Do as i do. Machs mir nach! – Buch von Claudia Fugazza

do as i do claudia fugazza

Normalerweise trainieren wir unsere Hunde, in dem wir ihnen Hilfestellung geben, sie führen oder aber zum Beispiel durch den Clicker, etwas selber ausprobieren lassen. Wie sieht es aber mit dem Nachmachen aus? Nina hatte das Thema Imitationslernen bereits ausführlich in unserem Magazin vorgestellt. Genau dieses Thema greift das Buch Do as i do. Machs mir nach! von Claudia Fugazza auf. Die italienische Hundetrainierin arbeitet auch an einem Projekt zum Studium von sozialem Lernen von Hunden an der Universtität Budapest. Ihr Buch basiert laut eigenen Angaben auf den neuen ethologischen Erkenntnissen – Hunde lernen nach einem speziellen Training den Mensch zu beobachten und seine Handlungen zu imitieren.

Das Buch beziehungsweise besser gesagt dass Heftchen hat 77 Seiten und ist in großer und somit gut leserlicher Schrift geschrieben.

Zu Anfang des Buches beschäftigt sich die Autorin mit dem Thema der sozial-kognitiven Fähigkeiten des Hundes beziehungsweise wie Hunde überhaupt lernen. Dieses Thema ist aber nicht staubtrocken und ellenlang geschrieben sondern kurz, knackig und sehr verständlich. Im Vorwort erfahren wir auch, wie sie überhaupt auf die Idee kam, sich mit dem Nachahmen von Hunden auseinander zu setzen: Sie konnte ihre eigene Hündin beobachten, wie sie Türen selbständig aufmachte (dürfte so manch ein Hundehalter selber kennen) und sogar im Bad den Wasserhahn zum Trinken öffnete. Da sie diese Dinge ihrem Hund nie beigebracht hatte, blieb nur eine Schlussfolgerung: Siria – ihr Hund – hatte sich diese Dinge abgeschaut.

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Nachmachen als Trainingsmethode für den Hund

Da es zu dem Thema schon einige Studien gab, probierte sie die Schritte mit Hündin Siria selber aus und siehe da, Siria verstand sehr schnell was Claudia Fugazza von ihre wollte: Machs mir nach!

Auszug aus dem Buch „Do as i do“

Testen Sie die kommunikativen Fähigkeiten ihres Hundes!

Durch ein einfaches Experiment können Sie feststellen, in welchem Maß Ihr Hund ähnlich kommuniziert wie Sie. Noch bevor kleine Kinder sprechen lernen, können sie sich mit Gesten verständlich machen. Ganz besonders dann, wenn sie etwas möchten, schauen sie den gewünschten Gegenstand an und zeigen auf ihn, wobei sie den Block vom Gegenstand zum Ansprechpartner hin und her schweifen lassen.

Testen wir nun, ob Ihr Hund mit Ihnen auf ähnliche Weise kommuniziert. Lassen Sie sich von einem Freund helfen. Er soll einen Gegenstand nehmen, den Ihr Hund besonders liebt, zum Beispiel sein Lieblingsspielzeug oder ein köstliches Leckerli.

In Ihrer Abwesenheit zeigt diese „fremde“ Person dem Hund den Gegenstand. Während er ihn an einen für den Hund unzugänglichen Ort legt, zum Beispiel eine Ablage, die zu hoch für den Hund ist, sollte dieser ihn beobachten können.

Dann verlässt die Person den Raum und Sie kommen herein. Beobachten Sie nun das Verhalten Ihres Vierbeiners. Nachdem er Sie begrüßt hat, wird er wahrscheinlich versuchen, Ihnen verstehen zu geben, wo sich der gewünschte Gegenstand befindet, und das auf ähnliche Weise, sie es kleine Kinder tun: Er wird zu dem Platz gehen, an dem sich der Gegenstand befindet, und wird Sie und den Gegenstand abwechselnd anschauen.

Wenn Sie sich von ihrem Freund das Versteck nicht verraten lassen, können Sie auch testen, wie viel Zeit Ihr Hund benötigt, um Ihnen klar zu machen, wo sich der gewünschte Gegenstand befindet.

Dieses einfache Spiel macht uns verständlich, welche großen Fähigkeiten die Hunde entwickelt haben, um mit dem Menschen zu kommunizieren, und dass man ihre kognitiven Fähigkeiten tatsächlich mit denen kleiner Kinder vergleichen kann.

In dem Buch werden erst einmal die Grundlagen beschrieben, die ein Hund schon beherrschen sollte, um einen selber zu imitieren. Danach wird in kleinen Schritten aufgezeigt, wie der Hund an schon bekannten Übungen lernt, dass er das von mir Vorgeführte nachmachen soll. Erst wenn er diese Übungen beherrscht und sie auch an und in verschiedenen Situationen gemeistert hat, geht es an das richtige Nachmachen, indem man Übungen nimmt, die der Hund noch nie vorher gemacht hat.

Fazit Do as i do. Machs mir nach!

Wer mit seinem Hund schon geclickert oder ihm Kunststücke beigebracht hat, wird die Anleitung sehr einfach verstehen und diese sehr schnell umsetzen können. Anfänger sollten sich erst einmal mit den Grundlagen des Clickerns und „Kommando-Beibringens“ vertraut machen, bevor sie sich an das Nachmachen wagen. Daher ist das Buch meiner Meinung nach eher nicht für Anfänger geeignet.

Das Buch ist auf jeden Fall von der Erklärung her kurz und präzise. Ich hätte mir persönlich gerne noch mehr Vorschläge für praktische Übungen gewünscht. Der Preis ist allerding ein wenig hoch für die wenigen Seiten (wovon auch noch einige nur Bilder enthalten).

[box type=“note“]claudia fugazzaÜber die Autorin Claudia Fugazza:

In unserer Familie haben immer Hunde gelebt. Von ihnen lernte ich schon als Kind, Tiere zu lieben und zu respektieren. Mein großes Interesse am Verhalten von Hunden und Wölfen brachte mich schließlich dazu, meinen ursprünglichen Beruf aufzugeben und mich dem Studium dieser Tiere zu widmen. So wurde mein Hobby zum Beruf. Ich studierte Hundezucht, wurde Magister der Ethologie von Haustieren und Magister der Kynologie der Veterinärmedizinischen Universität Pisa. Ich bin Referentin an den Universitäten von Padova und von Pisa. Zusammen mit dem Professor Adam Miklosi, Universität Budapest, nehme ich an einem Projekt zur Studium von sozialem Lernen von Hunden teil. Außerdem arbeite ich als Hundetrainer in der Hundeschule Happy Dog School in Como (Italien).[/box]

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Fotos mit freundlicher Genehmigung von Dogfriend Publishers

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