Hauptsache wir sehen es nicht als selbstverständlich an, dass er uns die Dinge (die ja eigentlich seine Ressourcen sind), die er gerade hat, freiwillig abgibt oder auslässt. So hat man irgendwann einen Hund, dem es nichts ausmacht, das tollste Spielzeug oder leckerste Fressen, an uns abzutreten.

Autorin: Melanie Weber-Tilse

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