Welthundeausstellung 2012 in Salzburg – Mittendrin statt nur dabei!

Tiermesse Dortmund, Foto: Melanie
Hohensalzburg
Welthundeausstellung in Salzburg

Vom 18. bis 20. Mai 2012 tagte die weltweit größte Hundeausstellung in Salzburg in Österreich! Natürlich half unser ortsansässiger Verein, der normalerweise die IHA Salzburg ausrichtet, tatkräftig mit und so wurden wir zur Einlasskontrolle, sowie später auch Patroullieren durch Hallen und Parkplätze eingeteilt.

Insgesamt wurden ca. 19000 Hunde aus über 300 Rassen gemeldet, das ist knapp die Hälfte weniger, als bei der Welthundeaustellung in Paris 2011, welche aber diese doppelten Kapazitäten an Ausstellern und Hunden auch tragen kann.
Die Stadt Salzburg füllte sich bereits Anfang der Woche mit Ausstellern und Hunden. Egal, wohin man sich begab, aus irgendeiner Ecke sprangen einem teils sehr seltene Hunde ins Auge. Die ganze Stadt wurde quasi von dem Ausstellungsfieber mitgerissen.

Weltmeisterschaften im Dogdancing und Obidience

Neben der Hundeausstellung fanden zeitgleich die Dogdancing Weltmeisterschaft mit Heelwork to Music und Freestyle am Messeglände, sowie die Obedience Weltmeisterschaft im Volksgartenbad statt.
Ich selbst konnte nur an der Dogdancing WM partizipieren und durfte einige fantastische Vorführungen beobachten!

Trotz vorheriger Ankündigung, kam es bereits freitags zu den ersten Problemen, die wohl auf beinahe jeder großen Ausstellung auftraten: Stau! Alle Aussteller konnten im Vorfeld Parkplätze auf dem Messegelände reservieren, nur mit dieser Reservierung konnte man auch am Tag der Ausstellung einfahren. Leider versuchten zahlreiche Aussteller, die nicht reserviert hatten, dennoch einzufahren. So kam es bereits in der Früh zu massiven Rückstauungen. Erschwerend kam ein Verkehrsunfall auf der A1 aus Richtung Deutschland dazu, der viele Aussteller dazu nötigte, die letzte Strecke zu Fuß zurück zu legen. Unglaublicherweise parkten auch einige der Menschen direkt auf der Autobahn, sodass die Polizei genug zu tun hatte!

Besucher konnten ihre Autos im Outlet Center am Flughafen abstellen und wurden mit kostenlosen Shuttlebussen zum Ausstellungsgelände gefahren. Dieses Service wurde von vielen Menschen angenommen und soll reibungslos funktioniert haben!
Ein ähnliches Bild gab sich beim Einlass: Zwei lange Schlangen von Menschen, die teilweise seit 05.15 Uhr (!!) auf den Einlass (Beginn: 07.30 Uhr) warteten.

Zum Großteil, und das muss man festhalten, traf man am Einlass auf höfliche bis freundliche Menschen, die bereits – wie bei jeder Ausstellung – den Meldezettel und Impfass bereit hielten und damit die Arbeit um einiges einfacher machten.
Allerdings begegnete uns an diesem Wochenende auch ein paar mal das krasse Gegenteil dazu: Uneinsichtige und unfreundliche Aussteller, die sofort zu schimpfen und beleidigen anfingen, wenn etwas nicht nach ihrem Kopf ging!

Und natürlich auch jene, die Hunde ohne gültiger Tollwutimpfung reinschmuggeln wollten, oder deren Hunde verbotene Halsungen trugen. Leider konnten nicht alle am Einlass schon angehalten und entsprechend darauf hingewiesen werden, so war der Amtsveterinär den restlichen Tag auch noch gut beschäftigt.

Am Samstag durfte ich drei meiner Hunde selbst ausstellen und mir die andere Seite dieser Ausstellung ansehen. Insgesamt waren 15 Lapinporokoira auf dieser Welthundeausstellung gemeldet.
Unser dänischer Richter, hielt sich ziemlich streng an das vorgegebene Zeitlimit von circa einer Minute pro gerichtetem Hund und kam so flott voran. Bei anderen Rassen waren die Wartezeiten teils unerträglich, da sich die Richter Zeit ließen.

Obwohl ich bei beiden Geschlechtern „nur“ das Reserve CACIB erlaufen konnte, war es eine tolle Möglichkeit meine Hunde unter Konkurrenz zu zeigen. Und es ware eine schöne Möglichkeit andere Vertreter dieser Rasse, die in unseren Breitengraden kaum vertreten sind, standardgemäß zu beobachten und beurteilen.
Dennoch durfte ich später noch feiern, einer meiner Ausstellungstrainings-Schützlinge erlief sich den Weltjugendsieger, worauf ich als Trainerin natürlich genau so stolz war, als wär es mein Hund gewesen!

Samstag und Sonntag zeigte die Agilitytruppe unseres Vereins, sowie Hundesportler aus befreundeten Vereinen eine kleine Agilityvorführung im Ehrenring!
WOW! Was für ein Gefühl, in so einer Arena mit viel Publikum einzulaufen! Samstag zeigte sich mein Samur noch sehr beeindruckt von dem Trubel, den er Sonntag total gelassen hinnahm, ich allerdings vor lauter Freude den Parcours vergaß! Egal, Spaß sollte es machen und das hat jeder unserer Hunde auch gezeigt!

Samstags waren die Mitarbeiter der Einlasskontrolle nach dem großen Schwung an Leuten in der Früh traurigerweise fast nur noch für die Parkplatzkontrollen zuständig. War es freitags noch angenehm kühl gewesen, so zeigte die Sonne am Wochenende ihr freundlichstes Gesicht und heizte Salzburg ordentlich auf.

Tragische Fälle bei der Welthundeausstellung

Leider verabsäumten einige Aussteller diesen Umstand und ließen ihre Hunde in den teils komplett verschlossenen Autos ohne Wasser zurück. Am Messegelände konnte durch zahlreiche Durchsagen und Ausrufen betreffender PKWs jeder Hund gerettet werden.
Leider kam für einen Hund aus dem Ausland, der sich in einem, in einer Seitenstraße geparkten, PKW befand, jede Hilfe zu spät. Er konnte, nach Öffnung durch einen Diensthundeführer, nur noch tot geborgen werden. Der zweite Hund, der sich im PKW befand, war schwach, aber noch auf den Beinen!

Für mich ist es unbegreiflich, wie man einen solchen Umstand über seine geliebten Vierbeiner kommen lassen kann! Wir alle waren, als uns diese Nachricht erreichte, sehr betroffen und traurig.

Der Sonntag zeigte eigentlich das gleiche Bild, wie der Samstag! Bereits am Eingang durften wir einige sehr imposante Rassen der FCI Gruppe 2 (Molosser, Schnauzer und Pinscher, sowie Sennenhunde) betrachten. Leider zeigten auch sehr viele Aussteller gerade dieser Rassen wieder mit verbotenen Halsungen, sodass wir wieder sehr gut beschäftigt waren.

Abends fand die Ehrung um den Best in Show statt, welcher an einen Saluki aus Amerika ging. Das Reserve Best in Show ging an einen Welsh Corgi, wahrhaft würdige Vertreter ihrer Rasse!

Welthundeausstellung Salzburg: Fazit

Wie bei jeder Show, hätte man einige Dinge besser machen können. Stau und Parkplatzprobleme waren auf Grund der Verkehrslage vorprogrammiert und hätte im Vorfeld besser ausgearbeitet werden sollen – jedoch von Organisator und Aussteller!
Leider ist es immer noch so, dass sich viele Aussteller nicht an die Regeln halten. Stichwort: Föhnen, Pudern, Galgen und Halsungen. Ich persönlich sehe hier Handlungsbedarf von ganz oben. Derartige Vergehen müssen härter geahdet werden, schlimmstenfalls mit Aberkennung von Titeln.

Die Ringe im Außenbereich waren überdacht, leider nicht der Bereich rundherum, so mussten die Aussteller, die auf ihren Auftritt warteten, in der prallen Sonne warten! Hier hätte der Organisator definitiv besser reagieren müssen! In den gut belüfteten Hallen selbst war genügend Platz!
Dennoch finde ich, dass Salzburg sich würdig präsentiert hat, durch den ÖKV wurde versucht eine große Show möglichst reibungslos auf die Bühne zu stellen, was ihnen, in meinen Augen, auch gelang

Autorin: Julia

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