Universum: Jagdkumpane – Wie der Hund auf den Menschen kam

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Die „Universum“ Folge  am 8. Oktober 2013 um 20 Uhr 15 im ORF2 handelt von der faszinierende Geschichte einer uralten Partnerschaft von Mensch und Hund mit dem Untertitel „Jagdkumpane – Wie der Hund auf den Menschen kam„.  Eine Geschichte, die diese besondere Partnerschaft überhaupt erst möglich gemacht hat; denn Hund und Mensch sind einander ursprünglich als Jäger begegnet – und haben einander gezähmt.

Regisseurin Ute Gebhardt blickt am Dienstag Abend im ORF 2 auf die wichtigsten Punkte der langen gemeinsamen Geschichte von Hund und Mensch zurück und zeigt Perspektiven für eine gemeinsame Zukunft. Bei keinem anderen Tier zeigen sich Veränderungen in der menschlichen Gesellschaft so deutlich wie beim Hund: Über Jahrtausende waren Hunde unentbehrliche Gefährten für die Jagd, verlässliche Partner im Kampf um Nahrung, meist Partner für ein ganzes Hundeleben. Heute, in einer Welt voller Technik, in der der Jagd in vielen Gesellschaften keine Rolle im Überlebenskampf mehr zukommt, verlieren für uns die feinen Sinne der Hunde vielfach an Bedeutung. In städtischen Gesellschaften sind die Tiere zunehmend Ersatz für fehlende menschliche Nähe, von ihrer ursprünglichen Umgebung weit entfernt.

Wir scheinen vergessen zu haben, was es bedeutet, ein Hund zu sein; denn Hunde sind in erster Linie Jäger – und all ihre Fähigkeiten und Instinkte leiten sich von dieser Bestimmung ab. Und doch: In einigen Sparten greift man nach wie vor auf die sensationellen Sinne der Hunde zurück – als Drogenspürhunde, als Rettungshunde oder Blindenhunde. Und auch weiterhin in den überlebenden Formen der Jagd. Sogar der intensive Hütetrieb mancher Hunderassen ist nichts anderes als eine „soziale“ Variante des Jagdtriebs.

Der Film „Jagdkumpane – Wie der Hund auf den Menschen kam“ führt zu einer der archaischsten Formen der Jagd, der Zobeljagd in Sibirien. Dort arbeiten die einsamen Zobeljäger mit einer der ursprünglichsten Hunderassen überhaupt, den russischen Laikas. Sie stammen unmittelbar vom Wolf ab. Skelettfunde zeigen, dass der Laika schon in der Steinzeit gemeinsam mit dem Menschen jagte. Mit seiner Nase, die Gerüche tausendmal besser unterscheidet als das menschliche Sinnesorgan, findet ein Laika unter alten Fährten problemlos die frische Spur des Zobels.

Frühe Züchtungen waren auf bestimmtes Jagdverhalten ausgerichtet

Die Domestikation des Wolfs zum Hund fand in Asien statt – wahrscheinlich sogar mehrmals unabhängig voneinander. Nicht nur alte Hunderassen wie die Laikas gehen auf diese Vorfahren zurück, sondern alle heutigen Hunde. Die moderne Forschung geht davon aus, dass die frühen Züchtungen auf bestimmtes Jagdverhalten der Hunde ausgerichtet waren – und das Aussehen der Hunde keine Rolle gespielt hat. Dadurch wurde die Massenjagd möglich, die bald zu einem aristokratischen Vergnügen wurde: von der choreographierten Parforcejagd in einem französischen Schlosspark bis hin zur brutalen Schießerei der barocken Treibjagd.

WolfGleichzeitig entwickelte sich eine intensive Verdammung des Wolfs in der Volksliteratur. Grausige Geschichten im deutschen wie im französischen Sprachraum zeugen bei genauerer Betrachtung nicht so sehr von der Blutgier der Wölfe, sondern vielmehr vom Konflikt Mensch gegen Wildtier. Die damalige Expansion von Weidegebieten ging zu Lasten vieler Raubtiere. Übergriffe auf Weideherden waren ein beträchtlicher wirtschaftlicher Schaden, der mit allen Mitteln verhindert werden sollte; dementsprechende Propaganda auch in der Literatur war durchaus willkommen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts stehen Aussehen und Rassemerkmale im Fokus des Interesses. Das beste Beispiel dafür ist der heute wieder in Mode gekommene Weimaraner, ein auffällig schöner Hund. Ort und Zeit seines Auftretens waren wohl kein Zufall. Man kann diese Hunderasse als Ergebnis einer idealistischen Geisteshaltung verstehen: Eine elegante Erscheinung, ausgestattet mit allen Vorzügen eines Jagdhundes, dazu ein äußerst umsichtiger Familienhund, schlussendlich auch wirkungsvolles Statussymbol für Auftritte in der Öffentlichkeit. Der Hund wird zum Individuum.

Ausblick auf die Zukunft von Hunderassen

Die Dokumentation gibt aber auch Ausblick auf zukünftige Möglichkeiten einer Partnerschaft von Hund und Mensch. Viele Jagdformen sind aus Tierschutzgründen nicht mehr gestattet. Wird die Konsequenz das Aussterben von Hunderassen sein? Oder sind die Hunde längst dabei, sich wieder auf neue Art ihren Platz als unverzichtbarer Partner an der Seite des Menschen zu sichern?

Die Kognitionsforschung hat sich verstärkt der Hunde angenommen – mit erstaunlichen Erkenntnissen: Weitaus besser als unsere nächsten tierischen Verwandten, die Menschenaffen, können Hunde unsere Gesten
lesen, sie verstehen und bewusst in ihr Sozialverhalten integrieren. Auch wenn sich die Rollen geändert haben, sind Mensch und Hund nach wie vor perfekt aufeinander zugeschnitten. Forscher gehen sogar davon
aus, dass das möglicherweise zuerst der Wolf verstanden hat und sich dem Menschen angenähert hat – als erster Kulturfolger der langen Menschheitsgeschichte.

Jagdkumpane – Wie der Hund auf den Menschen kam: Online ansehen

Die Dokumentation „Jagdkumpane – Wie der Hund auf den Menschen kam“ war nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek als Video-on-Demand abrufbar.

Quelle ORF/APA-OTS

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