Ich bin schwanger – Nein, Papa, die Hunde kommen nicht in den Garten!

Schwangerschaft

Ich bin schwanger!

Nach der ersten Freude folgt nun der schwierige Akt des Geheimhaltens. Fast sekündlich wollen die Worte auf der Arbeit, bei Freunden und Familie aus mir heraus platzen. Wenn ich Gesprächen über Schwangerschaft und Kinder lausche, brüllt eine Stimme in mir durchgehend: „Ich bin schwanger!!!“. Irgendwann platze ich einfach und schreie den Leuten ins Gesicht.

Aber ich muss mich zusammen reißen. Will auf Nummer sicher gehen und Stillschweigen bewahren. Eine meiner schwersten Übungen.
Wie soll ich erklären, warum ich so oft zu spät auf die Arbeit komme? Und dass ich plötzlich keine Lachsbrötchen mehr vom Markt haben möchte. „Mir ist morgens immer schlecht.“, würde mich wohl verraten.

Wie soll ich den Gassibekanntschaften erklären, warum ich den Tränen nahe bin, nur weil ich ausgerutscht bin?
Wie den Leuten auf dem Hundeplatz erklären, dass ich nun so gereizt auf springende Hunde reagiere? Es ist 12 Wochen lang die reinste Tortur.

Dann endlich lüfte ich das Geheimnis bei meinen Eltern. Die Freude ist groß, doch dann kommt, was ich befürchtet habe: „Dann müssen die Hunde in den Garten. Das geht ja nicht anders.“ Ich lache und schüttele den Kopf: „Nein, Papa. Die Hunde kommen nicht in den Garten. Wir schaffen das schon.“

Aber zum ersten Mal mischen sich Zweifel und Ängste in meine Freude. Was, wenn er Recht hat? Wenn ich dem Ganzen nicht gewachsen bin? Bella und Carly sind noch sehr jung. Gerade mal zwei und ein Jahr alt und alles andere als gut erzogen. Das muss ich mir eingestehen.

Sie wollen viel toben, laufen, spielen. Wie soll ich das mit einer dicken Babykugel und später mit dem Kinderwagen schaffen? Warum musste ich mir zwei Große Schweizer Sennenhunde anschaffen? Warum konnte es nicht ein Mops sein?

Auf dem Nachhauseweg kommen mir die Tränen. Was hab ich mir dabei gedacht? Ich kann das nicht schaffen. Meine Eltern können nicht einfach mal schnell vorbei kommen, um mir zu helfen. Da wir noch nicht lange im Ort wohnen, kennen wir außer den direkten Nachbarn noch niemanden. Und die kann ich doch nicht einfach um Hilfe bitten.

Ich weine noch immer, als ich die Haustüre aufschließe und die beiden Fellkugeln mich begrüßen.
Ihre Augen leuchten, während sie schwanzwedelnd um mich herum rennen und versuchen sich gegenseitig aus dem Weg zu drängen. Als ich sie absitzen lasse, wedeln ihre Schwänze immer noch aufgeregt hin und her. Ich rufe Bella zu mir. Sie drückt ihre Nase in meinen Bauch und atmet tief ein, während ich ihr den Kopf streichele.

Danach ist Carly dran. Die beiden sind plötzlich sehr behutsam. Und meine Zweifel sind wie weggewischt. Natürlich schaffe ich das! Ich bin nicht die erste, die zwei große Hunde hat und ein Baby bekommt.

Große Schweizer Sennenhunde

Auch in den folgenden Wochen wird mir eine Frage immer wieder gestellt: „Und was machst du jetzt mit den Hunden?“
Die Frage macht mich sprachlos. Was soll ich darauf antworten?
„Schlachten und essen.“, rät mir eine Bekannte, die sich in einer ähnlichen Situation befindet.
Die perfekte Antwort für alle schwangeren Hundebesitzerinnen auf diese dumme Frage.
Ist es so weit hergeholt, dass man schwanger wird, obwohl man schon zwei große Hunde hat? Sollte ich lieber zehn bis fünfzehn Jahre warten, bis die beiden nicht mehr sind? Oder besser noch: Sie ins Tierheim bringen? Ein Blick in die Augen der beiden und mir ist klar: Niemals!

Autorin: Lena

Wie wird es wohl weitergehen? Den zweiten Teil  Schwanger im Sommer und Rettung aus dem Hundeforum lesen

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