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PETA Deutschland e.V. im Interview

Nicht nur heute, sondern auch schon in der Vergangenheit, sieht sich PETA (People for the Ethical Treatment of Animals, auf Deutsch: Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren) immer wieder kritischen Stimmen gegenüber. PETA ist eine der weltgrößten Tierrechtorganisation mit Sitz in Norfolk, Virginia (USA). Mit über drei Millionen Unterstützern, finanziert sich PETA fast ausschließlich über Spenden. Die Organisation hat es sich laut eigenen Angaben zum Ziel gemacht, Tierquälerei aufzudecken und Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit zu betreiben.

PETA e.V. Deutschland (Interviewpartner 2. Vorsitzende Herr Harald Ullmann), Schwesterorganisation von PETA USA, war bereit mit uns ein Interview zu den aktuellen Vorwürfen „PETA USA tötet Tausend Tiere im Jahr“ zu führen. Denn Tierschutz und Tiertötungen passen für uns und die meisten Tierschützer nicht zusammen.

Das PETA USA Tiere einschläfert, streitet die Organisation selber nicht ab. Auf der PETA Homepage gibt es dazu eine Stellungnahme, warum und welche Tiere eingeschläfert werden. Meist sind es alte und kranke Tiere, oder Tiere die einfach nicht vermittelt werden können. Damit diese nicht in Käfigen der so genannten „no-kill-Tierheime“ (Tierheime in den USA, die keine Tiere einschläfern und auch nur Tiere annehmen, die vermittelt werden können, so denn räumliche Kapazitäten vorhanden sind) verbringen müssen, schläfert PETA USA die Tiere ein, damit sie nicht jahrelang unter den schlimmsten Bedingungen leben müssen. Denn Platz ist laut PETA USA in diesen Tierheimen Mangelware.

 

Planet Hund: Laut Nathan J. Winograd schläfert PETA 96% der ihnen anvertrauten Tiere in den USA ein, also rund 2000 Tiere im Jahr. Stimmt diese Zahl überhaupt, oder ist das nur Stimmungsmache gegen PETA?

PETA: Die Antwort von PETA USA dazu finden Sie hier: www.peta.de/web/informationen_zu.7094.html

Planet Hund: Die USA ist eine sehr fortschrittliche Nation. Weshalb gibt es hier keine andere Möglichkeit als das Töten der Tiere? Hier in Deutschland wäre so etwas unvorstellbar.

PETA: Solange die Menschen ihre Tiere nicht kastrieren, die Puppy Mills (Züchter) das Land mit Welpen überschwemmen, die USA ihre Wegwerfmentalität beibehält wird sich an dieser Situation leider nicht viel ändern. Die Lösung muss ein Zuchtverbot und ein landesweites Kastrationsgesetz sein, dafür setzt sich PETA USA ein. PETA USA betreibt drei mobile Kastrationskliniken im Großraum Norfolk, dem Hauptsitz, dort werden jedes Jahr ca. 10.000 Tiere kostenlos oder kostengünstig kastriert.

Planet Hund: Wieso hat PETA sich zu Zeiten der Fußball-EM in der Ukraine (www.peta.de/ukraine) so sehr gegen das Töten der Straßenhunde eingesetzt, wenn sie in den USA zu denselben Mitteln greift?

PETA: PETA setzt sich weltweit gegen das Töten von Tieren ein. Ob das Hunde, Katzen, Schweine, Kühe oder andere Tiere sind. PETA setzt sich aber auch vehement für das Euthanasieren von Tieren ein und zwar dann, wenn dieser Schritt notwendig ist, um Tiere vor psychischem oder physischem Leiden zu bewahren. Ob das in der Ukraine der Fall ist, in den USA oder sonst wo.

Wir kämpfen, wenn Tiere, wie in der Ukraine geschehen, lebendig verbrannt, vergiftet, erschlagen oder erhängt werden. Die Hunde werden dort nicht euthanasiert, sondern sie werden grausam getötet! Schätzungen aus dem Frühjahr 2011 gehen davon aus, dass auf ukrainischen Straßen etwa eine halben Million heimatlose Hunden leben – und dass pro Jahr 15.000 bis 20.000 dieser Hunde auf diese grausame Art und Weise getötet werden. Dabei hat die Ukraine 2011 das Europäische Übereinkommen zum Schutz von Heimtieren unterzeichnet, welches vorsieht, dass die Tötung von Heimtieren schmerzfrei erfolgen muss und nur von Tierärzten oder fachkundigen Personen. Zudem sollen die Länder Maßnahmen ergreifen, um die Population heimatloser Tiere zu senken. Daher appellieren wir noch immer an die ukrainische Regierung, die grausamen Tötungen zu beenden und das Tierschutzgesetz zu novellieren und gleichzeitig Maßnahmen wie Kastrations- und Registrierpflicht und ein Zuchtverbot auf den Weg zu bringen.

Jedes Jahr wird von PETA USA selbst die Zahl der von PETA euthanasierten Tiere und der von PETA kastrierten Tiere veröffentlicht, um der Öffentlichkeit vor Augen zu führen, welche Konsequenzen es hat, wenn das eigene Tier nicht kastriert wird oder durch den Kauf von Tieren beim Züchter oder im Zoohandel die Überpopulation immer und immer weiter angeheizt wird.

www.peta.de/petatoetettiereHundekämpfe

Planet Hund: Plant PETA an dem Töten der Tiere in den USA etwas zu ändern?

PETA: Siehe Antwort zur 2. Frage

Planet Hund: Bei über 3 Millionen Unterstützern fließt einiges an Spendengeldern. Wo genau wird dieses Geld eingesetzt?

PETA: Infos darüber finden Sie auf unserer Website, vor allem hier in unserer Zeitschrift „Animal Times“: www.peta.de/web/animaltimes.80.html und hier in unserem Jahresbericht: www.peta.de/web/jahresbericht.6968.html

Planet Hund: Warum fließt ein Großteil der Spenden in Kampagnen, wo diese auch bei eigenen Tierheimen eingesetzt werden könnten?

PETA: PETA Deutschland e.V. keine Tierheime.

Planet Hund: PETA plädiert für artgerechte Tierhaltung. Darunter versteht man auch, dass Tiere artgerecht ernährt werden. Allerdings propagieren Sie auch, dass ich meinen Hund/meine Katze vegan ernähren soll. Steht das nicht in einem Widerspruch?

PETA: Vegetarische/vegane Ernährung von Hunden und Katzen ist genauso artgerecht wie Hunden und Katzen zerstückelte Hühner, Schweine, Kühe, etc. zu füttern. Um sie „artgerecht“ zu ernähren, müsste man Katzen lebende Mäuse, Vögel und andere Kleintiere füttern, Hunden müsste man Katzen, Mäuse, Ratten, etc. geben, dann wäre es u. U. artgerecht.

Planet Hund: Wie steht PETA zur Heimtierhaltung?

PETA: Wir bei PETA lieben die tierischen Mitbewohner , mit denen wir unser Zuhause teilen, über alles. Dennoch sind wir der Meinung, dass es Tieren besser ginge, wenn das Konzept des „Haustiers“, also das Züchten von Tieren einzig und allein, um sie als Haustiere zu halten, sich mit ihnen zu „dekorieren“ , sie im Hof anzuketten oder als eingesperrte Wachhunde zu halten, nie erfunden worden wäre. Das weltweit praktizierte Hobby, ein „Haustier“ zu halten, ist nicht nur zu einem weltweiten Milliardengeschäft geworden, bei dem Jahr für Jahr nicht nur Hunderttausende von Tieren alleine beim Transport ums Leben kommen, sondern hat zusätzlich in vielen Ländern zu einer fatalen Überpopulation von sogenannten Haustieren geführt. So werden alleine in den USA pro Jahr 7 bis 8 Millionen unerwünschte Tiere von Tierheim aufgenommen, 3 bis-4 Millionen davon werden in Tierheimen eingeschläfert, weil sich kein Zuhause für sie findet. Unzählige anderer Tiere werden von ihren Haltern misshandelt oder vernachlässigt.

Denn wie viel „Tierliebe“ steckt schon dahinter, wenn wir einen Vogel, der fliegen will, ein Kaninchen, das mit seinen Artgenossen Haken schlagen will, in einen Käfig sperren? Leider sieht so die Haltung eines „Haustiers“ in den meisten Fällen aus: Soziale Tiere fristen ein einsames Dasein, andere werden in viel zu kleine, durch den Zoohandel angepriesene Käfige gesteckt, die nicht annähernd ihre Bewegungsbedürfnisse erfüllen. All diese Tiere sind völlig auf den Menschen angewiesen. Wir entscheiden, wann sie essen, was geschieht, wenn sie krank sind, wie viel Freiraum wir ihnen lassen oder auch nicht usw. In einer perfekten Welt gäbe es daher das Konzept „Haustier“ nicht und alle Tiere könnten frei ihren natürlichen Bedürfnissen nachkommen. Doch natürlich liegt es an uns Menschen, uns nun so gut wie nur möglich, um die Tiere zu kümmern, die bereits geboren wurden. Deshalb legen wir den Menschen ans Herz, Tiere niemals von einem Züchter zu kaufen, sondern stattdessen ein Tier aus einem Tierheim zu adoptieren und sich vorher ausführlich über die jeweilige Tierart zu informieren.

Um die Überpopulation der sogenannten Haustiere unter Kontrolle zu bringen, setzt sich PETA außerdem für die Kastration (bei weiblichen und männlichen Tieren) von Hunden und Katzen ein und kämpft gegen den Verkauf von Tieren in Zoohandlungen und ähnlichen Einrichtungen.

Daneben legen wir den Menschen ans Herz, Tiere niemals von einem Züchter zu kaufen, sondern stattdessen ein Tier aus einem Tierheim zu adoptieren.

Unsere Maßnahmen dienen nur einem einzigen Zweck: Tierleid zu vermeiden.

Planet Hund: PETA erregt immer wieder Aufsehen durch zahlreiche Kampagnen. So zum Beispiel mit Bildern von Promis, die gegen Pelz sind. Ist es da noch glaubhaft, dass auch Promis herangezogen werden, die trotz solcher Kampagnen Pelz und Leder tragen?

PETA: Wann immer eine Kampagne von einem Prominenten unterstützt wird, steigen die Zahlen der Besucher auf unserer Internetseite und die Medien verbreiten das Motiv, den Videoclip, das Interview, etc. Wenn dieselben Informationen „nur“ von einem PETA-Mitarbeiter verbreitet werden, ist die Resonanz, in der Regel, leider geringer. Dem ist so, das können wir nicht ändern, wir machen nicht die Regeln der Medien und der Kommunikation, wir nutzen sie nur um möglichst viele Menschen über bestimmte Missstände zu informieren. Je mehr Menschen wir erreichen und diese sich für einen tierfreundlichen Lebensstil entscheiden, umso besser für die Tiere.

Wir haben uns deshalb zur Zusammenarbeit mit Prominenten bei Themen entschlossen, die diesen am Herzen liegen – egal ob es dabei um Pelz geht oder das Kastrieren von Haustieren. Diese Prominenten mögen vielleicht keine Veganer sein, aber ihr Beitrag zu unserer konkreten Kampagne ist wichtig, denn die Leute hören auf das, was Promis zu sagen haben. Wenn hochkarätige Prominente sich gegen Tierquälerei aussprechen oder sich an einer unserer Kampagnen beteiligen, haben ihre Fans, die Reporter und die Öffentlichkeit die Möglichkeit, etwas über wichtige Tierthemen zu erfahren.

Wir danken ihnen von ganzem Herzen, dass sie mit ihrem Einsatz für PETA den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht haben.

Ein Beispiel: Als wir zum ersten Mal mit Alicia Silverstone zusammenarbeiteten, war sie noch keine Vegetarierin. Mittlerweile lebt sie hundertprozentig vegan und bringt in fast jedem Interview das Gespräch auf ihre vegane Ernährung und den Tierschutz. Ihr Werbespot (www.peta.de/web/home.cfm?p=1256) hat weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt.

Der Übergang zu einem tierfreundlichen Lebensstil ist für viele ein allmählicher Prozess. Wir freuen uns, bei unseren Kampagnen mit Prominenten zusammenzuarbeiten, auch, wenn sie im Hinblick auf Tierschutzthemen vielleicht noch am Anfang stehen. Gemeinsam mit Ihnen hoffen wir, dass sie nach und nach einen durchweg tierfreundlichen Lebensstil annehmen werden.

Planet Hund: Wie erklärt sich die Diskrepanz bei der Zustimmung der Promis zu den Werbeplakaten von PETA (weil immer wieder welche mitmachen) zu den Kritiken der Menschen von der Straße?

PETA: Ich verstehe die Frage nicht ganz, denn wir haben ein überwältigendes positives Echo von den Menschen auf der Straße zu den Werbeplakaten. Konstruktive Kritik sehen wir immer sehr gerne.

Planet Hund: Hat PETA vor, gegen die aktuelle Kritik etwas zu unternehmen um den Ruf wieder zu verbessern?

PETA: Die Antwort auf die aktuelle Kritik, die übrigens nicht neu ist und jedes Jahr aufkommt, wenn PETA USA Anfang Februar die Zahlen veröffentlicht, finden Sie hier: www.peta.de/petatoetettiere

Das Interview führte Planet Hund Redakteurin Melanie Weber-Tilse mit Harald Ullmann, 2. Vorsitzender von PETA Deutschland e.V.

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