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Border Collie – Ein Problemhund!?

Der Blick ist starr, der Körper angespannt, die Rute konzentriert eingezogen, langsam schleicht er weiter – immer die Schafe fest im Blick. Auf einen Pfiff, dreht er ab, rennt einen großen Bogen um sich auf einen weiteren Pfiff hinzulegen. Nie wird die Konzentration verloren – nie wird der Blick wirklich abgewendet. Auf einen weiteren Pfiff schleicht er wieder vorwärts. Nun fangen die Schafe an zu laufen, fest, starr und bestimmt geht der Border Collie hinterher, bis die Schafe beim Schäfer sind.

Es ist faszinierend einen Border Collie bei der Arbeit zu sehen. Schnell merkt man, wie besonders diese Hunde sind. Leider machen sich nur wenige darüber Gedanken, was es heißt, einen Border Collie zu halten. Natürlich wird sich informiert und sich umfassend vorbereitet – trotzdem geht es oft schief. Warum?

Border Collie Dino hütet

Ein faszinierender Anblick: Der Border Collie treibt die Schafe seinem Menschen zu.

Um mit dem Schäfer derart fein zu interagieren, besitzt der Border Collie ein hohes Maß an „will to please“. Hinzu kommen ein athletischer Körperbau, ein sehr feines sensibles Wesen und natürlich ein ansprechendes Äußeres. Dies macht den Border Collie für Nicht-Schäfer sehr attraktiv.

Border Collie Obedience Metall-Apport

Ein Border Collie bei einer Obedience-Prüfung. Hier wird der Metall-Apport gezeigt.

Besonders im Hundesport trifft man diese Hunderasse immer wieder an, wo durchaus beträchtliche Leistungen zu sehen sind. Ob Agility, Obedience, Turnierhundesport – überall wo der Border Collie auftaucht, ist er ganz vorne mit dabei. Dies macht ihn natürlich noch begehrenswerter. Er scheint der Garant für Erfolg zu sein und da er ja leicht zu erziehen ist, entscheidet man sich gerne für einen.

Schaut man sich allerdings mal auf Notseiten für Hunde und speziell für Border Collies um, stellt man schnell fest, dass es nicht wenige Hunde sind, die abgegeben werden. Ein häufiger Grund ist „Überforderung“, was nicht selten im Zusammenhang mit Beißvorfällen steht.

Es gibt kaum jemand, der noch keinen „durchgeknallten“ Border Collie kennen gelernt hat. Auch auf Turnieren sieht man sie immer wieder: Kläffende Hunde, die vor dem Start aus den Boxen geholt werden, kläffend durch den Parcours rasen und dann schnell wieder in ihre Boxen verschwinden.

Was ist das Problem bei Border Collies?

Der Border Collie ist ein „Koppelgebrauchshund“. Ein Hund, der auf weiten Flächen Englands Schafe zusammentreiben muss, die den Menschen in der Regel gar nicht gewohnt sind. Sie flüchten also dementsprechend schnell. Für diese Arbeit, die so von keiner anderen Hütehundrasse geleistet werden kann, hat man sich absolute Spezialisten gezüchtet.

Für die Arbeit am Vieh wurde der Border Collie auf bestimmte Eigenschaften hin selektiert. Diese machen ihn zu einem perfekten Arbeitshund an den Schafen, während sie bei der Haltung eines Familienhundes durchaus problematisch sein können. Welche Eigenschaften machen den Border Collie zu einem potentiellen Problemhund? Warum werden diese Hunde für den normalen Hundehalter schnell zu schwierig? Warum landen diese Hunde immer wieder in Notvermittlungen wegen Beißvorfällen, obwohl der Border Collie für sein freundliches Wesen doch eigentlich bekannt ist?

Der Border Collie ist ein Arbeitshund.

MutterschafDass ein Border Collie „Auslastung“ benötigt, wissen viele. Für Border Collie Halter sind Sprüche von Anderen wie „Da musst du aber viel mit machen“ oder „Den bekommt man ja nur müde, wenn man den ganzen Tag etwas mit ihm tut“ Alltag. Bei der Annahme, dass der Border Collie viel Auslastung benötigt, wird aber bereits der erste Fehler gemacht. Von der Annahme aus, ist die Katastrophe bereits vorgeplant.

Natürlich benötigt ein Arbeitshund eine „Arbeit“. Er braucht eine Aufgabe, die ihn auslastet. Das heißt aber nicht, dass der Hund eine permanente Beschäftigung benötigen würde!

Ein Schäfer holt seinen Hund dann, wenn er ihn braucht. Wenn im Winter die Schafe im Stall stehen, oder sie im Frühjahr die Lämmer bekommen, holt der Schäfer sicher nicht den Agility-Parcours raus, um den Hund auszulasten. Wenn der Schäfer den Hund benötigt, muss der Hund arbeiten – und wenn nicht, dann lebt er teilweise Wochenlang ganz „arbeitslos“. Und damit kommen diese Hunde ganz hervorragend zurecht.

Das große Beschäftigungsprogramm welches hierzulande manchmal aufgefahren wird, ist für diese Hunde regelrecht tödlich.

Zwei Mal in der Woche Agility, dann noch einmal Longieren, dann Dummyarbeit, dazu natürlich Obedience und lange Spaziergänge. Dies ist nicht nur für andere Hunde zu viel – für den Border Collie ist es viel zu viel. Der Border Collie benötigt als „Auslastung“ eine herausfordernde Tätigkeit und dazwischen enorm viel Ruhe. Beim Schäfer hütet er – und sonst tut er gar nichts. Das ist der Maßstab an dem man sich orientieren sollte.

Der Border Collie jagt!

Kurzhaariger Border Collie bei der Arbeit

Guiness, ein kurzhaariger Border Collie bei der Arbeit.

„Aber das ist doch ein Hütehund!“ werden hier einige denken. Selbstverständlich ist der Border Collie ein Hütehund, jedoch ist Hüteverhalten nichts Anderes als Jagdverhalten.

Man wird keinen Wolf finden, der sich ein paar Schafe hält um die ab und zu fressen zu können. Der Wolf jagt seine Beute. Bei Hütehunden hat man dieses Jagdverhalten genutzt und lediglich gewisse Sequenzen heraus selektiert. So wurde das „Packen und Töten“ weg gezüchtet und stattdessen wurde auf die restlichen Jagdsequenzen viel Wert gelegt.

Dabei schleicht der Border Collie sich nicht nur an und hetzt. Er geht einen großen Bogen um die „Jagdbeute“, damit diese ihn möglichst nicht mit bekommt, läuft bis zu einem Punkt der etwa bei, vom Hundeführer aus gesehen, „12 Uhr“ liegt und treibt die Tiere dann diesem zu, damit dieser den Rest der Jagd übernimmt. Er jagt also kooperativ mit seinem Besitzer.

Das Problem ist jedoch, wenn der Mensch diese Jagd nicht wünscht und der Hund seinem genetisch fixierten Programm nachgeht. Und wenn der Hund dann meint, ein paar Kinder dem Menschen zutreiben zu müssen, kann es gefährlich werden.

Border Collie reagiert stark auf optische und akustische Reize

Für die Arbeit ist es wichtig, dass der Hund ein Schaf sieht, welches in weiter Entfernung flüchtet. Ebenfalls ist es wichtig, dass er auf Pfiffe seines Besitzers selbst auf große Entfernung gut hört. Der Border Collie muss in der Schafherde die kleinsten Veränderungen sehen und darauf sofort reagieren. Er ist dementsprechend ein Hund, der auf optische (Bewegungs-)Reize und akustische Reize schneller reagiert, als andere Hunderassen.

Im Alltag wird dies jedoch schnell problematisch. Ein Border Collie weiß natürlich nicht, dass das ein Schaf ist, welches sich in weitester Entfernung bewegt. Er reagiert auf die Bewegung in weiter Entfernung. Wenn sich am Horizont ein Jogger bewegt, reagiert er eben auch auf den Läufer. Wenn Silvester ist und alles knallt, dreht der Border Collie womöglich regelrecht durch, weil er derart sensibel auf diese Reize reagiert.

Solche Dinge sind für den normalen Hundehalter schwierig zu handeln. Bevor man bemerkt hat, dass es irgendwo knallt oder sich in weiter Entfernung etwas bewegt, wie ein Jogger den man prima jagen kann, ist der Hund bereits abgedampft, was zum nächsten Punkt führt:

Der Border Collie ist in einer Millisekunde auf 180

Der Border Collie muss enorm schnell reagieren können. Wie bereits gesagt, muss er auf kleinste Reize sofort reagieren und dabei fährt er enorm schnell „hoch“. Löst sich ein Schaf aus der Gruppe, darf der Hund sich nicht erst überlegen ob er das Schaf zurückholen soll und ob er die Gefahren, die womöglich dabei lauern, ihn umbringen könnten. Er muss blitzschnell das Schaf zurückholen ohne vorherige Überlegungen.

Im Alltag ist dies schwierig, da der Hund auf sämtliche Reize so auch reagiert. Fährt ein Auto vorbei, denkt ein Border Collie nicht über die Gefahren nach. Er sieht stattdessen einen sich schnell bewegenden Reiz auf den er mit Jagdverhalten reagiert – und dabei lässt er dem Besitzer nicht allzu lange die Möglichkeit schnell genug einzuwirken. Schnell ist der Hund dem Auto hinterher, was durchaus tödlich für ihn und gefährlich für die Insassen werden kann.

Der Border Collie ist nicht ruhig und muss Ruhe erst lernen

Border Collie Hund bereit wenn die Arbeit ruft.

Diego ist allzeit bereit, wenn die Arbeit ruft.

Viele Border Collies, die noch ganz ursprünglich an den Schafen arbeiten, leben im Zwinger, auf dem Hof oder im Stall. Steht Arbeit an, werden die Hunde raus geholt. Steht keine Arbeit an eben nicht. Wird der Hund für die Arbeit gebraucht, muss er alles geben.

Der Schäfer kann es sich nicht leisten ein Schaf zu verlieren, weil der Hund nicht mehr kann, weil er erschöpft ist. Ein Border Collie geht bei seiner Arbeit über seine Belastungsgrenze hinaus. Ist die Arbeit getan, muss er wieder ruhen.

Im Alltag bedeutet dies, dass der Border Collie eben kaum zeigt, dass ihm etwas zu viel wird. Egal wie erschöpft er ist – er macht weiter. Er besitzt keinen „Aus“-Schalter, denn dieser wurde ihm weg gezüchtet. Und so kann es passieren, dass der Hund nach Stunden-langem Ballspiel immer noch nicht müde ist und eher tot umfällt, als dass er damit von alleine aufhört. Wann etwas genug ist, muss dementsprechend der Besitzer entscheiden. Der Hund kann dies gar nicht leisten. „Ruhe“ ist etwas was diese Hunde erst lernen müssen.

Der Border Collie ist sensibel

Border Collie StrandUm einen Hund, der derart viel „Trieb“ mitbringt, adäquat auch auf große Entfernungen kontrollieren zu können, ist ein gewisses Maß an Sensibilität gegenüber dem Hundeführer wichtig. Somit ist der Border Collie durchaus schnell „beeindruckt“ und reagiert sehr fein auf kleinste Zeichen seines Besitzers.

Im Alltag kann eine „harte Hand“ mehr Schaden anrichten, als dass es hilft. Ein wutentbranntes Zusammenschreien des Hundes kann ihn enorm verunsichern und regelrecht panisch werden lassen. Auf Gewalttätigkeiten reagiert der Border Collie sehr schnell mit Angst und Vertrauensverlust. Was an anderen Hunden noch gut abprallt, sitzt beim Border Collie besonders tief.

Der Border Collie lernt schnell

Wer nun denkt, er müsste den Hund mit Samthandschuhen anfassen, vergisst, dass diese Hunde sehr schnell lernen und unheimlich intelligent sind. Als Arbeitshund, der viel mit dem Menschen zusammen arbeiten muss, ist er ein Hund, der sehr schnell Dinge lernt, die dieser von ihm will.

Das funktioniert jedoch nicht nur bei den gewünschten Verhaltensweisen – dies funktioniert genauso gut bei unerwünschten Verhaltensweisen.

Wo man bei einem anderen Hund auch mal „fünfe grade sein“ lassen kann, ist dies bei einem Border Collie eben nicht möglich. Der Border Collie lernt sofort daraus, generalisiert das schnell und wendet das neu erlernte Verhalten auch konsequent an.

Er braucht nicht allzu viele Wiederholungen – manchmal reicht auch nur eine Wiederholung und der Hund mutiert zu einem kleinen Tyrann, der seine Strategie gnadenlos durchzieht. Hat so ein Hund einmal Erfolg damit gehabt, mit einer gestrafften Leine zum Erfolg (zum Beispiel zum interessant riechenden Laternenpfahl) zu kommen, ist das Verhalten „Leineziehen=Erfolg“ bereits gelernt.

Hat der Hund einmal die Erfahrung gemacht, mit gebleckten Zähnen einer unangenehmen Situation sich entziehen zu können, hat er dies nun gelernt und verallgemeinert dieses schnell auf sämtliche Situationen, die ihm irgendwie „stinken“. Wenn der Hund einmal gelernt hat, mit Bellerei den blöden Hund von gegenüber vertreiben zu können, macht er dieses Verhalten fortan bei sämtlichen Hunden.

Aufgrund seiner Intelligenz ist er nie müde neue Verhaltensweisen auszuprobieren. Besonders in den ersten Jahren, ist man als Besitzer dazu angehalten, dem Hund solche ungünstigen Lernerfahrungen nicht machen zu lassen. Dies erfordert schon eine gewisse Kenntnis der Hundehaltung und Hundeerziehung.

Der Border Collie setzt sich durch

Schafe Border Collie Hüten

Man sieht deutlich das Missfallen der Schafe. Hier muss Ben Durchsetzungsfähigkeit zeigen!

Wer einmal gesehen hat, wie ein Mutterschaf ihr Lamm verteidigt oder ein Bock „seine Mädels“, versteht warum ein Border Collie sich durchsetzen können muss.

Es ist ein Märchen, dass der Border Collie nie beißen würde. Er nutzt mit Hilfe seines Blickes (auch „Auge“ bzw. „Eye“ genannt) und seiner Körperhaltung den natürlichen Fluchtpunkt der Schafe. Diese reagieren auf solche Bedrohungen mit „Flucht“. Setzt der Border Collie sich aber nicht durch, bemerken das die Schafe schnell und wiedersetzen sich. Anstatt zu flüchten reagieren sie eher mit Angriff.

Ein Mutterschaf neigt auch dazu, ihr Lamm bei Bedrohung verteidigen zu wollen. Hier ist es wichtig, dass der Border Collie deutlich macht, dass das Schaf in die von ihm vorgegebene Richtung laufen muss. Und dabei wird auch mal gebissen.

Dies kann im Alltag bei normalen Hundehaltern brandgefährlich werden. Border Collies sind freundlich gegenüber Menschen, jedoch setzen sie durchaus auch ihre Zähne ein, wenn sie meinen, dass dies angebracht ist. Da sie schnell lernen, intelligent sind und jeden Fehler ihres Besitzers mitbekommen, tun sie dies auch in anderen Situationen.

Meint ein Border Collie, dass es wichtig ist, den Knochen vor seinem Menschen in Sicherheit zu bringen, wird er auch zubeißen. Wenn es ihm wichtig ist, dass er den Menschen draußen nicht näher kommen lassen darf, wird er dies ebenfalls genauso zeigen. Und wenn er glaubt, das Kind müsse nun „zurück gebracht werden“, wird er das ebenfalls tun.

Der Border Collie muss auch eigene Entscheidungen treffen

Hat der Hund das Signal für das Zutreiben auf den Menschen bekommen, wird er die Schafe seinem Menschen bringen – wenn jedoch ein Schaf ausbrechen will, muss der Hund sofort reagieren, das Schaf wieder zur Herde zurück bringen und von da an weiter machen. Es ist also wichtig, dass der Hund eine Form des „intelligenten Ungehorsams“ mitbringt.

Dies wird im Alltag schwierig. Vor allem, wenn man all das bedenkt, was vorher beschrieben wurde. Wenn der Border Collie meint eine gewisse Aufgabe zu haben, trifft er auch eigene Entscheidungen gegen seinen Besitzer. Hier hilft es nicht, punktuell eine Lösung anzustreben. Es muss der komplette Umgang mit dem Hund bedacht werden, denn die Tendenz, eigenständig sofort und kompromisslos auf eine Situation zu reagieren, wird man nicht abstellen können.

Und zuletzt noch ein Wort an „Bällchen-Fanatisten“

Border Collie Welpe

Beuteverrückt sind schon die Kleinsten. Umso wichtiger ist es, bereits früh der Bällchensucht entgegen zu wirken.

Man kann dem Border Collie KEINEN Hüteersatz geben. Es gibt nichts, was sich so wie Schafe verhält und es gibt keine gleichwertige Alternative zum Hüten. Kein Ball reagiert wie ein Schaf.

Aufgrund des Jagdverhaltens, geht der Border Collie gerne hinter Beute her. Bällchen-werfen löst bei diesen Hunden Hetzverhalten aus. Dabei werden diverse Stresshormone ausgeschüttet. So schnell diese Hormone jedoch ausgeschüttet werden – so lange brauchen sie auch um wieder abgebaut zu werden.

Wirft man also immer wieder und wieder, wird der Hund nur noch gestresst. Die Folge sind Bällchenjunkies, die nichts mehr im Sinn haben außer ihren „Kick“ zu bekommen. Da diese Hunde gelernt haben, ungehemmt diesem Kick nachzugehen, reagieren sie auch auf sämtliche andere Reize, die diesen Kick mit ihrem Jagdverhalten auslösen – ein Punkt, der sehr gefährlich werden kann.

Man stelle sich einmal vor, wie Kinder mit Stöcken spielen und der Hund ungehemmt und völlig unbeeinflussbar sich diese holen will…

Ganz abgesehen davon, dass so ein permanenter Stresszustand für den Hund sehr nachteilig ist und auf lange Sicht auf Psyche und Gesundheit schlägt. Es spricht nichts dagegen, ab und an mal dem Hund einen Ball zu werfen – jedoch muss dies grundsätzlich in einem sehr kontrollierten Rahmen ablaufen. Mutiert der Hund zum „Bällchenjunkie“ ist etwas schief gelaufen und es ist dringend erforderlich, den Umgang mit diesen Spielzeugen zu überdenken.

Border Collie als Familienhund?

Border Collie als Familienhund

Der Border Collie als Familienhund?Wie man sieht ist Barney bei jedem Unsinn dabei.

Natürlich ist der Border Collie auch nur ein „Hund“. Er denkt, lernt und verhält sich wie ein Hund. Jedoch bringt er rassetypische Eigenschaften und Verhaltensweisen mit, die man bei der Anschaffung unbedingt vorher bedenken sollte.

Die Schwierigkeit liegt nicht in der „Auslastung“, viel eher liegt diese in der Erziehung unter Berücksichtigung seines Wesens, welches einem sehr spezialisierten Arbeitshund entspricht. Daher sollte die Frage „kann ich den Border Collie genügend auslasten?“ eher der Frage weichen „Kann ich mit so einem Hund umgehen und ihn erziehen?“. Meistens scheitert es nicht an der Auslastung, sondern an der Unfähigkeit der Besitzer mit so einem Hund adäquat umzugehen.

Als Familien- und Begleithund bringt diese Rasse Verhaltensweisen mit sich, die im Alltag problematisch sind. Insofern sind diese Hunde gewissermaßen Problemhunde.

Wer einen netten Hund haben möchte, den man leicht erziehen und ein bisschen Sport machen kann, sollte sich für eine andere Hunderasse entscheiden. Hierfür gibt es weitaus geeignetere Rassen.

Wer jedoch einen Hund haben möchte, mit dem er arbeiten kann, der ihn immer vor neue Herausforderungen stellt, die Intelligenz eines solchen Hundes genießt, genügend Erfahrung und Wissen hat, Fehler nicht zu machen, bzw. sie wieder ausbügeln zu können, ausreichende Kenntnisse über die Arbeitsweise hat um die unerwünschten Verhaltensweisen in erwünschte Verhaltensweisen kanalisieren zu können, dem Hund die Sicherheit, Ruhe und Beständigkeit geben kann, die so ein Hund braucht und auf die Sensibilität ausreichend Rücksicht nimmt – der bekommt einen grandiosen Hund, der auch als Familienhund gehalten werden kann und mit seinem Besitzer durch das Feuer gehen würde.

Die Vielfalt der Border Collies – ein Schlusswort zu den Linien

Border Collie Arbeitslinie Showlinie.

Links ein Border Collie aus der Arbeitslinie – Rechts aus der Showlinie.

Der Border Collie hat als Rasse das Glück eine breite genetische Vielfalt zu besitzen. Dies macht sich im Äußeren und den Eigenschaften bemerkbar. Mittlerweile wird der Border Collie auch als „Showhund“ gezüchtet, der explizit auch als Familienhund verkauft wird.

Hier wird nicht mehr nach Arbeit, sondern nach Aussehen selektiert. Dagegen gibt es ausgewiesene Arbeitshunde, die nur nach Gebrauch und nicht nach Optik gezüchtet werden. Diese Hunde sollten nur an Halter gehen, die auch mit dem Hund hüten. Der „Trieb“ den diese Hunde mitbringen, ist wie bereits erwähnt, mit keiner Ersatzbeschäftigung zu befriedigen.

Können die Hunde das nicht ausleben, entwickeln sie in den meisten Fällen problematische Verhaltensweisen wie starkes Fixieren, „Hüten“ von Menschen- und Hundegruppen, Bällchen „hüten“, Autos jagen und so weiter. Hier hilft es nicht immer einen „Deckel“ drauf zu machen – darunter brodelt es wie in einem Dampfkochtopf und die Katastrophe ist vorprogrammiert.

Es ist selbstverständlich fraglich, inwiefern ein Arbeitshund noch seiner Rasse entspricht, wenn er nur nach Aussehen selektiert wird und auf den ursprünglichen Gebrauchszweck keine Rücksicht mehr genommen wird. Das Wesen des Border Collies ist untrennbar mit seinem Gebrauch verbunden. Fällt der Gebrauch weg, können auch Merkmale des Wesens weg fallen.

Jedoch muss man hierbei auch beachten, dass ein Border Collie aus der Arbeitslinie bei einem „nicht-Schaf-Halter“ nicht glücklich wird und womöglich die vorher beschriebenen Verhaltensweisen entwickelt. Dies kann man nicht abtrainieren, sondern es ist ein Teil des Wesens.

Hüteverhalten, wie es der Border Collie zeigt, ist enorm komplex und dementsprechend komplex wird es vererbt. Es kann immer wieder vorkommen, dass ein Hund aus der Arbeitslinie kein Talent oder Interesse an Schafen hat. Genauso kann es passieren, dass ein Border Collie aus der Showlinie hüten muss.

Neben der Show- und Arbeitslinie, gibt es jedoch noch zig andere Zuchtrichtungen, wie die Selektion auf Sporthunde, auf familientaugliche Arbeitshunde, auf Gebrauchshunde, die auch im Showring gute Platzierungen erhalten und so weiter.

Um die Wahrscheinlichkeit auf einen passenden Hund zu erhöhen, sollte man den Züchter mit Bedacht wählen und sich nicht scheuen, diesen mit Fragen zu seinen Hunden und seinem Zuchtziel zu löchern. Hierbei ist nicht nur die Leistung der Elterntiere wichtig, sondern auch die der Ahnen. Aufgrund dessen sind Papiere zur Ahnen- und Linienverfolgung unumgänglich. Von Border Collies vom Bauernhof kann an dieser Stelle nur dringend abgeraten werden, da diese Hunde mit großer Wahrscheinlichkeit noch Arbeitslinien als Vorfahren haben. Aber auch Züchter, die ihre Hunde als „nicht hütende Familienhunde“ anpreisen, sind nicht seriös. Eine Jahrhunderte-lange Selektion auf reinen Gebrauch lässt sich nicht innerhalb von wenigen Generationen „eliminieren“.

Border Collie Nothund

Die Aufnahme eines Nothundes stellt eine gute Alternative dar. Auch dieser Border Collie hat sein Glück bei einer zweiten Familie gefunden.

Eine Alternative stellt die Aufnahme eines „Not-Borders“ dar, der bereits erwachsen ist, an Schafen getestet wurde und bei dem das Wesen und die Eigenschaften bereits erkannt werden kann. Wo man mit einem Welpen immer eine potentielle Wundertüte hat, ist die Aufnahme eines erwachsenen Hundes sicherer.

Egal wie man sich entscheidet – wichtig ist, dass die rassespezifischen Eigenschaften des Border Collies berücksichtigt und sich ehrlich fragt wird, ob man die Anforderungen, die so ein Hund stellt auch erfüllt. Border Collies sind keine „einfachen Hunde“. Es sind Arbeitshunde, die man auch als solche betrachten muss.

Damit einher geht nicht nur das Maß der Auslastung, sondern auch eine Reihe von speziellen Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften. Traut man sich dies nicht zu, sollte man sich für eine andere Rasse entscheiden.

Der Border Collie ist ein Hund, der in Extremen lebt. Vom kuscheligen Sofahund kann er in Millisekunden zum durchsetzungsfähigen Arbeitshund mutieren. Wer dies zu schätzen und zu handeln weiß, bekommt einen großartigen und freundlichen Familienhund, der beim Sport und/oder bei der Arbeit alles gibt und dabei leicht zu führen ist.

Wer dies nicht kann, bekommt einen potentiellen Problemhund, der sich zum Tyrann seiner ganzen Familie aufspielen kann. Umso wichtiger ist es, sich selbst kritisch zu hinterfragen und die Rasse und den Hund mit Bedacht auszuwählen. Nur bei fähigen Haltern kann der Border Collie sein ganzes, großartiges Potential zeigen.

Autorin: Nina Dany

Video einer Hütehunde Vorführung:

Bücher zum Thema Border Collie:

Interessante Links über den Border Collie zum weiter Lesen und Informieren:

Zuchtverein Club für britische Hütehunde im VDH

Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland e.V.

Tierschutzinitiative des ABCDs Border Collie in Not

Von Genie und Wahnsinn : Interessante Umfrage zum Verhalten von Border Collies von Silke Meermann

Untersuchung von Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden der Rassen Border Collie und Australian Shepherd in Deutschland : Dissertation an der Tierärztlichen Hochschule Hannover von Silke Meermann

This article is also available in English. Read now!

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Eingereicht von 31 Kommentare

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31 Comments »

  • Als Besitzerin eines 1 1/2-jährigen Mix Border-Collie (Mutter) und Dt. SchH, grau(Vater)finde ich diesen Artikel sehr hilfreich. Viele Verhaltensweisen habe ich wiedererkannt in meinem jungen Rüden.
    Wenn ich vergleiche, die Ausbildung meiner damaligen Dt. Schäferhündin (VPG und THS) und jetzt dieses BC/DtSCH-Mix, gibt es viel Umdenken, auch dies von „jetzt auf gleich“ auf 180, wie im Artikel beschrieben, trifft auf meinen Hund zu.
    Die Ratschläge der „schlauen“ Hundefreunde zum Thema „Auspowern“ ohne Ende, befolge ich nicht, denn wie auch schon beschrieben, auch das „Runterfahren“ braucht länger als bei einem Dt. Schäferhund.

    Vielen Dank für diesen sehr informativen Bericht.
    Angelika Weller & Etoile

    • Der Artikel ist sehr hilfreich, und zeigt mir das ich sofort umdenken muß. Ich habe einen Bordercollimix ( Zusammensetzung weiß ich nicht). Mein Hund hütet das Haus, jeder der vorbei geht, ob Mensch oder Tier wird indirekt bewacht das er nicht zu nahe kommt. Bei manchen Menschen und Tieren reagiert meine Maus auch gar nicht. Vielen vielen Dank für diese ausgesprochen hilfreiche information.
      Danke

      • Christiane Neumann sagt:

        Hallo,
        seit ich umgedacht habe ist das Leben mit meiner Maus sehr viel entspannter.
        Ich habe anfangs auch auf alle möglichen Leute mit
        „Hunderfahrung“ gehört, das war leider ein Fehler.
        Mein Mädchen brauch viel Ruhe, täglich 1 – 1,5 Stunden spazieren gehen mit über Felder Rennen und ihre kleine Freundin ( Chiwawamix) hüten. Zwischendurch im Garten oder der Wohnung toben. Trainieren mache ich auf den Rat einer Freundin, als Versuch, mit Hundeleberwurst aus der Tube, funktioniert echt super. Bei Fuß ( Hundeschulter auf meiner Kniehöhe ),Komm ran, Komm hier, sitz und Platz ( bei uns hinlegen) bei gehorsam darf sie an der Tube lecken.
        Kuscheln, mit mir rumkalbern und mit mir auf dem Sofa schlafen ist einfach schön.
        Ich habe bei ihr aber auch festgestellt das sie einen sehr geringen Streßpegel hat. Streß schlägt bei ihr um in Agressivität ( mich anknurren, mir die Zähne zeigen und bellen oder auch die Kleine ohne Vorwahrnung beißen), die bis zu 14 Tage anhalten kann, danach hab ich meine Schmusemaus wieder.
        Es war ein langer Weg bis hierhin und bis ich meinen Hund verstanden habe.
        Seit ich alles beherzige ( spazieren gehen, spielen, schmusen, Streß weitesgehends fernhalten und vor allem ganz viel Ruhepause ) ist das zusammen leben für alle sehr viel angenehmer.

  • Michael Kohl sagt:

    Ein sehr guter Beitrag dem ich im Grossen und Ganzen vollinhaltlich zustimme – allerdings ist die in den letzten Absätzen angedeutete Differenzierung zwischen Show-Border-Collie und Arbeits-Border-Collie als mögliche Kaufentscheidung nach meiner Meinung absolut nicht zutreffend.
    Zwar werden von einer grossen Gruppe der FCI-Züchter die Tiere nach Schönheit selektiert und damit die „Show-Linie“ gefördert – aber ganz besonders bei diesen Tieren kauft man mit einem Welpen ein „Überaschungsei“, wenn ich das mal so nenen darf. Denn nur die Tatsache, dass man auf Schönheit selektiert heißt unter keinen Umständen, dass bei Mutter oder Vater dieser Tiere nicht eine ganz ursprüngliche Veranlagung gegeben ist.
    Im Gegenteil wird bei diesen Tieren nicht mehr nach Charakter und positiven Eigenschaften selektiert (ein Hütehund der kläfft und extrem nervös ist, würde nie weiter gezpchtet werden) sondern eben nur nach Aussehen.
    Man weiss also nie, WAS man bekommt.
    Im Gegensatz dazu werden bei Arbeitstieren möglichst ausgeglichene Tiere mit u.A. sehr guter Trieblage aber eben auch der Eigenschaft „abschalten“ zu können gezüchtet.
    Hier weiss man, was einem voraussichtlich erwartet.
    Tatsache ist jedoch auch – leider – dass immer mehr Besitzer von einem Border Collie für den Hundesport auch mit diesen Tieren primär aus finanziellen Interessen heraus züchten – und zwar, ohne viel über die Genetik, Erbanlagen und ähnliches nach zu denken.
    Hier entsteht seit wenigen Jahren ein regelrechter Boom und Wildwuchs an Border Collies, die dann alle möglichst rasch „an den Mann“ gebracht werden müssen da – anders al bei einem Züchter – die Kapazitäten und Einrichtungen für eine möglcihe längere Haltung und Ausbildung nicht gegeben sind.
    Ich kann deswegen nur raten, dass WENN man als Neuling sich für einen Border Collie entscheidet, man zu Züchtern geht, die schon viel Erfahrung in der Zucht dieser Tiere mit bringen, deren Linien man kennt und so auch deren spezifischen Charakter und die Eigenheiten beurteilen kann – und man auch hinsichtlich der Gesundheit der Tiere einiger massen in guten Händen sein dürft.

    Michael Kohl

    • nina sagt:

      Ich habe das Thema „Zucht“ aufgrund der Kontroversen in diesem Bereich auch nur angeschnitten. Ich möchte da keine Empfehlung geben, aber hoffe, dass die Leute sich dadurch näher mit den Züchtern befassen.

      Für mich persönlich gehört ein Border Collie aus der Arbeitslinie, der nur für diesen Gebrauch gezüchtet wurde eindeutig an Schafe. Es gibt keinen gleichwertigen Ersatz für das Hüten. Es tut mir in der Seele weh, wenn ich sehe wie solche Hunde nur noch als Sportgeräte betrachtet werden. Für den Sport wie Agility, Obedience und Co brauche ich keinen „Hütecrack“.

      Es gibt durchaus Züchter die auch auf das Aussehen achten, aber gleichzeitig die Anlagen für das Hüten erhalten wollen. Ich besitze selber eine „Showknolle“, die durchaus noch Potential hat um zu hüten, dies aber tatsächlich nicht braucht. Der freut sich über „Stangen hüpfen“. Meinem Arbeiter dagegen würde dies absolut nicht reichen (zumal Agility für ihn eher schädlich ist). Ohne Arbeit am Vieh ist er nicht glücklich, was sich in diversen Hüteersatzhandlungen nieder schlägt. Letzteren kann ich als reinen Sporthund demnach nicht empfehlen. Beide Hunde sind aufgrund des Wesens der Rasse sicher keine „problemlosen Familienhunde“, aber jeder ist großartig auf seine Weise.

      Ich habe mittlerweile so viele verschiedene Border Collies kennen gelernt, dass ich persönlich keine strikte Trennung von Show und Arbeit mehr mache. Es gibt verschiedene Linien, verschiedene Zuchtziele und verschiedene individuelle Charaktere. Man sollte sich im Vorfeld darüber bewusst sein, was man will und sich ausgiebig informieren.

      Ein Welpe bleibt natürlich immer ein Stück weit ein Überraschungsei. Man kann lediglich von Wahrscheinlichkeiten sprechen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte lieber einen bereits erwachsenen Hund aufnehmen, bei dem klar ist, was Einen erwartet. Natürlich wird bei der Selektion auf Gebrauchshunde das Wesen mit berücksichtigt-aber dies auch nur im Zusammenhang mit der Arbeit. Für einen Arbeitshund völlig richtig und wichtig-ob dieser Hund sich aber als arbeitsloser Familienhund eignet, ist jedoch fraglich.

  • Monika Fritz sagt:

    GRATULIERE toller Artikel!!!!!

  • Dagmar Ruth Vogel sagt:

    Vielen Dank für den ausführlichen und inforamtiven Beitrag.Als Besitzerin eines Aussie-Rüden, kenne ich das Beschriebene. Bei dieser Rasse ist es ähnlich.
    Für meinen Hund haben sehr gut Tricks und Suchspielchen funktioniert. Die Rettungshundearbeit, die ich mit ihm begonnen habe, war allerdings zu stressig für ihn.
    Viele Grüße
    Dagmar Ruth Vogel

  • Diana Knabe sagt:

    dieser Artikel ist super. Ich habe einen BC und versuche immer den Menschen vorher zu sagen was sie beachten sollten und das es kein Familienhund ist, aber leider sehe ich oft Unverständnis. Amun seine Eltern hüten Strauße, er ist aus der Arbeitslinie und das er so toll ist macht mich schon stolz und ich denke ich habe es ganz gut gemeistert einem BC richtig zu „erziehen“
    Amun hat als Welpe als erstes „Pause“ gelernt, das ist wichtig. Er hütete zwar nicht aber ich denke er ist glücklich. Amun ist sehr ausgeglichen, verträgt sich mit allen, hat keine Angst vor irgendawas (Gewitter, Sylvester..), hört perfekt. Ich kann ihn überall mit hinnehmen und bekomme sehr viel Lob. Manchmal auch die doofen Fragen wie „der muss den ganzen Tag am Fahrrad fahren/ immer nur Bälle werfen…“ da könnte ich explodieren. Aber diese Menschen verstehen es nicht. Auch nicht das ein BC auch lernen muss und nicht gleich alles kann wenn er auf die Welt kommt.
    Ich gehe mit ihn spazieren, mache Tricks, etwas Frisbee, natürlich Gehorsam, suchen…. Aber in Maßen. Amun schläft bzw. ruht auch viel und das ist wichtig. Denn ich denke nur so kann man es erreichen einen ausgeglichenen und nicht durch geknallten BC zu haben. Die Grenze zwischen Über- und Unterforderung muss man finden und das geht nur mit Hundeerfahrung und viel Gedult.

  • Jutta sagt:

    Der Text bringt es einfach perfekt auf den Punkt! Sollte jeder lesen, der sich einen BC zulegen möchte.

    Allerdings finde auch ich, steckt auch in der Show-Liene immer noch ganz viel BC drin. Auch wenn ich unseren im Vergleich zu den Hunden der Arbeitslinie, die ich kenne, viel ruhiger und ausgeglichener empfinde (Arbeitslinie als Familienhund). Unserer zeigt/(e) viele der genannten Probleme und es braucht viel Arbeit und Konsequenz das im Alltag im Griff zu behalten, damit er sich nicht selbst und andere in Gefahr bringt.

    Wenn unbedingt BC als Famlilienhund, dann sollte man sich schon bewusst sein, dass es eine große Herausforderung ist und man ohne Hütearbeit immer Wesenszüge und Verhaltensweisen unterdrücken muss, die dem Hund in langer Selektion in die Wiege gelegt wurden. Möchte man das wirklich?

  • Florian sagt:

    Hi,
    bin über ne Freundin auf deinen Artikel gekommen – ist echt super geschrieben! Danke! :)
    Hab meine Mudi-Hündin mit 6 Monaten als Notfall übernommen und muss sagen, dass deine Beschreibung der Border Collies fast 1 zu 1 auf meinen Mudi übertragbar ist. Vor allem auch die Problem und Knackpunkte in der Haltung und im Verständnis. Hat mir selber grad noch mal einiges an Verständis für meine Hündin gebracht, vielen vielen Dank dafür! :)

  • Petra sagt:

    Hallo, dieser Artikel spricht mir als Besitzerin einer Engl,Shepherd Hündin voll aus der Seele.Habe Sie 1jährig von einer toll überforderten Familie bekommen.Sie hat dort nach den Kindern geschnappt und durfte dreimal Täglich für ein kurze Zeit in den Garten!!!Das war alles!!
    Sie war als Wir sie bekammen total aufgedreht und kam nie zur Ruhe.Das hat sie nun ein Jahr später alles gelernt.Wir gehen zur Hundeschule, sie spielt Frisbee,Ball und läuft am Rad.Besonders liebt sie es nun bei Hunderennen zu laufen.
    Sie hat genau wie Amun von Diana Knabe das Kommando Pause gelernt.Und auch das es immer wieder Ruhephasen einzuhalten gibt.Und das aller schlimmste sind wirklich die Menschen,die immer noch glauben das unsere Hunde 24 stunden am Tag bespaßt werden müssen.Nein das müssen sie nicht,alles in Maßen bekommt diesen Hunden gut, und ein Besitzer der Ihnen dies alles gibt. Wer sich einen solchen Hund anschaffen möchte, bitte informiert Euch wen Ihr zu Euch ins Haus holt,das nicht wieder viele unüberlegte im Tierheim landen, was für diese sensiblen Hundem wie für jeden anderen natürlich auch schrecklich ist.Meine Süße wird sicherlich niemals ein kinderlieber Hund werden, aber mittlerweile kommt Sie mit eingen Kindern sehr gut klar!!!Also wir sind auf dem richtigen Weg:))

  • tracey sagt:

    Liebe Nina Ich bin gerade auf diesen Beitrag gestoßen und wir haben genau dieses Problem …..muss zu meiner Schande gestehen das wir auch keine Ahnung hatten wodrauf wir uns einlassen …unser „junior“ ist vom Bauernhof uns Wurde gesagt das er kein hüte trieb hat wir sind mit 3kindern der 4jährige war bzw ist immer zu grob mit ihm seitdem knurt er ihn an wenn er nur an ihm vorbei geht und er schnappt auch nach ihm aber bis jetzt ohne richtig zu zubeißen .. Ich bin Zulaut und zu grob mit zu wenig gedult zu dem hund und mein man fasst ihn mit samthandschuhen an …..was jetzt???? Ich habe versucht meinen Mann zu überzeugen ihn abzugeben aber das will er nicht er denkt mit einer Kastration wird alles besser …..Ich habe Angst das er mein Sohn und auch baby 7monate alt beißt….

    • Michael Kohl sagt:

      Sie werden das wohl nun nicht gerne hören bzw. lesen, aber grundsätzlich liegt das Problem wohl am Kind, weniger am Hund. Ich finde es etwas leichtsinnig, einem Kind alles durchgehen zu lassen und dann den Hund für entstandenes Verhalten zu verurteilen – wenn das Kind lernt, mit Grobheiten durch zu kommen, wird es dass später bei anderen Kindern und/oder Hunden versuchen – und wohl kräftig Prügel beziehen früher oder später oder mal wirklch gebissen werden – wo dann wieder der Hund die Schuld bekommt. Was dem Kind dann aber auch nicht mehr hilft.

      Es wäre deswegen vernünftig, die Ursache zu beseitigen, nicht die Wirkung. Bringen Sie dem Kind bei, freundlich zu sein und lernen Sie ihm, dass Spielen mit dem Hund Spass macht. Sehr gut wäre, wenn das Kind dem Hund das Futter geben könnte – also am Anfang die Futterschüssel hinstellen (später mal sogar aus der Hand aber das keinesfalls jetzt!!).
      Auch Leckerlies dem Hund hinwerfen ist eine gute Methode – lassen Sie den Hund ablegen und wenn er liegt bekommt er die Belohnung von dem Kind. ABER das Werfen immer mit nach unten gehaltenem Arm, „schupfen“ sozusagen in Richtung Hund. Nicht das Kind von oben werfen lassen. Der Hund könnte sonst beginnen, hoch zu springen und zu fangen, was wieder ein Schnappen ist – das soll gar nicht erst aufkommen.
      Damit und mit Geduld können Sie dem Hund wieder Vertrauen zu dem Kind angewöhnen, dass wird aber schon lange dauern – mindestens einige Wochen.

      Und – eine Kastration des Hundes hilft sicher nicht, denn das ändert nichts am Verhalten des Kindes, dass ja den Hund verängstigt hat.

      Letztlich – seien Sie froh, dass Sie einen Border Collie gewählt haben, denn die sind im allgemeinen nicht so schnell mit Beissen – sollen ja auch keine Schafe beissen. Wär das eine andere Rasse, hätten sie möglicher Weise wohl schon Ihr Kind zum Arzt bringen müssen.

      • nina sagt:

        Dass die Border Collies nicht so schnell sind mit dem Beißen, halte ich für ein hartnäckiges Gerücht, wie im Artikel auch beschrieben. Natürlich beißen die auch die Schafe, wenn sie es für nötig erachten. Sie SOLLEN sogar beißen, wenn es nötig ist. Das hier beschriebene Problem würde ich nicht unbedingt auf Hüteverhalten zurück führen. Das kann natürlich sein – keiner kennt die Situation vor Ort. Nach der Schilderung hört sich das aber eher nach einem häuslichen Problem an was auf Unsicherheit/Angst zurückzuführen sein kann. Der Border Collie ist nicht nur sehr sensibel, er ist auch sehr reaktiv. Er reagiert einfach sehr schnell, schon auf „Kleinigkeiten“. Heißt im Klartext, dass der Border nicht für seine lange Leitung bekannt ist, sondern eher für seine sehr kurze Zündschnur. Anders als ein Hund wie der Bernhardiner, der eine hohe Reizschwelle hat, und dementsprechend viel mit sich machen lässt, hat der Border Collie eine niedrige Reizschwelle, was besonders bei Kindern die auch mal grob sein können, problematisch wird. Ein Border Collie der schnell „überreagiert“ und auch schneller mal „weg-schnappt“, halte ich eher für den Normalfall, als für die Ausnahme. Das ist erst einmal nicht schlimm, denn dies ist absolut normales Hundeverhalten. Hunde sind nicht immer nett. Aggressives Verhalten gehört schlicht und ergreifend zur Kommunikation dazu. Das Schlimme ist jedoch in diesem Fall, dass die Besitzerin damit nicht klar kommt und es um ein Kind geht. Das ist gefährlich. Hier müssen die Möglichkeiten in erster Linie zum Wohle des Kindes abgewogen werden. Und hier muss auch gesagt werden: Eine Abgabe ist in der Regel für die Menschen viel schlimmer als für den Hund. Meine „Secondhand“-Hunde haben sich sehr schnell eingelebt und haben nicht großartig getrauert. In diesem Fall könnte eine Abgabe wirklich ratsam sein, da es um ein Kind geht, was nunmal an erster Stelle stehen sollte.

    • nina sagt:

      Das klingt wirklich gar nicht gut und ich kann deine Angst bezüglich der Kinder sehr gut verstehen. Ich denke es ist sehr wichtig, dass ihr jetzt handelt. Diese Situation ist nicht nur enorm belastend, sie ist auch absolut gefährlich für das Kind. Internetratschläge empfinde ich in Anbetracht des heiklen Verhaltens für völlig unangemessen. Deswegen würde ich entweder zu einem guten Trainer raten oder den Hund abgeben. Border Collie in Not habe ich im Artikel auch verlinkt. Dort findest du kompetente Ansprechpartner, die sowohl Trainer empfehlen können, als auch den Hund im Notfall in Obhut nehmen können. Eine Kastration wird das Verhalten nicht verändern. Sie hat lediglich einen Einfluss auf sexuell motivierte Verhaltensweisen, wie zum Beispiel bei Hypersexualität. Durch das komplexe Zusammenwirken der Hormone kann es durch eine Kastration noch schlimmer werden. Dies tritt vor allem bei unsicheren und ängstlichen Hunden auf. Da wirkt die Kastration durchaus auch entgegen gesetzt. Sie ist nicht dafür gedacht, Erziehungsprobleme zu beseitigen, sondern ist ein Eingriff der nach medizinischer Indikation erfolgen sollte. Ich wünsche euch viel Kraft für den weiteren Weg, egal wie ihr euch nun entscheiden werdet.

    • Petra sagt:

      Hallo Tracey,erstmal mutig von Ihnen einzusehen das es wohl etwas unüberlegt war sich diesen oder vielleicht auch jeden anderen hund anzuschaffen wenn gleich zwei kleine Kinder ihm Hause sind.Ich denke es wäre vielleicht eine gute Idee sich eine Hundeschule zu suchen und gerade den viejährigen etwas groben jungen Mann mitzunehmen, damit er zusammen mit dem Hund lernt freundlich und gerecht uimzugehen.es ist leider bei vielen Familien so das der Hund für ein ganz normales verhalten gestraft wird, während die Kinder narrnfreiheit haben.Aber auch sie müssen lernen das ein Tier Gefühle hat und zum Beispiel wenn er im Korb liegt in Ruhe gelassen wird oder wenn er frißt ist es ein no go ihn zu stören.Die Menschen müssen bei euch wohl alle lernen was es heißt einen Hunden gerecht zu erziehen und zu halten.ich habe bei meiner Hündin wirklich auch noch viel lernen müssen und etwas geht gar nicht:diese sehr sensible Rasse anschreien bzw.jeden Hund und auch keine Kinder.Ich drücke euch die Saumen das ihr vielleicht noch alles in den Griff bekommt:)

    • uwu sagt:

      hallo tracey,
      wir haben seit 4 jahren einen border. (vom bauernhof, uns war nicht klar was border heisst) – aber jetzt immer wieder border.
      unser hund wurde im welpenalter von kindern geärgert -> folge knurren bei der gleichgrossen kindern. seitdem musste jedes kind mit dem hund spielen. (kong), es hatte erfolg, aber seitdem gibt es folgende regeln:

      (1) kinder unter 10 nur mit aufsicht, wg dem kind.
      (2) feste regeln für den hund, z.b. hund auf matte und nicht unter den tisch.
      (3) übungen immer wieder vom anfang wiederholen, z.b ohne aufruf „platz und bleib“ missachtet – wieder an die gleiche stelle zurückgehen.
      (4) es gibt drei arten der beschäftigung : gehen, spielen(kong,ball), dinge suchen – aber 2+3 max 5-10min.
      (5) einem border kann man alles beibringen – sogar wann er was macht.
      (6) befehle nicht schreien, handzeichen gehen auch auf grosse entfernung – er schaut sowieso immer.
      (7) immer mal wieder etwas neues – er macht viel mit – aber nicht den kniff eines kindes
      (8) loben!!!

      und es wird ein toller hund. aber einzelkämpfer – nicht gerne mit anderen hunden zusammen. wenn ich mit unserem gehe (=langweilig) -meistens ohne leine- dann gibt es immer wieder spiele und kommandos.

  • Michael Kohl sagt:

    Nina, wenn ich auch Deinen Artikel sehr gut geschrieben finde sind doch manche Dinge nach meiner Meinung nicht richtig.

    Erstens – Border Collie sollen nicht beissen, ausser in Notfällen. Wenn einer meiner Hunde aus Jagdtrieb ein Schaf beisst ist er draussen. Und falls Du jemals an Trials der ISDS teilgenommen hast, solltest Du wissen, das ein Biss zur sofortigen Disqualifikation führt. Das kommt ja nicht von ungefähr, denn man will übermäßigen Stress durch gesteigerte Angst beim Schaf vermeinden – nicht mal aus dem Tierschutzgedanken, es schadet dem Fleisch, wie man weiss.

    Bissige Border Collies will keiner und ein guter Züchter wird dahingehend Selektieren.

    Zu dem Problem als Solches halte ich es auch für grundsätzlich verkehrt gedacht, einen Tiertrainer ins Haus zu empfehlen, wenn das Problem ja offensichtlich beim Kind liegt.
    „Ursache und Wirkung“ darf ich nochmal als Denkanstoss erwähnen.

    Und – „das Wohl des Kindes steht an erster Stelle“? Dann soll es lernen, sich angemessen zu verhalten, dann steht dem Wohle nichts im Wege. Denn wie man aus dem Post der Mutter lesen kann, hat der Hund mit den anderen Kindern, mit ihr und mit dem Vater offensichtlich kein Problem. Was, bitteschön, soll da ein Hundetrainer helfen?
    Jemand, der dem Kind ein besseres Verständnis für die Situation und Achtung vor dem Tier vermitteln kann wäre angebracht.

    Was Du auch empfiehlst, nämlich den Hund abzugeben birgt im Gegenteil langfristig das Risiko, dass das Kind lernt, es ist der (vermeintlich) Stärkere und hat sich in der Familie trotz seines Fehlverhaltens gegen den Hund durchgesetzt. Und das führt unweigerlich dazu, dass es bei einem anderen, fremden Hund ein gleiches Verhalten anwendet – und dann gebissen wird.

    • nina sagt:

      Natürlich führt das Beißen bei einem Trial zu einem Dis. Ist ja auch ganz richtig so. ;) Das heißt nicht, dass der Hund im normalen Betrieb nicht auch mal in die Situation kommt, wo er nach vorne gehen muss. Sei es, weil ein Mutterschaf ihr Lamm verteidigt oder ein Bock seine Mädels. Es gibt Schafe die können einen Hund auch quer über den Platz treiben, wenn sie merken, dass der Hund mehr Schaf ist als sie selber. ;) Kommt bei einem Trial natürlich nicht vor und gewünscht ist es ja, dass der Hund durch Präsenz und Köpfchen möglichst schonend und effizient hütet.

      Ich würde auch zwischen „bissig“ und „durchsetzungsfähig“ unterscheiden. Letzteres soll der Hund sein, nicht Ersteres. Dahingehend erfolgt auch die Selektion. Das heißt NICHT, dass die Hunde nicht beißen würden. Der häusliche Bereich ist noch einmal etwas Anderes. Ein Border Collie setzt sich einfach auch durch, wenn er meint, es wäre nötig. Ob das hier das Problem ist, möchte ich gar nicht sagen. Ich kenne die Situation vor Ort einfach nicht. Übrigens kann auch ein BC an den Schafen durch bissig werden, wenn man es falsch angeht. Mir hat sich da ein Hund in den Kopf gebrannt, der bei den vorigen Besitzern für jeden Biss windelweich geprügelt wurde. Dabei hatte der einfach Stress an den Schafen. Dafür wurde er noch mehr geprügelt. Das Resultat war ein Hund der noch mehr Stress hatte und noch mehr biss. Zum Glück wurde der Hund abgegeben und ist bei seinem neuen Besitzer ein toller Hund, der seine Qualitäten zeigen kann und großartig an den Schafen seinen Job macht – ganz ohne Bisse und endlich auch ohne Schläge.

      Es geht hier um eine Situation die gefährlich für das Kind ist. Es ist absolut müßig da den Schuldigen ausmachen zu wollen. Ein 4-jähriges Kind kann seine Handlungen noch gar nicht derart überblicken. Hier ist der Einsatz der Eltern gefragt. Die Mutter fühlt sich anscheinend überfordert. Ein Trainer kann vor Ort sagen, was das Problem ist und helfen den richtigen Umgang mit dem Hund zu finden. Und es hapert ja anscheinend nicht nur bei dem Kind. Momentan ist da eine potentiell gefährliche Situation und die besteht für das Kind und einen Säugling-nicht für den Hund. Entweder schaffen die Besitzer da noch raus zu kommen (und Mutter und Vater haben anscheinend ja auch Probleme mit dem Hund) oder sie geben den Hund ab. Und ja das wäre natürlich besser als ein Kind das gebissen wird! Was ist, wenn der Hund gar keine Angst hat, sondern eigentlich ressourcen-aggressiv ist und sein Körbchen verteidigt? Dann kann das Leckerchen-werfende Kind durchaus heftig gebissen werden. Von einer Online-Beschreibung auf die tatsächliche Situation zu Hause zu schließen, ist nicht möglich. Ein Trainer vor Ort kann das Problem sehen und die Möglichkeiten des Trainings mit den Eltern besprechen und ggf. durchführen. Selbstversuche die mit Angst gepaart sind, gehen meistens in die Hose. Wenn jemand da ist, der die Angst nehmen kann, ist das sehr viel besser.

      Dass ein Kind was grade mal 4 Jahre alt ist, also grade mal in den Kindergarten geht, daraus lernt, dass es das „Stärkere“ in der Familie ist, halte ich für äußerst zweifelhaft. Kinder wollen genauso wenig wie Hunde die Weltherrschaft an sich reißen. Heute der Hund und Morgen die ganze Familie? Wahrscheinlich würde es erzählen „Hasso hat immer geknurrt und jetzt ist er weg“. Ich weiß nicht wie man darauf kommt, dass das Kind bei fremden Hunden das gleiche (wobei wir ja noch nicht einmal wissen was es macht und was grob bedeutet) macht und dann gebissen wird, halte ich für vermessen. Ich kann nicht in eine Glaskugel sehen und sehe die Zukunft. Zwischen dem Hund des Haushalts und Fremdhunden besteht ein Unterschied. Und auch da wäre wieder der erzieherische Einsatz der Eltern gefragt, den ich an dieser Stelle überhaupt nicht bewerten kann. Was hier geschildert wird, ist eine anscheinend überforderte Mutter die Angst hat um ihre Kinder. Das sollte man ernst nehmen. Mein Rat deswegen: Trainer oder Abgabe. Die Situation ist und bleibt gefährlich. Wir können sie nicht einschätzen, können den Hund nicht einschätzen (zumal wir hier von einem Bauernhofhund ausgehen der höchst zweifelhaft beworben wurde) und wir kennen die Familie nicht. Vllt hat der Hund auch Schmerzen und knurrt deshalb? Auch dies könnte jemand vor Ort sehen und sie zum Tierarzt schicken. Wir können das an dieser Stelle nicht. Und dementsprechend fern liegt es mir die Erziehungsfähigkeit von jemanden dort zu bewerten.

  • Michael Kohl sagt:

    Der Unterscheidung zwischen bissig und sagen wir mal durchsetzungsfähig stimme ich zu – so liest es sich nun auch anders wie in den ersten Kommentaren und ist für Leser verständlicher. Dass jeder Hund jeder Rasse bei einem für ihn entsprechend gegebenem Anlass beisst, wird niemand bestreiten – die Schwelle liegt aber eben je nach Rasse unterschiedlich weit oben oder unten.

    Zum Thema Kind/Hund – nun, dass sehe ich nicht so, denn natürlich lernt auch ein vier jähriges Kind oder GERADE ein vier jähriges Kind, welches seiner Verhaltensweisen was bewirkt. Machtdemonstrationen von Kindern an Tieren vor Publikum anderer Kinder sind mit die häufigsten Ursachen von Bissen sonst friedlicher Haustiere. Schon richtig: bei Kindern zwischen sechs und zehn Jahren, aber „wehret den Anfängen“ meine ich.
    Ich kritisiere auch gar nicht die Mutter oder den Vater sondern gebe meiner Meinung zu einer wahrscheinlichen Verbesserung der Situation Ausdruck. Denn dies suchte die Frau ja offensichtlich – einen Hundetrainer hätte sich sich wohl auch alleine suchen können. Das können sich aber viele nicht leisten wie ich aus eigener Erfahrung weiss. Ich helfe dann auch mal ohne Geld, wenn ich sehe, dass da GEfahr im Verzug ist; aber das ist halt nicht üblich. Deswegen denke ich doch, dass Ratschläge über Internet einigen Sinn machen. Denn das „Körbchen-Schutz-Verhalten“ kann ich ganz verwegen mal ausschliessen, denn sonst hiesse es nicht zu Anfang, dass das Tier NUR mit dem Vierjährigen Probleme hat.

    Wie auch immer – die Diskussion hilft nun niemandem mehr und ich werde es dabei belassen.
    Ich hoffe, die Familie nimmt sich die Mühe, Tier und Kind wieder auf einander ein zu stimmen – Border Collies, die neue Plätze suchen gibt es leider sowieso schon viel zu viele und – und das scheint mir das Wichtigste – ein dann wohl vorgegebenes Leben ohne Hund für die Familie und die Kinder, das fände ich schade und ärmer an vielen positiven Erfahrungen.

    Eine schöne Zeit noch

  • Anke sagt:

    Danke für diesen tollen Artikel. So nett geschrieben und ansprechend. Hätte ich diesen Artikel vor 2 Jahren irgendwo im Netz gefunden wären die letzten 2 Jahre anders verlaufen. Endlich mal keinen Angriff an Menschen, die sich gerne einen besonderen Hund ins Haus holen wollen. Ich bin begeistert. Schreibe bloß weiter so. Danke
    Ich habe den Artikel auf meine Homepage verlinkt und ich hoffe so die Leser meiner Seite damit eine tolle Information geben zu können.
    Danke Anke

  • Jannes Koneczny sagt:

    Hallo – scheibar ist unser Wau ein absoluter Glücksfall.

    Arbeitslinie. Macht keine Probleme. Wenn sie mal ein paar Stunden alleine ist, beschäftigt sie sich mit sich selbst. Solang sie ihrendwas zum Spielen und/oder zerfetzen hat, kein Problem. Naja… manchmal baut sie sich auch ein Nest aus Bettdecken und Dreckwäsche ;) Aber naja.

    Wenn man am Tag 2-3 Stunden mit ihr auf die Wiese toben geht (Frisbee, Baumstämme rumschleppen oder mit anderen Hunden „spielen“ (sie hütet die eher ;)) pennt sie auch komplett durch.

    Einziges Problem ist – wenn sie bei mir ist – dass sie absolut garnicht auf die Stadt klarkommt. Da knallt irgendwo ein Skateboard und das wars dann mitm Spazieren gehen. Ansonsten wohnt sie aber auf dem Land (naja, was im Ruhrgebiet als Land zählt). Ist ziemlich ängstlich, bzw. vorsichtig.

    o auf 100 stimmt absolut. zu jeder tag und nachtzeit. leider kennt sie auch kein Limit, Frisbee würde sie spielen, bis sie tot umfällt.

    Super Hund, wenn man ihn genügend beschäftigt, nicht überfordert (inteligent ja, aber eben als Hund, und nicht als Asberger), auslastet und vorallendingen gut erzieht.

    Im Sinne des Familienhundes – grade weil jetzt wieder ein BorderCollie in den Medien ist -> Supertalent: Nach Schweinchen Babe haben sich superviele BCs gehohlt und waren damit absolut überfordert (wieso sich die Leute kein Schwein gekauft haben?).
    Leinen gehen ist für diese Hunde nicht so toll – braucht man eben auch nicht… lassen sich über 300 meter locker kontrolieren. WENN man den durchsetzungsfähig ist -> lernen eben schnell -> auch zu dominieren.
    Bei Kindern kann das zu Problemen führen.

    Ich bin froh einen BC zu haben.

    LG

  • Ralf sagt:

    Hallo

    Ein hervorragender Artikel, den sich jeder, der über die Anschaffung dieses „Modehundes“ nachdenkt, zwingend lesen sollte!

    Wir haben zwei Border Collies, einen aus einer reinen Arbeitslinie (jetzt zwei Jahre alt) und einen aus einer Hobbyzucht (derzeit 10 Monate alt).

    Sie sprechen mir in fast allen Bereichen schier aus der Seele – unsere beiden Hunde sind frei von jeglichen Marotten und Unarten. Das liegt in erster Linie an einer liebevollen aber sehr, sehr konsequenten Erziehung, Unmengen von Leckerchen UND strickter Ruhe nach dem Spielen.

    Wir sind heute noch dem ersten Züchter (unendlich!) dankbar: Bevor „Sitz“, „Aus“ und „Platz“ erlernt wurde, kam das Wort „Pause“: Wann immer ein Spiel beendet wurde oder ein Spielzeug (vorzugsweise ein Ball) weggepackt wurde, kam das Wort „Pause“. Diese Pausen wurden dann in aller Konsequenz durchgesetzt (KEIN Spielzeug zur freien Verfügung). Heute können wir in aller Ruhe am Anfang eines Spazierganges Apportieren lassen und nach einigen Würfen „Pause“ sagen und werden nicht mehr genötigt oder „bewacht“, wie es Balljunkies gern machen, wenn Sie wissen dass ein Ball mitgenommen wurde. Wir können gar (was wir gelegentlich auch tun) das Ballspielen komplett weglassen.

    Jeder junge Border Collie sollte das (zuallererst!) lernen.

    Ebenso „in dein Körbchen“ für die Ruhepausen. Er wird zwanzig- oder gar fünfzig Mal wieder aufstehen und herauskommen (nicht wütend werden, so schwer es auch fällt – dann dreht er richtig auf). Irgendwann gibt er auf und fügt sich – meist reicht dann schon eine hochgezogene Augenbraue und er legt sich wieder hin.

    Wenn man diese Nerven hat, hat man mit weitem Abstand den tollsten Hund der Welt – auch ohne Schafe und ohne Bauernhof.

    LG,
    Ralf

  • Kobi sagt:

    Hallo,

    ich finde diesen Artikel hervorragend ! Ich habe vor 14 Monaten einen 3,5 Jahre alten Border Rüden aufgenommen, der leider schon einiges negatives mitgemacht hat. Bin der Drittbesitzer und von daher war es eh schon schwer genug diesen Hund halbwegs in geordnete Bahnen zu bekommen.

    Natürlich waren wir auch in Hundeschule und Aggi usw.

    Von vielen Seiten bekam man Tipps… der muß ausgepowert werden, Stundenlange Beschäftigung, Sport , Radfahren bla bla bla und als „Laie“ hat man das dann leider auch alles gemacht.

    Sein „aggressives“ Verhalten gegenüber Artgenossen und Radfahren war allerdings nicht in den Griff zu bekommen.

    Nun habe ich eine neue Hundetrainerin, die hat mir beim ersten treffen auch gleich gesagt, das ich alles zurückfahren, der Hund seine (auch mal Tage dauernden) Ruhephasen haben muss und hat mir diesen Bericht per mail gesendet. Habe Ihn einige Male gelesen und er hat mir wirklich die Augen geöffnet. Ich habe durch den Bericht (trotz vielen Büchern und Seiten im Inet gelesen)ein ganz anderes Bild über meinen Hund bekommen. Wir haben (mit meiner Trainerin) jetzt in eine ganz andere Richtung mit Ihm gearbeitet und was soll ich sagen, er ist sehr viel ausgeglichener und naja, ruhiger will ich jetzt nicht sagen (ist immer noch ein Border ;) )aber ganz anders zu händeln. Die großen Baustellen sind weg. Mich ärgert jetzt das verlorene Jahr, in dem ich Ihn streckenweise auch „überfordert“ habe weil ich auf all diese „Spezialisten“ gehört habe.

    Ich kann nur bitten, diesen Artikel ganz oft zu teilen und weiter zu leiten. Es können viele Missverständnisse aus der Welt geschafft werden was den Umgang mit BC’s betrifft.

    Aber eines steht für mich nach etwas über einem Jahr auch fest :

    Einmal einen Border Collie – immer einen Border Collie.

    Trotz allem ist diese Hunderasse für mich faszinierend und bereitet mir viel Spaß. Und was einem der BC zurück gibt ist mit nichts in der Welt zu vergleichen !!!

    Liebe Grüße an alle Border Freunde

    Kobi

    • Jerry sagt:

      Ich kann diesen Beitrag nur bestätigen, seit August 2013 habe ich einen BC aus der Pflege ganz übernommen. So viel, wie mit diesem Hund, habe ich bei allen anderen Hunderassen nicht gelernt. Hauptbestandteil unserer Erziehung ist die Ruhe und Konzentration. Hundesport wie Agility und Longieren ist die „Arbeit“ und zu Hause ist Ruhe. Sobald wir auf hundeunerfahrene Freunde und Bekannte treffen, muss ich aufpassen, dass er nicht wieder zum Adrenalinjunkie wird, weil er diese Menschen sofort dominiert. Es ist ein traumhafter Hund für Spaziergänge zu zweit, auch mal um andere Hunde zu treffen, ansonsten muss ich ständig in Kontakt mit ihm sein. Ich kann mir für mich auch keinen anderen Hund vorstellen.
      Jerrys Besitzerin

  • Heike sagt:

    Hallo,

    wir sind seit einigen Wochen Besitzer eines Border-Collie. Wie es dazu kam, ist eine längere Geschichte, ich versuche also mich kurz zu fassen. Im Dezember 2013 haben wir einen Resthof in Schleswig-Holstein gekauft. Die Familie hatte eine 8,5 jährige Border-Collie Hündin, die bis vor 2 Jahren beim Kühe treiben geholfen hat. Dann wurde die Frau krank, Landwirtschaft wurde aufgegeben und Hof verkauft. Als wir uns entschieden hatten, den Hof zu kaufen wurden wir gefragt, ob wir auch den Hund übernehmen würden, mit der Begründung: der Hund gehört zum Hof. Der Hund hatte an die Familie tatsächlich keine starke Bindung. Durfte nicht in die Wohnung, schlief im ehemaligen Kuhstall, wurde morgens rausgelassen und musste sich alleine bespaßen. Weil mein Mann und ich Hunde und Tiere generell sehr mögen, sind wir ins kalte Wasser gesprungen und haben den Hund mit übernommen. Da wir am Haus einiges umbauen müssen und erst in ca. 1 Jahr endgültig umziehen können, pendelt der Hund nun mit uns zwischen OWL (unser noch-zu-Hause) und SH hin und her. Die Hündin, Jenny, mittlerweile fast 9 Jahre, kannte vorher wirklich nur ihren Hof. Kein Autofahren, kein Gassigehen an der Leine, keine anderen Hunde, wenig Kontakte. Natürlich habe vor allem ich mir so meine Gedanken gemacht, ob ich diesem Hund gerecht werden kann. Ich hatte schon mal eine Hütevorführung mit Bordern gesehen und wie fast jeder Mensch finde ich diese Hunde und ihre Fähigkeiten faszinierend. Dann stieß ich auf diese Website und dachte: viel tolle Infos, aber man kriegt schon ein bißchen Angst… Völlig unbegründet! Ja, Border Collies sind Problemhunde. Das Problem ist nämlich, man will nie wieder etwas anderes! Unsere Jenny ist dermaßen lieb und gelehrig, die könnte auch im Zirkus arbeiten! Im April war die Übergabe des Hofes, wir waren dann erst mal eine Woche da, um uns einzugewöhnen und mit dem Hund anzufreunden. Natürlich gab es kleine Anlaufschwierigkeiten. Würde ich von meiner Familie im Stich gelassen und dann würden auf einmal 2 Fremde mein Revier besetzen, wäre ich auch nicht sofort begeistert. Aber Jenny bekommt bei uns viel Aufmerksamkeit, Liebe, Anreize, lernt immer wieder was Neues und für die nötigen Pausen sorgen wir schon. Autofahren? Kein Thema, auch nicht für 3 Stunden. Auf dem Deich spazieren gehen, zwischen den Schafen, oder in Büsum zwischen wirklich vielen Menschen bei Super-Wetter zu Pfingsten, ins Watt gehen – sie macht alles begeistert mit. Unsere Nachbarn hier in OWL haben Kaninchen, die sie von unserem Grundstück aus sehen kann. Jetzt sitzt sie oft vorm Zaun und hütet die Kaninchen. Ich glaube nicht, dass das für die Nager Stress ist. Der Hund kommt nicht über den Zaun und die beiden Hoppels können sich jederzeit in ihr Häuschen verkrümeln. Vielleicht haben wir einfach nur Glück gehabt und vielleicht wäre bei einem Welpen manches anders. Wer sich auf diese Hunderasse einläßt, wird es auf jeden Fall nicht bereuen. Auch als Mensch lernt man jeden Tag was dazu. Mein Mann sagt immer: Border statt Smartphone!

  • Nadine sagt:

    Hallo,
    ich finde den Artikel sehr interessant. Ich habe meine Border-Laby Mix Dame von einem Bauernhof. Die Mutti, vom Bauernhof hütet nicht und der Papa hat auch nichts zum Hüten. Natürlich beschäftigt man sich mit dem Thema… Und auch ich habe anfangs immer zu hören gekriegt, der ist nicht ausgelastet, binde Sie im Garten an und lass den mal ordentlich Rennen oder geht doch mal 2Stunden mit Ihr (da war sie 9Wochen alt).
    Ich habe eine Hundeschule aufgesucht und eine tolle Trainerin im Internet gefunden die mich sehr gut unterstützt. Bonnie, meine Hündin ist nun genau 1Jahr alt (heute geworden). Anfangs war es echt schwierig mit Ihr. Sie wollte einfach nicht schlafen, das ging einige Tage so. Ich war total überfordert, mit dem total übermüdeten, quängeligen Welpen und wollte schon aufgeben. Ich bekam den Tipp mit einer Box. Und was soll ich sagen? Wenn man das gut übt, klappt das Super. Ab und an bettelt Sie sogar Tagsüber nach der Box, das ich Sie reinbring, damit Sie schläft. Seit 3Monaten schafft Sie es sogar Tagsüber bei uns im Wohnzimmer zu schlafen, was mich super stolz macht und mich aufbaut, da manche Trainer mir sagten, das es sein kann, das Sie es nie schafft. Das einzige Problem ist, sobald man sich eben bewegt, ist Sie von 0-180. Ich hoffe wirklich sehr, das sich das noch legt, aber ich denke ich bin auf dem richtigen Weg. Denn wir haben schon so vieles geschafft. Sie konnte mit 12Wochen schon so vieles und auch mit der Impulskontrolle klappte das super.
    Meine Hundetrainerin sagte, dein Hund braucht eines RUHE RUHE RUHE. Das muss die Rasse erst lernen. Und Bällchen Sinnlos schmeißen ist auch nicht. Sie soll warten und erst auf Signal darf Sie da hinterher ;) Das klappt sogar gut. Meine Trainerin meinte Ruhe und Impulskontrolle ist das wichtigste für den Border in Ihr. Und Sie hat Recht. An der Leinenführigkeit arbeiten wir noch immer. Sie lernt wirklich sehr schnell, nur mit der Leinenführigkeit happerts, aber auch da machen wir Fortschritte.
    Wir machen Kopfarbeit zum Auslasten. Die Spaziergänge sind unterschiedlich lang. Mal sind es 40min, mal sind es nur 30min und mal ist auch eine Stunde. Bei mir muss Sie sich das Futter über den Tag hinweg erarbeiten. ZB beim Gassi gehen. Da wird auch mal die Tüte fallen gelassen im hohen Gras, damit Sie suchen kann, denn das macht Ihr echt spaß.
    Auch das Hüten ist hier ein Thema. Die Nachbarskatze und auch andere Katzen möchte Sie hüten. Ich bin dabei das umzulenken, was teilweise auch recht gut klappt. Aber mit der Läufigkeit und der Pubertät, sind manchmal eben die Ohren taub oder manches vergessen :D
    Wie sagt meine Trainerin immer? Liebevoll, Geduldig und Konsequent bleiben.

    • Nadine sagt:

      ach und was ich vergas, wenn Sie mir eines gelernt hat ist es Geduld und Ruhig zu bleiben. Gelassener zu werden und auf den Hund und seine Körpersprache einzugehen (die auch erst lernen musste, da es der Erste Hund ist). Wir haben von anfang an gelernt, das wenn ich mich dem Napf oder Ihrem Futter nähere, das Sie was tolles bekommt.. Sie gibt mir Spielzeug im vollen Wahn auf das Signal „Danke“. Sie überlegt garnicht, Sie lässt einfach los. Sie kann soooo vieles und an den Baustellen (die hat wohl jeder) arbeiten wir. Wir kriegen das hin. Wir sind nämlich ein super Team :)

      Und ich habe auch irgendwo bammel, das wenn es irgendwann doch mal eine andere Rasse werden wird, das die mir fast zu langweilig ist *lach* Denn ich hab NOCH NIE einen Welpen/Hund gesehen, der so schnell lernt und da so begeistert bei ist.

  • Bente sagt:

    Sehr guter Artikel. Ich habe einen 7 Monate alten Border Collie x Kelpie und er kommt von einer Farm.

    Meine Frage ist… ich hätte die Möglichkeit, das er 1x die Woche zum hüten geht. Ich frage mich, ob ich damit anfangen soll, wenn es nur so selten ist, oder lieber schlafende Hunde nicht zu wecken ?

    Deine Meinung dazu würde ich gerne wissen.

    Ich lebe in Australien und es gibt, glaube ich, keine reine Showlinie hier.

    Lg Bente

    • nina sagt:

      Hallo Bente,

      tatsächlich gibt es in Australien sehr bekannte Kennel, die Border Collies für die Show züchten. So ist bspw. der Showhund vom Vergleichsfoto einer, der auch australische Vorfahren hat. Das heißt allerdings nicht, dass diese Hunde gar nicht mehr hüten könnten und sagt natürlich auch nichts darüber aus, ob es mehr Hunde aus der Arbeits- oder Showlinie in Australien gibt. ;)

      Meiner Erfahrung nach weckt man damit keine „schlafenden Hunde“. Entweder der Hund hat die Anlagen dafür oder nicht. Wenn er die Anlagen dafür hat und unbedingt hüten „will“, dann zeigt er es so oder so im Alltag. Durch die Ermöglichung diese Anlage adäquat auch auszuleben, verhindert man eher das „Ersatzhüten“.

      Es folgt allerdings ein ganz großes ABER. Schafe sind Tiere, die ebenfalls ein Recht auf ein schönes Leben haben. Der Border jagt die Schafe-auch im kontrollierten Rahmen bedeutet es Stress für die Tiere. Nur zwecks Auslastung zu hüten, ist deswegen meiner Meinung nach nicht in Ordnung. Wenn man das macht, sollte man sich auf das ganze Paket einstellen. Das heißt: Bei Eignung des Hundes und zunehmender Ausbildung, sollte der Hund auch arbeiten dürfen, indem er zum Beispiel bei der Arbeit mit den eigenen Schafen unterstützt (oder man kennt jemand der Schafe hat, der sich über Hilfe freut). So manch Schafhalter war früher „nur“ BC-Halter. Die Arbeitserleichterung durch den Hund macht es dann auch deutlich stressfreier für die Schafe. Ob einsammeln zum Scheren oder Klauenpflege, Umtrieb auf eine andere Weide, Verladen oder die Trennung der Herde – das geht mit einem ausgebildeten Hund deutlich schneller und ist somit für die Schafe auch stressärmer. Anders sieht es für Schafe aus, die nur zwecks Auslastung der Hunde von A nach B gescheucht werden. Keiner würde seinen Jagdhund zwecks Auslastung unkontrolliert Wildtiere hetzen lassen-bei einem Hütehund sollte dasselbe gelten.

      Eine Auslastung der Hunde ist auch ohne Schafe möglich, auch wenn es nicht das Optimum darstellt. Es muss jeder für sich selbst entscheiden, was er ethisch vertretbar findet und was nicht.

      LG Nina

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