Hitzeschlag – Erste Hilfe für Hunde

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Platz 3: Hitzeschlag – Erste Hilfe für Hunde

Hunde sind äußerst hitzeempfindliche Tiere, da sie keine Schweißdrüsen auf der Haut besitzen (nur an Pfoten und dem Nasenspiegel). Um sich abzukühlen, bleibt dem Hund nur zu hecheln (Verdunstungskälte erzeugen). Allerdings kann der Hund durch Hecheln nur Außentemperaturen von 28° C ausgleichen. Ist es wärmer, muss er sich noch zusätzliche Kühlung verschaffen

  • Liegen auf kalten Flächen
  • Fell befeuchten durch Lecken oder Schwimmen (Verdunstungskälte)

Hat er dazu keine Möglichkeit, so steigt die Körpertemperatur über das normale Maß an. Die normale Körpertemperatur in Ruhe oder mäßiger Bewegung liegt zwischen 38° C und 39° C. Bei körperliche Belastung, Aufregung oder besonders warmen Wetter, kann die Körpertemperatur auf über 41° C ansteigen!

Kreislaufbeschwerden bei Hitze

Kreislaufbeschwerden und körperliche Schwäche setzen schon ab einer Körpertemperatur von 40° C ein. Dies kommt dadurch zustande, dass der Körper zur Abkühlung versucht, viel Blut in die äußeren Körperregionen (Beine, Haut) zu pumpen. Dieses Blut fehlt in den wichtigen inneren Organen – es kann ein Schockzustand eintreten! Steigt die Temperatur weiter an, so verstärken sich die Kreislaufprobleme, der Hund kann sich kaum noch auf den Beinen halten (taumeln), er hechelt massiv, oder atmet sehr schnell bei geschlossenem Fang durch die Nase (die meist bei Fieber ohne körperliche Anstrengung). Des Weiteren kann der Hund Bewusstseinsstörungen unterschiedlichen Grades aufweisen: Abwesend bis hin zur Bewusstlosigkeit. Schleimhäute sind stark gerötet, sichtbare Venen auf der Augenhaut oder unter der Zunge, treten deutlich hervor. Der ganze Hund fühlt sich warm an.

Ab einer Körpertemperatur von 43° C kommt es zur Gerinnung von Eiweißstoffen im Körper: LEBENSGEFAHR!

Vermutet man erhöhte Temperatur bei einem Hund, kann dies nur zuverlässig durch Fiebermessen mit einem Thermometer festgestellt werden. Warme Nase oder Ohren und Pfoten müssen kein Indiz für Fieber sein. Bei körperlicher Betätigung oder im Schlaf, wird die Nase immer trocken und warm.

Hohen Wasserverlust ausgleichen

Es sollte auch bedacht werden, dass wenn der Hund stark hechelt, sehr viel Wasser mit dem Speichel verdunstet. Dies kann in einer Stunde bis knapp 1 Liter betragen. Da Hunde nur sehr wenige Wasservorräte im Körper haben, müssen sie viel trinken. Bei Überhitzung sollte man ihm die Gelegenheit geben, in mehreren kleinen Portionen zu trinken – Abstände 5 bis 10 Minuten – bis er selber keinen Durst mehr hat. Verliert der Hund sehr viel Wasser, ohne dass er es durch Trinken ausgleichen kann, „dickt das Blut ein“. Dadurch muss das Herz sehr angestrengt arbeiten, um das zähflüssige Blut zu pumpen. Die Durchblutung von kleineren Gefäßen ist nur noch sehr schlecht und es besteht die Gefahr von Organschäden!

Hitzeentwicklung im geschlossenen Auto

Die größte Gefahr für einen Hitzschlag besteht bei warmem Wetter in kleinen schlecht durchlüfteten Boxen, oder gar in einem geschlossenen Auto. Steht das Auto noch zusätzlich in der Sonne, so können im Innenraum Temperaturen von weit über 60° C erreicht werden!! Hier kommt der Hund schon nach 10 bis 15 Minuten in größte Schwierigkeiten! Auch wenn das Auto im Schatten abgestellt wurde, sollte man immer daran denken, dass die Sonne wandert. Dies hat schon so manchen Hund das Leben gekostet.

Zögert nicht, wenn der Halter nicht schnell gefunden werden kann und Gefahr im Verzug ist, den Hund aus einem Auto gewaltsam herauszuholen.

Die Grafik zeigt die Hitzeentwicklung in einem geschlossenen Auto abhängig von der Außentemperatur. Hat es draußen ab 20 Grad, droht dem eingeschlossenem Hund im Auto bereits der Tod!
Die Grafik zeigt die Hitzeentwicklung in einem geschlossenen Auto abhängig von der Außentemperatur. Hat es draußen ab 20 Grad, droht dem eingeschlossenem Hund im Auto bereits der Tod!

Die rechtliche Situation in so einem Fall, kann hier nachgelesen werden!

Erste Hilfe bei Hitzschlag beim Hund

  • Den Hund sofort an einen kühlen und schattigen Platz bringen
  • Die Abkühlung konsequent eine halbe Stunde durchführen. Am besten mit einem Wasserschlauch langsam abkühlen (Anmerkung: Natürlich sollte das Wasser nicht voll aufgedreht aus dem Schlauch kommen, sondern langsam laufend eingestellt werden). Hier beginnt man erst an den Beinen, dann langsam den Rumpf und zuletzt der Kopf. Alternativ kann natürlich auch mit feuchten Tüchern gearbeitet werden. Aber auch hier sollten erst die äußeren Gliedmaßen heruntergekühlt werden, bevor man die Tücher auf den ganzen Hund legt!
  • Eisbeutel von oben auf den Kopf und Nacken legen
  • Ist der Hund ansprechbar und bei Bewusstsein, Wasser anbieten. NIEMALS einem bewusstlosen Hund, der nicht schlucken kann, Wasser einflößen!
  • Transport zum Tierarzt – Eisbeutel belassen

Autorin: Melanie Weber-Tilse

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Wichtige Information:

Auch wenn nach bestem Wissen und Gewissen gesundheitliche Themen verfasst wurden, können sich dennoch Fehler einschleichen, oder einen nicht mehr aktuellen wissenschaftlichen Stand darstellen, noch ersetzen sie den Rat fachkundiger Tierärzte. Die Autoren übernehmen keine Verantwortung für dessen Richtigkeit, alle Angaben sind stets ohne Gewähr.

 

5 Kommentare

  1. Ich würde den Hund nicht abspritzen oder ins Wasser lagen. Besser auf Kühlmatten oder feuchte Tücher legen und mit nassen Händen über Beine und Kopf streichen. Ein zu schnelles Abkühlen kann den bereits angegriffenen Kreislauf überfordern.

  2. Hallo Chris,

    wenn der Hund einen Hitzeschlag hat, wurde nirgends geschrieben, ihn ins Wasser zu legen. Das wäre fatal.
    Schwimmen war zur zusätzlichen Kühlung gedacht, bevor es überhaupt zu einem Hitzeschlag kommt (wenn der Hund gerne schwimmt).

    Das Runterkühlen bei einem Hitzeschlag sollte vorsichtig und langsam, wie oben beschrieben, erst an den Beinen erfolgen, dann erst der restliche Körper. Natürlich eignen sich auch auch nasse Tücher.
    Allerdings vorsicht bei Lagerungen auf Kühlmatten, hier kann die Temparatur zu schnell runter gehen. Des Weiteren sollten die Beine zuerst gekühlt werden, da hier das Blut vom Körper hingepumpt wurde, um dort für Kühlung zu sorgen (noch vor einem Hitzeschlag).

    Aber danke für deine Anmerkung.

    Viele Grüße
    Melanie

    • Der Hund schwitzt über die Füsse,deshalb fängt man auch dort an..Keine Tücher sofort auf den Hund legen….Es besteht Hitzestau!!!
      Also zuerst bei den äusseren Gliedmassen beginnen…Wenn schon den Hund AUF ein nasses Tuch legen….NICHT umgekehrt.

      • b.stirnemann,das ist endlich mal eine fundierte Aussage!
        Es ist in meinen Augen absolut fatal, den Hund mit einem Schlauch abzukühlen. Kalte Tücher auf den Füßen und den unteren Gliedmaßen! Abwarten bis der Hund sich etwas erholt hat und dann langsam mit kalten Tüchern die Beine abkühlen. Zwischendurch etwas kaltes Wasser auf die Schleimhäute in die Schnauze des Hundes tröpfeln und das Zahnfleisch mit einem nassen Tuch abkühlen. Das Bedecken des Körpers mit einem nassen, kalten Tuch ist unnötig. Wichtiger ist, dass wenn der Hund sich erholt hat durch vorsichtige Bewegung den Kreislauf wieder zu aktivieren und den Hund dann nicht wieder der Sonne aussetzen sondern im Schatten bewegen.

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