Richtiges Verhalten bei Begegnungen mit Weidetieren

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Bei Begegnungen von Wanderern mit Tieren auf der Alm ist eine gewisse Vorsicht geboten. Um gefährliche Situationen zu vermeiden, sollten einige Empfehlungen beachtet und wichtige Verhaltensweisen der Almtiere bekannt sein. Wie Vorfälle in diesem Sommer gezeigt haben, ist es besonders kritisch, wenn Wanderer mit Hunden auf einer Alm unterwegs sind und auf eine Kuhherde treffen.

Welche Arten von Rinderherden kommen auf den Almen vor?

  • Mutterkuhherde: Diese besteht aus Muttertieren und ihren Kälbern. Die Jungtiere sind neugierig, aber Achtung: Muttertiere verteidigen ihre Kälber wegen einem ausgeprägten Schutzinstinkt impulsiv. Sind auch männliche Erwachsene Tiere (Stiere) dabei, ist besondere Vorsicht geboten.
  • Jungtierherde: Diese jüngeren Tiere sind vor allem übermütig, sehr bewegungsfreudig und neugierig. Beim Kontakt mit Menschen kann es rasch zu unkontrollierten Bewegungen kommen.
  • Kuhherde: Sie besteht aus Kühen, welche regelmäßig gemolken werden. Ein enger Kontakt mit Menschen ist deswegen gegeben.
Wandern Alm
Ratgeber für weniger Unfälle bei Begegnung zwischen Mensch & Hund mit Weidetieren auf der Alm
Hund Wandern Alm Anleinen
Beim Wandern oder Berggehen den Hund an der Leine führen.
Entfernung Kuhherde wandern
In einer entsprechend sichereren Entfernung die Kuhherde passieren.
Ratgeber Verhalten Alm
Wichtig ist es auf der Alm die Tiere nicht zu erschrecken und nicht direkt in die Augen zu sehen.
Alm Streichelzoo
Eine Alm ist kein Streichelzoo: Die Tiere sollen un Ruhe gelassen und nicht berührt werden. Auf keinen Fall Kälber streicheln!

Wie Rinder drohen – Drohverhalten frühzeitig erkennen

Drohverhalten von Kühen auf der Alm
Auf die Drohgebärden der Weidetiere achten.

Im Falle einer Begegnung mit dem Wanderer und dem Hund bleiben die meisten Rinder zu Beginn stehen und fixieren ihr Ziel. Dabei heben und senken sie den Kopf, gehen etwas in die Knie und schnauben (= intensives Riechen, da Rinder relativ schlecht sehen). Die Tiere gehen dann meist einige, oft langsame Schritte in Richtung ihres Zieles, bevor sie loslaufen.

Konflikte mit Weidetieren und Wanderer mit Hunden auf der Alm vermeiden

  • Wenn es nicht unbedingt nötig ist, sollten Wanderer den weidenden Tieren nicht zu nahe kommen und vor allem Kälber nicht streicheln oder füttern! Die Tiere könnten beim nächsten Wanderer gereizt sein und Missverständnisse auslösen, sodass sich dieser bedroht fühlt.
  • Zeigt eine Herde Unruhe oder werden Wanderer bereits von Tieren fixiert, unbedingt Abstand halten! Lieber einen Umweg in Kauf nehmen!
  • Halten sie Ihren Hund an der Leine und verhindern sie, dass dieser der Herde zu nahe kommt oder diese jagen will. Hunde gleichen potenziellen Feinden, insbesondere von Jungtieren, und werden daher oft gerade von Muttertieren angegriffen.
  • Leinen Sie Ihren Hund dann ab, wenn ein Angriff eines Rindes erkennbar ist. Im Gegensatz zum Menschen sind Hunde schnell genug, um Angriffen auszuweichen. Dadurch wird auch vom Hundehalter abgelenkt, sodass dieser den Gefahrenbereich verlassen kann!
  • Kommt es trotzdem zu gefährlichen Situationen: Ruhe bewahren und nicht davon laufen! Versetzen sie dem Rind im absoluten Notfall mit dem Stock einen gezielten schlag auf die Nase. Andernfalls gehen sie langsam und stetig aus der Gefahrenzone, ohne den Tieren den rücken zuzukehren. das ist der einzig richtige weg, mit einer gefährlichen Begegnung umzugehen.
  • Offene Weideflächen mit Hunden umgehen!
Ratgeber Sicherheit Wandern Hund
Wenn Tiere sich nähern nicht in Panik verfallen und die Weide langsam verlassen. Dabei aber den Kühen nicht den Rücken zukehren.
Konfrontation Kuh Stier mit Hund
Wenn eine Kuh oder ein Stier angreift, schnell den Hund ableinen.
Kuh Weidetier Mensch Alm Wanderung
Im Notfall mit dem Stock einen gezielten Schlag auf die Nase des Rindes geben. Keinesfalls mit dem Wanderstock herum fuchteln.

Der Informationsfolder der LK Tirol (PDF download) wurde nach dem tragischen Unfall einer deutschen Wanderin auf einer Tiroler Alm erstellt, nachdem laut LK-Präsident Josef Hechenberger ein Gespräch mit mehreren Fachexperten ergeben hatte, dass es ein Informationsdefizit gibt. Der Infoflyer wurde an die Tiroler Gemeinden, Tourismusbetriebe und Almbewirtschafter  sowie an den Tiroler Alpenverein und an die Tiroler Seilbahnbetriebe verschickt, damit sich Touristen, aber auch Einheimische informieren können.

Quelle: Landwirtschaftskammer Tirol, Illustrationen mit freundlicher Genehemigung (c) LK Tirol

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