Hundehalter melden in Deutschland und Österreich nicht alle Hunde

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Für österreichische Hundehalter ist die, seit 2010 vom Bund vorgeschriebene Registrierung, in der österreichweiten Hundedatenbank Pflicht. Derzeit sind jedoch nur etwa ein Drittel von den rund 750.000 Hunden in Österreich gemeldet. Dabei bildet Vorarlberg und Salzburg das Schlusslicht (siehe Infografik). Wer seinen Hund oder seine Hunde nicht in der Heimtierdatenbank meldet, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 3750 €, im Wiederholungsfall sogar bis zu 7500 €.

Rund 500.000 Hunde in Österreich leben aus der Sicht der Behörden ein „Schattendasein“ ohne Registrierung. Dies liege womöglich auch an den Behörden, die das Melde-Gesetz derzeit weder vollziehen noch kontrollieren. Rund 20 bis 25 Millionen Euro an Hundesteuer soll dadurch jährlich dem österreichischen Staat entgehen. Vier Pfoten ist für die Abschaffung der Hundesteuer, wenn diese Steuer der Hauptgrund für ein Nicht-Anmelden in der Datenbank seitens der Hundehalter ist.

Situation in Deutschland

In Deutschland denken sich Hundebesitzer das gleiche. Viele Hunde sind trotz Meldepflicht in der Gemeinde nicht registriert und somit wird auch keine Hundesteuer bezahlt. Auch die deutschen Behörden sehen dadurch einen Ausfall von Steuern.

Während Österreich noch abwartet, versuchen einige deutsche Städte, den nicht angemeldeten Hunden mit Methoden auf die Spur zu kommen, die bei vielen Hundebesitzern nicht auf Verständnis stoßen werden. Unter anderem die Städte Grevenbroich und Kalkar in Nordrhein Westfalen.

Die Stadtverwaltung von Grevenbroich kündigt eine Hunde-Bestandsaufnahme für das nächste Jahr an. Dabei soll überprüft werden, ob nicht angemeldete Hunde in den Häusern gehalten werden. Es wird auch in Erwägung gezogen, eine externe Firma mit dieser Evaluierung an den Haustüren zu beauftragen.

Während Grevenbroich die Ermittlungen für das nächste Jahr anberaumt, sind in der Stadt Kalkar bereits Mitarbeiter eines externen Dienstleistungsunternehmen unterwegs um festzustellen, wo nicht gemeldete Hunde leben für die keine Hundesteuer bezahlt wird.

Aufgrund des Steuergeheimnisses darf nicht danach gefragt werden, ob für den Hund Steuern bezahlt werden. Dafür lauten die Fragen an der Haustür in etwa so: Haben Sie einen Hund? Wenn ja, seit wann besitzen Sie den Hund? Um welche Rasse handelt es sich bei dem Hund?…

Diese Antworten werden danach mit Steuerlisten abgeglichen. Das beauftragte Unternehmen in Kalkar arbeitet „erfolgsabhängig“. Das bedeutet, das die Stadt für jeden festgestellten Hund, für den keine Abgaben bis dahin bezahlt wurden, ein Beitrag fällig wird.

Im Fall Kalkar macht dies rund 50 Euro – einmalig – pro aufgespürten Hund aus. Der Hund ist in Kalkar hingegen mit 75 Euro besteuert. Für das erste Jahr bedeutet dies eine zusätzliche Steuereinnahme von 25 Euro je Hund. In den Folgejahren verspricht sich Kalkar dann die volle Hundesteuer als Einnahmensquelle.

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