Wie du einen guten Tierarzt findest

Die Qual der Tierarzt-Wahl

Hund Tierarzt

Ob für die jährliche Impfung oder die Kastration, wegen einer Ohrenentzündung oder gar einer chronischen Erkrankung: Der Weg zum Tierarzt bleibt wohl keinem Hundehalter erspart. Aber woran erkenne ich einen guten Tierarzt und wie finde ich ihn?

Die Auswahl an Tierärzten und Tierkliniken ist vor allem in städtischen Gebieten meist riesig. Aber nicht in jeder Situation ist der Veterinär ums Eck auch der beste: So vielfältig wie die Anlässe für einen Tierarztbesuch, so vielfältig sind auch mögliche Kriterien für den passenden Tier-Mediziner für dein Haustier.

Was macht einen guten Tierarzt aus?

  • Wertschätzender Umgang in der Tierarztpraxis: Ganz grundlegend ist ein freundlicher, respektvoller Umgang in der Tierarztpraxis – sowohl den Tieren gegenüber als auch den Menschen. Es braucht also Tierärzte und Assistenten, die sich für jeden pelzigen Patienten genug Zeit nehmen, auf Anmerkungen und Fragen der Hundehalter eingehen, zuhören und nachfragen. Ein guter Tierarzt kann verständlich erklären, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und was er macht. Die Tiere sollten freundlich angesprochen und sanft behandelt werden, gelobt und im besten Fall auch mit Futter positiv beeinflusst werden.
    Hundeexpertin Ursula Aigner von „Canis sapiens“ erklärt dazu: „Auch und sogar gerade dann, wenn ein Hund Angst hat, sollte mit Futter gearbeitet werden. Das kann den Tierarzt-Besuch positiv besetzen, und es lenkt die Aufmerksamkeit von der Angst weg.“
    Zur weitverbreiteten Meinung, Angst könne durch liebevolle Zuwendung bzw. Futter verstärkt werden, sei das Gegenteil der Fall: „Der Hund als hoch soziales Tier braucht sogenannten ,social support‘. Wenn dir eine Vertrauensperson den Arm um die Schulter legt und dir sagt, dass alles in Ordnung ist, bekommst du davon ja auch nicht mehr Angst.“
  • Ruhe und Gelassenheit: Für viele Hunde ist der Gang zum Tierarzt mit negativen Vorerlebnissen verknüpft, außerdem riechen sie die Angst anderer Pelznasen im Wartezimmer. Umso wichtiger ist eine ruhige, stressfreie Atmosphäre in der Ordination. Das bedeutet auch: kein überfülltes, enges Wartezimmer in der Tierarztpraxis, ausreichend Zeit, individuelles Eingehen auf das jeweilige Tier.
  • Ausstattung der Tierarztpraxis: Ein guter „Haus-Tierarzt“ hat nicht nur die wichtigsten Medikamente vorrätig, sondern auch zumindest die wichtigsten Untersuchungsgeräte in seiner eigenen Praxis zur Verfügung, wie etwa ein Röntgengerät.
  • Auch der Umgang mit Medikamenten und Heilmethoden ist – wie bei Ärzten für Menschen – unter Tierärzten höchst unterschiedlich: Während manche schon bei kleinen Wehwehchen schwere schulmedizinische Geschütze auffahren, empfehlen andere zuerst Hausmittel oder behandeln wieder andere mit alternativen Heilmethoden. Es gibt inzwischen zahlreiche Tierärzte, die zusätzlich etwa mit Homöopathie, TCM oder Heilkräutern arbeiten.
  • Nähe zum Wohnort: Wenn es nur um die jährliche Impfung oder die schnelle Beratung zur Floh-Prävention geht, mag das ein Kriterium für den passenden Tierarzt sein – ansonsten zahlen sich für die Gesundheit des vierbeinigen Mitbewohners ein paar Minuten Autofahrt doch meistens aus. Durchaus jedoch zu bedenken: Gibt es Parkplätze bei der Ordination und eventuell die Möglichkeit, den Hund vor der Behandlung noch sein Geschäft verrichten zu lassen?
  • Erreichbarkeit in Notfällen: Zwar gibt es in den meisten Städten nachts und an Wochenenden Tierarzt-Notdienste, trotzdem kann es sehr beruhigend sein, wenn der Tierarzt des Vertrauens im Notfall rund um die Uhr erreichbar ist.
  • Know-how von Tierarzt-Kollegen nutzen: Ein guter Tierarzt oder Tierärztin kann die Stärken seiner Kollegen anerkennen. Er empfiehlt wenn nötig auch den Besuch in einer anderen Praxis – zum Beispiel wenn es dort ein wichtiges Untersuchungsgerät gibt oder ein Fachspezialist gebraucht wird (etwa Chirurgen, Augenspezialisten, Physiotherapeuten). Der Super-Tierarzt erkennt auch Verhaltensprobleme als solche und kann seriös arbeitende Hundetrainer empfehlen.

Woher bekomme ich Informationen zu Tierärzten in meiner Nähe?

  1. Erfahrungen von Freunden, Bekannten, Kollegen: Frag andere Hundehalter nach ihren Erlebnissen!
  2. Bewertungen im Internet
  3. Tierschutzvereine: Viele Organisationen haben gute Kontakte zu Tierärzten und kennen die wichtigsten Spezialisten in deiner Nähe.
  4. Eigene Erfahrungen: Man muss nicht immer gleich samt Haustier zu einem neuen Arzt. Du kannst auch mal ohne Hund in eine neue Praxis spazieren und nach Tipps für Zeckenschutz oder dergleichen fragen.

Und auch wenn ein „Tierarzt / Tierärztin des Vertrauens“ gefunden ist: Manchmal über den gewohnten Veterinär hinauszudenken, kann sinnvoll sein. Inzwischen gibt es nicht nur zahlreiche Spezialisten für unterschiedlichste Bereiche, sondern auch viele alternativ arbeitende Tierärzte. Nicht nur bei langwierigen Problemen oder auffälligem Verhalten kann ein Blick aus einer anderen Richtung helfen!

Titelfoto: Pixabay

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