Geocaching: GPS-Schnitzeljagd mit Hund

Geocaching: GPS-Schnitzeljagd mit Hund, Foto: Melanie

Hundehalter gingen früher meist ohne Ziel mit ihren Hunden spazieren. Heute dagegen, sind immer mehr mit einem Ziel vor Augen unterwegs: Den  Schatz zu finden.

Nein, hierbei geht es nicht um den Schatz von „Herr der Ringe“, sondern darum, bei der so genannten GPS-Schnitzeljagd den Schatz am Ende zu finden.

Was genau ist Geocaching und wie läuft diese „Schatzsuche“ ab?

Geocaching ist eine elektronische Schatzsuche. Man sucht an Hand von geografischen Daten die Verstecke (Cachings). Der „Schatz“ ist meist in einem wasserdichten Behälter gepackt. Je nach Schatz, sind Gegenstände zum Tauschen dabei und meist auch ein Logbuch.

Im Internet findet man die Aufgabenstellung: Ob Gegenstände zum Tauschen, Rätsel gelöst, der Schatz an andere Orte gebracht  oder man sich einfach nur in das Logbuch eintragen muss.

Geocaching entstand durch das ältere System Letterboxing, wo bereits damals Behälter an verschiedenen Orten versteckt und man nur mit einer Karte und einem Kompass bewaffnet, diese Behälter suchen musste. Heute, im Zeitalter von GPS-fähigen Handys, wurde das System der modernen Technik angepasst. Dadurch hat sich eine große Fangemeinde gebildet.

Welche Ausrüstung brauche ich für Geocaching?

Geocaching Smartphone
Geocaching Kartenansicht im Satelliten Modus

Die Hauptausrüstung ist ein GPS-fähiges Handy (Caching kann  natürlich auch nur mit einer genauen Landkarte ohne GPS durchgeführt werden). Nun meldet man sich zuerst (natürlich kostenlos) auf der Seite Geocaching an und erhält über diese die benötigte App für sein Handy, die man zu der Suche braucht. Auf dieser Internetseite kann natürlich auch nachgesehen werden, wo Schätze versteckt sind. An Hand dieser Informationen zieht man mit seiner Landkarte los.

Auf der installierten App ist jeder Schatz in der Umgebung verzeichnet. Durch Herein- oder Herauszoomen zeigen sich alle Schätze, in dem von mir gewählten Umkreis. Auch ist hier zu erkennen, um was für eine Art Caching es sich handelt. Müssen Rätsel gelöst werden? Muss ich Tauschobjekte mitnehmen? Oder reicht es aus, dass ich einfach nur im Logbuch vermerke, dass ich den Schatz gefunden habe.

Auch der Schwierigkeitsgrad (wie schwer ein Versteck zu finden oder zu erreichen ist) ist zu erkennen. Daher sollte als Anfänger darauf geachtet werden einen niedrigen Schwierigkeitslevel zu wählen. Ansonsten stellt sich schnell Frust ein, wenn das Versteck auch nach langem Suchen nicht gefunden wird.

Wird der zu suchende Schatz ausgewählt, gelangt man auf eine Karte, gleich dem Navigationsgerät im Auto. Hier gibt es verschiedene Kartenansichten, die ausgewählt werden können. Dort wird das Ziel und der derzeitige Standort angezeigt und man weiß genau, wo der Weg verläuft.

Hat man nun den Cache gefunden, wird dieser in das Logbuch eingetragen und dies im Internet mitgeteilt. Über ein Foto freut sich nicht nur die Fangemeinde, sondern auch der „Eigentümer“, der ursprünglich den Schatz dort versteckt hat. Und natürlich steht es jedem frei, selbst Caches zu verstecken, um andere danach suchen zu lassen.

Geocaching mit Hund

Hund unter Wurzel
Durch Wurzeln klettern macht Spaß

Anstatt gelangweilt mit dem Hund nur spazieren zu gehen und ziellos durch die Gegend zu laufen, lässt sich Caching und Hundespaziergang wunderbar miteinander vereinen. Hunde lieben nichts mehr, wie mit ihrem Hundehalter Abenteuer zu erleben.

Man hat die Wahl, welchen Schatz ich mir aussuche: Geht es durch den Wald? Geht es über Stock und Stein? Oder durch Feld und Wiese. Auch die Länge kann ich selber bestimmen. Nehme ich einen Schatz, der in der Nähe liegt, oder eine Schatzreihe, wo ich mehrere hintereinander finden muss, oder einen weit entfernten liegenden Cache?

Je nach Kondition von sich selber und natürlich dem Hund, lässt sich so die perfekte Strecke für das Mensch-Hund-Team finden. Je geübter, desto höhere Schwierigkeitslevel können gewählt werden. Natürlich sollte darauf geachtet werden, dass der Hund nicht überfordert wird und auch Strecken gewählt werden, die der Hund auch problemlos laufen kann.

Auch sollte auf die Ausrüstung für sich und den Hund geachtet werden. Ist es warm, oder kalt, ist die Strecke weit oder nur kurz? Je nach Begebenheit muss auf entsprechende Kleidung, aber auch Getränke für sich selber und auf Wasser für den Hund geachtet werden.

Nehme ich eine abgelegene Strecke, sollte auch ein Erste Hilfe-Set nicht fehlen. Wer gut ausgerüstet ist, ist auf alle Eventualitäten vorbereitet und kann das Abenteuer mit seinem Hund in vollen Zügen genießen.

Wie genau läuft das Suchen ab?

Geocaching Teilnehmer
Geocaching: Hier müssen wir entlang

Nun genug von der Theorie. Gehen wir jetzt zur Praxis über.

An Hand unserer letzten Schatzjagd, möchte ich euch zeigen, wie so eine „Jagd, nach dem versteckten Schatz“ ablaufen kann.

Wir haben uns für ein Versteck ungefähr 2 km von uns entfernt entschieden. Vom Erreichen und Versteck her, war es ein niedriger Schwierigkeitslevel. Als Hinweis stand auch noch dabei, dass der Schatz in einer Wurzel versteckt sei.

So ein Schatz ist für Anfänger gut geeignet. Es ist nicht weit zu laufen, das Versteck scheint schnell gefunden zu sein. So machten wir uns mit Kind und zwei Hunden auf den Weg. Für uns ging es erst durch Felder, die wir schon kannten, aber da wir auf der Suche waren, nahmen wir sie ganz anders wahr. Sicherlich spielte es natürlich auch noch eine Rolle, dass schönster Sonnenschein war.

Geocaching Cache
Schatz gefunden!

Wir folgten immer den Pfeil auf dem Handydisplay, der uns den Weg zum Schatz wies. Auch wenn aus verschiedenen Kartenansichten ausgewählt werden kann, so wählten wir die einfachste Google-Map-Ansicht. Einerseits weil man nicht wirklich den ganzen „Schnick-Schnack“ drum herum braucht, andererseits spart das auch gewaltig Akkuleistung.

Der Weg führte uns teilweise am Wald entlang. Wer einen Hund hat, der gerne jagen geht, sollte bei einer Suche immer mit einplanen, dass der Hund teilweise auch mal an die Leine muss. Das Ziel lag im Waldeingang in einer riesigen alten Wurzel. Wir mussten nicht lange suchen, bis wir unseren Schatz in den Händen hielten.

Natürlich trugen wir uns in das beiliegende Logbuch ein, übermittelten den Fund auf die Seite Geocaching und tauschten auch ein innen-liegendes Tauschobjekt. Danach musste der Schatz natürlich auch wieder in sein Versteck gelegt werden, damit der nächste Sucher auch etwas vorfindet. Es wäre  wirklich schade, wenn diese Caches entfernt werden, ohne dass jemand Bescheid weiß.

Insgesamt waren wir mit Hin- und Rückweg gut 1,5 Stunden unterwegs. Den Hunden, aber auch unserem Kleinen, hat es viel Spaß gemacht diesen Schatz zu suchen. Wir hatten ein Ziel vor den Augen und liefen nicht „planlos“ mit den Hunden und Kind durch die Gegend.

Fazit für mich: Es macht riesen Spaß. Länge, Schwierigkeitsgrad und Art des Schatzes selbst auswählbar, somit kann man ein Level für sich selber finden und ist nicht überfordert. Wer gerne draußen mit seinen Hunden unterwegs ist, hat so noch ein Abenteuer, was gemeinsam als Mensch-Hund-Team bewältigt wird.

Ich habe euch natürlich noch ein paar Geocaching Bilder mitgebracht (leider war der Fotoapparat-Akku zwischendrin leer).

Eure Melanie Weber-Tilse

1 Kommentar

  1. Hallo!
    Toll dass nicht nur ich geocaching-verrückt bin ;) Wir lieben dieses Spiel :D Leider gibt es in unserer Gegend nicht mehr so viele Caches, die wir noch nicht gefunden hätten =P Macht aber nix, es ergibt sich immer mal wieder die Gelegenheit ein paar Caches zu suchen :)

    2 Anmerkungen möchte ich aber hier lassen.
    1.) Geocachen kann man super übers Handy machen, geht aber genau so gut über ein anderes GPS Gerät wie z.B. ein Garmin. Die ganzen „Power-Cacher“, so wie ich sie gerne nenne, sind alle mit so einem Ding ausgestattet, weil die die Caches auch viel genauer anzeigen. Kann man haben, muss man aber nicht. Ich laufe auch mit Handy duch die Gegend, weil mir der Spaß „Garmin“ einfach zu teuer ist.

    2.) Bei Google Maps stellts mir ehrlich gesagt die Haare auf. Ich bin zu Anfang auch gerne mit der Satteliten Google Maps Karte herum gelaufen, aber c:geo (DIE Geocaching-App, zumindest benutze ich die total gerne) hat inzwischen viele andere freie Karten zur Auswahl. Das Problem bei Google Maps ist nämlich, dass dort überhaupt keine Wanderwege eingezeichnet sind, was bei einer Bergcachingtour dann ernsthafte Probleme bereitet! Ich bin deswegen nicht nur einmal durchs Gemüse und durch Himbeerdornen geklettert. :(
    Achja, und das Suchen mit einer genauen (nicht digitalen) Karte, wird zwar bei der offiziellen Geocaching Homepage auch immer angeführt, aber ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen so Cachen zu gehen. Späterstens bei einen Multicache, wo man sich die Stationen und die Koordinaten ausrechnen muss, scheitert man wahrscheinlich. Zumindest wüsste ich nicht, wo ich auf einer Papierkarte irgendwelche Koordinaten eintragen muss ^^.

    LG und Happy Caching!
    Rennratte mit Spürhund Pongo :)

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here