Rechte und Pflichten bei der Hundeadoption im In- und Ausland

Mann Hund

Viele Menschen entscheiden sich dafür, einem Hund aus dem Tierheim oder auch einem Straßenhund aus dem Ausland ein neues und liebevolles Zuhause zu geben. Doch gerade beim Thema Auslands-Adoption von Hunden gibt es einiges, was beachtet werden muss.

Wie verhält es sich mit den Einreisebestimmungen und welche Pflichten kommen auf den neuen Halter des Hundes zu? Was ist, wenn ein Hund aus einem Land adoptiert werden soll, welches nicht Teil der Europäischen Union ist? Und worauf muss bei einer Adoption aus einem deutschen Tierheim geachtet werden?

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Worauf ist bei der Adoption eines Hundes zu achten?

Wichtige Überlegungen im Vorfeld

Der Entschluss einen Hund zu adoptieren, sollte nicht leichtfertig gefasst werden. Einen Hund zu halten bedeutet Verantwortung. Die wichtigsten Fragen, die sich das zukünftige Herrchen oder Frauchen also im Vorfeld stellen sollte, sind:

  • Habe ich genügend Zeit, mich um den Hund zu kümmern?
  • Kann ich die von einem Hund verursachten Kosten (Futter, Pflege, Hundesteuer, Tierarztrechnungen etc.) tragen?
  • Steht genug Platz in der Wohnung zur Verfügung und ist die Hundehaltung dort überhaupt erlaubt?
  • Ist ein Familienmitglied eventuell allergisch?
  • Habe ich Freunde/Bekannte, die sich zeitweise um den Hund kümmern können, wenn ich selbst dazu nicht in der Lage bin?

Hundeadoption aus dem Ausland

Gerade im Süden Europas stoßen Urlauber immer wieder auf streunende heimatlose Vierbeiner, die auf der Straße leben. Auch die Tierheime in den südlichen europäischen Ländern sind meist überfüllt und die Tiere leben dort unter deutlich schlimmeren Bedingungen, als es in Deutschland der Fall ist. Nicht selten ist recht schnell das Mitleid der Urlauber geweckt und sie sehen sich als neues Herrchen beziehungsweise Frauchen des streunenden Hundes. Doch den Hund einfach so mit nach Hause zu nehmen, ist zum einen unvernünftig und zum anderen illegal. Welche Gefahren lauern und was müssen gewillte Adoptiveltern sonst noch wissen?

Die unbekannte Vorgeschichte des Hundes

Straßenhund
Gerade in den südlichen Ländern Europas gibt es zahlreiche Straßenhunde

Nur selten findet sich unter den südeuropäischen Straßenhunden ein Rassehund, meist sind es aber Mischlinge, die ein neues Zuhause suchen. Es gibt nur in sehr wenigen Fällen Informationen über die Herkunft und das Vorleben des Hundes. Der neue Halter weiß dementsprechend zum Beispiel nicht, wie hoch das Risiko ist, dass der Hund an einer erblichen Krankheit leidet, die vielleicht nur noch nicht ausgebrochen ist. Knochenerkrankungen, wie Hüftdysplasie oder auch Arthrose sind beispielsweise oft erblich bedingt.  Der Artikel „Knochenerkrankungen beim Hund“ im Haustierblog von zooroyal.de bietet diesbezüglich weiterführende Informationen. Jedoch sind auch Herzfehler, Störungen des Immunsystems sowie zahlreiche weitere Krankheiten teilweise genetischen Ursprungs.

Doch nicht nur erbliche Erkrankungen beinhalten ein gewisses Risiko, auch das Sozialverhalten der Tiere kann nur schwer vorausgesagt werden. Viele der Hunde haben schlimme Erfahrungen gemacht und wurden misshandelt. Manch ein Hund hat sein Leben lang Angst vor Männern, ein anderer wird nur mit viel Geduld stubenrein. Natürlich kann auch ein Straßenhund zu einem liebevollen und gut erzogenen Haushund werden, jedoch braucht dieser Prozess oft sehr viel Zeit und Einfühlungsvermögen. Menschen, die nie zuvor einen Hund erzogen haben, sollten sich also gut überlegen, ob sie sich dieser Aufgabe gewachsen fühlen.

Gefährliche Erkrankungen

Straßenhunde haben sich meist über einen langen Zeitraum vom Müll auf der Straße ernährt und unter unzumutbaren Bedingungen gelebt. Parasiten und andere Krankheitserreger sind deshalb eher die Regel als die Ausnahme. Krankheiten, gegen die in Westeuropa jeder Hund geimpft wird, können sich unter Straßenhunden in den südlichen Ländern teils ungehindert ausbreiten. Es gibt zudem die sogenannten „Mittelmeerkrankheiten“. Dabei handelt es sich um Erkrankungen die vor allem in Ländern des Mittelmeerraumes, in denen es wärmer ist als in Deutschland, auftreten. Die bekannteste Mittelmeerkrankheit bei Hunden ist die Leishmaniose, welche durch die Sandmücke übertragen wird und nicht geheilt werden kann.

Unseriöse Tierschutzvereine

Zahlreiche Hunde aus südlichen Ländern werden inklusive Foto auf den Seiten von Tierschutzorganisationen angeboten. Meist handelt es sich dabei um seriöse Vereine, doch es gibt auch schwarze Schafe unter ihnen, die nur daran interessiert sind, durch die Vermittlung von Hunden Geld zu verdienen. Wer sich seinen Hund also über einen Tierschutzverein im Internet aussucht, sollte sich vorher informieren, ob es sich um einen eingetragenen gemeinnützigen Verein handelt, der über eine Steuernummer und feste Ansprechpersonen verfügt. Ein weiterer wichtiger Punkt: Seriöse Tierschutzvereine transportieren ihre Hunde mit TRACES (eine einheitliche, europaweite Datenbank zur Verfolgung von Tiertransporten innerhalb der Europäischen Union und aus Drittländern).

Was hat es mit dem Schutzvertrag auf sich?

Ein Schutzvertrag wird mit dem neuen Hundebesitzer sowohl von Tierheimen in Deutschland und Österreich als auch von ausländischen Tierschutzorganisationen abgeschlossen. Dieser ist von beidseitigem Interesse, da darin die Rechte und Pflichten des neuen Halters, aber auch der Tierschutzorganisation aufgeführt sind. So ist es beispielsweise die Pflicht des neuen Halters, eine artgerechte Haltung des Tieres zu garantieren und die Organisation behält sich das Recht vor, die artgerechte Haltung mittels Kontrollbesuchen zu überprüfen. Außerdem ist eine Zucht mit dem betreffenden Tier verboten und der Halter ist verpflichtet, es in einem angemessenen Alter kastrieren zu lassen. Auch ein Weiterverkauf des Hundes ist untersagt. Sollte sich der Halter nicht mehr um den Hund kümmern können, wird dieser von der Tierschutzorganisation wieder aufgenommen.

Wie sind die Einreisebestimmungen geregelt?

Hund Impfung chiot épagneul breton
Die Tollwut-Impfung ist Pflicht

Damit der neue Mitbewohner legal aus einem anderen EU-Land nach Deutschland einreisen kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Verpflichtend bei der Einreise sind:

Einreise Tier EU
Voraussetzungen für die Einreise nach Deutschland oder Österreich mit Hund aus einem EU-Land

Wichtig zu beachten ist, dass die Impfung gegen Tollwut mindestens 30 Tage vor der Ausreise des Tieres erfolgen muss. Ist das Tier bereits geimpft, darf die Impfung nicht länger als zwölf Monate zurückliegen.

Was ist, wenn der Hund nicht aus einem EU-Land stammt?

In diesem Fall wird vom Gesetzgeber bezüglich der Einreisebestimmungen zwischen gelisteten und nicht-gelisteten Drittländern unterschieden. Gelistete Staaten gelten als tollwutfrei und die Einreisebestimmungen sind mit denen aus EU-Ländern vergleichbar. Ist das Land nicht gelistet, muss mithilfe einer Blutprobe nachgewiesen werden, dass der Hund nicht an Tollwut erkrankt ist, bevor er nach Deutschland einreisen darf. Die Analyse der Blutprobe muss in einem von der EU anerkannten Labor erfolgen.

Hundeadoption aus einem Tierheim im Inland

Soll der Hund aus einem inländischen Tierheim adoptiert werden, finden in der Regel erst einmal mehrere Vorgespräche statt und der Hund und der zukünftige Halter haben Zeit, sich näher kennenzulernen. Einige Tierheime besuchen die zukünftigen Besitzer auch Zuhause, um sich zu vergewissern, ob der Hund dort artgerecht gehalten werden kann. Sind sich beide Seiten einig, wird ein Schutzvertrag geschlossen, wie es auch bei der Adoption aus einem EU-Land der Fall ist. Hunde aus deutschen und österreichischen Tierheimen sind bereits entwurmt, geimpft, entfloht und gechipt, wenn sie an ihren neuen Besitzer übergeben werden. Ältere Tiere sind zudem teilweise schon kastriert.

[box type=“note“]Einen Hund zu adoptieren, ist eine gute Sache, muss jedoch reiflich durchdacht sein. Gerade Menschen, die noch nie einen Hund gehalten haben, wissen nicht, welche Verantwortung auf sie zukommt. Zudem fehlt es ihnen an der Erfahrung, welche nötig ist, um mit einem Hund, der wegen seiner Vergangenheit verhaltensauffällig ist, umzugehen.
Es sollte sich also niemand leichtfertig und aus reinem Mitleid dafür entscheiden, einen Hund aus dem Tierheim zu holen oder aus dem Ausland mitzunehmen, wenn er eigentlich nicht die Zeit oder die Möglichkeiten hat, eine artgerechte Haltung zu garantieren.
Wer sich im Vorfeld genau informiert, das Gespräch mit Experten sucht und sich der Aufgabe gewachsen fühlt, tut aber gut daran, einem heimatlosen Hund ein neues und liebevolles Zuhause zu schenken.[/box]

Bildquellen: 

Bild 1: © hitdelight – Fotolia.com

Bild 2: © Rolandst – Fotolia.com

Bild 3: © CALLALLOO CANDCY – Fotolia.com

1 Kommentar

  1. Die Ausführungen über „Vorgeschichte“ und „gefährliche Krankheiten“ sind irreführend. Hunde sollten natürlich vor Adoption von einem Tierarzt untersucht werden. Danach ist Krankheitsübertragung auf Menschen kein Risiko (nur wenige Krankheiten sind ohnehin von Hund auf Mensch übertragbar). Erbkrankheiten sind bei Mischlingen und Straßenhunden selten. Und die Adoption eines älteren Hundes oder eines Hundes mit speziellen Bedürfnissen ist ohnehin etwas gutes, und kann für den richtigen Besitzer eine besser Wahl sein.

    Selbstverständlich sollte eine Adoption immer gut durchdacht sein. Aber was wirklich zählt ist eine tierärztliche Untersuchung und ein Verhaltenstest, nicht Vorgeschichte oder Lebenslauf.

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