Die moderne Hundeerziehung: Wattebäuschchenwerfer, Wissenschaft, Shitstorms und Moral kritisch hinterfragt

Border Collie an der Leine
Platz 1: Die moderne Hundeerziehung: Wattebäuschchenwerfer, Wissenschaft, Shitstorms und Moral kritisch hinterfragt

Direkt zu Anfang möchte ich ein kleines Gedankenexperiment machen. Man stelle sich vor, man wäre plötzlich in China und ist konfrontiert mit Menschen, die eine völlig andere Sprache sprechen sowie einen vollkommen anderen kulturellen Hintergrund haben.

Man weiß nicht, was sich in dieser Welt nun gehört und was nicht. Man kennt die Gepflogenheiten schlicht und ergreifend nicht und ist darauf angewiesen, dass die anderen Menschen einem zeigen, was man tun darf und was nicht. Um den nächsten Menschen, der nett aussieht, nun zu begrüßen, streckt man ihm die Hand aus. Dieser ignoriert einen völlig. Für einen Menschen, der auf eine soziale Gemeinschaft angewiesen ist, ist dieses Verhalten eine sehr einschneidende Erfahrung. Dann nimmt man die Hand zurück und schwupps – bekommt man einen Brocken Schokolade zugeworfen.

[highlight]Total abwegig? Für manch Hund ist das Alltag.[/highlight]

Wieder in Deutschland: Auf dem Kinderspielplatz sitzen der kleine Kevin und Jaqueline zusammen im Sandkasten. Jaqueline ist heute nicht gut drauf. Vielleicht hat sie ernsthafte Probleme zuhause oder vielleicht ist sie nur ein Kind, dass mal die Grenzen testen möchte. Wie auch immer – Jaqueline nimmt Kevin den Spieleimer weg. Kevin reagiert natürlich dementsprechend angefressen. Er nimmt seine Schaufel und haut Jaqueline auf den Kopf.

Jaqueline heult und Kevin macht weiter. Irgendwann wird es Kevin zu doof, weil die blöde Jaqueline immer noch nicht den Eimer raus rückt. Er hört mit dem Schlagen auf. In dem Moment ertönt ein lautes „Suuuupeeeeeeer Feiiiiiiiiiiiiin“ und der Kevin bekommt ein Bonbon in den Mund geschoben. Wer würde das als Erziehung bezeichnen? Unter Hundehaltern durchaus eine mittlerweile übliche Begebenheit, wenn man Kevin und Jaqueline als Hunde sehen würde, der Spieleimer ein Ball wäre und das Bonbon ein Leckerchen.

Für den „Otto-normal-Hundehalter“ völlig abwegige Gedankengänge. Für die moderne Hundeerziehung dagegen völlig normal.

Die neue moderne Hundeerziehung

Schäferhund-Husky-Mix ist sich nicht sicher
Was Schnuppe wohl sagen würde, wenn sie wüsste was für ein Brimborium um den Hund gemacht wird? Wahrscheinlich: Die spinnen doch die Menschen.

Es hat sich eine Richtung in der Hundeerziehung heraus gebildet, die genau das propagiert. Berufen wird sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und die Haltung der völligen Ablehnung von Gewalt.

Hunde werden ausschließlich mit positiven Verstärkern (sprich Lob, Spiel, Futter oder was der Hund sonst so gerne macht) erzogen und bei jedem Verhalten soll ein Moment sein, den man verstärken kann, um das Verhalten modifizieren und kontrollieren zu können. Hört sich schlüssig an und ist für jemanden, der Hunde hält, durchaus reizvoll.

Wer will schon mit dem geliebten Familienmitglied schimpfen? Wer findet es schon toll, wenn der Hund einen mit diesen großen traurigen Augen ansieht und sich auf seine Decke verzieht? Wer möchte nicht nur lieb zu seinem treuen Vierbeiner sein, den man so sehr liebt?

Als interessierter Hundehalterin, der sich mit Wissenschaft auseinandersetzt, die wissenschaftliche Arbeit können muss, sich selber als friedlich bezeichnen würde und seine Hunde liebt, habe auch ich mich natürlich mit dieser neuen Richtung auseinandergesetzt. Auch ich lehne „Gewalt“ in der Erziehung ab und fand die Ansätze dieser neuen Richtung gar nicht mal so schlecht.

Die Theorie der modernen Hundeerziehung

Fangen wir mit der Theorie an. Es wird sich auf „moderne wissenschaftliche Erkenntnisse“ berufen, die das eigene Handeln legitimieren. Eigentlich schon per se ein Totschlag-Argument, denn die Wissenschaft hat doch immer Recht. Wenn man etwas von wissenschaftlichen Arbeiten weiß, gilt dieses Argument dagegen nicht mehr.

Insbesondere wenn man in der Forschung arbeitet und sich mit wissenschaftlichen Fachdiskussionen auseinandersetzen muss, weiß man, dass die Wissenschaft eben nicht immer einfach Recht hat. Es gibt zu jedem Thema verschiedene Studien und Experimente und wie man die gemachten Beobachtungen, beziehungsweise Erkenntnisse bewertet, ist von Wissenschaftler zu Wissenschaftler völlig verschieden.

Man hat mit Aussagen zu tun, die sich schlicht und ergreifend auch widersprechen. Studien widersprechen sich. Experimente widersprechen sich und die Aussagen der Theoretiker widersprechen sich. Nun würde man sich von diesem Punkt aus wünschen, dass offen gelegt würde, welche moderne Erkenntnisse aus der Wissenschaft, die Basis für diese moderne Hundeerziehung nun die Grundlage bilden.

Gerne würde ich diese Studien und Experimente näher betrachten. Sehen, ob die wissenschaftlichen Maßstäbe an solchen Arbeiten eingehalten wurden und die Gütekriterien alle zutreffen. Nur etwas als Wissenschaft zu bezeichnen, ist noch lange keine seriöse Wissenschaft. Bis heute ist man mir diese Antworten schuldig geblieben. Ich gehe auch davon aus, dass die wenigsten Anhänger der modernen Hundeerziehung überhaupt wissen, wovon sie bei solchen Dingen reden – sonst wäre eine sachliche Fachdiskussion schließlich auch möglich.

Im Grunde genommen wird letzten Endes immer wieder auf die Theorien der operanten und klassischen Konditionierung verwiesen. Nun sind die Theorien 100 beziehungsweise 50 Jahre alt. Kann man das ernsthaft als „neue wissenschaftliche Erkenntnisse“ bezeichnen?

Auch Verweise auf andere Experimente und Studien, die aktueller sind, leiden unter einen sehr unterschätzten Einschränkung: Die biologische Verhaltensforschung kann nicht „in den Hund hineinsehen“. Sie zieht Rückschlüsse aus dem Verhalten, aufgrund einer bestimmten Bedingung innerhalb eines Labors. Die Homogenität der untersuchten Hunde und die klinischen Laborbedingungen sind für die Forschung wichtig. Dies macht eine Übertragung auf den Alltag mit einem völlig anderen Hund unter völlig anderen Umständen jedoch schwierig. Eins zu Eins diese Erkenntnisse zu übernehmen und als Grundlage für ein ganzes Konzept zu nutzen, ist dementsprechend viel zu kurz gedacht.

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Wissenschaft und normative Aussagen

Als jemand der sich mit der Wissenschaft auseinandersetzt, bin ich auch von den stark normativen Aussagen erstaunt. Sowohl die Lerntheorien, als auch sämtliche sonstige wissenschaftliche Theorien machen niemals normative Aussagen. Sie machen grundsätzlich deskriptive Aussagen, die beschreiben. Sie beschreiben zum Beispiel, was bei der Versuchsbedingung A für ein Verhalten zu erwarten ist. Jedoch wird man niemals die Folgerung finden, sich „deswegen immer so und so zu verhalten“. Ein „Soll“ ist normativ und somit nicht mehr wissenschaftlich. Somit ist die Begründung „man soll Hunde niemals strafen“ moralisch und nicht wissenschaftlich. Warum ich einen Hund nicht strafen darf, erschließt sich mir in diesem Zusammenhang überhaupt nicht.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die völlige Negierung von Studien, Beobachtungen und Experimenten, die einen völligen Gegensatz zu dem bilden, was diese Leute eigentlich propagieren. Zur Erklärung: Meide- und Stressverhalten wird in der modernen Hundeerziehung nicht mehr gerne gesehen. Der Hund fühlt sich offenbar ja „schlecht“ und das möchte man nicht. Somit soll er auch bloß nie in die Bedrängnis kommen zu „beschwichtigen“.

Beschwichtigung? Nein, sie hat nur grade etwas Leckeres gefunden.
Beschwichtigung? Nein, sie hat nur grade etwas Leckeres gefunden.

Da denke man an die Beobachtungen von Bloch, der bei seiner Studie an verwilderten Haushunden gut zeigen konnte, dass so manches „Beschwichtigungssignal“ in den meisten Fällen einfach eine normale Geste ist, die gar nicht so häufig in der Kommunikation gezeigt wird.

Ein gähnender Hund ist eben häufig auch nur ein müder Hund. Oder man denke an die Studie, bei der man heraus gefunden hat, dass ein Hund, der über Teletak und Stachelhalsband ein Abbruchsignal lernt, weniger Stress hat, als ein Hund der es nur positiv aufgebaut bekommen hat.

Ich würde da erwarten, dass einige schlüssige Argumente kommen würden, die dagegen argumentieren. Selbst mir fällt das nicht schwer, dabei gehöre ich gar nicht zu den Leuten, die immer nur positiv arbeiten. Aber diese Erkenntnisse werden völlig ignoriert und jegliche Gegenargumentation driftet ins Persönliche ab. So werden bekannte Forscher wie Herr Dr. Gansloßer diffamiert, indem gesagt wird, dass Dr. Gansloße ja nur einen Hund bisher gehalten hätte und somit gar keine Ahnung habe.

Es wäre mir neu, dass man für eine wissenschaftliche Forschung über ein Tier, bereits mehrere Tiere dieser Art gehalten haben müsste.

Auch werden andere Theorien überhaupt nicht berücksichtigt. So ist die soziale Lerntheorie bei Hunden wirklich brandaktuell. Erkenntnisse darüber gibt es schon länger, aber die Übertragung auf Hunde ist eine neue Herangehensweise. Dies wird aber ebenfalls völlig negiert, denn man selber ist kein Hund. Und da Leute, die so argumentieren, gerne ins Persönliche gehen, wird direkt gesagt dass man dem Hund ja auch nicht am Hintern schnüffeln würde. Das ist natürlich kein Argument, denn keiner würde das propagieren.

Fakt ist jedoch, dass Hunde es verstehen wenn wir sie anknurren, anstarren, uns groß machen oder mit dem Körper blocken. Hunde verhundlichen ihren Menschen permanent. Umso wichtiger ist es dabei, sich so zu verhalten, dass man auch als Mensch eindeutig genug ist, um vom Hund verstanden zu werden. Warum ich das nicht einsetzen darf, ist mir völlig schleierhaft.

Die Praxis der Hundehaltung

Nun ist alle Theorie grau und in der Hundehaltung hat letzten Endes die Praxis die größte Bedeutung. Betrachten wir die Praxis der neuen Hundeerziehung. An diesem Punkt wird es teilweise richtig absurd. Es wird mit einer „Verstärker-Hierarchie“ geschaut, was der Hund am liebsten mag. Und ja – da wird sich auf den Boden gesetzt und dem Hund Käsewürfel und Hühnerherzen entgegen gestreckt, um zu schauen was der Hund besser findet.

Es wird ein Ruckdämpfer in die Leine gemacht, wenn der Hund zieht oder ruckartig in die Leine springt. Natürlich trägt der Hund ein Geschirr – nicht dass der Hals von ihm beschädigt wird. Dass dabei eventuell ein Mensch hinterher fliegt, der sich mal eben ein paar Knochen brechen kann, wird wieder gekonnt ignoriert.

Jegliche Eingriffe beim Hund werden angekündigt. Ob es nun ein Richtungswechsel ist, ein Anleinen, ein Hochheben, ein Festhalten und so weiter. Nicht, dass der Hund sich noch erschreckt oder auch nur eine negative Empfindung hat! Dem Hund wird letzten Endes der rote Teppich ausgerollt. Anscheinend ist er der bessere Mensch.

Schon ein lautes „Nein“ ist verpönt, da man dann mit Schreckreizen arbeitet und der Hund nur aus Angst vor Strafe hört. Stattdessen wird mit der intermediären Brücke gearbeitet. Letzten Endes kann man sich vorstellen, wie jemand im Wald steht und den Hund ruft. Bequemt sich der Hund irgendwann mal dazu, sich zum Menschen zu bewegen, wird das mit einem „lalalalalala“ kommentiert um beim Menschen die Belohnung zu bekommen. Dreht der Hund auf halbem Weg um, weil er grade etwas Besseres findet, folgt natürlich keine Konsequenz. Höchstens die Konsequenz, dass der Hund das nächste Mal nicht abgeleint wird.

Das Ganze klingt wahrlich abstrus, aber ist genau die Realität. Die Grenzen dieser Form der Erziehung werden sehr schnell klar. Sobald der Hund etwas Besseres findet als die Hühnerherzen beim Menschen, wird er sich dem zuwenden. Hasen jagen ist für die meisten Jagdhunde einfach besser als das Futter beim Menschen. Und wenn sie es tun, haben sie ja auch keine negativen Konsequenzen zu erwarten. WARUM sollte der Hund also NICHT seinen Interessen nachgehen?

Natürlich wird das alles langsam aufgebaut, um später ein Verhalten zu etablieren, das auch in starken Ablenkungssituationen funktioniert. Theoretisch denkbar aber praktisch nur selten möglich. Da verwundert es nicht, wenn viele Leute, die so arbeiten ewig nur bis zu einem gewissen Punkt kommen. Ab dem Punkt, wo der Hund einen Interessenkonflikt hat, steht man machtlos da. Da verwundert es ebenfalls nicht, dass man nur selten mal das fertige Resultat sieht bei Hunden die Problemverhalten zeigen und so „umgepolt“ werden.

Der Hund als Reiz-Reaktions-Maschine?

Muss ein Hund so sein, um "glücklich" zu sein?
Muss ein Hund so sein, um „glücklich“ zu sein?

Letzten Endes wird der Hund auf eine Reiz-Reaktions-Maschine degradiert. Der Hund zeigt Verhalten A, wird belohnt und führt daraufhin Verhalten A häufiger aus. Das ist der Grundsatz, auf den sich konzentriert wird.

Was für eine einfache Gleichung, wenn unsere Hunde nicht so hoch soziale Lebewesen wären, die mit uns in einer besonderen Form der Gemeinschaft leben. Permanent machen Hunde uns soziale Angebote. Was spricht dagegen, diese Angebote auch sozial zu beantworten?

Warum sollte man an dieser Stelle mit der Konditionierung anfangen und somit Kommunikation in seiner ursprünglichen Form behindern? Man stelle sich das anfängliche China Gedankenexperiment vor – wie gerne hätte man dann jemanden, der einen an die Hand nimmt und einem die Kultur zeigt, in der man sich nun bewegen muss?

Ein strenger Blick, wenn man die Hand entgegen streckt ist natürlich im ersten Moment unangenehm. Auf lange Sicht aber wird einem viel Ungewissheit abgenommen, da man dies wenigstens verstanden hat. „Hände geben ist also nicht“ *puh* – von hier aus kann man endlich etwas sicherer weiter gehen.

Bei Hunden wird aber genau das gemacht. Sie leben permanent in einer Grauzone, ohne zu wissen was nun gewollt ist und was nicht. Latente Überforderung und Verunsicherung sind dabei die Gefahren, die ebenfalls negiert werden. Wenn man ausschließlich positiv arbeitet, zeigen Hunde so etwas angeblich nicht. Leider sieht das in der Praxis häufig völlig anders aus.

Gegen Unsicherheit und Stresssymptome wird natürlich ebenfalls wieder alles „schön geklickert“ ohne zu sehen dass der Hund einfach nur eine eindeutige Linie bräuchte, an der er sich orientieren kann.

Aggressionen

Und damit kommen wir zum nächsten Punkt, der mir immer wieder sauer aufstößt: Es wird behauptet alles könnte man positiv gestalten. Was aber tun, wenn der Hund sich aggressiv zeigt?

Meistens wird der Weg einer systematischen Desensibilisierung gegangen. Damit der Hund ein positives Gefühl bei Agressions-auslösenden Reizen, wie fremden Hunde bekommt, wird er in einem ansprechbaren Abstand gehalten und der andere Hund wird nun schön geklickert. Klappt theoretisch ganz wunderbar, wenn die Praxis sich nur an die Theorie halten würde.

Oft hat man Situationen, denen man gar nicht aus dem Weg gehen kann. Sei es weil ein Tut-Nix zum eigenen Hund hin läuft, der Abstand der „anderen Straßenseite“ nicht groß genug ist oder man als Mensch den anderen Hund zu spät sieht. Den Alltag können wir eben nicht kontrollieren. Der Hund kommt somit immer wieder in ein altes Verhaltensmuster und der Aufbau eines Alternativverhaltens wird unwahrscheinlich erschwert.

Ganz normale hündische Kommunikation-keine war danach traumatisiert. Es wurde sich wieder aufgerappelt und weiter gespielt. Nur diesmal vorsichtiger.
Ganz normale hündische Kommunikation-keiner war danach traumatisiert. Es wurde sich wieder aufgerappelt und weiter gespielt. Nur diesmal vorsichtiger. Der Grund für die Einwirkung war nämlich schlicht und ergreifend: Benimm dich, wenn du mit mir toben möchtest!

Oft kommt an dieser Stelle das Argument, man könne auch in ein negatives Verhalten wie die Aggression „rein klickern“ und der Hund würde sie so positiv erleben. Dabei wird aber ein ganz entscheidender Punkt übersehen: Wer sagt, dass der Hund Aggressionen wirklich als negativ erlebt? Das ist etwas, was die zumeist weibliche Anhängerschaft so empfindet.

Nun sind Hunde keine Menschen und nun wirklich auch keine Frauen ;) Frauen empfinden jegliche Aggressionen als deutlich negativ, weil sie in der Gesellschaft dies so erlernt haben. Frauen haben nicht aggressiv zu sein und sollen Konflikte auch nicht so lösen.

Es ist kein Wunder, dass Frauen dann dazu neigen, aggressive Konflikte anders zu lösen – und das macht auch vor dem eigenen Hund nicht halt. Jedoch können Aggressionen durchaus auch positiv erlebt werden. Die meisten Männer würden mir wohl zustimmen, wenn ich sage, dass es sehr befreiend sein kann auch mal ordentlich auf die „Kacke zu hauen“.

Ein Phänomen das man von Jugendlichen und Kindern kennt, die sich durchaus auch zum Spaß prügeln. In der Tierwelt sind Aggressionen nichts Schlechtes, sondern lediglich eine Form der Konfliktbewältigung. Zu sagen, dass eine negative Stimmung ursächlich sei für Aggression, ist also falsch. Die Gründe dafür sind vielschichtig und genau so muss man das Problem auch angehen. Eine lustvolle Aggression lässt sich nicht mit Hühnerherzen beantworten!

Die Ursache für aggressives Verhalten eines Hundes ist für Leute, die rein mit positiver Verstärkung arbeiten, nach deren Argumentation eine negative Gefühlslage des Hundes. Bei der Frage wie das zustande kommt, ist die Antwort meiner Erfahrung nach, meistens die gleiche:

Der hat mal schlechte Erfahrungen gemacht

Sei es, weil der Hund im Welpenalter von einem „Tut-nix“ überrannt wurde, von einem fremden Hund angegriffen wurde, von Fremden geärgert wurde, sich erschrocken hat, weil ein paar Jugendliche in seiner Nähe randaliert haben und so weiter.

Klar ist immer: Die Ursache für diese emotionale „Fehl-Prägung“ ist grundsätzlich außerhalb zu finden und liegt somit außerhalb der Kontrolle des Besitzers. Dabei wird oft völlig außer Acht gelassen, dass die Ursachen für Fehlverhalten komplex sind. Der Hundebesitzer spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Unsichere Hundehalter haben oft unsichere Hunde. So ist der Schock eines Angriffs auch beim Menschen sehr prägend. Übervorsichtigkeit, Trösten und Angst sind die Folge beim Menschen, die natürlich auch eine große Auswirkung auf den Hund haben.

Kontrolle als Gefahr der Persönlichkeitsentwicklung: Hunde lernen Hilflosigkeit

Aufgrund des schrittweisen Trainings und der Gefahr der „Fehl-Prägungen“ wird in stark kontrollierten Situationen trainiert. Der Hund entscheidet de fakto nichts mehr selbst. Eine Auseinandersetzung des Hundes mit einer für ihn unangenehmen Situation wird auch gar nicht gewünscht. Wie der Hund dann sich noch selbst entwickeln soll und ein stabiles Selbstbewusstsein entwickeln soll, damit er in für ihn unvorhergesehenen Situationen nicht völlig aus der Bahn geworfen wird, ist fraglich.

Gewaltfreier Umgang mit dem Hund?

Nun könnte es mir eigentlich vollkommen wurscht sein, wie jemand mit seinem Hund umgeht. Weder bin ich Trainer, noch bin ich Verhaltensbiologe. Tatsächlich ist es mir bis zu einem gewissen Grad wirklich egal, wie jemand mit seinem Hund umgeht.

Solange ich keinen sehe, der meint, wie von Sinnen auf seinen Hund einprügeln zu müssen, kann durchaus jeder Handhaben, wie er es für richtig hält. Störend werden doch die „Wattebäuschchenwerfer“, wenn sie sich als Gutmenschen hoch stilisieren und andere Hundehalter vollkommen runter machen. Das fängt schon beim Selbstverständnis an.

Ein gern gesehenes Argument, warum diese Menschen so arbeiten wie sie arbeiten, ist:

Ich lehne Gewalt in jeglicher Form ab und dies tue ich auch bei der Arbeit mit Hunden

Was ist genau Gewalt? Wenn schon ein Leinenimpuls Gewalt ist, muss ich ein gewalttätiger Mensch sein. Dabei setze ich diesen gar nicht ein, um dem Hund willkürlich Schaden zuzufügen. Ich nutze diesen, um ihn durch ein „Zuppeln“ wieder aufmerksam zu bekommen. Nur weil ich jemanden auf die Schulter tippe, bin ich ja auch noch lange nicht gewalttätig. Bezeichnet wird die Arbeit über positive Verstärkung als „gewaltfreier Weg“. Das mag durchaus so sein, aber andere Wege sind auch gewaltfrei. Gewalt ist nicht eine Strafe. Durch diese Äußerung wird aber genau das suggeriert: Andere Wege sind nicht gewaltfrei.

Ein Blick der Bände spricht: Die ungestühme Annäherung des Border Collies missfällt Schnuppe.
Ein Blick der Bände spricht: Die ungestühme Annäherung des Border Collies missfällt Schnuppe.

Dabei beschränkt sich das gewaltfreie Verhalten aber auch nur auf Hunde. Wie kann es sonst sein, dass insbesondere diese Leute sich an Shitstorms (Anmerkung der Redaktion: Der Duden definiert einen Shitstorm als „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht) beteiligen, die anderen Trainern einfach so die Existenzgrundlage entziehen kann?

Gewaltfrei ist dies nicht mehr. Da fragt man sich doch, ob die Menschen wirklich immer so nett mit ihren Hunden arbeiten, wie sie behaupten. Zumal ich mich doch öfter frage, was für ein Übermensch man sein muss, um immer nur positiv mit seinem Hund zu arbeiten.

Ich habe durchaus auch mal einen schlechten Tag, bei dem ich jeden angrummel der mir zu nahe kommt. Ohne Kaffee morgens bin ich völlig unausstehlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich da die große Ausnahme bin? Natürlich bin ich in diesen Momenten auch mal nicht so nett zu meinen Hunden. Und da sag ich durchaus auch, dass ich ein Verhalten eben nicht wünsche. In so einer Situation suche ich nicht ewig nach dem Moment, den ich verstärken kann.

Selbst wenn ich es mir vornehmen würde – völlig und immer könnte ich so gar nicht arbeiten. Um ehrlich zu sein, denke ich dass es so auch den meisten „Wattebäuschchenwerfer“ geht. Zwischen „Sagen“ und „Handeln“ liegen immer noch große Unterschiede.

Eine offene Gesprächskultur als Grundbedingung

Eine offenere Haltung wäre jedoch genau das, was ich mir an dieser Stelle sehr wünschen würde. Auch wenn hier ein anderer Eindruck entsteht: Ich arbeite möglichst positiv mit meinen Hunden. Ich arbeite auch gerne mit dem Klicker oder einem Markerwort. Sämtliche Kommandos bringe ich grundsätzlich positiv bei. Mein Hund muss nicht hören weil „der das für mich tun soll“. Ich brezel auch keine Leine über seinen Kopf, wenn er mal nicht hört.

In der Hundehaltung ist das wichtigste für mich – Nähe, eine gute Bindung und eine vertrauensvolle Beziehung. Dies schafft man kaum über ein permanentes Meideverhalten. Meine Hunde müssen auch nicht alles können. Ich möchte keinen Hund verbiegen, damit er mir in den Kram passt. Eine stabile und eigene Persönlichkeit ist mir da sehr viel wichtiger. Trotzdem werde ich von den meisten „Wattebäuschchenwerfern“ als jemand aus dem „anderen Lager“ empfunden. Und damit bin ich schon übelsten Beleidigungen und Anfeindungen ausgesetzt gewesen.

Besonders durch diese ablehnende Haltung, wird es auch Trainern verbaut, dazu lernen zu können. Sehr vieles lässt sich tatsächlich über positive Verstärkung, sehr gut in den Griff bekommen. Damit jemand dazu lernt, ist es aber wichtig eine Gesprächskultur zu schaffen, die nicht alles Andere vollkommen ablehnt, was nicht in das eigene Weltbild passt. Der Weg der positiven Verstärkung hat Grenzen. Dies wird nur niemals öffentlich gesagt.

Herrlich unaufgeregt: 3 Hunde an der Leine.
Herrlich unaufgeregt: 3 Hunde an der Leine.

In diesem Sinne erwarte ich einen „Shitstorm“, mit Maß und Ziel. Teilt und redet über diesen Artikeln in anderen Foren, Gruppen, Blogs oder schreibt unten einen Kommentar. Versucht es aber mit einem offenen Austausch und versteckt eure Meinung nicht in Heimlichkeit.

Mir bleibt die Hoffnung, dass so manch verunsicherter Hundehalter wieder seine eigene Haltung entdeckt, auf seinen Hund achtet und auf sein Bauchgefühl hört.

Das ist doch das Wichtigste: Die eigene Authentizität, die man auch gegenüber seinem Hund so zeigen kann. Ich bin mir sicher, dass viele Probleme sich schon allein dadurch beheben lassen.

Autorin: Nina Dany

[box]This article is also available in English. Read now![/box]

333 KOMMENTARE

  1. Ich bin begeistert.

    Das bringt es wirklich auf den Punkt!

    Aber da ja wirklicher Glaube durch keine Tatsache zu entkräften ist, wird auch dieser Artikel, der vermutlich für viele auch einfach zu lang und kompliziert sein könne (habe ich ein negatives Bild über viele Hundebesitzer, NEIN, ich doch nicht…), vermutlich wieder einfach im Nichts verpuffen.

    Ich weiß, warum ich mich mitlerweile mit eher schwierigen Kids beschäftige und nicht mehr mit Menschen mit Hund.
    Diese Kinder darf man nämlich erziehen, Hunde aber heutzutage meistens nicht mehr…

    Klasse, bitte mehr davon!

  2. Du sprichst mir aus der Seele! Ich sehe es genau so wie Du und teile Deine Ansichten zu Theorie und Praxis, „Wissenschaft“, Wattebäuschenwerfen und den anderen Dingen, die du so treffend beschrieben hast.

    Bezeichnend auch, dass bisher kein Kommentar geschrieben wurde. Leider konnte ich aber auch nicht herausfinden, wann der Artikel veröffentlich wurde.

  3. Endlich mal einer der es auf den Punkt bringt, ich bedanke mich für diesen tollen Beitrag und hoffe, das er bei vielen zum Nachdenken und Überdenken ihres eigenen Handeln anregt!

  4. Endlich mal ein Artikel, der sich vorurteilsfrei mit dem Thema befasst.

    Jeder Hundehalter hat eine Verantwortung mit seinem Hund/Hunden übernommen und ich kann es nicht verstehen, dass Hundehalter von anderen Menschen angegriffen werden, bloß weil sie versuchen ihrer Verantwortung gerecht zu werden und dem Hund die Regeln klar zu machen und ihn korrigieren anstatt permanent Kekse in ihn zu stopfen. Wie oft werde ich auf Spaziergängen angegangen weil ich meine 40-Kilo-Testosteron-Schleuder körperlich blocke und mit klaren aber scharfem „Nein“ arbeite. Ich bin weder pro Wattebausch noch pro Stachler und Teletak aber ich denke, wenn man bei Hunden antiautoritär arbeitet ist die Katastrophe praktisch vorprogrammiert. Zudem regt es mich auch sehr auf, wenn mit Menschen-Psychologie auf das Gefühlswesen des Hundes Rückschlüsse getroffen werden. Ein Hund ist ein Hund und hat es auch verdient als solches leben zu dürfen. Hunde brauchen klare Regeln in denen sie sich frei bewegen dürfen, nur dann ist ein gutes Miteinander auch möglich. Danke für diesen tollen Artikel!

    • ich bin Psychologe (richtig mit Diplom). Da wird nicht mit „Menschen-Psychologie“ argumentiert, sondern mit Pseudo-Psychologie.
      Das Psychologie-Studium ist eines der anstrengendsten Fächer (nach Medizin und Jura).
      Die wenigsten, die mit der Pseudo-Psychologie argumentieren, haben sich die Mühe gemacht…

  5. Danke!

    Wieder ein Artikel, der sich dadurch auszeichnet, klar und deutlich auf den Punkt zu bringen, was viele viele Menschen, Trainer usw. noch immer NICHT sehen wollen oder können.

    Es ist mir eine Freude, ihn zu „verbreiten“.

    Herzlich

    Johanna-Merete

  6. Ich vergleiche auch öfter Hundeerziehung mit Kindererziehung…so große Unterschiede gibt es da nicht. Bei drei Kindern konnte ich auch nicht immer groß rumdiskutieren… da gab es manche Dinge, die mussten sitzen und fertig..so sehe ich das auch bei meinen Hunden. Und ich werde niemals gewaltätig im Sinne von schlagen, quälen usw. Aber…wenn konsequentes Verhalten schon gewalttätig ist, dann bin ich es. Aber mit Überzeugung! Wenn mir mein Hund (oder Kind) wirklich wichtig ist, bin ich konsequent.
    Von daher, super Artikel…

    • Kinder verstehen „Ja“ „Nein“ und können auch mit einem „Vielleicht“ umgehen-
      Hunde verstehen nur „Ja“ oder „Nein“.
      Anfangs ist das Nein! wahrscheinlich immer lauter,bestimmter, als das Jaaa.
      Klare Ansage ist verständlich für den Hund einzuordnen. Oft fragt Hund auch mal an : was willst Du von mir? Was soll ich machen?. Mit der Zeit wird auch das Nein ! leiser
      Menschen, denen dieses „Tuning “ noch fehlt, lassen diesen Moment oft ungenutzt verstreichen und somit ordnet Hund sein Gegenüber ein.
      Da man ja bekanntlich mit seiner Aufgabe wächst, sollte man darauf vertrauen (Bauchgefühl),daß man Instinkte, die jeder Hund ja nun einmal hat, so gut in den Griff bekommen kann, das man schon vor jeder Stresssituation agieren kann.
      Wenn nicht, hilft immer noch Armewedeln& Laut werden….

  7. Ein Artikel, der 10 Sternchen verdient hätte! Vielen Dank dafür!

    Man müsste ihn ausdrucken und über den Wäldern Deutschlands abwerfen….. aber wir haben ja die modernere Variante zur Verfügung, also: teilen, teilen, teilen!!!

  8. Muss die „NEUE“ Theorie dass der Hund den Menschen nicht als Rudelmitglied bzw. Rudelführer sieht, nicht automatisch zu der Schlußfolgerung führen, dass das Halten eines einzelnen Hundes (welcher ja bekannter Weise ein Rudeltier ist) eine Tierquälerei oder wenigstens nicht artgerecht ist!!!???

    • Nein, da ein Hund nun einmal kein Rudeltier ist (de facto!) – der Sozialpartner ist der Mensch, an dem sich gerne orientiert wird. Und dieses Lenken muss ich gewährleisten, sonst sucht sich der Hund selbst Lösungswege. Das hat aber nichts mit „Rudelführung“ zu tun.

      • @Tanja: Ein Hund ist kein Rudeltier, de facto? De facto dürfte das falsch sein, solange Du nicht die Begrifflichkeiten definierst, mit denen Du Dich ausdrückst. Für mich bleibt der Hund ein Rudeltier, sorry. Überzeugst Du mich von Deiner Idee? ;)

      • Liebe Tanja, hier muss ich dir ausdrücklich widersprechen ! Natürlich ist der Hund ein Rudeltier. Abgesehen von wissenschaftlichen Belegen der Tierforschung zeigen uns Hunde das doch sehr deutlich durch ihr Verhalten !

        • Verwilderte Hudne oder Streuner tun sich zu losen Gruppen ohen feste STruktur zusammen, um an Ressourcen zu kommen (können auch soziale sein) – wenn diese Bedürfnisse erfüllt sind, gehen sie wieder ihrer Wege. Eine Familiäre Rudelstruktur wie Wölfe gehen Hunde nicht ein.

          Das darfst du auch gerne selbst nachforschen. ;)
          Ich kann dir auch gerne Links geben.

          • Auch ich könnte dir Links zum Thema „Rudeltier Hund“ geben ;o), aber es geht hier ja nicht um Besserwisserei oder Rechthaberei. Daher begnüge ich mich mit folgenden Empfehlungen:

            Das Buch „Du bist der Rudelführer“ vom international anerkannten Hundetrainer Cesar Millan

            Zum Thema gibt’s auch Lektüre vom allseits bekannten Martin Rütter,

            und die Erkenntnisse des Tierverhaltensforschers Konrad Lorenz sollte man auch nicht ignorieren.

            Oder ganz einfach den Tierarzt des Vertrauens fragen. ;o)

            LG,
            Chris

            oder hier ein Auszug :

            Hunde sind Rudeltiere. Lebt ein Hund in einer menschlichen Familie, wird er auch diese als sein „Rudel“ ansehen. Eine hierarchische Struktur innerhalb des Familienbundes ist daher ein absolutes Muss. Der Hund erhält dabei immer die niedrigste Stellung, um die Harmonie im Zusammenleben nicht zu gefährden und Dominanzprobleme von vornherein zu vermeiden. Für die Einhaltung dieser Position im Rudel müssen klare Regeln, die von allen im Rudel befolgt werden sollten, aufgestellt werden. Dabei ist bei der Befehlsgabe weniger auf Lautstärke zu achten, als auf den Klang der Stimme. Auch sollten kurze prägnante Hörzeichen mit eindeutigen Handzeichen gekoppelt werden. (…)

          • Hallo Tanja, es wäre sehr schön wenn du deine Aussagen mit Belegen „füttern“ könntest. Natürlich leben verwilderte Haushunde nicht in einem festen Rudel was nur aus Familienmitgliedern besteht. Aber sie leben nicht grundsätzlich in losen Verbänden, die sich zwischendurch mal wieder auflösen, wenn die Bedürfnisse erfüllt sind. Wahrscheinlich liegt es daran, dass „soziale Nähe“ ein Bedürfnis unserer Haushunde ist.;) In Blochs „Pizzahunde“ wird das sehr gut beschrieben. Und ob ich das nun Rudel oder soziale Gruppe oder sonst wie nenne-meine Hunde begreifen mich als Teil davon. Sicherlich nicht als Hund, aber als Sozialpartner. Die wissenschaftliche Definition ändert nichts an diesem Fakt.

      • Tanja hat Recht! Haushunde bilden keine Rudel sondern Gruppen. Rudel werden von Wölfen gebildet: Alttiere und Würfe. Das sind definitiv zwei Paar Schuhe. Und Menschen sind sind keine Gruppenmitglieder, das erlebe ich jeden Tag hier bei mir zu Hause. Und das ist auch gut so. Meine Hunde sind Hunde und ich will keiner sein und bin auch keiner. Trotzdem funktionierts. Im übrigen waere ich bei meinen Ridgebacks mit einer Erziehung rein nur durch positive Verstärkung längst durchgefallen. Den Autorinnen: Danke für diesen Artikel.

        • @Chris
          Cesar Millan ist nichts weiter als ein ***************. Der redet natürlich vom Rudel, sonst würde seine ganze Masche ja auffliegen.

          Ich hatte in Biologie selbst noch die These vom Alphahund/Alphawolf. Aber bitte mach dich doch einmal schlau. Google hilft dir sicherlich dabei, beginne bei „Dogs do not form packs“.

          Man kann natürlich auf sienem verstaubten Wissen pochen, satt sich auf den neusten Stand zu bringen.

          • @nina

            Und wo genau widerspricht sich das mit meinen Ausführungen? Verstehe ich nicht so ganz.

            Ich sage doch nur, dass es „Leithunde“, wie von bestimmten Hundetraunern suggeriert, nicht gibt. Und deswegen verstehe ich nicht, wie sich der Mensch zum bestimmenden „Alpha“ machen muss, obwohl es den nicht gibt.
            Es gibt durchaus in diesen losen Gruppen Hunde, die souverän anführen, allerdings ist das keine starre Rolle.

            Und auch ein Nicht-Führer weist zurecht. Das ist vielen nicht ganz klar. Denn Zurechtweisung heißt nicht „Machtausübung“.

            Ich schrieb doch auch hier, das der Sozialpartner des Hundes der Mensch ist – vond em sich Hunde Orientierung erwarten. Bleibt diese aus, suchen sie sich selbst Lösungswege. Da shat aber nichts mit „Machtübernahme“ zu tun. Deswegen ist „Wattebausch-Sein“ kein „Laissez-faire“ (antiautoritär ist dann noch einmal was anderes)…

            Ich setze Grenzen, sogar sehr klare. Ich weiß nicht, woher die Auffassung kommt, dass dies ausbleibt, nur weil man Einschüchterung und Gewalt weglässt.

  9. Vielen Dank für diesen tollen Artikel!
    Das bringt es wirklich wunderbar auf den Punkt und diese Dinge gehen mir auch oft durch den Kopf. Mit diesen Gutmenschdn kann man leider überhaupt nicht auf einer sachlichen Ebene diskutieren, sehr schade. Dass man sofort beleidigt wird, ist leider meist schon vorhersehbar. Aber ich habe auch noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass mehr Menschen wieder zur Besinnung kommen…

  10. Liebe Nina,

    danke für diesen großartigen Artikel! Ich bin in jeder Beziehung ganz Deiner Meinung.

    LG Sven

  11. Liebe Nina
    mit Begeisterung habe ich gerade diesen Artikel durchgelesen,
    ich muss sagen, du sprichst mir zu 100% aus der Seele.
    Immerwieder lese ich auf FB, in Foren und Co. wie verwerflich so manche Erziehungsmethoden sind,
    Hundetrainer werden angefeindet und sogar Petitionen erstellt, weil der ARME Hund mal festgehalten wurde als er sich zum Biss umdrehte,
    hallo gehts noch?
    Diejenigen die solche Methoden verteufeln, hatten auch noch nie einen richtigen schwierigen Fall (Aggression, Jagd, Angst)
    und wenn doch bin ich sicher, dass die Therapien nur zu 50% anschlugen.
    Vielen Dank für diese tollen Anmerkungen von dir.
    Leider wird kaum noch zu diesen Thema groß geschrieben obwohl mit sicherheit 75% aller Hundehalter KEINE Wattebäuschchen werfer sind, aber schreiben tut es kaum noch einer, da meist schon mit TS u.ä. gedroht wird. Somit sind die Gutschigutschi Trainer in übermas bei Diskussionen.
    Echt beängstigend.
    Weiter und Lg Pat

    • Auch immer der gleiche Weg der Argumentation: man hätte nie einen schwierigen Fall gehabt – ich hab das schon in einem Leserbrief auf persönlicher Ebene gemacht – da hast du einen Einblick wie „unschwierig“ einer meiner Hunde ist.

      Den erziehe ich übrigens gewaltlos.

    • Diese Sicht finde ich zu schwarz und weiss, unpassend auch solche Behauptungen wie „die hatten noch nie einen richtig schwierigen Fall“.
      Das gilt auch für einige Abschnitte des ansonsten gut geschriebenen Artikels und eine Menge Diskussionen, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Ich finde es der Sache wenig dienlich, wenn sich „Lager“ bilden – die einen, die gleich den Tierschutz einschalten wollen, wenn mal ein Hund auch körperlich in seine Schranken gewiesen wird, und die anderen, die sich sofort drauflos wettern, wenn man auch mal etwas schlecht findet.
      Mir fehlt im Moment die Mitte, letztendlich muss das Stichwort meiner Meinung nach heissen ANGEMESSEN. Es gibt nicht und gab noch nie die einzig wahre Methode, die bei allen Hund-Halter-Teams funktioniert.
      So freundlich wie möglich und so klar wie nötig – warum sollte ich mich limitieren? Genau das sollen die Hunde ja lernen, dass ein Mensch durchaus angepasst reagiert.
      Gravierender erlebe ich die unzähligen „TV-Anleitungen“ die ein Besitzer unpassend einsetzt – falsches Timing, falsche Situationseinschätzung usw. Was diese Sendung angeht, auf die sich die Petition bezog: Ich möchte wirklich mal den Besitzer eines großen Hundes sehen, der seinen Schnapper so zürückzieht – wohl gemerkt wäre das in dem Falle jemand, der auch in den Monaten vorher seinen Hund nicht richtig führen konnte. Das gibt garantiert Löcher…

      • Weil genau sowas von Frau Nowak und anderen professionellen Hundeeinschüchterern gesagt wird – da kommen dann Argumente wie „Persönlichkeit statt Leckerli“, um zu diskreditieren, dass man einen Futterbestärker wählt, wenn er in der Situagtion dienlich ist.

        DAS finde ich schade. Ja, ich stimme dir zu – die Extrem-Wattebauschwerfer, die glauben, die Welt spielt sich in Laborbedingungen ab, dass man nie auch nur nie in die Situation kommt, dass man einen Hund unsaft von etwas wegziehen MUSS, sind mir auch ein Dorn im Auge. Aber das ebnet doch nicht den Weg für pseudoangemessene Methoden wie Hund in ihrer Angst festzuhalten und sie dermaßen einzuschüchtern, dass sie einen meiden. Im Sinne eines Hundes.

        Positive Verstärkung ist übrigens nur der Pfeiler verschiedenster Techniken/Methoden. Es gibt ja nicht nur eine. Einziger Haken: Habe ich diese Werkzeuge nicht auftrainiert, kann ich sie natürlich nicht nutzen. ABer ich wollte den Artiekl sowieso gesondern und ausführlich kommentieren.

        Aber ja, ich stimme dir schon zu.

        • Tanja, bin ich da bei Dir – ich würde immer lieber mehr Zeit in den Aufbau einer zuverlässigen und positive Beziehung zum Hund investieren, statt mit Hau-Ruck einen Hund in eine (meist temporäre) Haltung zu bringen, in der er das unerwünschte Verhalten unterlässt. Respekt bekommt man nicht durch Härte und Dominanz. Lernen und Kooperation muss sich lohnen – so ist das nun mal. Nur dass es – bei manchen Hunden – auch anders funktioniert, heisst noch nicht, dass das das richtig ist. Wer je ein Zwangsvoraus auf einem Hundeplatz gesehen hat, der weiss, dass das nicht richtig sein kann, auch wenn es nachher in der Prüfung funktioniert. Schönschreiben klappte früher auch mit der Hilfe des Rohrstocks – auch da sind wir weiter gekommen.
          Ich bin übrigens „Clickertante“ und damit (natürlich) auch Leckerli-Fan, genauso gibt es aber auch Abbruchsignale eben für entsprechende Hunde. Natürlich gibt es Vierbeiner, die jeglichen Respekt vor Menschen verloren haben – die würde ich natürlich nicht clickern für den Moment, wo er mal nicht knurrt und schnappt, was merkwürdigerweise hier ja in etwa unterstellt wird bei positiver Bestärkung.
          „Gewaltfrei“ sagt eigentlich gar nichts mehr aus, weil es sowohl von Maya Novak verwendet wird, als auch von Calming-Signals-Flüster-Hundekommunikatoren (ohne jemandem zu nahe zu treten). Cesar Millan nennt Kicken auch nur Korrigieren und Würgen heisst Relaxen – ergo alles nur Begrifflichkeiten.
          Streng genommen ist keine Erziehung gewaltfrei – es wird immer eine Situation geben, wo ich an der Leine ziehen muss oder meinen Hund mal unsanft packen muss, um Schlimmeres zu vermeiden. Ich wage zu bezweifeln, dass irgendein Hundebesitzer auf dieser Welt das noch nie musste…

          • Kann das nur genauso unterschreiben.

            Bei gewaltfreiem Training geht es einfach darum, den Hund nicht bewusst in eine Situation zu bringen, in der er unerwünschtes Verhalten zeigt, das ich dann „korrigieren“ mus (Notfallmanagement ist ebenso nicht erstrebenswert) – oder gar willentlich „Leinenimpulse“ zu verwenden, weil sie so schön funktionieren (wenn die so toll sind, warum muss man sie so oft anwenden? Ah ja… Konditionierung udn Härte der Strafe)…
            Ich habe ja schon geschrieben, dass ich die Extrem-Wattebauschwerfer auch nicht so ganz verstehe, denn man kann zwar alles idealistisch sehen, aber wir leben nun einmal nicht im Vakuum, in dem wir je Gewalt von uns fernhalten können. Und auch nicht sollen. Ein Hund MUSS lernen, mit Konflikten umzugehen. Das macht man halt Schritt für Schritt, ohne Überforderung, die ja wieder zur „Korrektur“ im Sinne einer Zurechtweisung führt.

            Aber das weißt du ja. Ich wollte es nur ergänzen.

  12. Toller Artikel!!

    Es wäre wirklich schön, wenn in puncto Hundeerziehung endlich ein Umdenken stattfinden würde und es in Zukunft weniger gedankenlose, intolerante,rücksichtslose und auch naive HH mit verhaltensauffälligen Hunden geben würde. Aber wenn sogar eine Verhaltensforscherin behauptet, dass wirklich jeder Hund und jede Verhaltensauffälligkeit mit Leckerchen zu therapieren ist, dann hab ich wenig Hoffnung. Was passiert, wenn die positive Verstärkung (Leckerchen) genau im falschen Moment kommt (was leider oft der Fall ist), hab ich selbst vor ein paar Tagen wieder erlebt. Ich selbst habe meine Hündin die ersten Jahre mit positiver Verstärkung trainiert und erzogen und ich muss sagen, ich war nur bedingt erfolgreich.

    • Dann passiert zunächst einmal gar nichts. Konditionierung braucht eine Weile, bis eine zuverlässige Verknüpfung entsteht.

      Oftmals habe ich eine ganz andere Auffassung, wann der Zeitpunkt des Bestärkens richtig ist als andere Hundehalter. Zumal sie selten wissen, um was es mir geht.

      Ich habe meinen Hund z.B. fürs Knurren bestärkt! Weil er, als er zu mir kam, ohne Vorwarnung gebissen hat. Er wurde fürs Knurren immer bestraft, bis er gelernt hat, dass es nichts bringt und stattdessen gebissen hat.
      Da haben mich viele schräg angesehen oder mich für dumm erklärt – nachdem ich es erläutert habe, waren sie ganz kleinlaut.

      • Wenn bei einem Hund-Halter-Gespann die Arbeit nur mit der positiven Verstärkung nicht funktioniert, ist nicht immer allein das falsche Timing schuld. Es gibt Hunde, die ein völlig anderes Problem haben, als „nur“ nicht zu wissen was genau das erwünschte Verhalten ist. Erziehung ist nicht nur Konditionierung. Auch wenn diese Sichtweise angenehm einfach ist…

        • Wenn du einen Hund blockierst oder einen Leinen“impuls“ gibst oder sonstige Dinge, dann bedienst auch du dich der Konditionierung. Das kann nur ein stenger Blick sein.

          Wir sprechen gar nicht von Krankheiten udn Schmerzen oder anderen Einflüssen. Das hast du auch in deinem Artikel nicht gezeigt. Also bleiben wir doch beim Thema, bitte.

          Und da ich eh auf den Kommentar eingegangen bin, dass man bvei positiver Verstärkung so viel falsch machen kann, verstehe ich nicht, was du nun von mir willst.

          Ich schrieb auch bereits, dass Hunde Orientierung wollen und wenn sie diese vom Halter nicht bekommen, dass sie sich eigene Lösungswege suchen.

          Ob ich nun über die ungelibete Konditionierung kommuniziere oder angeblich nicht, spielt dabei genau gar keine Rolle.

      • Tanja sehr lustig was du schreibst , und genau da liegt der Fehler , du solltest dich fragen warum dein Hund dich anknurrt . An der Auswirkung arbeiten ist der falsche weg:-)

        • Weil mein Hund gebissen hat und das Knurren eine Vorstufe dazu ist? Weil er mit Nowak/Millan-Erziehung beglückt wurde, dazu einen Deprivationsschaden hat? Weil er vernachlässigt und missverstanden wurde?

          Weil er misstraut hat? Weil er futteraggressiv war (nein, keine bloße Ressourcenverteidigung – hatte man Essbares in der Hand, hat er ohen Vorwarnung gebissen!)… leinenaggressiv mit Neigung zur rückgerichteten Aggression, NULL Frustrationstoleranz (noch jetzt neigt er zu Übersprungshandlungen), keine Impulskontrolle, verschieden Unsicherheiten und Ängste.

          Und ich weiß nicht, ob ichs nochmal deutlicher sagen muss: SO kam dieser Hund bei mir an über einen TSV. Ich habe es nicht einmal selbst verschuldet. Ich biege mühsam gerade, was andere kaputtgemacht haben.

          Und wenn du bitte noch einmal lesen würdest – ich habe das Knurren bestärkt, weil er es nicht mehr getan hat. Es kam sofort ein gehemmter Biss, bei Dingen, die nicht vorauszusehen waren. Ich persönlich frage mich immer, warum Hunde knurren. Ich würde es auch nicht verbieten.

          Du kannst dich gern auf meinem Blog umschauen, da findest du dann Infos über die Hunde und mich. Statt mich so unterschwellig zu belehren.

  13. Vielen, vielen, vielen Dank!!!

    Besser kann ich mein eigenes Empfinden bei der Hunderziehung nicht ausdrücken.

    Weiter so

    Gaaaaaaaaaaaaaanz liebe Grüße
    Claudia

  14. [Als Spam markiert von Antispam Bee | Spamgrund: Server IP]
    Danke! Ich bin voll und ganz Deiner Meinung!
    Ich selbst habe für meine „Problemhunde“ einen guten Mittelweg gefunden, der für uns gut funktioniert. Ich denke das eigentliche Problem ist, dass beim Training die Hunde ständig über einen Kamm geschoren werden. Natürlich ist es kontraproduktiv einen Hund, der Angst vor Menschen hat auch noch körpersprachlich zu bedrohen. So wird er kaum vertrauen können, um ein weiteres Trainig zu ermöglichen. Aber selbstverständlich kann ich mit einem Hund, dessen Vertrauen ich habe, der nicht bei jeder Bewegung zusammenzuckt umgehen, wie ich das auch mit jedem Menschen tue. Dem sage ich auch deutlich, wenn ich etwas nicht möchte. Bei echtem Aggressionsverhalten etc ist leider nur den Wenigsten klar, dAss Aggressions eben nicht immer nur unerwünschtes Verhalten ist und dass es durchaus den Unterschied gibt zwischen „Hund ist panisch und kämpft um sein Leben“ oder „Hund findet, dass anderer potenter Rüde hier nix verloren hat“. Und so unterschiedlich die Motivation, so unterschiedlich muss auch der Umgang mit ihnen sein. Ich habe einen Hund, der tatsächlich Angst vor anderen Hunden hat. Bei dem funktioniert auch das clickern, er beruhigt sich sofort. Der andere findet Rüden blöd, ist aber ansprechbar und gar nich „weggetreten“. Der bekommt auch ein klares NEIN und kann dann auch friedlich weitergehen. Und das ist es auch, was ich den meisten Trainern in der Tat unterstelle. Es wird nicht unterschieden. Und der Wille zur Weiterbildung ist nicht vorhanden, denn man weiß ja alles. Wenn ein Trainer schon diese Unterschiede nicht sieht und berücksichtigt, wie soll er es dem Halter vermitteln? Und schon wird der eh schon unsichere Hund durch Dauerstress noch mehr verunsichert und andererseits der aufmüpfige Jungschnösel bis zum Erbrechen geclickert, ohne dass er mal eine Sanktion erfährt. Jeder Hund sollte die Möglichkeit bekommen, die Dinge, die ich aktiv von ihm einfordere positiv zu lernen. Aber wenn er es so lernen durfte, muss ich auch mal eine negative Konsequenz folgen lassen dürfen, wenn er Signale nicht befolgt.

  15. Jetzt die Hände gerieben und einen ordentlichen Gegenschlag angebracht!!!

    … 5min.

    … 20min.

    Ok ich geb es zu, hier ist nichts dran auszusetzen! Vielen Dank für diesen Artikel, der sowohl Stilistisch Sicher, als auch tatsächlich Inhaltlich brauchbar ist.

    Weiter so und ich hoffe dieser Artikel wird euch noch einen Grandiosen Shitstorm bescheren, den hättet ihr euch ehrlich verdient :D

    Vielen Dank und liebe Grüße,

    Susann

    • *lach* Bisher ist man mir den Shitstorm noch schuldig geblieben. Aber es ist ja noch Zeit…

  16. Hallo Nina,
    habe deinen langen Artikel aufmerksam gelesen und als zweifache Hundehalterin eine differenzierte Meinung dazu.
    Es kann nicht Sinn und Zweck sein, dem Hund ein erwünschtes Verhalten mit einer Methode aufzuzwingen, bei der „der Zweck die Mittel heiligt“. Genauso wie ich es ablehne, meine Kinder mit „Zuckerbrot und Peitsche“ zu erziehen, würde ich bei meinen Hunden NIEMALS Einschüchterung, Drohungen oder Gewalt anwenden. Die einzige Ausnahme: Eine Notsituation, die sofortiges Handeln erfordert !
    Es ist klar, dass der Hund seinen Platz in der Hierarchie kennen und den Menschen als Rudelführer respektieren muss. Das kann man aber nie im Hau-Ruck-Verfahren erreichen, sondern es braucht Einfühlungsvermögen, viel Geduld und regelmäßiges gemeinsames Training. Ich möchte jedenfalls keinen Hund, der mir nur gehorcht, weil er gelernt hat, Angst vor Strafe zu haben. Tiere sind intelligenter und sensibler als wir denken, und wir erreichen mehr, indem wir ihr Vertrauen gewinnen und richtiges Verhalten belohnen, anstatt ihnen mit permanenter Unterdrückung, Einschüchterung und Strafe zu begegnen. Gerade bei traumatisierten Hunden kann das später unberechenbare Folgen haben bzw. genau das Gegenteil dessen bewirken, was man eigentlich beabsichtigt hat. Wir Menschen müssen lernen, die Signale und Körpersprache unserer Tiere zu verstehen. Etwas, dass Hunde instinktiv tun – sie versuchen ständig unsere Gestik und Mimik zu interpretieren, sie quasi zu „lesen“. Genau dieses Verhalten können wir also optimal für die Erziehung nutzen !
    Es gibt so viele selbsternannte „Hundeflüsterer“, die meinen, die einzig richtige Erziehungsmethode gefunden zu haben. Aber was bei einem Hund klappt, muss noch lange nicht bei einem anderen funktionieren. Hunde sind nämlich verschiedene Individuen mit eigenem Charakter und unterschiedlichen Prägungen. Wie bei uns Menschen sind gegenseitiges Kennenlernen und Vertrauen die Voraussetzungen für eine gut funktionierende Beziehung zwischen Hund und Mensch. Da braucht man wirklich KEINE gewalttätige Zurechtweisung, die ihren Ursprung nur in der Hilflosigkeit, Ungeduld und Unwissenheit hat…
    LG,
    Chris

    • deswegen wurde ja oben auch durchaus durchblicken lassen das man es auch nach dem hund richten soll, wie man was wann wie anwendet.
      und keiner hat hier von körperlicher gewalt geredet, ich denke da sind wir uns einig das das nicht in ordnung ist. aber wie gesagt wie definiert man gewalt??? (das wurde oben im artikel bereits erwähnt daher gehe ich darauf nicht weiter ein.)

      ich persönlich differenziere immer sehr stark was ich für meinen hund nehme. wie du schon sagst es gibt zu viele selbst ernannte hundeflüsterer.
      ich beobachte meinen hund und dannach entscheide ich was ich mache. ich würde nie zu einem von denen sagen, der ist es. ich erziehe nur noch nach dem schema und alles andere ist falsch. Nein das mach ich nicht. ich ziehe mir die sachen raus wo ich der meinung bin damit kann ich mit meinem hund arbeiten und das besteht eben nicht nur aus positiver verstärkung sondern durchaus auch mal aus einem klaren und lauteren nein.

      • Ich glaube kaum, dass hier irgendjemand ein „NEIN“ als eine Form von Gewalt versteht. Selbstverständlich ist dies ein notwendiges Signal, um dem Hund Grenzen zu zeigen (oder eben „HALT“, „STOP“ usw.). Sonst wären wir „anti-autoritär“, keine „Rudelführer“ und völlig unfähig, unsere Hunde zu kontrollieren. Man darf Konsequenz nicht mit Gewalt verwechseln…

        • Das kommt ganz darauf an, wie „Nein“ verknüpft wurde. „Nein“ ist doch erstmal völlig inhaltslos für den Hund. Vor allem „Nein… was“? Versteht der Hund es als „Aufhören“? Versteht er es als Hemmung?

          Ich würde „nein“ nicht mehr als Signal nutzen, da es schwammig ist.
          Man kann „Nein“ aber sicherlich positiv verknüpfen und es zu einem guten Abbruchsignal trainieren, auch wenn wir „Nein“ in der Alltagssprache recht of gebrauchen. „Halt“ finde ich da sinnvoller.

          • Halt, Stop, Nein – egal. Du könntest auch das Wort „Eis“ benutzen – der Hund versteht den Sinn eh nicht. Er achtet vor allem auf den Klang der menschlichen Stimme und assoziiert den Laut(der knapp und klar sein sollte) mit dem „Befehl“, auf den er reagiert…

          • @Chris

            Ja, was glaubst du, warum ich „Verknüpfung“ geschrieben habe. Meine Hunde verstehen „Hunger“. Die hören aus einem Satz mit Adjektiv das Wort heraus.

            „Ich bin hungrig, ich würde gerne etwas essen.“

            Bei meinem reaktiven Hund spiele ich Zeigen & Benennen, auch das Gucken von Wild benenne ich.
            Er versteht also „Hund“ und „Vögelchen“ sogar in komplexen Sätzen. So, dass ich „Hund“ teilweise nur noch buchstabiert sagen kann. Und ja, er versteht den „Sinn“ von Hund sogar.

        • Ein reines akustisches Signal ohne Inhalt (und das ist grundsätzlich auch das „Nein“) hat beim Hund überhaupt keine Wirkung. Höchstens Neugier, da er es noch nie gehört hat. Es muss also vor dem Einsatz mit einem entsprechenden Sinn verknüpft werden. Und ich behaupte jetzt einmal, dass dieses Signal bei nahezu allen Hundebesitzern als bremsend, verhindernd, abbrechend und/oder eingrenzend eingesetzt wird. Alles definitv Reize, die dem Hund eher unangenehm sind. Wenn er also darauf reagiert, muss es eine entsprechende „Vorgeschichte“ zu dem Befehl gegeben haben…..

    • Hmmm – Chris – aber das hat doch Nina auch gar nicht anders gesagt, ich verstehe Deinen Beitrag nicht richtig.
      Sie lehnt Gewalt ab, macht aber deutlich, dass nicht immer allein positives Bestärken zum Ziel führt.
      LG, Sigrid

  17. Danke für den Beitrag!
    Man möchte den Text ausdrucken und in den Wald hängen.

    Aber ich glaube, dass die Leute, die ihre Zeit in Park und Wald damit zubringen ihrem Hund das Bogenlaufen und Übersprungshandlungen wegzuklickern (die sind für mich wirklich die Krönung der „modernen Hundeerziehung“ weil sie meinem Empfinden nach nur wenig von dem Tier das sie halten verstanden haben) viel zu beschäftigt sind um sich einer solchen Lektüre zu widmen.

  18. Mit diesem Artikel sprichst du mir förmlich aus der Seele. Denke genauso.
    Ich zähle weder zu der sorte „Watte…“ noch finde ich „stachelhalsband und Teletak“ gut, würde sie bei meinem Hund auch nicht anwenden.
    Aber nur weil man einem Hund seine Grenzen aufzeigt (damit meine ich nicht durch schlagen etc. ) und dies eben nicht „nur“ (auch ich versuche schonmal ein bissl positive sachen zu verstärken, aber ist nicht nur meine methode) mit den oben genannten methoden der positiven Verstärkung macht wird man heutzutage eben verteufelt.
    Toller Artikel, hoffe es regt zum nachdenken an.

  19. Ein Problem ist auch, dass der Bergiff „Gewalt“ in keinster Weise definiert ist. Wer es in der Kindererziehung nicht schafft klare Grenzen zu setzten, für den könnte eine hartes „NEIN“ in der Hundeerziehung schon „Gewalt“ sein.

    Ich gehe auch in Punkto „positiver Bestärkung“ noch einen Schritt weiter und die stelle ganz klar die Frage, ob diese Methode ÜBERHAUPT ARTGERECHT ist!!!

    Welche Hundemutter bestärkt ihren Welpen in seinem Tun positiv? Gibt gar eine Belohnung? Eine Hundemutter korrigiert durch Zurechtweisung. Ungewolltes, falsches oder nerviges Verhalten wird korrigiert und sie ist dabei durchaus schon einmal wenig zimperlich, denn es soll ja funktionieren. Und das könnte auf einen Vertreter der Wattebäuschchen-Fraktion durchaus gewalttätig wirken.

    • Nicht dieses Argument. Wir sind keine Hunde. Und auch wenn soziales Lernen für den Hund eine Rolle spielt – eine Hundemutter sagt einfach nur, dass ihr das Verhalten gerade nicht passt. Sie „korrigiert“ nicht im Sinne einer Berichtigung, sie drückt innerartlich aus, dass sie nicht gezwickt werden will. Deswegen kan klein Welpi aber andere Hunde noch „hemmungslos“ Zwicken, bis auch die sagen, dass sie das nicht wünschen.

      Muss ich das denn unbedingt auf die Mensch-Hund-Beziehung übertragen, wenn ich gar nicht so gut wie ein Hund kommunizieren kann? Ich bin und bleibe ein Mensch. Und wenn ich so „zurechtweise“, muss ich mich damit abfinden, dass mein Hund das Verhalten unterdrückt = Meideverhalten. Genau das kommt bei der hundemüttlerlichen „Korrektur“ heraus. Ich muss damit klarkommen, dass mein Fiffi eben bei mir meidet, bei allen anderen Menschen nicht. Die müssten dann selbst korrigieren. Oder ich mache das wieder. Solange ich Aggressor sein kann, und immer da bin, wird das schon funktionieren.

      Will ich eine Verhaltensänderung, die generalisiert ist, muss ich das nun einmal anders machen. Entweder strafe ich so heftig, dass das Verhalten ausstirbt oder aber ich bestärke gewünschtes und überschreibe das alte. Egal welcher weg: operante Konditionierung. Lernen.
      Ich kann einem Hund nicht vormachen, wie er sich als Hund zu verhalten hat, er kann nicht einsehen, dass ich es besser kann und er das nachzuahmen hat.

      Ich finde es schon sehr schade, dass der Artikel da einige Lücken aufweist. Aber dazu später mehr –> nach dem Gassigehen.

      • Tanja, du stellst Behauptungen über Behauptungen auf, die durch nichts nachzuweisen sind.

        Wenn man sich alles nur durch eine gefärbte Brille anschaut, dann sieht man eben nicht mehr alles, schade!

        Denn: Natürlich korrigiert (straft!) die Hundemutter … sie korrigiert ihre Welpen, sie korrigiert auch den Junghund x, der mit ihren Welpen zu rauh umgeht.
        Sie trainiert bewusst Abbruchsignale über das Hinlegen von Gegenständen, die sie dann tabuisiert.
        Und selbstverständlich lernen die Welpen dort Verhaltensregeln nicht nur bzgl. ihrer Mutter. Sie können generalisieren … das geht manchmal schneller als man denkt bei Hunden!!

        Generalisisierung von Verhaltensveränderungen läuft eben nicht nur so ab wie du es beschreibst … was Generationen von Hundehaltern schon bewiesen haben!

        Und natürlich sind wir keine Hunde … und deshalb können wir nicht körpersprachlich agieren????

        • Ich würde gerne Links zum Beleg einstellen, damit du auch deine Beweise hast, da dies hier nicht möglich ist, musst du halt die Suchmaschinen selbst bedienen.

          Ichg weiß ja nicht, welche Hundemutter du kennst. Wenn sie ihre Ressourcen verteidigt, ist das sicherlich glaubhaft, aber Hunde (und Wölfe) gestehen sich das sowieso zu.
          Ja, sie weist zurecht über positive Strafe. Allerdings generalisiert sie das nicht. Sonst wäre mein Hund, der einen Deprivationsschaden hat von seiner Mutter vollends solzialisiert worden, so wie alle. Dann könnten wir uns den ganzen Hundeschulschmunzius und Welpenspielstundezirkus und Hundebegegnungstralala sparen…
          Können wir aber nicht. Weil die Hundemutter nur ihren Standpunkt klarmacht. „Ich will nicht, dass du mich zwickst“.
          Sicherlich macht klein Welpi das auch nicht mehr bei der Mutter. Aber bei seinen Geschwistern, bei anderen Hunden. Es sei denn, er erfährta uch da immer wieder eine Zurechtweisung: Dann stehen die Chancen gut, das ers nicht mehr macht.

          Hunde sind nun einmal Kontextlerner und generalisieren ganz schlecht. Deswegen klappt der Rückruf ganz wunderbar auf der einen Hundewiese, im Wald allerdings sieht es anders aus. Das liegt natürlich auch am Individuum selbst.

          Generalisierung, wie das Wort schon sagt, läuft kleinschrittig bei Kontextlernen ab… tut mir leid.

          Natürlich können wir das. Wir müssen uns nur im Klaren sein, dass:

          Wir weder so fein noch so schnell wie Hunde agieren und reagieren können (sonst wären wir ja Hunde und keine Menschen geworden!)
          UND
          Dass wir das Gleiche bewirken wie Hunde untereinander: Meideverhalten

          • Tanja-du wirst doch hoffentlich eine Angabe machen können WOHER du deine Äußerung hast, oder? Dafür braucht man keine Links, sondern „nur“ die Angaben des Autors, den Titel und das Jahr.

          • Du bist aber nicht die Nina, die den Artikel geschrieben hat, so hoffe ich. Denn ich vermisse Quellenangaben zu deinen Behauptungen ganz deutlich.

            Artikel und Seminare von Dr. Ute Blaschke-Bertold sind lesenswert/besuchenswert.

            Dr. Sophia Yin im englischen Sprachraum dürfte auch weiterhelfen.

            Artikel von anderen Fachleuten gibt es zuhauf im Internet.

            Ich will aber gar nicht in eine bestimmte Richtung drängen, denn sonst kommt wieder der Hammer, man würde einem Guru hinterherlaufen. Etwas Eigenrecherche wäre nicht schlecht.

          • Du redest nach wie vor in Behauptungen …
            Ich zitiere: „Hunde sind nun einmal Kontextlerner und generalisieren ganz schlecht.“
            Generationen von Hundehaltern und -trainern werden dir unenedliche Beispiele geben, WIE SCHNELL Hunde generalisieren: nach nur einem Erlebnis oder nach dem Erlebnis nur eines Menschen Probleme haben mit: bestimmten Hundetypen, bestimmten Objekten, bestimmten Menschentypen!!!

          • Sabine, wenn ein Hund „ganz schnell generalisiert“, muss es ein ganz traumatisches Erlebnis gewesen sein. Klassisches Beispiel ist die Silvesternacht.

            Alles andere ist aber ein eher verbogener, schleichener Prozess, wie sich bestimte Verhaltensweisen entwickeln.

            Ich gebe dir ein Beispiel. Mein TSV-Hund hat Angst vor Knallgeräuschen. Es ertönte eins in der Nähe eines Sportplatzes auf einer Wiese, die wir oft frequentieren. Er erstarrt. Ich führe ihn mit dem ungeliebten Clicker durch die Situation. Alles soweit gut. Am nächsten Tag bleibt der Hund ohne Geräusch an der GENAU gleichen Stelle stehen und will nicht weiter, obwohl wir gefühlte tausend Mal auf dieser Wiese waren. Ich clickere wieder durch die Situation. Seither wars kein Problem mehr.

            Aber da sist ein sehr eindringliches Beispiel fürs Kontextlernen. An anderen Stellen der Wiese, obwohl ein Knallgeräusch ja nicht stehend im Raum ist, hatte er keine Probleme.

  20. Würde man in den Punkte – Entwicklung – lernen mit Situationen zurecht zu kommen und Konflikte zu bewältigen – Persönlichkeitsentwicklung- in der Hundeerziehung ein weiteres Thema, die Kastration einbeziehen, kann man wissenschaftliche Erkenntnisse nur als einen Teilaspekt in diesem doch recht komplexen Thema betrachten. Einige Methoden bzw. dessen Hintergründe müssten überdacht oder gar Verworfen werden. Ebenso müsste man das menschliche Empfinde in der Erziehung ausklammern den dieses ist nicht selten dem Tier gegenüber widersinnig.
    Insofern regt der Artikel nicht nur an, nachdenklich die Hundeerziehung näher zu betrachten sondern die gesamte Beziehung zwischen Hund und Mensch.
    An für sich neigen wir nur dazu überzugehen, eine seit Jahrtausende bestehende „Verbindung“ zu verwissenschaftlichen und teil unnötig kompliziert zu gestallten.

    • Die Verwissenschaftlichung des Hundes der seit Jahrtausenden mit dem Menschen ganz „unwissenschaftlich“ zusammen lebt, ist mir immer mehr ein Dorn im Auge. Heutzutage fehlen m.E.n. sehr vielen Hundehaltern das Bauchgefühl. Eine natürliche Intuition dafür, was angemessen ist. Dies wird versucht mit „Wissenschaft“ wieder wett zu machen (was nicht immer so einfach funktioniert). Ein Teufelskreis…

  21. Immer wieder schön zu sehen wie sich helle Momente mit einem gruden Wuscht an haltlosem Blabla vermischen können. Natürlich hat er recht insoweit, dass der Hund als hochsoziales Tier weit mehr Möglichkeiten des Erlernens von, nennen wir es mal ganz neutral, vom Menschen erwünschten oder unerwünschten Verhaltensweisen hat als über Clicker, Keks und Co , da der Hund auch aus jeder Mimik, Geste und körperlichen Reaktion genauso lernt und seine Schlüsse daraus zieht. Ich widerspreche ihm nicht, dass seine Kommunikation über Leinenzoppel (oder rucken) funktioniert. Ich lehne es nur einfach vollständig ab. Mein Hund hat gelernt auf meine Körpersignale in jeder Form zu reagieren, da brauche ich ihn nicht am Halsband durch die Gegend zu zoppel um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Ich schnalze mit der Zunge oder sag leise seinen Namen und oh wunder er reagiert ganz ohne ein Leinenzoppeln. Wenn er im Alltag Mist baut wird ebenso klar kommuniziert. „Beißt du in die Couch schubs ich dich weg“ verbunden mit einer drohenden verneinenden Körpersprache. 2 mal hat er als Welpe das ganze in Frage gestellt, dann niemals wieder. Timing ist der wichtigste Faktor bei der Arbeit mit dem Hund, wie dann reagiert wird kann THEORETISCH vom Wattebausch werfen bis zum Tacker alles sein. ABER sein Gerede über die stressfreiheit des Tackers ist unerträglich. Geht es meinem Hund bei Stress gleich schlecht? Nein. Mein Hund hat auch einen wahnsinnigen Stress wenn ich mit ihm 5000m durch Gelände renne, der puscht sich bis ins unermessliche hoch. Geht es ihm deshalb schlecht? Nur weil der Tacker durch den blitzartigen Stromimpuls nur zur Ausschüttung sehr weniger Stresshormone führt ist er angenehmer für den Hund als den Hund durch den Einsatz des Clickers zum ausprobieren aufzufordern, de will-to-please zu wecken, nur weil dabei der und mehr Stress hat??? Ach ja und das wilde Rucken am Halsband schadet der Wirbelsäule des Hundes natürlich nicht. Klar. Diese wurde in den Jahrmillionen von der Natur auch so konzipiert, dass die ruckartigen horizontalen Kräften über Jahre hinweg unbeschadet standhält. Ja natürlich. Anatomie, setzen 6. Ein wahrer Satz sticht aus dem ganzen Artikel heraus: „Weder bin ich Trainer, noch bin ich Verhaltensbiologe. Tatsächlich ist es mir bis zu einem gewissen Grad wirklich egal, wie jemand mit seinem Hund umgeht.“ Genau! Also verbreite nicht so ein Zeug im Netz und spiele dich nicht als Lehrmeister auf, sondern behalte es einfach für dich und gefährde nicht die GEsundheit on Menschen und Hunden indem du deine Weltvorstellung psydointellektuell verpackst und also revolutionären Anstz darstellst. Zum Abschluss noch ein wiederum aus meiner Sicht wahrer Teil des Artikels. Es liegt immer am Hundebesitzer. Jede Angst und jede Aggression aber auch nahezu jedes unerwünschte Verhalten ist einfach nur durch falsche Kommunikation anerzogen. Deshalb arbeitet ja der gute Trainer auch nicht mit dem Hund, sondern nur mit dem Mensch und befähigt diesen mit seinem Hund klar zu kommunizieren. Und liebes „Zentrum für Hundewissen“

      • achso der letzte Satz mit „Hundezentrum“ gehört eigentlich nicht zu dem Kommentar hier sondern zu einer Mail an eine Einrichtung die diesen Artikel verlinkt hatte ;-) Es lebe copy+paste

    • Zuerst einmal: Ich bin eine „sie“.;)

      Anscheinend hast du den Artikel nicht richtig gelesen (oder/und verstanden). Ich habe nicht geschrieben, dass Teletak weniger Stress beim Hund verursacht. Ich habe geschrieben, dass es eine Studie dazu gibt, die eben genau dies behauptet. Quelle: Böhm, Imke (2009): Vergleich der Stressauswirkungen anhand von Speichelcortisolwerten und der Lerneffekte von drei Ausbildungsmethoden bei Polizeidiensthunden. Dissertation an der tierärztlichen Hochschule Hannover. Ausgedacht habe ich mir das also nicht und dass ich diese Studie kritisch sehe, habe ich ebenfalls geschrieben. Es geht darum, dass manche Leute nur noch nach wissenschaftlichen Studien gehen und meinen, sie wüssten also wie Hundeerziehung „richtig“ funktioniert. Dabei wird nicht beachtet, dass es auch Studien gibt, die das Gegenteil aussagen. Es gibt nicht „die Wissenschaft“. Es gibt diverse wissenschaftliche Studien, Experimente und Theorien. Ein „ich stütze mich auf neuste wissenschaftliche Erkenntnisse“ legitimiert nicht das Handeln.

      Ganz zu schweigen davon, dass ich mit meinen Hunden körpersprachlich kommuniziere. Ich rucke auch nicht wie von Sinnen am Halsband meines Hundes. Hättest du es richtig gelesen, hättest du verstanden, dass das „Zuppeln“ am HB meines Hundes keine „aversive Einwirkung“ ist, sondern höchstens (!) ein Nerven. Und ich habe es als Beispiel gebracht, weil bei so manch „Wattebauschwerfer“ schon ein Leinenimpuls „Gewalt“ ist. Wenn dem so ist, bin ich gewalttätig-und ich tippe genauso fest jemanden auf die Schulter, wie ich an der Leine zuppel. Noch habe ich keinem das Genick gebrochen-kann also nicht so fest sein. ;)

      Mein Ratschlag: Komm runter, trink eine Tasse Tee, lies den Artikel noch einmal. Evtl. verstehst du dann besser meine Kritik. (Ich bin übrigens keine Revoluzzerin-ich propagiere auch nichts Neues sondern eigentlich etwas ganz Altbekanntes.)

      • Dann, liebe Nina, hast du die Studie/Dissertation nicht richtig gelesen, wie ich bereits unten erwähnt habe:

        „“der man denke an die Studie, bei der man heraus gefunden hat, dass ein Hund, der über Teletak und Stachelhalsband ein Abbruchsignal lernt, weniger Stress hat, als ein Hund der es nur positiv aufgebaut bekommen hat.“

        Das Abbruchsignal wurde über negative STrafe udn NICHT positive Verstärkung auftrainiert. Dass dies weder zuverläsig ist, noch weniger stresig für den Hund, ist fast schon selbsterklären. Alleine weil der Stafcharakter über so ein Abbruchsignal gar nicht hart genug ist.

      • Ah ja – und nicht wir bestimmen, was aversiv ist, sondern der Hund. Und wenn es „nervt“, dann ist es schon unangenehm, per Definition ist das positive Strafe.
        Das habe ich auch LANGE verkannt.

        Und wie ich schon jemand anderen geschrieben habe: Wenn du nur so ein bisschen herumzupfst, worin liegt da der Sinn? Ist der Hund noch dadurch ansprechbar, warum ihn dann nicht tatsächlich ansprechen? Das wäre auf dieser Ebene noch möglich.
        Ist der Hund bereist nicht mehr ansprechbar, kommst du mit ein bisschen Zupfen nicht weiter…

  22. Danke Nina, für dieses klare und einleuchtende Statement.

    Interessant ist vielleicht noch, dass auch in der „modernen“ Kinderziehung positive Strafe weiterhin praktiziert wird …. in der Pädagogik nennt man das jetzt allerdings „Sanktionen“ oder auch „logische Konsequenzen“. Jedenfalls ist man sich einig dass
    – Regeln notwendig sind und
    – das Nichtbefolgen von Regeln unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen muss.

    Liebe Grüße
    Sabine

    • Die logische Konsequenz ist negative Strafe, die wird dann angewendet, wenn die „Sanktion“ nichts mehr bringt (Die Sanktion ist positive Strafe – „bestimmndes Nein“, usw.)

      Negative Strafe gehört zu den gewaltlosen Mitteln und haben auch ihre Berechtigung in der Hundeerziehung. Jedenfalls für mich. Den ein oder anderen Extrem-Wattebauschwerfer mag dies abschrecken. Aber diese leben für mich in einem Vakuum, völlig von der Lebenwirklichkeit entfernt. Das heißt nicht, dass ich dem Artikel irgendwie zustimme.

          • Ah, werden hier die Links rausgelöscht, kann das sein? Musst du bitte googlen, tut mir leid. Ich hatte einen Link reingesetzt.

        • Also, um uns alle auf den gleichen Stand zu bringen.
          Operante Konditionierung beseht aus

          positiver/additiver Bestärkung = etwas Angenehmes wird hinzugefügt

          negativer/substraktiver Bestärkung = etwas Unangenehmes wird weggenommen

          (Bestärkung bewirkt, dass Verhalten ÖFTER gezeigt wird)

          positiver/additiver Bestrafung = etwas Unangehmes wird hinzugefügt

          negativer/substraktiver Bestrafung = etwas Angenehmes wird weggenommen

          (Strafe bewirt, dass Verhalten SELTENER gezeigt wird)

      • Liebe Tanja,

        wir möchten vermeiden, dass die Kommentare mit Links überschwemmt werden, daher werden diese entfernt. Das hat auch nichts mit Dir persönlich zu tun, sondern es wir bei allen so gehandhabt :)

        Wir haben nichts dagegen, wenn im Text eingebracht wird, dass es z.B. wie in deinem Fall, es ein Lesebrief auf deiner Homepage gibt, aber bitte nicht als Link.

        Außerdem möchten wir sehr gerne, dass jeder hier mit seinen Worten schreibt, wie er etwas sieht, anstatt auf andere Seite ein Link zu setzen.

        Selbstverständlich bleiben die Homepages, die ihr im Formular eingebt erhalten und jeder kann sich dann dort selber umschauen.

        Ich hoffe dafür hast du Verständnis :)

        Liebe Grüße
        Melanie
        Redakteurin von Planet Hund

        • Ich hatte mich nur gewundert.

          Ich kann negative Strafe sicherlich auch selbst erklären, wollte aber durch den Link zu einer Seite gleich den Beleg mitliefern.

        • Weil ich das in Pädagogik so gelernt habe. „Sanktionen“ sind von „logischer Konsequenz“ zu unterscheiden. Wenn wir bei der Sparte „Verhalten soll seltener gezeigt werden“ bleiben.

          • Tanja, natürlich sind die zu unterscheiden, aber du vermischt grade verschiedene Theorien.

            1. Du findest hier auch in unserem Portal eine Erklärung der Lerntheorien. Ich, die ja unwissend ist (*g*), studiere das und kann die auch im Schlaf runter beten. Verlinke doch einfach meinen Artikel zur operanten Konditionierung: https://www.planethund.com/hundewissen/lerntheorien-fuer-hundehalter-operantes-konditionieren-1602.html

            2. Du darfst die Lerntheorien nicht mit anderen Theorien vermischen (wenn wir im pädagogischen Bereich sind). Die „logische Konsequenz“ kennst du wahrscheinlich aus der „anti-autoritären-Erziehung“. Die logische Konsequenz ist das, wenn ein Kind ein Fenster kaputt macht, es kalt und zugig ist. Es lernt also: Fenster einschlagen ist eine sehr doofe Idee. (Ja selbst diese Erziehung arbeitet mit Grenzen!) Die „Sanktion“ dagegen kommt von „außen“. Wenn ein Kind die Hausaufgaben nicht macht, muss es die als Sanktion doppelt machen.

            Und hier sind wir bei dem Dilemma, dem viele Hundehalter und auch Trainer aufsitzen! Es wird nur durch eine bestimmte „Theorie-Brille“ geschaut. Aber es gibt links und rechts noch viel mehr… Wenn ein Hund nie eine logische Konsequenz erfahren darf (nicht dass der mal eine schlechte Erfahrung macht) und nie eine Sanktion erlebt, dann wächst der Hund grenzenlos auf. Und das findest du nichtmals in der Pädagogik (und auch nicht in der anti-autoritären, wie sie ursprünglich gemeint war, siehe Rousseau).

          • Ich weiß gar nicht wo dein Problem ist.

            Nun ja, als logische Konsequenz sind mir Dinge wie „Wegnehmen ds Spielzeugs“, „Entfernen aus dem Raum“, „Entzug der AUfmerksamkeit“ bekannt – das ist aktiv angewendete negative Strafe.
            Allerdings ist es natürlich logische Konsequenz, wenn das Kind das Fenster einschlägt und es zugig ist. Das wird aber von Eltern nicht angewendet – und wenn doch, dann ist es ebenfalls negative Strafe („Ich entiehe die Wärme“).

            Du brauchst mir Lerntheorien bitte nicht erklären. Ich sehe einfach nicht, wo du andere Lernmodelle ausführst in deinem Artikel.

  23. Schön und treffend geschrieben.

    Leider wird der Großteil der Wattebausch-Fraktion es nicht verstehen, sonst hätten sie längst ihren Hund verstanden und erkannt, dass „sozial“ nicht unbedingt „Friede, Freude Eierkuchen“ bedeutet, sondern Sozialisierung (des Hundes, Kindes, Erwachsenen in einer neuen Umgebung) eben auch negative Erfahrungen bedingt.

    • Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt… Schon das Wort „sozial“ ist für manchen aus der Richtung ein völliges Fremdwort.

  24. Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Artikel. Eine deutliche und fundierte Meinungsäußerung in Zeiten allgemeinen Besserwissens. Danke!

  25. Der Artikel spricht mir aus der Seele. Denn auch das ganze Leben ist nicht nur Sonnenschein. Und eine tiefe und vertrauensvolle Mensch-Hund-Bindung ist doch schon die halbe Miete. Und da darf ich meinem „Kumpel“ auch schon mal deutlich sagen, dass ich es nicht mag, wenn er dieses oder jenes tut. Natürlich immer und jederzeit für den Hund verständlich.Und auch ein Hund muss (wie das Kind mit der Herdplatte) negative Erfahrungen machen, damit er weiß, wie er sich beim nächsten Mal verhalten soll. Nur so kann aus ihm ein selstsicherer Hund werden. Meinen ersten (und auch bis jetzt einzigen) Hund habe ich ganz unbewusst vor 16 Jahren ohne Leckerchen etc. erzogen und das hat auch geklappt und er war ein souveräner Typ. Ja, Leckerchen, Clikcer und Co. haben durchaus ihre Berechtigung, aber es gibt mehr als das. Und wir sehen ja an manchem menschlichen Nachwuchs wo antiautoritäre Erziehung endet…..

  26. der artikel ist sehr oberflächlich und nicht besser als das, was er kritisiert… ein shitstorm. aber leider auf der seite derer, die es ok finden, einen hund so zu ängstigen/bedrängen/einzuschüchtern, dass er sich wehren muss.

    hätte ich das mit meinem hund gemacht, er hätte mich anstandslos gebissen (er hätte in einem tierheim eingeschläfert werden sollen, weil er schwer gebissen hat und mit einschüchterungsmethoden – und anstarren, leinenruck und co – abgerichtet wurde).
    wie kann man auch nur auf die idee kommen, hundliches „fehlverhalten“ durch einschüchterung/bedrohung etc abstellen zu wollen? die konsequenzen sind hunde, wie der, den ich gerettet habe und der jetzt bei mir lebt. anderen hunden gehts ähnlich.

    fazit: ein kommmentar, der leinen“impulse“ verniedlichend mit einem auf die schultern klopfen gleichsetzt.

    katastrophe im jahr 2013!!!

    • Polemisieren bringt auch keine wirklichen Argumente!!

      Wer eine körperliche Blockade gleichsetzt mit Bedrohen und Einschüchtern ja gar Ängstigen, der sollte mal an seinem Wahrnehmmungsempfinden arbeiten.

      • sich mal dem hund in den weg zu stellen, um ihn zu bremsen oder ähnliches ist etwas völlig anderes als das, was medial gezeigt wird. leider.
        der übergang ist fließend… und eine gewaltfreier, tierschutzgerechter und für alle beteiligten sicherer trainingsansatz fehlt oft völlig, untermauert durch veraltete rangordnungs- und dominanzthesen.
        das halte ich – und viele andere – für ein enormes tierschutz- und sicherheitsproblem.

    • Ich bin ganz Sabines Meinung! Leider ist dieses schwarz-weiss-Denken unter HH (und auch Trainern) weit verbreitet. Wenn ich nicht mit positiver Verstärkung arbeite,dann bin ich automatisch gewalttätig. Ich starre meinen Hund nicht an und arbeite auch nicht mit Leinenruck (wohl aber mit Leinenimpuls: Ja, das ist ein Unterschied). Mein Hund wird auch nicht angebrüllt oder täglich mindestens ein mal auf den Rücken geworfen um ihm bzw. ihr zu zeigen wer der Chef ist. Kaum zu glauben, aber sie darf sogar auf die Couch. Das sie das nur tut wenn ich es ihr erlaube, versteht sich wohl von selbst. Wie ich bereits erwähnt habe, habe ich auch mehrere Jahre mit positiver Verstärkung gearbeitet. Wie sehr das nach hinten los gehen kann, habe ich vorallem bei anderen Hunden erlebt, wenn die positiver Verstärkung zum falschen Zeitpunkt kam und so das unerwünschte Verhalten noch bestätigt wurde. Hab ich vor ein paar Tagen wieder erlebt. Das heißt nicht, dass positive Verstärkung grundsätzlich Mist ist. Sie muss eben
      nur zum genau richtigen Zeitpunkt erfolgen. Und genau das tut sie oft nicht. Wenn mich das Arbeiten mit Körpersprache, Körperkontakt (nein, ich tue meinem Hund nicht weh), körperliche Blockade und vorallem INTUITION zu einer Tierquälerin macht, dann ist das wohl so. Ich weiß dass ich einen souveränen, selbstbewussten und mittlerweile recht ausgeglichenen Hund habe der mir voll und ganz vertraut und ich ihm auch.

      • Ich hoffe, ich werde nicht als gespaltene Persönlichkeit wahrgenommen, deswegen ändere ich meinen Namen nun in „Tanja M.“

        Bitte schau dir doch mal die Hunde genauer an. Alleine dieses ständige Blick abwenden (auch bei ihren eigenen Hunden)… das ist schon vielsagend.

        Oh, meine Hunde dürfen sogar auf die Couch, WANN IMMER sie wollen. Es sei denn, ich will gerade DORT sitzen, wo sie sich niedergelassen haben. Gehe ich dort hin und will mich setzen, dann gehen sie. Das läuft ganz ohne Worte oder Gesten ab.

        Aber auch Strafe muss genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgen: ich verstehe also diese Argumentation nicht.

        Also, wenn dein Hund den Leinenimpuls (ich nehme an du meinst ein Zupfen…) noch wahrnimmt, dann ist das eine Situation, die du DEFINITIV ohne solch eine Einwirkung lösen könntest. Die Sinnhaftigkeit deines Unterfangens ist mir nicht ganz klar.
        Ich denke doch, das Leinenimpuls und Leinenruck deckungsgleich sein dürften. Wenn ich nur ein leichtes Zupfen bräuchte, kann man einen Hund auch nich verbal ansprechen. Verzeihung.
        Ich finde die Geste schon unwürdig.

        • Natürlich muss auch Strafe zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Aber wann hab ich etwas über Bestrafung gesagt? Und warum ich in seltenen Situationen ein Leinenzupfen anwende und meinen Hund nicht anspreche, kann man aus der Entfernung DEFINITIV nicht beurteilen. Dazu muss man die Situation und vor allem meinen Hund kennen. Und falls es Dich beruhigt, auch meine Hündin verlässt die Couch von allein wenn ich mich dort hinsetzen will:-) Ich habe nie behauptet, dass Hundeerziehung mit positiver Verstärkung grundsätzlich falsch oder schlecht ist. Dass ich diese Methode der Erziehung nicht als das non plus ultra erachte basiert einzig und allein auf Erfahrungswerten (nicht nur mit meinem eigenen Hund). Ich wende das an, was vor allem für meinen Hund am besten ist und ihm nicht schadet. Es gibt so viele Möglichkeiten. Dazu muss ich aber auch für andere Erziehungsmethoden offen sein. Gerade die letzten beiden Absätze des Artikels kann ich jedem nur ans Herz legen. Hier wird so viel über positive und negative Verstärkung und Bestrafung diskutiert und Hundeerziehung mit Kindererziehung verglichen.Ich würde gern mal wissen, wie unsere Hunde das sehen:-) Den Argumenten von Lucky Lausbub kann ich nur voll und ganz zustimmen. Deshalb halte ich mich ab sofort aus den „Diskussionen“ raus.

          • Strafe muss nicht nur zum richtigen Zeitpunkt erfolgen, sie muss IMMER erfolgend und das in der richtigen Härte. Deswegen glaube ich kaum, dass ein Zupfen irgendeine Korrektur sein kann, die man nicht durch Worte hinbekäme – wahrscheinlich sogar einfacher.

            Ich bin allen Erziehungsmethoden offen, die komplett auf positive Strafe verzichtet. Es ist nun einmal ein langer Weg dahin. „Leinenimpulse“ gehören für mich persönlich nicht dazu.

            (Negative Verstärkung wurde hier gar nicht angebracht… positiv in diesem Zusammenhang bedeutet nicht „supi“, es bedeutet „+“, also „hinzufügend“… und wenn ich das schon gar nicht weiß, wird es schwieig, sich vorzustellen, wie man ohne Leinenimpuls auskommen soll… ist auch meine Erfahrung. Ich habs einfach nicht kapiert und mich erwehrt…)

  27. Größtenteils entspricht der Text auch meinen Ansichten, wenn auch nicht 100%ig. Aber was ist schlimm daran, es darf sich doch schließlich jeder seine eigene Meinung bilden. :) Meinen Hund behandle ich mittlerweile rein intuitiv, nach vier Jahren haben wir einfach gelernt miteinander umzugehen.

    Wenn er den kopf senkt heißt es nicht immer „ich beschwichtige“ sondern es ist einfach situationsabhängig und wir wissen mittlerweile wofür es genau in diesem moment steht.
    das lässt sich natürlich auch in einem gewissen maß auf andere hunde übertragen, aber nun mal nicht wie eine bedienungsanleitung. eben so wie der eine mensch agressiv auf ein anstarren reagiert und ein anderer betreten wegschaut, wobei natürlich auch noch die laune, das alter, geschlecht, sozialer status und und und eine rolle spielen, sind auch hunde individuell.

    ich möchte mich in keine schublade stecken, denn ich bin ich und das ist gut so, deshalb verhalte ich mich auch so wie es für mich normal ist. warum sollte ich mir irgendwelche bewegungen, geräusche oder andere verhaltensweisen angewöhnen mit denen ich meinen hund nur verwirren würde (da er mich so nicht kennt) nur um in den augen einiger leute nicht als gewaltätiger psycho da zu stehen.

    ja mein hund wird auch mal angebrüllt wenn er trotz verbot sch… gefressen hat, oder eine katze jagt, oder einfach mal wieder irgendwelchen derben unsinn anstellt. aber scheinbar mag er mich trotzdem noch und ist auch bei allerbester gesundheit. natürlich habe ich ihn auch schonmal körperlich/körpersprachlich geblockt oder bestraft, aber nur wenn es meiner ansicht nach auch angemessen und notwendig war.

    mittlerweile ist mein kleiner zwar immer noch kein 100%er vorzeigehund, der wie ein roboter gehorcht und nichts mehr anstellt.
    aber mal ehrlich warum sollte ich das wollen. er ist ein eigenständiges wesen (und keine maschine mit bedienungsanleitung) das mit mir kommuniziert, wir mußten uns nur gegenseitig unsere sprachen und regeln beibringen. es gibt sicher noch die eine oder andere verständigungsschwierigkeit, aber immer noch keinen grund um jetzt mit klickern, superleckerlies, etc anzufangen.

    wenn es nach den wattebauschwerfern ginge müßte ich zu jedem gassigang einen bollerwagen voll mit wasserflaschen, (verschiedenen) leckerlies, decken, leinen, usw. mitschleppen wobei ich natürlich auch die absurdesten verreckungen machen müßte um dieses oder jenes darauf konditionierte kommando zu geben. um verwechslungen (wohlgemerkt, ich halte hunde nicht für so doof denn meiner ist es auch nicht) dürfte ich worte fein und nein nicht benutzen.
    wären wir danach wieder zu hause, hätte mein schlawiner 20 mal soviel mist gebaut wie sonst und wäre deshalb total voll gefressen, weil er ja letztendlich keine strafe sondern nur belohnung erhalten hätte, allerdings wäre er mit mir in keiner weise zufrieden, denn wieso sollte er sich der verantwortung bzw. aufsicht eines idioten unterstellen der ihm nicht mal klare grenzen aufzeigt.

    naja ich höre an dieser stelle mal auf, meine tastatur ist total verklebt (ausgelaufene cola :( ). ich hätte gerne mehr und auch zusammenhängender geschrieben, aber jeder tastendruck ist gerade eine qual und ich muß erstmal schauen wie ich das grade biegen kann.

    in dem sinne noch ein „sorry“ die tippfehler (meine interpunktion war auch schon vorher nicht die beste)

  28. Hallo, der Artikel trifft den Nagel fast auf den kopf, jeder zweifler sollte sich mal Hunde im Rudel ansehen, oder Wildhunde und ihr Sozialverhalten bevor wir anfangen zu Diskutieren. Dann wird dem einen oder anderen schon bewusst das da keiner Positiv mit Leckerli verstärkt einen Gesprächskreis bildet um gewünschtes Verhaltensweisen abzurufen.

    Es geht nicht um Gewalt sondern um klare Kommunikation.

    Gruss

    • S.o. Hunde bilden keine Rudel.

      Es stimmt, Hunde erziehen sich nicht mit Leckerlis. Aber da führt auch kein anderer den anderen an der Leine, fährt Bus und Bahn, geht zum Tierarzt, geht auf die Hundewiese mit Ball und managt Hudnebegegnungen. Auch füttert kein Hund einen anderen aus einem Napf/der Hand… usw.

  29. Ich finde den Artikel sehr gut. Ich finde dort viel von meinen Ansichten über Hundeerziehung und Hundeverstand wieder. Ich habe seit vielen Jahren Rudelhaltung und immer wieder Problemhunde bei mir aufgenommen, die dann bei mir bleiben, sie sind Rettungshunde geworden, sie sind Schutzhunde geworden sie sind Spürhunde geworden. Womit sich ganz viele Probleme der Hundehalter fast wie von alleine lösen lassen ist, dem Hund ein artgerechtes Leben zu ermöglichen mit Bewegung und Auslastung durch das Finden einer individuellen Aufgabe. Habe ich z.B. einen Jagdhund und wohne in einer Etagenwohnung und mein Hund nimmt mir die Bude auseinander dann habe ich keinen Problemhund sondern einen Hund, der nicht seiner Art entsprechend ausgelastet ist. Also, ein Hundetrainer zur Problembehandlung eigentlich überflüssig. Es ist wichtig, den Hund immer individuell zu sehen und nicht seine eigenen Bedürfnisse und Selbstdarstellung in den Vordergrund zu rücken.
    Und das bitte alles:
    Zum Wohl des Tieres !

    • Ich habe Jagdhunde und lebe in einer Wohnung, ich verstehe den Zusammenhang nicht. Im einem Palast sind die Hunde nicht mehr ausgelastet oder sinnvoll beschäftigt.

  30. Perfekt!

    Vielen Dank. Gerade der Teil mit der Aggression spricht mir aus der Seele…denn man wird als Frau mit „anderen“ Ansichten dazu wirklich komisch angeschaut.

    • Gott sei Dank darf man als Frau ja auch eine andere Meinung haben. Vielen Dank für das Lob.

  31. Danke! Spricht mir aus dem Herzen. Bin die ganzen unsachlichen Diskussionen und Thesen die sich mit einem pseudowissenschaftlichen Mäntelchen verbrämen so leid,wäre froh wenn endlich mal zu einer sachlichen Auseinandersetzung gefunden würde und vor allem zu mehr Toleranz. Der fanatische Eifer und Absolutismusmus mancher Menschen lässt mich nur schaudern und erweckt sehr ungute Assoziationen…

    • Leider sieht man in den Kommentaren ja, dass von Toleranz viele Leute noch nichts gehört haben. Der Fanatismus macht mir Angst-nicht umsonst habe ich den Mund aufgemacht.

  32. Hallo,

    schön geschriebener Artikel. Ich habe trotzdem Kritik: Sie versuchen, sachlich zu argumentieren. Ist es dabei wirklich notwendig, den Begriff „Wattebäuschchenwerfer“ zu verwenden? Er dient meiner Meinung nach nur dazu, zu provozieren und Leuten zu suggerieren, dass Trainer mit positiver Verstärkung nicht konsequent sind und keine Regeln aufstellen.

    Sie schreiben, die Erkenntnisse der Konditionierung sind 50 oder 100 Jahre alt – sind sie deswegen weniger gültig? Haben Sie ein Verfallsdatum?

    Sie argumentieren, dass Studien sich widersprechen können und schreiben später:
    „Oder man denke an die Studie, bei der man heraus gefunden hat, dass ein Hund, der über Teletak und Stachelhalsband ein Abbruchsignal lernt, weniger Stress hat, als ein Hund der es nur positiv aufgebaut bekommen hat.“
    Mal ganz davon abgesehen, dass die Benutzung eines Teletak in Deutschland verboten ist, wer sagt denn, dass gerade diese Studie korrekt ist?

    Weiter unten driftet Ihr Artikel zusehends in die Polemik ab:
    „Und ja – da wird sich auf den Boden gesetzt und dem Hund Käsewürfel und Hühnerherzen entgegen gestreckt, um zu schauen was der Hund besser findet.“
    Ist es denn nicht sinnvoll zu wissen, womit ich in einer bestimmten Situation meinen Hund motivieren kann? Und nein, es sind nicht immer Leckerchen …

    „Es wird ein Ruckdämpfer in die Leine gemacht, wenn der Hund zieht oder ruckartig in die Leine springt. Natürlich trägt der Hund ein Geschirr – nicht dass der Hals von ihm beschädigt wird. Dass dabei eventuell ein Mensch hinterher fliegt, der sich mal eben ein paar Knochen brechen kann, wird wieder gekonnt ignoriert.“
    Hier suggerieren Sie, dass alle diese Hunde nicht leinenführig sind, ziehen und deshalb Ruckdämpfer und Geschirr benötigt werden. Machen Sie eine Schleppleine am Halsband fest? Ein Kunde mit einem Rückenleiden und einem noch nicht leinenführigen, Hund ist sicherlich sehr dankbar über einen Ruckdämfer …

    „Jegliche Eingriffe beim Hund werden angekündigt. Ob es nun ein Richtungswechsel ist, ein Anleinen, ein Hochheben, ein Festhalten und so weiter. Nicht, dass der Hund sich noch erschreckt oder auch nur eine negative Empfindung hat! Dem Hund wird letzten Endes der rote Teppich ausgerollt. Anscheinend ist er der bessere Mensch.“
    Niemand kündigt immer alles an. Aber warum soll ich meinen Hund, der gerade sehr abgelenkt ist, weil er gerade die Nachrichten aus der Nachbarschaft liest, nicht per Ankündigung darauf hinweisen, dass ich abbiegen werde. So hat er wenigstens die Chance, den Richtungswechsel zu bemerken.

    „Schon ein lautes „Nein“ ist verpönt, da man dann mit Schreckreizen arbeitet und der Hund nur aus Angst vor Strafe hört. Stattdessen wird mit der intermediären Brücke gearbeitet. Letzten Endes kann man sich vorstellen, wie jemand im Wald steht und den Hund ruft. Bequemt sich der Hund irgendwann mal dazu, sich zum Menschen zu bewegen, wird das mit einem „lalalalalala“ kommentiert um beim Menschen die Belohnung zu bekommen. Dreht der Hund auf halbem Weg um, weil er grade etwas Besseres findet, folgt natürlich keine Konsequenz. Höchstens die Konsequenz, dass der Hund das nächste Mal nicht abgeleint wird.“
    Was hat denn ein Abbruchsignal mit einer intermediären Brücke zu tun? Ein Abbruchsignal muss nicht zwangsläufig aversiv trainiert werden. Einem Hund mit einer IB durch eine, vielleicht zu schwierig gestaltete, Übung zu helfen, kann durchaus hilfreich sein. Was tun Sie denn, wenn sich Ihr Hund, aus welchen Gründen auch immer, entschließt, den Rückruf nicht zu beachten?

    „Das Ganze klingt wahrlich abstrus, aber ist genau die Realität. Die Grenzen dieser Form der Erziehung werden sehr schnell klar. Sobald der Hund etwas Besseres findet als die Hühnerherzen beim Menschen, wird er sich dem zuwenden. Hasen jagen ist für die meisten Jagdhunde einfach besser als das Futter beim Menschen. Und wenn sie es tun, haben sie ja auch keine negativen Konsequenzen zu erwarten. WARUM sollte der Hund also NICHT seinen Interessen nachgehen?“
    Richtig trainiert, wird der Hund nicht abwägen. Dieselbe Gefahr bestünde allerdings auch bei aversiven oder irgendwelchen anderen Methoden.

    „Letzten Endes wird der Hund auf eine Reiz-Reaktions-Maschine degradiert. Der Hund zeigt Verhalten A, wird belohnt und führt daraufhin Verhalten A häufiger aus. Das ist der Grundsatz, auf den sich konzentriert wird.“
    Richtig, so funktioniert Lernen! Anders formuliert heißt das: Verhalten A lohnt sich, mach‘ ich öfter. Verhalten B lohnt sich nicht, mach‘ ich seltener. Das passiert ständig, überall, auch ohne unser Zutun.

    „Meistens wird der Weg einer systematischen Desensibilisierung gegangen. Damit der Hund ein positives Gefühl bei agressionsauslösenden Reizen, wie fremden Hunde bekommt, wird er in einem ansprechbaren Abstand gehalten und der andere Hund wird nun schön geklickert. Klappt theoretisch ganz wunderbar, wenn die Praxis sich nur an die Theorie halten würde. Oft hat man Situationen, denen man gar nicht aus dem Weg gehen kann.“
    Mh, sorry, aber schlichtweg falsch. Sie beschreiben die Gegenkonditionierung. Bei Aggressionen/Unsicherheiten wird oft mit Umkonditionierung in Verbindung mit Gegenkonditionierung gearbeitet. Ansätze eines solchen Trainings haben Sie sogar verlinkt, die Übungen, die dort genannt werden, sind nichts anderes, als ein Alternativverhalten abzuverlangen …

    „Oft kommt an dieser Stelle das Argument, man könne auch in ein negatives Verhalten wie die Aggression „rein klickern“ und der Hund würde sie so positiv erleben. Dabei wird aber ein ganz entscheidender Punkt übersehen: Wer sagt, dass der Hund Aggressionen wirklich als negativ erlebt?“
    Sagt das jemand? Ein angstaggressiver Hund empfindet die Angst als negativ, die Aggression aber wahrscheinlich als positiv, weil danach meist Erleichterung einsetzt – das bedrohliche Objekt entfernt sich. Tatsächlich lässt sich unter Umständen in eine solche Situation erfolgreich rein klickern, weil damit der Hund eine Alternative hat, nämlich das Abwenden vom Objekt, auch wenn der Auslöser dafür der Klicker war.

    „Aufgrund des schrittweisen Trainings und der Gefahr der „Fehl-Prägungen“ wird in stark kontrollierten Situationen trainiert. Der Hund entscheidet de fakto nichts mehr selbst. Eine Auseinandersetzung des Hundes mit einer für ihn unangenehmen Situation wird auch gar nicht gewünscht. Wie der Hund dann sich noch selbst entwickeln soll und ein stabiles Selbstbewusstsein entwickeln soll, damit er in für ihn unvorhergesehenen Situationen nicht völlig aus der Bahn geworfen wird, ist fraglich.“
    Man trainiert immer auf dem Niveau, auf dem der Hund noch arbeiten kann – machen Sie das anders? Schon mal versucht, unter richtig viel Stress zu lernen? Der Hund wird beispielsweise für Alternativverhalten, welches weniger problematisch ist, bestärkt. Natürlich setzt der Hund dabei sich auch mit der Situation auseinander. Wie soll denn ein Hund, der stattdessen beispielsweise bei Fehlverhalten ständig unterbrochen wird, ein stabiles Selbstbewusstsein entwickeln? Wo soll er denn mit seiner Angst hin?

    „Wenn schon ein Leinenimpuls Gewalt ist, muss ich ein gewalttätiger Mensch sein. Dabei setze ich diesen gar nicht ein, um dem Hund willkürlich Schaden zuzufügen. Ich nutze diesen, um ihn durch ein „Zuppeln“ wieder aufmerksam zu bekommen. Nur weil ich jemanden auf die Schulter tippe, bin ich ja auch noch lange nicht gewalttätig.“
    Wenn ich gerade in irgendetwas vertieft bin und jemand tippt mir dauernd auf die Schulter, reagiere ich ziemlich gereizt oder ich ignoriere ihn, weil ich wirklich abwesend bin. Er muss also stärker „Zuppeln“. Wann fängt denn dann die Gewalt bzw. Strafe beim Leinenruck an? 5kg? 10? 20? Wie viel ist noch in Ordnung? Wäre es nicht sinnvoller, es gleich ganz zu lassen? Ein gut trainiertes Aufmerksamkeitssignal erfüllt den gleichen Zweck.

    Ich stimme völlig mit Ihnen überein, dass Beleidigungen, Drohungen oder Sonstiges in Diskussionen nichts verloren haben! Übrigens auf beiden Seiten …

    „Zumal ich mich doch öfter frage, was für ein Übermensch man sein muss, um immer nur positiv mit seinem Hund zu arbeiten.“
    Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, ein Übermensch zu sein, aber warum sollte sich nicht jeder bemühen, seinen Umgang mit Hunden möglichst positiv zu gestalten? Ich schaffe es auch nicht immer, ärgere mich jedes einzelne Mal, an dem ich es nicht schaffe, positiv zu trainieren oder zu reagieren und suche nach Möglichkeiten, es besser zu machen.
    Und um nochmal auf die Ursache dieses Artikels zurück zu kommen: ich habe kein Problem mit Frau Nowak, ich habe aber eines damit, dass im Bildungsfernsehen Trainer eine Plattform bekommen, die falsche Aussagen treffen („Ich konditioniere nicht“), Hunden „Stüber“ als Bissersatz, weil sie nicht richtig reagieren, verpassen und ständig zu unterbrechen, aber keine Alternativen zu bieten. Stichwort erlernte Hilflosigkeit. Solche Sachen werden nun mal von anderen Menschen nachgemacht. Natürlich können Menschen auch positive Verstärkung falsch zu Hause nachmachen, aber die Gefahren sind doch weit geringer. Ein in die Enge getriebener, immer weiter bedrängter Hund wird irgendwann reagieren.

    Übrigens bestreite ich nicht, dass Strafe ein sehr wirksames Erziehungsmittel ist. Es ist lediglich so, dass sie ungleich schwieriger korrekt einzusetzen ist: Sie muss immer sofort beim Fehlverhalten ausgeführt werden, muss so intensiv sein, dass das Verhalten sofort unterbrochen wird und selbst dann ist nicht sicher, dass sie mit dem Fehlverhalten verknüpft wird. Ist sie nicht stark genug, oder wird nicht ausnahmslos jedes Fehlverhalten bestraft, stumpft der Hund ab, oder lernt, es heimlich zu machen.

    “ Der Weg der positiven Verstärkung hat Grenzen. Dies wird nur niemals öffentlich gesagt.“ Was sind die Grenzen? Sind die von den Fähigkeiten der jeweiligen Trainer abhängig, oder allgemein gültig? Meiner Meinung nach haben nicht positive Methoden deutlich mehr Grenzen, weil mehr Gefahren damit verbunden sind.

    R. Groth

    • Vor allem… diese Studie wurde hier falsch wiedergegeben. Ich kenne sie (und würde sie auch verlinken, wenn ich das dürfte… geht hier aber nicht. Ich kann sie dir auf FB schicken, Tanja Marion bin ich – findets mich ja eh in der Diskusion).
      Und dort wurden Abbruchsignale durch NEGATIVE STRAFE mit positiver Strafe wie Stachler und Teletakt miteinander verglichen.
      Dass die positive STrafe in solchen Situationen schneller und damit stresfreier wirkt, ist geradezu selbsterklärend. Es wurde eben NICHT positive Strafe und positive Verstärkung miteinander verglichen.

      • Kleine Anmerkung:
        Eine Dissertation ist eine Arbeit zum erlangen eines Docktorgrades. In der Regel handelt es sich hierbei um wissenschaftliche Arbeiten, Studien etc.
        Derartige Arbeiten werden in der Wissenschaft sehr häufig herangezogen, eben weil es wissenschaftliche Arbeiten sind.
        In wie fern sie jetzt „nur“ sein soll, erschließt sich mir daher nicht. Im Tiermedizinnischen Bereich haben derartige Arbeiten einen hohen Stellenwert. Vorausgesetzt natürlich das Methodik resp die Arbeit stimmig ist….

        Eine weitere Anmerkung:
        „negative Bestrafung“ Das Wort Strafe steht für nichts anderes als eine Sanktion. Eine Handlung die aufgrund eines falschen Verhalten, Handlung, Denken etc. erfolgt. Negativ + Bestrafung, soll vermutlich implizieren das es auch eine positive Bestrafung gibt. Es ist aber nichts anderes wie der weiße Schimmel.

        Strafe resp eine Sanktion ist perse negativ.

        • (Es ist schon schön, wenn du mich auf Begrifflickeiten hinweisen willst, ich nehme dies gerne zu Kenntnis und ziehe meinen Kommentar zurück. Allerdings finde ich es schon etwas merkwürdig, selbst die Begrifflichkeiten, die man nicht kennt, etwas eigenwillig zu erklären…)

          Diese Dissertation beruht auf 42 Hunden, die verglichen werden, zwei Quadranten der operanten Konditionierung werden dabei gar nicht berücksichtigt. Ich würde das nicht als „Studie“ mit großer Aussagekraft betiteln wollen. Besonders weil im obgigen Artikel damit argumentiert wurde, obwohl der Inhalt falsch und ungenau wiedergegeben wurde. Die Kritik ist ja an der „reinen positiven Bestärkung“…

          Nein, in der „wissenschaftlichen Arbeit“ wird sogar die Definition gelich mitgegeben, aber du kannst gerne „operante Konditionierung“ googlen.

          „Negativ“ heißt hier nicht „schlecht“, weswegen ich eigentlich „sustraktive Bestrafung“ als Begriff vorziehe. Allerdings nutze ich den Wortlaut, der in der jeweiligen Dikussion benutzt wird.

          Ich kopiere meinen obigen Kommentar:

          2. Juni 2013 um 18:55

          Also, um uns alle auf den gleichen Stand zu bringen.
          Operante Konditionierung beseht aus

          positiver/additiver Bestärkung = etwas Angenehmes wird hinzugefügt

          negativer/substraktiver Bestärkung = etwas Unangenehmes wird weggenommen

          (Bestärkung bewirkt, dass Verhalten ÖFTER gezeigt wird)

          positiver/additiver Bestrafung = etwas Unangehmes wird hinzugefügt

          negativer/substraktiver Bestrafung = etwas Angenehmes wird weggenommen

          (Strafe bewirt, dass Verhalten SELTENER gezeigt wird)

          • Danke, dass du das positive und negative bei Verstärkern, Belohnung/Bestrafung erklärt hast, sonst hätte ich es schreiben müssen.

            zum Ausgangsartikel:
            sehr gut geschrieben, vieles vollkommen richtig aus meiner Sicht.
            zu Udo Gansloßer, es ist egal ob er Hunde hatte oder nicht, seine Aussagen fußen aus der biologischen Sicht. ABER was ihm anzukreiden ist: nur mit ansehen von einem oder mehrerer Videos die Schlussfolgerung zu ziehen, dass Schutzhunde grundsätzlich Beißmaschinen sind, dass durch die Schutzarbeit die Beißhemmung des Hundes gelöscht wird, ist schlichtweg falsch und einem so hervorragenden Wissenschaftler wie Udo Gansloßer nicht würdig.

            Bei Ja oder Nein zu Strafe geht das für mich etwas an der Aufgabe und vor allem am Grundartikel vorbei.
            Es geht nicht darum unbedingt mit positiver Strafe zu arbeiten, und dann noch über die Intensität zu diskutieren, es geht viel mehr darum, dass es um Konsequenz, Berechenbarkeit des Menschen gegenüber dem Hunde und Fairness geht.
            Konsequenz: Einmal nein ist nein, einmal ja ist ja. Ein Hund kann mit Schwarz/Weiß umgehen aber nie mit Graustufen, er kann mit ja oder nein umgehen, aber das Wort vielleicht fehlt in seinem Repertoir.
            Berechenbarkeit: Mimik, Körpersprache, Stimme und Körperkontakt, all das ist die Grundlage für eine funktionierende Kommunikation mit dem Hunde. Wenn der HF es aber nicht schafft seine Befindlichkeiten auf die Seite zu stellen wird vieles nicht funktionieren. Wenn die Stimme klingt: das ist falsch, aber die Worte fein/super sagen, was wird der Hund dann wohl eher aufnehmen? Ja genau, die Stimme und nicht die Worte= egal was manche Leute tun, wie viel Leckerlies sie mit Worten in den Hund hineinstopfen, wenn die wirklich wichtigen Kommunikationsbereiche etwas anderes sagen, dann gibt es Konfliktpotenzial.
            Fairness: Wenn Bestrafung eingesetzt wird, dann muss sie enden wenn das Ziel erreicht ist. Der Mensch muss sich im Klaren sein, in der Mensch Hund Kommunikation darf es kein „angefressen“ und „ich bin dir jetzt einen Tag bös“ geben

            Zu allerletzt: was bedeutet denn positive Strafe für den Hund, wo beginnt diese und wo geht sie in Tierquälerei über?
            Positive Strafe = hinzufügen von Unangenehmen = ein Korrekturwort wie zb. : hey, lass das, stopp etc. bei dem der Hund weiß, uups das war jetzt nicht so gescheit, ist das für manche schon schwere Gewalt, für andere, wie mich, eine Notwendigkeit.
            Grundsätzlich sollten wir uns überlegen: Aversiv kann auch bedeuten, dass jedes ein Einmischen in den natürlichen Bewegungswillen des Hundes, in seinen Forscherdrang, etc. ja schon als aversiv zu bezeichnen ist. Denn aversiver Reiz ist nicht mit körperlicher Strafe gleichzusetzen, sondern bedeutet, dass eine Vermeidungsreaktion ausgelöst wird. Und genau das wollen wir ja wenn wir unseren Hund hindern wollen den Kot anderer Tiere zu fressen oder Nachbars Katze oder Hund durch den Wad zu jagen.

            Für mich ist Hundeausbildung nur mit beiden Seiten der Medaille zu verwirklichen. Denn genau das deckt das Spektrum ab, welches der Hund in sich definiert hat, womit er umgehen kann. Über die Mittel und die Intensität muss ich jeder selbst ein Bild machen, den bei einem Hund ist ein „Lass das“ wie ein Donnerschlag und beim Anderen wie das kitzeln einer Fliege.
            Lg Mario

        • Das Wörtchen „negativ“ ist in dem Fall nicht wertend als „schlecht“ gemeint, sondern so, dass etwas angenehmes weggenommen wird, während bei positiver Strafe etwas unangenehmes hinzugefügt wird.
          Strafe ist so oder so unangenehm, aber für einige Leute in der Hundeerziehung ist wenn überhaupt dann nur negative Strafe (z.B. in Form von Ignorieren oder dem Vorenthalten von etwas Gutem) „zulässig“. Positive Strafe (z.B. Schreckreize in jeglicher Form, nicht positiv aufgebautes „Nein“, aber auch Schmerz) wird aus moralischen Gründen nicht akzeptiert. Diejenigen, die positive Strafe, aber auch negative Verstärkung (das Wegnehmen von etwas unangenehmem, beispielsweise Druck, wenn etwas richtig gemacht wird) werden mittlerweile als „Hängengebliebene“ bezeichnet, da die Methoden als überaltet angesehen werden..

    • SUPER KOMMENTAR!!!! Danke! Sehr fundiert und vor allem fachlich korrekt. Dagegen wird richtig schön deutlich, wie der ursprüngliche Artikel fachlich und argumentativ hinkt.

    • Danke R.Groth und auch danke an die Erstellerin des Artikels – mir geht an vielen Stellen die objektive Diskussion ab (auf beiden Seiten).
      Was die Grenzen angeht – die sehe ich nicht bei einer generell positiven Arbeit, teilweise aber schon bei der positiven Verstärkung. Auch als positiv arbeitender HH ershape ich nicht alles und es gibt nunmal selbstbelohnendes Verhalten beim Hund, bei dem ich nicht darauf warte, dass es ihm selbst zu blöd wird. Und ich sehe da bei manchen Hunden sehr wohl die Gefahr, sich Ketten aufzubauen, ohne dass man es möchte (kläffen gehen, um Gutzi zu bekommen ;) – obwohl es auch Hunde gibt, die eben gar nicht soweit denken, dass sie solche Ketten aufbauen, bei denen reicht die Gutzimethode mitunter). Ich kann einen Hund dennoch ruhig und gewaltfrei aus so einer Situation rausholen, wenn eine solche Managementmaßnahme notwendig werden sollte. Diese Maßnahmen sind nicht für jeden Hund, Halter und Situationen gleich passend. Einmischungen in nicht gewalttätige Rekationen finde ich generell eher entbehrlich.

      Was die Nicht-Vollendung eines Trainingsvorganges betrifft, sehe ich die Gefahr bei negativen Reizen ebenso gegeben wie bei positiven. Ich sehe darin sogar einen großen Teil der Schuld der vielen „unerzogenen“ Hunde heutzutage. HH beginnt mit Methode eins, weil die nicht sofort funktioniert wird Trainer 2 /Foren A,B und C/Fernsehen und FB befragt. Dort hört man dann noch (mind.) 5 Methoden, die man je zwei Tage testet, bis man zu dem Schluss kommt, dass der eigene Hund halt leider wirklich nicht erziehbar ist. Natürlich ticken Hunde unterschiedlich (ebenso wie ihre Menschen), aber tw. wird einfach zu schnell aufgegeben (oft durch ganz schlaue Ratgeber, die einem sofort sagen „eh klar, dass das so nicht funktioniert“ ;) ).

      Kein Mensch mit Verstand hat prinzipiell etwas gegen ein aufgebautes Nein, wenn dem das Abrufen eines Alternativverhaltens folgt.

      „Eine Auseinandersetzung des Hundes mit einer für ihn unangenehmen Situation wird auch gar nicht gewünscht.“
      Doch. Natürlich. Ich kann auch kein Mandarin lernen, wenn ich nie ein Buch in die Hand nehme, nach China fahre oder mich sonst wie damit beschäftige. Wo genau ist dieser Anspruch her? Ich werde aber eben mit wichtigen Grundlagen beginnen: dem Grüßen, Grundvokabular etc. und nicht gleich ein historisches Schriftwerk betrachten, das sämtliche Schriftzeichen beinhaltet.

      Sehr interessiert hätte mich hier eine Beschreibung der Konsequenzen, die in verschiedenen Situationen passend wären.

      Aber ganz generell zeigt mir dieser Artikel eines: Hundetraining wird immer mehr zur Wortklau(b)erei. Nein, ich hab keinen Heiligenschein, aber ich stehe dazu, dass ich einem „positiven Leitmotiv“ folge, den Hund manche Dinge selbst rausfinden lasse, andere selbst entscheide, mal mehr, mal weniger Hilfe anbiete und es mir wichtig ist, dass Schäden an Hund(en) UND Mensch(en) vermieden werden.
      Denn ja, Aggression verschafft hin und wieder Erleichterung – dennoch lass ich meinen Hund keinen Hund mobben oder „Gefahren“ beißen und meinen eventuellen Frust reagier ich mir beim Sport ab (ohne Hund).
      Dazu muss ich sagen, dass ich nicht seit Beginn meines Hundetrainings in „positiv arbeitendem“ Umfeld war und bei meiner letzten Hündin selbst den einen oder anderen Unsinn verzapft habe, weil mir hilflose Trainer erklärt hatten, ich hätte ein selten dominantes Vieh an der Leine. Ich habe aber auch schon Trainer abgehakt, die mir erklärten, wenn man einen aggressiven Hund habe, müsse man nur das Umfeld dazu bringen ihn anzugähnen oder sonstwie zu beschwichtigen. Das halte ich für ebenso realitätsfremd wie „artnahes“ Alphawurfgehabe (das am Nacken Geschüttle habe ich Gott sei dank schon lange nicht mehr gesehen…).

    • Sehe ich genauso mit Frau Nowak!
      Wenn der Sender sagt, dass es gewaltfreie Erziehung ist und solche Aussagen der Befragten währrend der Sendung ebenfalls gezeigt werden, hat dies nichts mit einer korrekten Informaionsgabe zu tun, wofür schließlich jeder GEZ zahlen darf.

      Nichts gegen GEZ! Ich bin aber für korrekte Informationsgabe.
      Das, was Frau Nowak macht ist nicht gewaltfrei!
      Das, was Frau Nowak macht ist aber besser als manch andere Erziehungsmethoden.
      Es ist aber nicht gewaltfrei und wird als solches beim ZDF verkauft.

      Dagegen darf man schonmal eine Petition unterschreiben, oder?

      Zum Schluss:
      Danke für den Kommentar in voller Gänze, R. Groth!

      LG, M. Pötschke.

    • Bei all den Kommentaren gegen den Artikel hatte ich immer den Verdacht, dass sehr selektiv gelesen wird. Hier ist der Beweis. Das Studienbeispiel mit Teletakt und Stachelwürger wird genannt, weil die Autorin daran zeigen will, dass es sogar ihr (als nicht rein pos. Verstärker) nicht schwer fällt Argumente für die mögliche Fehler- oder Lückenhaftigkeit der Studie zu finden UND sich deshlb wundert warum solche Studien verschwiegen werden anstatt mit einfachen Argumenten dagegen zu sprechen. Und das Argument, das ist verboten, darüber muss man nicht sprechen – bitte mal kurz nachdenken, eine differenzierte Diskussion/Studie hat einem Thema noch nie geschadet.

    • Wattebäuschchenwerfer ist ein Stilmittel. Eine Wortneuschöpfung mit der aber viele in der Hundeszene etwas anfangen können. Wie hätte ich das sonst treffend ausdrücken sollen, bei dem worum es mir geht?

      Natürlich gilt die Konditionierung immer noch. Es geht um den Begriff der „neusten wissenschaftlichen Forschung“. Und das ist eben nicht die neuste Forschung, sondern alte Forschung.

      Lernen ist nicht gleich Konditionierung! Hier sieht man leider wie sehr diese Methodik bereits um sich greift. Es gibt viel mehr Theorien zum Lernen-zu sagen, dass Konditionierung Lernen bedeutet ist falsch. Es ist eine mögliche Sichtweise (!) auf das Konstrukt des Lernens. Leider schauen viele Leute nicht mehr nach links und rechts, sondern beschränken sich auf diese eine Sichtweise. Ich rate sich mal mit der Kritik am Behaviorismus auseinanderzusetzen.

      Das Thema „Umkonditionierung“ etc. ist ein Kunstgriff aus der hündischen Szene. In der Humanpsychologie findet man dies so nicht. Die Systematische Desensibilisierung sind die Grundsteine auf die das Training aufbaut. Wie man es nun mit Wörtern schmückt, ist doch egal.

      Wie kommt man auf den Trichter, dass ein aggressiver Hund aus Angst reagiert? Natürlich ist die Angst nicht positiv für den Hund-was aber, wenn er nicht aus Angst reagiert? Hier bitte ich meinen Artikel noch einmal richtig und gründlich zu lesen.

      Auch bei dem Punkt des „Trainings-Niveaus“ bitte ich den Artikel noch einmal richtig zu lesen. Hier fehlt mir leider das Leseverständnis. Niemals habe ich gesagt, dass der Hund in enormen Stresspegel noch etwas lernen kann. Mir geht es darum, dass die Hunde nichts mehr frei entscheiden dürfen und über alles das „Helikopter-Frauchen“ schwebt, das sämtliche Situationen und sämtliches Verhalten kontrolliert. Ich lasse meine Hunde gerne Hund sein und sie dürfen auch ihre eigenen Erfahrungen machen. Ich bevorzuge einen freien Entwicklungsraum für meine Hunde. Natürlich geschieht dies in Grenzen, aber innerhalb dieser Grenzen dürfen sie auch sich selbst entfalten. Nehme ich meinen Hunden alles ab, bin ich in einer neuen erlernten Hilfslosigkeit (nicht zu verwechseln mit der wissenschaftlichen Nutzung des Begriffes). Ich möchte dass meine Hunde stark in ihrer Persönlichkeit sind. Wo es nötig ist, helfe ich. Da wo es nicht nötig ist, halte ich mich raus. Ich habe Charakterhunde-und den dürfen sie gerne behalten.

      Zum Leinenzuppeln: Nein die Intensität wird nicht stärker. Ich besitze starke „Augenhunde“ die sich gerne fest saugen was aufgrund ihrer Rasse bereits selbst belohnend ist. Das Zuppeln ist harmlos und nur ein „nerven“ verbunden mit einem „Hallo-auch noch da?“-Hund schaut mich an a la „Wat?Wer bist du denn?“ Und alles ist paletti. Ich lobe und wir gehen weiter. An dieser Stelle fehlt mir wieder das Leseverständnis-niemals habe ich gesagt dass ich die Hunde durch die Gegend „rucke“. Es geht darum, dass bei einer bestimmten Richtung der Hundeerziehung das bereits Gewalt ist. Und das ist einfach völliger Unsinn. Ich zuppel nicht in allen Situationen an der Leine. Es beschränkt sich auf sehr wenige Situationen die ich bereits mit entsprechendem Verhalten aufgebaut habe. Natürlich wäre es anders auch möglich-das bestreite ich nicht. Nur was ist an meiner Zuppelei nun so schlimm?

      Die Ursache des Artikels ist NICHT die Nowak! Diese haarsträubenden Verweise verbitte ich mir. Es ist unmöglich was da plötzlich hinein interpretiert wird. Die Ausstrahlung der ersten Folge, die Petition und mein Artikel sind zufällig zusammen erschienen. Ich saß an meinem Artikel mehrere Monate-da war von der Nowak noch nichts zu sehen. Anstatt zu interpretieren, wünsche ich mir, dass mein Artikel wertfrei gelesen wird.

      Wo wir bei der falsch eingesetzten Strafe sind: Positive Verstärkung kann genauso desolat sein je nach Hund und je nachdem was ich da mache. Wenn man es falsch macht, hat man womöglich ein dickes Problem an der Leine. Hierfür rate ich zu einem guten Trainer, wenn man es selber nicht hinbekommt (was übrigens keine Schande ist). Die Grenzen der positiven Verstärkung wurden bereits wissenschaftlich erwiesen. Grenzen sind also da-anstatt diese zu thematisieren, wird das völlig negiert. Und wenn bei einem Hund das Training nicht anspricht wird er herum gereicht oder er bekommt die Spritze. DAS ist für mich ein No Go-und da sind mir die Diskussionen drum herum völlig egal.

  33. Finde den Artikel sehr gut.Innhaltlich richtig und auf den Punkt gebracht LG Günther

  34. Dann packt die Stachelhalsbänder und Stromhalsbänder wieder aus, werft euren Hunden scheppernde Dinge hinterher und zerrt sie von A nach B, weil sie nicht brav neben euch herlaufen wollen, aber bitte wundert euch nicht, wenn sie euch, eure Kinder oder Fremde irgendwann mit den Zähnen begrüßen… Willkommen zurück im Mittelalter der Hunde-„Erziehung“!

    Gerade die Vergleiche mit Wölfen, die ihre Jungen großziehen, die ich hier in den Kommentaren lese, sind lächerlich. Wir sprechen hier nicht von Wölfen, sondern von Hunden – dazwischen liegen mittlerweile Welten!
    Wer sich für wirkliche Hundeerziehung auf Hundeart interessiert, dem empfehle ich das Buch „Wanja und die wilden Hunde: Mein Leben in fünf Jahreszeiten“ von Maike Maja Nowak. Aber nicht traurig sein liebe Artikelschreiber, denn Unterdrückung und massive Strafen wird man da nicht finden!

    • Liebe Mandy,

      wenn du den Artikel aufmerksam gelesen hättest, dann wüsstest du, dass Nina weder Stachelhalsbänder noch Teletak gut findet, geschweige denn anwenden würde. Des Weiteren lehnen wir hier im Magazin solch eine Anwendung vollkommen ab.

      Allerdings dein Hinweis mit Maja Nowak lässt mich jetzt wirlich schmunzeln. Denn gerade wegen der Ausstrahlung ihrer TV-Serie läuft eine Petition, dass diese sofort wieder abgeschafft wird, weil sie angeblich Tierquälerei betreibt.

      LG Melanie

    • Also… Frau Nowak ist sicherlich kein Aushängeschild der gewaltfreien Erziehung. Das beweist sie im Fernsehen. Sie kanns gern behaupten…

      Übrigesn sind wilde Wolfseltern ganz fanatstische Eltern. BEIDE. Liebevoll und alles andere als zurechtweisend.

      Und ja, ich mus sagen. Auch wenn mir der Artikel nicht gefällt, ich erkenne eindeutig die Tendenz zum „gesunden“ Mittelweg. Auch wenn es inhaltliche Fehler geben mag. Hier wird keinesfalls Werbung für Starkzwang gemacht. Allerdings wird Gewalt ein bisschen verharmlost, meiner Meinung nach.

      • Ganz Genau!

        Ich finde genau dieses Thema Gewalt ansich sehr faszinierend und anspruchsvoll.
        Wo ensteht Gewalt? Was ist Gewalt?

        Ist Gewalt ansich schlecht? Was wäre denn aber mit Naturgewalten? Und sind Tiere nicht näher der Natur verbunden als wir Menschen es vielleicht je sein könnten?

        Prinzipiell leg ich jegliche Gewalt ab. Schön und Gut, kann ich sagen, bin ich nun aber ein Gewaltfreier Mensch?

        Ist Gewalt nicht die Auslösung von Bewegung = Masse? Nun mal rein Physikalisch gesehen. (Stimmt villeicht nicht so ganz)
        Kann ich den Gewaltfrei sein? Ist ja schon gewaltig ansich zu behaupten alles geht ohne Gewalt.

        Berge sind gewaltig. Flüsse sind gewaltig und die ganze Natur besteht fast nur aus Gewalt. Sei es ein winziges kleines Samenkorn das durch den Asphalt dringt und gewaltige Risse verursacht. Oder sei es die Ameise die in Kolonien riesige Berge von Nadeln versetzt.

        Bin ich nun gewaltfrei, wenn ich sage ich lehne Gewalt prinzipiell ab?

        Beispiel:
        Hund zieht ständig an der Leine! Beim ersten mal sagt man Nein (zum besten geben sich noch die, die nun in Menschensprache versuchen dem Hund klar zumachen, das sie das nicht wollen, noch besser sie gehen mit Hund und lassen sich quer feld ein führen.) ok, Hund zieht immernoch. Doch nach dem Nein kommt nix. Also was soll Hund dann lernen? Jedesmal wenn ich nein sage ruft mich Herrchen od. Frauchen beim Zweitnamen.
        Aber da wir ja prinzipiell Gewalt ablehnen müssen wir nun jetzt warten auf den Moment wo sich Fiffi richtig verhaltet damit wir ihn jaa positiv bestärken können. Nun nicht jeder hat diese Geduld zu warten bis sich Fiffi irgendwan dafür entscheidet an lockerer Leine zu gehen. Somit bleiben wir einfach beim Wort Nein. Aber schön und gut wir sagen nun schon zum tausendsten Mal Nein und nach einer Woche liegen unsere Nerven schon blank.
        GOTTVERDAMMTER SCHEISSKÖTER!!!! KANNST DU NICHT EINMAL ETWAS RICHTIG MACHEN??? WILLST DU MICH EIGENTLICH VERARSCHEN? SCHON ZUM TAUSENDSTENMAL HABE ICH DIR GESAGT DU SOLLST NICHT ZIEHEN!!! VERDAMMTE SCHEISSE!! BIST DU WIRKLICH SO BLÖD?
        Und als ob das noch nicht genug Gewalteinwirkung wäre zerren wir nun auch noch den Hund von Links nach Rechts, der Hund bekommt ein halbes Schleudertrauma und denkt sich, was hab ich jetzt wieder getan? Völlig verdutzd guckt er Besitzer mit grossen Augen an. Aber der lässt sich nun nicht mehr davon beinflussen. DU BRAUCHST JETZT GAR NICHT SO KOMMEN. ICH HABE DIR HUNDERTMAL GESAGT NEIN!!! SO NICHT!!!

        Ja genau liebe Leser *So nicht!*

        Leider ist dieses Beispiel sehr übertrieben und hinkt da wo er nur hinken kann. :D
        Jedoch was sich hier noch als einfache schreiberei darbietet ist leider traurige Realität bei vielen Hundehaltern.
        Kommt jetzt jemand der seinen Hund einmal kurz in die Seite zwickt oder jedesmal in den Hund reinläuft in den Hintern läuft und Hund sich sofort fragt was ist jetzt los? Hab ich was falsch gemacht? Oder wir nun mit der Leine mal kurz mit einem gut gemeinten Ruck auf die Seite ziehen und die Leine sofort wieder lockerlassen und stehnbleiben. Muss mann sich anhören, man maletriert den Hund.

        Ach JA? Sauer sein und Hund Minuten lang zusammenzufalten und noch dazu teilweise über Tagelang sauer uf ihn sein ist also Ok? Und Gewaltfrei?
        Aber dem Hund mal die Leine vor den Latz zu knallen oder ihm einen Kurzen Seitenhieb zu geben oder einen Schubser ist völlig abnormal und Tierequälend?

        Nicht das ich jeden Hund der mal dem anderen Kurz mit der gesamten Schnauze in den Bauch rammt als Missratener Hund ansehe. Aber wenn es was zum lernen gibt dann ist es bei unseren Vierbeinern selbst. Gewalt ist da fast schon was wie Tagesanordnung.
        Mann kann beobachten wenn MammaHund sagt NEIN, also nein sie sagt es nicht, sie knurrt. Und BabyWelpe hört nicht auf ihr knurren dan gibts mal so eben einen Schups oder einen Kurzen Biss. Das Welpen lernt sofort. Ok das knurren (NEIN) sollt ich ernst nehmen.

        Mama Hund knurrt, das bedeutet aber nicht sie ist Gewaltätig sondern sie signalisiert sofort. Hör mal BabyWelpe wenn ich Knurre ist das ne Drohung, dass heisst hör auf damit was du gerade machst! Wenn nicht bin ich zur Gewalt bereit und verpass dir auch eine, wenn du nicht hören willst.

        Mann nennt das auch Gewaltbereitschaft. Also ich kann doch ruig sagen ich bin zur Gewaltbereit und meinem Hund drohen so oft ich will.
        Was eigentlich das gleiche ist, wie Tausendmal Nein sagen, wenn nach dem ersten Mal Nein genau diese Gewaltbereitschaft zu stande käme. Ok du hörst nicht! Dann musst du eben fühlen!
        Ich finde damit lässt es für mich viel leichter leben.
        Ein Hund kann nämlich nach den erstenmal missachten eines Neins lernen, besser es kommt nicht zu einem zweiten Nein! Und agiert sofort mit dir. Es kommt daher viel seltener zur Gewalt als bei denen die trotz hundertmal Nein sagen trotzdem keine Konsequenz bereit halten.

        Ich finde auch, wir sehen das ganze Wort der Gewalt viel zu Negativ an.
        Ich für meinen Teil darf sagen, ich bin froh wenn ich sowenig Gewalt anwenden muss wie möglich!
        Doch auch dies bleibt mir nicht immer erspahrt. Sicher bin ich auch dafür den Hund dan auch positiv zu bestärken wenn er eben mal locker an der Leine läuft sei es mit einem Lächeln und Stolz auf ihn sein, oder mit einem Gut machst du das, was wiederum viele der Nein sager wiederum nicht tun und sich schlussendlich immernoch wundern warum Hund nicht ohne zerren an der Leine laufen kann.

        Ich finde wir unterspielen das Wort Gewalt massiv under den Teppich. Den penibel gesehen kann man schon sagen alleine das einwirken von Leine, Halsband oder dem komischen Rucksackähnlichen prinzip ist Gewalt einwirkung. Wir halten uns einen Gefangenen und haben noch die nerven zu behaupten er sei unser bester Freund?
        Wir spielen alles so derbe runter. Wie nein die Hunde können das untersich ausmachen. Nein der tut nix! Nein der beisst nicht! Der will doch nur spielen.

        Kurzerhand wird Welpe von fremden Hund überannt was auch wieder Gewalt ist. Und wir geben dann der frühen schlechten Erfahrung schuld an dem benehmen unseres Hundes. Das wir der Situation nicht gewachsen sind. Und es uns an Sicherheit fehlt sowie der Erfahrung das Hunde jede Begegnung sogut wie neu anschätzen ist uns fremd. Das wir unsere schlechte Erfahrung auf die Situation projezieren die wir hatten mit dem anderen Hund und womöglich uns die Person nicht passt die den Hund führt.. die wollen wir nicht wahrhaben. Nein wir wollen es nicht. Wir sagen uns lieber er hatte ne schlechte Kindheit und schlechte Erfahrung mit schwarzen Schäferhunden und mag keine Schwarzen Hunde.

        Ironischerweise begegne ich manchmal dem Hund und Besitzer und Hund tut wie Sau und wiederum begegne ich nur dem Hund und er macht kein Muck’s.
        Also ich komme gerne wieder zur Gewalteinwirkung zurück und die Einwirkung des Besitzers auf den Hund.

        Den im wesentlichen ist klar. Will ich die Tür aufmachen brauch ich Gewalt um den Türgriff zu bewegen und ich muss mit Gewalt einwirken um die Tür aufzumachen. Jeder Schritt den wir tun ist eine Gewalteinwirkung den was dem eintem nur banale Willkür ist dem Walde und seinen Bewohnern eine massive Eintretung des Bodens.
        Was dem eintem ein Normaler Spaziergang ist der Wiese eine Zerstörung ihrer Blumen und zerbrechen ihrer Zweige.
        Ja genau Gewalt hat soviele Formen, ich für meinen Teil komme nicht darum herum. Gewalt existiert in jeder Form und jeder Beziehung.

        Schlussendlich sollte man sich fragen in welcher hinsicht wende ich sie an? Bin ich ruig oder bin ich hysterisch?
        Schreie ich meinen Hund in Grund und Boden oder geb ich ihm lieber mal einen kurzen Schubser? Bin ich glücklich? Ist der Hund glücklich? Weiss der Hund was ich von ihm Will? Und weiss er sich auch zu benehmen wenn ich nicht da bin? Bin ich der Grund das mein Hund sich daneben benimmt? Grundsätzlich lehne ich Gewalt ab.
        Doch wenn du wirst dir erst bewusst was Gewalt eigentlich heisst, wenn dir mal während dem Spazieren ein fremder Hund begegnet der am besten noch Herrenlos ist und du deinen an der Leine führst. Verscheuchst du ihn? Und beschützd deinen Hund und bietest du ihm Sicherheit? Hast du solch eine Autorität? Oder lässt deinen Hund von der Leine weil er es selbst regeln kann und siehst mit hysterischem Geschrei zu wie der andere deinen grad in Grund und Boden stampft? Oder hast du den Mumm dem anderem Hund zu zeigen wo der Hammer hängt? Sicher ich rate jedem ab in einen solchen Kampf dazwischen zugehn.. Aber frag dich mal? Kannst du den anderen davon abringen ohne Gewalt und am besten noch mit positiver Bestärchung deinen Hund wieder rauszuspucken?

        Darf ich noch kurz? Ich habe mal einen Schafhirten beobachtet der hatte grad hunderte von Schafen hinter sich. Jetzt ist mein Hund und ein anderer Windhund grad am rumrennen gewesen und der Schafhirte stand nun also da! Hinter sich hunderte von Schafen! Wollt ihr wissen was er tat?
        Er nahm seinen Stock und hielt ihn quer vor sich hin. Er selbst nahm eine Haltung an die klar und deutlich sagte! Komm her und ich hau dir den Stock über den Schädel!!!

        Ok ich musste sagen Hut ab! Genau das ist das was ich gemeint habe. Die Hunde sind nämlich gleich umgedreht und liesen den Mann mit seinen Schafen passieren. Sie wussten genau, dieser Mann sagt mit seiner ganzen Körpersprache NEIN! WAGE ES JA NICHT! Sie sahen einen Mann der war zur Gewalt bereit seine Schafe zu beschützen.

        Und ich muss hoffentlich keinem erklären was das bedeuten kann wenn ein untrainierter Hund auf eine Herde von schafen losgeht.

        Soviel zum Thema Gewalt und seine Formen…

        Ich hoffe ihr verzeiht die lange Beschreibung. Doch ich musste meinem Frust nun mal luft machen und dieses Noch so heikle Thema voll ausführlich aus meiner Sicht beschreiben.

        Gewalt ist sicher keine Lösung sollte hier als Schlussatz stehen.

        Doch ich für meinen Teil sage.
        Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

        • Ich finde da den Ausdruck im Englischen klarer. „Forcefree“. Da steckt nicht nur Gewalt (die einfach natürlich ist) drin, sondern Zwang. Und das ist der Knackpunkt. Ein Leben ohne völligen Zwang ist Utopie, sicherlich, aber wieviele Menschen zwingen Hunde durch Situationen, um sie zu „trainieren“?

          Es gibt fürs Leineziehen auch sanfte Methoden (allesamt, wenn sie nicht über Signale gemacht wären, beinhalten Gewalt wie Bewegungseinschränkung), die ich vertretbar finde.

          Dein Hirten-Beispiel und dein herrenloser Hund fallen nüchtern gesagt… unter Management. Wir sprechen aber von Training. Und im Training hat Einschüchterungw ie Frau Nowak sie de facto praktiziert GAR nichts verloren. Will ich meine Tiere oder Kinder oder geliebte Menschen schützen, dann kann es durchaus sein, dass ich mich bedrohend und einschüchternd in den Weg stelle. Bei Hunden und Menschen, die ihnen „was wollen“. Das ist Selbstverteidigung oder Nothilfe.
          Diese Ebenen darf man aber nicht vermischen.

        • Mit dieser Argumentationskette lässt sich aber ganz schön viel legitimieren, finden Sie nicht? Wenn der kurze Leinenruck nicht mehr reicht, weil der Hund zu abgelenkt oder erregt ist, was kommt dann? Stiefelspitze? Stachelhalsband? Oder doch wieder zurück zum Teletak? Den einen kurzen Stromstoß wird er doch wohl verkraften – zum Wohle des Hundes natürlich nur …

          Wenn für Sie ein positives Leinentraining damit beginnt, dass Sie sich mit einem abgelenkten und zerrenden Hund auf die Wiese stellen und warten, bis Sie ihn belohnen können, haben Sie leider nicht verstanden, wie man positives Training aufbaut und durchführt. Selbiges gilt übrigens auch für Ihre Beschreibung des Trainings mit dem „Nein“

          Ich weiß, dass unbedarfte Hundebesitzer zum Teil natürlich genau so trainieren, wie Sie es beschreiben. Genau dafür gibt es Hundetrainer, die wissen, wie es richtig geht. Niemand schraubt zu Hause an dem Motor seines Autos, macht ihn dabei kaputt und beschwert sich dann, dass die Methoden der Werkstatt nicht funktionieren können.

          R. Groth

          • Schöner Vergleich mit dem Auto!
            „Respekt“ diese langen Texte!! Ich gehe davon aus, dass die HH oder Trainer die überwiegend mit Gewalt arbeiten einfach nicht wissen wie es anders geht. Dazu kommt das die ungewohnte Art des gewaltfreienTrainings anfangs mehr Zeit braucht. Wenn einige dann mit Gewalt auch nicht weiter kommen wird das dann so gesehen das sie ihren Hund nicht „verbiegen“ wollen oder der Hund ein besonders „schwerer“ Fall ist. Im Sportbereich heißt es dann auch schnell mal „der Hund taugt nix“ und wird weggeben.
            Als ich diese Sendung mit Frau Nowak gesehen habe war mein erster Gedanke, was hätte Sie gemacht wenn der Hund offensiv Aggressiv gewesen wäre!! Hätten wir dann einen Ausschnitt mit Blutbad in ZDF gesehen. Der zweite Gedanke: Wie gefährlich so etwas zu zeigen wenn das einer nachmacht der nicht so ein kleines „Hündchen“ vor sich hat. Der dritte Gedanke: Und in der Presse wird stehen Hund biss ohne „Warnung“ zu. Aber ist ja kein Kampfhund ;-) Auf die Erwiderung von Frau Ninas Text hätte ich verzichtet da vieles einfach fachlich falsch ist.
            Liane

      • Tanja, mir hat einiges gefallen, was Du zum Artikel hier schon geschrieben hast, diesen Post finde ich besonder gut :-). Allerdings: Es ist ein gesunder Mittelweg, aber Gewalt wird nicht verharmlost.
        Wölfe und Hunde sind sehr gute Eltern. Allerdings ist die „Gewalt“, die eine Hündin auf die Welpen ausübt vergleichsweise massiv!
        Und auch, wenn ein tolpatischer, lebenslustiger Jungrüde in eine bestehende Gruppe kommt: Mammomann… da muss man Herz und Hände festhalten, um nicht in eigentliche harmlose „Orientierungskappeleien“ einzugreifen.

        • [Als Spam markiert von Antispam Bee | Spamgrund: Ländercode]
          Meist Du wir Menschen sollen uns wie die Hundemutter benehmen?

          Das wuerden wir nicht ansatzweise hin bekommen, denn weder reagiern wir so schnell wie Hunde noch koennen wir die Mini-Infos die ein Hund in einer Sekunde (am ganzen koerper! nicht nur z.B. Zaehne zeigen oder wie wir es teilweise mir Haenden(wir koennen unsere Kraefte auch nicht immer einschaetzen) machen Welpe auf den Boden werfen) zeigt erlernen. Das heisst er wird es nicht einstufen koennen und uns ggf. angreiffen weil wir eine Bedrohung darstellen und sie sich nur schuetzen.

        • Das ist sicherlich so. Der Jungrüde kommt in eine Guppe fremder Hunde, wie ist das mit der Lebenswirklichkeit der Familie Wolf zu vergleichen? Was macht Familie Wolf, wenn da ein fremder Jungrüde dazu käme?

          Müssen Wolfseltern in menschlichen Behausungen mit künstlichem Umweltstress ihre Welpen großziehen? Wie viel helfen die Hundeväter mit, wenn sie überhaupt zugegen sind?

          Und auch, wenn die Hundemama „abschnappt“, um zu sagen, wa sihr nicht passt – inwiefern kann der Mensch das nachahmen – wun wenn er es kann… was bewirkt es? Es bwirkt eine Hemmung/Unterdrückung udn nichts weiter.
          Würde ein Hund einen reaktiven Hund korrigieren? Einer, der schon schäumenden Speichel aus dem Maul fließen hat und wie wild herumbellt und so sehr über der Reizschwelle ist, dass er NICHTS mehr wahrnimmt? Würde der andere Hund mit Sicherheit nicht. Er würde sich höchstens verteidigen.
          Es gibt nun einmal keine reaktiven Wölfe…

    • Hallo,
      oh, auch Hundeeltern erziehen nicht gewaltfrei. Ich habe letztes Jahr unseren ersten Wurf aufgezogen und da ging es ab der 3. Woche (beim frechsten Welpen) ganz massiv zu Sache. In unserem Rudel leben sowohl Vater als auch Mutter und „Tante“ sowie „Onkel“ (beides ältere, souveräne Tiere) haben tatkräftig unterstützt. Und dann lass‘ mal die Youngster in die Pubertät kommen (einige Welpen leben noch immer bei uns, sind jetzt knapp 1 Jahr alt) und dann packt „Vattern“ erst richtig aus und die Tante nicht weniger. Und die Geschwister untereinander gehen nicht zimperlich mit ihresgleichen um, sobald der 4. Lebensmonat überschritten ist. Dann konkurrieren die nämlich um die beste Position im Rudel. Jetzt ist überwiegend Ruhe im Rudel (Positionen haben sich etabliert, man kann sich auf posieren und brummen beschränken), aber die letzten Monate waren hochinteressant. Nur sieht man das als Besitzer von nur einem oder zwei Hunden und auch noch nicht mal als Halter eines zusammengewürfelten Rudels nicht (ich halte seit fast 20 Jahren mind. 2, normalerweise 4 Hunde), weil dies keine Familien, sondern nur Zweckgemeinschaften sind.

      • Wir sind aber keine Hunde… ganz schlicht und ergreifend. Und wenn, dann müssen wir uns bewusstsein, dass wir Verhalten nur hemmen. Besonders bei einem erwachsenen Hund, der eben kein Welpe mehr ist.

      • Ja, Sabine, so ist es. Aber die Leute, die denken die „gewaltfreie Erziehung“ gepachtet zu haben, werden gleich wieder damit kommen, dass wir keine Hunde sind und diesen zum Kennenlernen auch nicht am Popo schnüffeln. :-)

        • Vielen Dank. Genau so ist es Sigrid.
          Wenn wir in China der Hund sind, freuen wir uns auch, wenn einer mit uns deutsch spricht auch wenn die chinesen keine deutschen sind.

          By the way: Vielen Dank der Autorin für dieses Beispiel ohne gleichen ;-)

    • Die einzigen Hunde, die ich kenne, die beißen, sind ironischerweise die, die ihre Grenzen nicht kennen. Und es gibt einen guten Mittelweg zwischen diesen Wattebäuschchenwerfern und einem Stachelhalsband, wie Nina sehr schön geschrieben hat.
      Auch ein Martin Rütter wird verurteilt, weil er auf Hundeebene arbeitet. Eben die Sprache, die ein Hund versteht. Und sich auf sie Ebene eines Tieres zu begeben zeugt von dee Intelligenu eines Menschen und nicht Vermenschlichung.
      Und den Unterschied nicht erkennen zu können zwischen Angst und Unterwerfung etc, traurig. Aber grade diese Menschen behaupten, sie seien Hundeexperten…
      Hoffentlich bringt dieser Artikel, dass sich manch einer mit seinen guten Ratschlägen wieder zurückhält und andere ihre Hunde erziehen lassen wie sie es für richtig halten.
      Danke Frau Nowak für ein fabelhaftes Besipiel, wie man mit einem Hund artferecht umgeht. Danke Herr Milan für das retten totgeweihter Hunde durch ihre eigene Sprache.
      Und vielen Dank Nina für diesen fabelhaften Artikel!

      • Komisch, die einzigen Hunde, die beißen, die ich kenne, sind zuvor von Trainern wie Frau Nowak bearbeitet worden oder von ihren Besitzern. Was genau ist das für ein Argument?

        Natürlich beißen Hunde bei falscher Behandlung eher als bei „richtiger“.
        Manchmal liegt die Schuld aber nicht einmal beim Besitzer. Vielleicht hat der Hund einfach nur Schmerzen? Vielleicht ist er mit einer Situation überfordert und der sonst gut erzogene Hund hat keine Frustrationstoleranz mehr? Für einen Biss gibt es unzählige Gründe…

        Unterwirft sich der Hund, wurde er zuvor bedrängt/bedroht. Das auslösend Gefühl dafür ist Angst. Die Unterwerfung ist hierbei das deutlichste und massivste Beschwichtigungssignal.

        Es zeugt aber sogar von noch mehr Intelligenz, das sich „Hündisch“ nur bedingt und hölzern sprechen kann. Ich nutze „Hündisch“ auch, in Form von Beruhigungsignalen, Körperkontakt, usw. Aber ich würde nicht darüber strafen. Denn da fehlt mir ja schon der Hundekörper.

        Jeder darf seinen Hund (leider) so erziehen, wie er möchte.

        Gewalt beginnt da, wo Wissen aufhört…

        In diesem Sinne:
        „Wer sagt, dass zuverlässiges Verhalten bei diesem oder jenem Hund nicht ohne Strafe erreichbar ist, sagt nichts über den Hund aus, sondern beschreibt erst einmal seine eigenen Fähigkeiten.“

        Dr. Ute Blaschke-Berthold, cumcane

  35. Ein sehr guter und fundierter Artikel, danke für die Mühe! Der derzeitige Shitstorm ist unfassbar, die Leute drehen ja richtig durch beim Thema Hund…na, das taten sie immer, aber nun auch schriftlich. Meine Gedanken zu der Brutalität der Friedfertigen habe ich in meinem Blog aufgeschrieben.

  36. Danke Nina! :)

    Ein sehr vorwurfsvoller Artikel. Ähm gut geschriebener meinte ich ;)

    Leider bin ich mit diesem Problem auch schon oft konfrontiert worden, wo ich selbst mal sagen muss, obwohl viele der Nicht-HundeMenschen mir aus Prinzip schon mal nicht so sympathisch sind, weil sie keine Hunde mögen. Sind sie mir schon des öfteren viel lieber gewesen als manch Hundeliebhaber mit einem Hund der schon wie wild an der Leine zieht um nach Aussage des Besitzers ja nur mal Hallo zu meinem Hund sagen wollte. Und dann noch dreist die Worte zu Ohr bekommen hat, wie… „guck der tut doch nix, er ist ein ganz lieber.“
    Das nur meiner grad noch lieb war, aber seiner grad positiv belohnt und bestärkt für sein nicht toleriertes Verhalten wurde, ist ja schon ein Rätsel ansich. Wir nutzen ja eh nur Drohgebärden um zu zeigen das eh nix passiert wenn er unsere Drohung schlichtweg ignoriert. ^^
    Das wir selbst so eine defensive Haltung haben und uns zudem nur immer mehr Frust aufladen sei mal unter den Teppich gekehrt.

    Darum komm ich zurück zum Thema bevor ich hier noch eine Welle von Buchstaben rauslasse.

    Ich finde du hast diesen Artikel mit sehr viel Charm beschrieben. Viele Freunde wirst damit nicht bekommen, aber sicherlich die Hunde wissen es zu schätzen.
    Ich sehe viele Dinge gleich. Und bedanke mich für deine Offenheit diesem für manch so sensiblem Thema.

    Mir gefällt besonders der Abschnitt mit der Gewalt! Da triffst du den Nagel genau auf den Kopf! Könnte dir Stundenlang Geschichten davon erzählen.

    Danke für deinen Artikel.

    Liebe Grüsse Jose & Chico

  37. Ich stimme grundsätzlich zu, denn für mich ist letztlich entscheidend, wie eine Hündin ihre Welpen erzieht. Willst Du Hunde erziehen, lerne hündisch; denn willst Du in China leben, musst Du chinesisch lernen.

  38. Auch ich finde speziell denn Film von Fra Nowak nicht doch toll ,zumal wenn man äh Frau sagt sie kann den Hund lesen , also wenn ich mir die Augen des schäfis anschaue im ersten Film dann weiß ich das die voller Panischer Angst sind. Und auch diese Aussage in der Szene wo der Hund angeblich entspannt sich neben ihr hinlegt ist für jeden der sich mit Hunden auskennt lächerlich . Und dann noch der Spruch Schau mal liebe Hundehalterin wie toll er mich anschaut , hallo die Angst ist dem Hund ins Gesicht geschrieben.
    Allerdings hat die liebe Autorin dieses Artikels leider falsche Angaben zu den sog Studien gemacht , und scheinbar viele wirkliche Erkenntnisse die Hundetrainer jeden Tag am Hund und Kunden machen völlig ignoriert . Da frage ich mich wo sie Erkenntnisse her nimmt???? ;-) Und auch die sog aufgeführten Profis sollte man sich mal anschauen wo sie ihre Studien gemacht haben und wann das war und wie tief und ob sie in dem Job eines hundetrainers stecken .
    Aber es scheint wichtiger zu sein seinen Senf dazu zu geben , sowie auch ich .
    Lieben Gruß H.T

  39. Hallo Diese Nina würde ich gern mal kennen lernen. Ich habe selten etwas gelesen das so tolerant und doch wissenschaftlich und dazu auch noch vernünftig ist wie dieser Beitrag. Ich habe seit meiner Kindheit mit Hunden zu tun und habe das dann auch mal zum Beruf gemacht, bis ich erkannte habe das Achtung vor einem Geschöpf und dessen kommerzionelle Ausbeutung schwehr vereinbar ist. Seien wir ehrlich, fast alles was wir mit unser Hunden machen ist Ausbeutung im Sinne dieses Wortes. Ich habe mit richtigen Hütehunden (Pommern Pudeln, Gelbbacken u. Hütespitzen),Objektschutzhunden, Sprengstoffhunden, Begleithunden, nd allen Formen von Schutzhunden gearbeitet und ich glaube das ich mir ein Bild darüber gemacht habe was wir mit dem „besten Freund“ des Menschen machen. Nicht zu letzt auch gerade die Hunde die als Menschenersatz gehalten werden sing nicht die glücklichsten. Deshalb stehe ich zu allem was hier gesagt wurde. Unser menschliches Tun ist voller Irrtümer weil wir nun mal das unperfekteste sind was die Evolution hervorgebracht hat. Wir bilden uns aber ein das wir auf alle Fragen eine Antwort haben Antworten sind auch nur Reflektionen von Persöhnlichkeiten. Viele Grüße aus Kambodscha. Peter

  40. (Ich lasse Belege einfach weg – wie im Artikel. Man kanns gern selbst nachforschen. Ja, da bin ich nun etwas säuerlich… tut mir leid!)

    Ich war so mit der Diskussion beschäftigt, dass ich auf den eigentlichen Artikel nicht eingegangen bin. Dies will ich gerne nachholen. Allerdings hat mir R. Groth schon relativ viel vorweg genommen, was ich an dem Artikel auszusetzen hatte. Das macht nichts, also kann ich mich noch auf ergänzende Punkte konzentrieren.

    Zunächst einmal… Nina, ich kann deine Sichtweise verstehen, ich finde sie auch nicht völlig verkehrt. Auch finde ich es richtig, all das zu hinterfragen, was du hinterfragst. Blind irgendetwas zu folgen, ist eher schädlich. Und ich kenne mich inder „Wattebauschwerfer-Fraktion“ gut aus. Noch heute habe ich mit manchen Vertretern ein Problem, ich habs ja bereits angesprochen. Leute, die glauben, dass die Lebenswirklichkeit mit Laborbedingungen übereinstimmen und in ihrer Gewaltlosigkeit und dem TierschutzWAHN so weit gehen, selbst aggressiv zu werden. Die einfach keine Argumente mehr haben, jede Bemühung belächeln, weil sie es einfach „drauf“ haben und der restliche dumme Haufen nicht.

    Mein Problem ist aber, dass in dem Artiekl und den Meinungen dazu ein paar Denkfehler vorhanden sind. Ich kann diese gut verstehen, ich habe selbst so gedacht und deswegen war mir schleierhaft, wie „gewaltfrei“ funktioniert.
    Auch in der „Clickerfraktion“ ist gewaltfrei gar nicht eindutig definiert! Einige finden negative Strafe schon fürchterlich und ungerecht, andere sind dafür leidenschaftliche Benutzer negativer Verstärkung, obwohl sie sich damit eigentlich meist selbst widersprechen. Negative Verstärkung ist natürlich sehr wirkungsvoll und äußerst sinnvoll, wenn man zufällig in eine Situation tappt oder sie so stellen kann, dass man dem Hund vorher nichts Unangenehmes hinzufügen muss, um es nachher wieder wegzunehmen.
    Dann scheiden sich die Geister an bestimmten Techniken/Werzeugen, dann wird intermediäre Brücke nicht richtig von Keep Going Signal unterschieden, usw.

    Apropos intermediäre Brücke. Ich finde, wie R. Groth schon ausgeführt hat, dass du dies in deinem Artikel überarbeiten solltest.
    Es wird irgendwie indirekt/unterschwellig unterstellt, dass man, wenn man „Wattebauschwerfer“ ist die intermediäre Brücke ständig und noch dazu falsch.
    Die intermediäre Brücke dient dazu, den Hund durch kontinuierliche Annäherung zum Zielverhalten zu führen (das Keep Going Signal soll gewünschtes Verhalten eine Zeitlang aufrechterhalten). Beide sind, richtig trainiert, Tertitärbestärker und kündigen den Sekunbdärbestärker an (also oft Clicker/Markerwort). So brückt man eben Verhalten, das der Hund alleine nicht zeigen kann. Das´geht zwar eher in die Richtung Shapen oder gar Management, dennoch hat dies durchaus eine Berechtigung, wenn ich den Hund damit unterstützen kann.
    Ich habe die intemediäre Brücke bisher noch nie für den Rückruf gebraucht/angewandt, bei einem meiner Hunde dafür aber das Keep Going Signal, in einer Phase in dem es ihm urplötzlich schwergefallen ist, sich anleinen zu lassen. Zwar ergründe ich soetwas gerne, um dann passend zu reagieren, aber ich wollte einfach nicht, dass sich das verfestigt. Im Nachhinein weiß ich immer noch nicht, woran es gelegen hat. Es ist aber wieder verschwunden. Ich denke doch, dass sich da das Brücken ausgezahlt hat, BEVOR sich das Verhalten verfestigt. Ich benutze dafür aber nicht einmal „Lalalalalächerlich“ – und würde dir das auch nicht für so einen Artikel raten, es hat einen abwertenden Charakter.

    Natürlich ist die operante Konditionierung nicht „neu“. „Moderne wissenschaftliche Hundeerziehung“ will aber gar nicht eine Lerntheorie zur Neuheit erheben, sondern die daraus entwickelten Methoden. Aus einer schier unendlichen Bandbreite kann man für seine Hunde das passende Heraussuchen (bleiben wir bei intermediären Brücke: der Hund, der auf das Keep Going Signal gut anspringt, kann NICHTS mit einer intermediären Brücke anfangen, obwohl es FAST indentisch ist. Es liegt seinem Wesen nicht, sich langsam einem Zielverhalten anzunähern, allerdings liegt es ihm ein Zielverhalten aufrechtzuerhalten)…

    Es gibt tatsächlich eine Schwäche, wenn es um die Werkzeugkiste der positiven Verstärkung geht (mal das Verständnis davon ausgenommen):
    Man kann nichts nutzen, wenn man es noch nicht zuverlässig auftrainiert hat. Man ist quasi anfänglich auf das Situationsmanagement angewiesen und das ist kein Training und bringt keinerlei Fortschritt. Da ist Ausdauer und Geduld gefragt.
    Ich bin ein „Crossover“-Mensch, ich habe – nicht einmal so schlimm wie Frau Nowak – „kommuniziert statt konditioniert“. Damit habe ich bei meinem Ersthund spuren hinterlassen, und schon tut sich das zweite Problem auf:
    Ein aversiv behandelter Hund, dessen Verhalten durch positive Strafe gehemmt wurd, braucht eine Zeit, um sich auf die neue Herangehensweise einzustellen. Manchmal misstraut er dem Frieden sogar. Schon sitzt man in der Falle:
    „Das funktioniert nicht.“

    Ich weiß selbst, wie schlimm es ist, in Situationen zu sein, in denen man zwar gerne auf Gewalt/Zwang/positive Strafe verzichten würde, es aber NICHT kann, weil das Werkzeug fehlt, oder man schlicht in dieser Situation überfordert ist, man ist eben Mensch. Und da kristisiere ich wie du, die Feindseligkeit der „Wattebauschwerfer“, wenn man ehrlich ist. Sofort wird man als inkompetent dargestellt, man solle sich noch einmal genauer mit Lerntheorie beschäftigen, etc.
    Natürlich ist nur ein kleiner Teil so, aber da ist man manchmal versucht, der Sache den Rücken zu kehren.
    Was aber für mich nicht geht, ist jedes Argument gleich abzuschmettern, weil man verstaubten Ansichten glaubt. Stichwort „Alphahund“ oder „Die Hundemutter tut dies und jenes“. Da müssen wir uns gegenseitig auf den aktuellen Stand der Dinge bringen.

    Es fällt doch viel leichter, wenn man weiß, dass Hunde keine Rudelstruktur haben und selbst wenn – Wölfe sind fast schon „partnerschaftlich-demokratisch“, die Jungwölfe folgen vertrauensvoll, weil ihnen ihr Wesen zugestanden wird.
    Wenn ich das weiß, muss ich mich gar nicht als kontrollierender Chef gebärden, der alle Situationen „ruhig und bestimmt“ übernimmt.

    Und ja, ich stimme hier zu: ich finde es ganz schlimm, wenn auf beiden Seiten die Entfaltung des Individuums durch Kontrolle unterdrückt wird.
    Ich mag es nicht, wenn man in alles hineinclickert, um den Hund quasi umzupolen, obwohl es sich um ein normales hundliches Verhalten handelt.
    Stichwort Aggression.
    Es ist schade, dass du den Eindruck bekommen hast, dass frau denkt, alle Aggression sei negativ. Aggression an sich ist ein ganz normales Verhalten und sollte auch nicht unterbunden werden (ob nun mit oder ohne Zwang). Ein Hund soll „sagen“ dürfen, wenn ihm etwas nicht gefällt. Ein Hund soll auch durchaus seinen Spaß haben, einen anderen ins Spiel oder in eine harmlose Rauferei zu provozieren.
    Wenn ich eingreife, dann will ich meinem Hund helfen eine Situation ruhiger zu lösen oder aber ich bewahre eine Situation vor dem Kippen.
    Mobben meine Hunde einen fremden Hund, nehme ich sie raus. Oder einen von ihnen. Ich lasse es aber zu, wenn mein Ersthund den Zweithund zu einem Spiel provoziert, AUSSER ich weiß, dass dieser Hund gerade keine Frustrationstoleranz mehr übrig hat.
    Dieser Hund hat nicht nur einen Deprivationsschaden, er ist schnell oberhalb der Reizschwelle und neigt zum „Komplettausfall“, den er durch rückgerichtete Aggression kundtut. Anfänglich ist er bei Hundebegnungen so sher ausgerastet, dass er wild schnappend, mit schäumenden Speichel, nichts mehr mitbekommend auf den Auslöser losgegangen ist. Er hat diese Hunde zwar nie gebissen, er hält sie sich quasi nur vom Leib, es war aber ein schauerlicher Anblick. Durch „Kommunikation statt Konditionierung“ wurde dieses Verhalten eben reaktiv – es ist ungewollt konditioniert worden. Durch Bestrafen und Unterdrücken der Warnsignale, die schon etwas „holzig“ bei ihm sind, da er eben nicht gut genug sozialisiert wurde und keine Wurfgeschwister hatte, ist er sehr schnell ins gehemmte Beißen ohen Vorwarnung gerutscht.
    Ich muss diesem Hund eben unterstützend zur Hand gehen, ich muss ihm Konfliktvermeidung beibringen. Mir ist eben klar, dass ich als Mensch das nur bedingt kann. Lernen am Modell kann ich also mit Vormachen nur bedingt – mein Ersthund kann es aber. Wenn ich dann nich „konditionierend“ mit Entspannungsignal, intemediäre Brücke, Zeigen & Benennen, dem konditionierten Geschirrgriff eine Sitruation für ihn einfacher machen kann, warum denn nicht?
    Er kann ja erst Konflikte meistern, wenn er keine Angst mehr vorm Auslöser hat. Er kann erst (harmlos) raufen und toben, wenn er nicht alles „platt macht“, weil er frustriert ist.
    Sicherlich ist dieser Hund nicht der „Normalfall“. Ein gut sozialisierter Hund kann vieles von sich aus. Aber auch ihm muss man etwas abnehmen:
    Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in einer sehr künstlichen Umgebung mit dem Hund leben, in der mittlerweile fast schon Unmögliches vom Hund verlangt wird.

    Er soll dies und jenes nicht, obwohle sureigene hundliche Bedrüfnisse sind. Das Jagen zum Beispiel. Das wird sehr gern von Besitzern wie Trainern unterbunden. Das kann fatal enden. Und sich auch negativ auf andere Verhalten auswirken.
    Da kommt dann für mich die Werkzeugkiste der positiven Verstärkung genau recht. Ich verstehe nicht nur besser, was Jagdverhalten ist, ich weiß auch, wie ich besser damit umgehen kann. Wie ich das Bedürfnis befriedigen kann, ohne einen hetzenden Hund zu haben. Ganz ohne Unterdrücken.

    Ich muss einen Hund nicht blocken oder anknurren, um ihm Grenzen zu setzen (der Hund verhundlicht den Menschen nicht nur – er versteht auch menschliche Gesten sehr gut, ich kann ihn zum Beispiel mit einem Fingerzeig aus dem Weg bewegen – dazu fällt dann anstarren und knurren, ihn also bedrohen, vollkommen weg. Es ist einfach eine schöne Alternative. Niemand behauptet, der Hund verstünde die Einschüchterungen nicht. Sie tun es, deswegen sollte man doch davon Abstand nehmen. Besonders weil wir weder so nuanciert noch so schnell reagieren können wie Hunde).
    Ich gebe dir Recht, der Beschwichtigungswahn geht eindeutig zu weit. Beschwichtigungs- und Beruhigungssignale sind wichtig zu verstehen, allerdings ist es noch wichtiger, sie im KONTEXT (!) richtig zu deuten. Oder sogar selbst anzuwenden.
    Mein deprivationsgeschädigter Hund konnte anfänglich nichts damit anfangen – weder bei Hunden noch bei mir, und schon gar nicht, wenn er zu aufgeregt war. Er hat da tatsächlich schnell rot gesehen und hat seinen Ausbruch nicht mehr kontrollieren können – selbst bei Demutsgesten anderer Hunde konnte er nicht herunterfahren. Man musste erst wieder wecken, was irgendwo in ihm steckte. Dass eine Blickunterbrechung durch Zwinkern eine Beschwichtigung/Beruhigung ist, als Beispiel.

    Die einzige Konsequenz, die erfolgt, wenn der Hund den Rückruf nicht ausführen kann (aus welchen Gründen auch immer)… sei, dass man ihn beim nächsten Mal nicht mehr ableint? Da muss ich entschieden widersprechen:
    Ich würde den Hund zwar an die Schleppleine nehmen (wenn der Rückruf einfach nicht sitzt) und weiter üben…

    „Warum sollte man an dieser Stelle mit der Konditionierung anfangen und somit Kommunikation in seiner ursprünglichen Form behindern?“
    Was ist denn die „Kommunikation in ihrer ursprünglichen Form“? Einen auf Hund machen? Es kommt doch auf die Zielsetzung an. Will ich, dass mein Hund nicht unkontrolliert jagt, kann ich auf diese „Kommunikation“ nicht setzen. Hunde halten sich normalerweise nicht gegenseitig vom Jagen ab. Struppis ist es egal, ob Lumpi in die Gänseschar brettert.
    Überhaupt fällt mir spontan kein Verhalten ein, das wir nicht mögen, was Hunde irgendwie „handhaben“ untereinander. Gut, sie mögen vielleicht das Beschnuppern ihres Afters nicht durch einen (fremden) Hund und sagen vielleicht im Erntshfall durch Abschnappen was Sache ist – aber das zieht einfach nur Meideverhalten nach sich. Zukünftig wird der Hund dies dem Aggressor gegenüber lassen. Ich sehe das an meinen Hunden. Der Ersthund geht nicht einmal im Traum an die Spielsachen meines Zweithundes. Da ist sogar eine bezugsgebundende Dominanzgeschichte. Da dies nicht mein Hauptproblem mit dem Zusammenleben beider Hunde ist, lasse ich dies so stehen (besonders weil der Ersthund kein „Spieli“-Hund ist; die Sache ist geregelt und es entstehen keine Streitereien daraus!). Beim Futter habe ich aber tatsächlich mit einer Gegenkonditionierung angefangen (und sie wirkt, ist wesentlich stressfreier als ein Hund, der meint sein Futter immer verteidigen zu müssen). Obwohl Ressourcenverteidigung ein absolut natürliches Verhalten ist und unter Caniden akzeptiert wird, muss ich das leider für unsere Bedürfnisse angehen.

    Ich habe schon einmal ein Beispiel für „Lernen durch Einsicht“ in einer Diskussion gebracht und will es wieder aufgreifen. Mir ist klar, dass es das auch bei Hunden gibt.
    Beide Hunde sind aus zweiter Hand und haben es scheinbar nicht gelernt, dass Gullydeckel keine bösen Falltüren sind.
    Beide gingen nie drüber.
    Ich habe angefangen die Leine locker zu lassen, sie durften den Dingern immer ausweichen. Ich selbst bin demonstrativ drübergegangen. Hundefreunde sind drüber gegangen.
    Ich hatte weder Zeit noch Kraft so ein kleines Problemchen durch „Schönclickern“ oder „Gegenkonditionierung“/“Desensibilsierung“ in Angriff zu nehmen.
    Auf der anderen Seite habe ich die Hunde nicht drübergezogen. Oder sonstwie gezwungen. Weil unnötig. Für mich war es kein Aufwand, die Leine locker zu halten und den Hunden das Ausweichen zu gestatten.
    Irgendwann, nach Monaten ist mein Ersthund über so einen Gullydeckel gelaufen. Das habe ich dann schon bestärkt, er ja „eingesehen“, dass ihn die nicht fressen.
    Heutzutage geht er zu 99 Prozent drüber. Der andere beginnt jetzt langsam zumindest über „eckige Vertiefungen“ und „Gitter“ zu laufen, die runden Gullydeckel sind aber nach wie vor ein rotes Tuch.

    Das kann ich mir aber bei einem leinenaggressiven Hund nicht leisten, der in so einem Erregungsniveau feststeckt, dass er weder mich noch einen anderen Hund als souveränes und ruhiges Vorbild wahrnehmen kann.
    Es stimmt, hier kann man abwägen. Hat man einen Hund, der ein bisschen aus Unsicherheit „pöbelt“ und gehe ich dann mit einem gewissen Abstand ruhig vorbei, kann es sein, dass er selbst ruhig vorbeiläuft. Da muss ich natürlich nichts „verclickern“.

    • Ein super Beispiel der „gewaltlosen“ :-D
      Direkt angegriffen und mit sarkasmus in den Kommentar.
      Ein super Beispiel. Ehrlich.
      Würde man euch auf der Steaße treffen, wärd ihr doch die ersten, die bei einem tgema nicht mehr sachlich bleiben könnzen sondern sofort aus der Haut fahren. Wie grade in deinem Kommentar fabriziert.
      Danke für diese Ironie xD

      • Ach komm schon, Maria. Du fandest doch den Artikel hier super. Der war auch nicht sachlich. Habe ich irgendwo gesagt, dass ich komplett sachlich wäre? Und wo ist das nun „aus der Haut fahren“, wie du es indirekt unterstellst?

        Aber danke für deine konstruktive Kritik.

        Die Verfasserin wollt ein der Diskussion „Belege“ für meine Aussagen, während sie in ihrem Artikel keine Quellen genannt hat. Dies führet zum „Sarkasmus“… aber schön, wenn man sich nicht auf das Wesentliche konzentrieren kann.

  41. Vielen Dank für diesen Artickel.

    Leider finde ich ihn zu persönlich geschrieben und hoffe sehr, dass dieser nicht als Grundlage einer Diskussion über die Hundeerziehung 2013 genutz wird.

    Der Vergleich mit China ist schön. Leider ist er aus meiner Sicht zu weit ausgebaut. Ich denke der Vergleich mit einem Menschen in einer ungewohnten Umgebung, der von einem Chinesischen Menschen an der Leine geführt wird ist eher der Kern der Metapher.

    Ich möchte nicht an der der Leine geführt werden.
    Hunde dürfen das. Das ist so wie Händehalten bei uns Menschen?! Ich versteh das leider nicht!

    Ist es vielleicht so, dass ich mich in China demnach nur mit Leine wohlfühlen werde. Nur mit Leine werde ich klar kommen und vorallem das Vertrauen zu meinem lieben chinesischen Menschen gewinnen. Der gibt mit immer schön Essen und streichelt mich, wenn ich auf ihn achte. Gelegentlich darf ich dann auch mal ohne Leine gehen. Aber auch nur im Wald, wo es nich so viele Gefahren für mich gibt, weil ich ja allein in China nicht klar komme.
    Wenn man das so sehen kann, dann kann ich das nachvollziehen.

    Gerechtfertigt finde ich es nicht. Es bedarf dringend solcher Diskussionen und damit verbundenen Neuerungen was das Halten eines Europäers in China betrifft.

    Vielleicht sollte sich mein Chinesischer Freund doch lieber eher überlegen, ob es mich wirklich bei ihn braucht. Immerhin kann ich nicht sagen, dass ich mich freiwillig in China hab gebähren lassen, oder dahin bringen lassen. … so zumindest aus meiner Sicht, wenn man aus der Sicht eines Hundes sprechen möchte.
    Oder habt ihr eure Hunde gefragt, ob sie das wollen? Wollen die zu euch? Wollen die zu euch mit dem Wissen, dass sie be euch glücklich sind, aber nur, wenn sie von euch mit Leine geführt werden?

    Eine Diskussion über eine Erziehung anderer Rassen finde ich in soweit fraglich, solange man diese nicht wirklich versteht.
    Da scheinen mir Methoden wie sie Frau Nowak anwendete schon gute Möglichkeiten. Mehr zum Ziel führend, als Studien in sterilen Umgebungen. Immerhin hat sie sich ancheinend hingesetzt und beobchtet. So scheint sie zumindest die dem Menschlichen Wahrnehmungsbereich entsprechend verstanden zu haben, wie wilde Hunde Erziehung leisten.

    Wenn ich mir dann wieder ein Gedankenexperiment zu Hilfe nehme:

    Deutschland, 1920 oder zumindest nicht heute:

    Chinesischer Mensch kommt in die Schule. Er will lernen, wie sich die Deutschen damals erzogen haben.
    Alle Schüler sitzen aufrecht, mit Händen auf dem Tisch und sind ruhig. Der Lehrer spricht und darf im Falle, dass jemand nicht der Erziehung gerecht handelt mit dem Rohstock agieren.

    Das heißt nun für den Chinesen:
    Das funktioniert so. Ich darf, wenn ich Deutsche erziehen möchte mit dem Rohstock aktiv werden.

    Vielleicht ist das hier für den einen oder anderen eine Metapher, die ihn abholt.

    Heutzutage in der Pädagogik (der Menschen) achten wir darauf unsere Kinder nicht zu prügeln (Rohstock) und diese auch nicht in eine Zwangshaltung zu pressen (Hände auf den Tisch und aufrecht sitzen).
    Warum?
    Damit die Spätfolgen, die man nun doch anerkennt, nicht eintreten:
    Haltungsprobleme, psyschiche Probleme, soziale Probleme.

    Ich möchte an dieser Stelle die antiautoritäre Erziehung nicht hochloben. Es geht nicht darum ein Schwarz-Weiß-Bild zu schaffen.
    Auch antiautoritäre Bildung ist nicht gut und bedarf einer Überarbeitung!
    Und die Auswirkungen auf die Leistung ist auch heute mit dem Schulsystem durchaus zu überarbeiten!

    Die Frage ist jedoch was wichtiger ist:

    Leistung oder Zufriedenheit?

    Braucht es einen Hund? Braucht es ein Lebewesen, dass an der Leine leben darf? Wem dient es? Sich selbst oder doch nur dem Halter?
    Braucht es eine aufrechte Haltung? Braucht es anerzogene Disziplin bis zur Selbstverstümmelung? Wemt dient sie? Dem Menschen, dem Kind, in seiner persönlichen Entwicklung zu einem selbständig denkenden Wesen

    (ohh hier fällt mir die Passage wieder ein, die auf einen Hund hinweisen sollte, der lieber durch eigene Erfahrungen in der Umwelt lernen darf, wie er selbst in stressigen Situationen klarkommen kann, da der Alltag für uns Menschen (ich denk, da sind wir uns alle einig) nicht vorhersehbar ist)

    jedenfalls dient die Zwanghaltung mehr dem Individuum oder doch Wirtschaft und dem Volke?

    Was wollen wir unterstützen? Welche Wege wollen wir gehen?
    Wieder die alten? – Diese funktionieren. Klar!
    Gewalt ist eine Lösung.
    Ich hab auch weniger Stress, wenn ich mich benehme und damit dem Rohrstock entkomme. Ein bissel Stress hab ich zwar noch, weil ich wirklich gerne auch mal meinen Rücken bewege und gern auf meinen Körper hören lerne, der eben sagt: „Lass ma deine Hände runter, deine Schultern sind zu verspannt!“ Denn dann lern ich eben auch: „Lass ma von dem 4 Burger ab, dein Bauch is voll! Aber geh mal ein paar Schritte, meine Beinmuskulatur ist zu schwach, um das ganze Gewicht zu tragen. Ansonsten muss ich das nun erstmal auf deine Knochen umlegen. Auch deine Bandscheiben schmerzen schon….“ … nur so zur Verbildlichung.

    …das bissel Stress halt ich aber aus. Denn wenn nicht, dann hab ich echt nen A… voll Stress, weil dieser Rohstock meine Finger zermürbt und auf meinem A…. echt krass zwiebelt.

    Für das Gehirn ist es egal, ob ich mit physischer Gewalt (Rohstock) konfrontiert werde oder mit psyschicher (Gerade Sitzen, sonst knallts). So zumindest die Neurowissenschaft beim Menschen.
    (einfach mal bei youtube eingeben: genialer vortrag glücksgefühle (prof. gerald hüther) )

    Es gibt fpr uns Menschen sowas wie ne goldene Regel:
    Was du nicht willst, was dir angetan wird, das tue auch deinem Gegenüber nicht an. …sinngemäß

    Also sollte man sich erstmal nen Kopf darüber zerbrechen was man alles bewirkt, wenn ich einen Hund kaufe:

    1) Unterstützung der Hundezucht
    2) Artenüberschreitende Erziehung
    3) Außenwirkung auf meine Umgebung mit meinen Erziehungsmethoden

    Aus meiner Sicht sind das schon 3 wichtige Punkte, mit denen man erstmal klar kommen muss.
    Und da erwarte ich persönlich schon diesen „Übermenschen“.
    Trotz, dass man mal schlechte Laune hat, darf man sich nicht gehen lassen. Oder hat einem das als Kind gefallen? Gefällt einem das heute noch, wenn einem der Kassierende anschnautzt? Oder gefällt es einem mehr, wenn er trotz schlechter Laune, diese nicht bei einem selbst auszulassen, weil man selbst nichts mit seinem Frust zu tun hat????

    Ich habe keinen Hund!
    Weil ich dazu stehe, dass ich noch kein Übermensch bin. Ich schaffe es noch nicht immer meine Laune in zwischenmenschlichen Beziheungen unter Kontrolle zu bekommen. Wie sollte ich es denn dann bei zwischen-Art-igen Beziehungen schaffen?

    Ich bin aber Pädagoge.
    Dafür informiere ich mich
    a) bei der Wissenschaft
    b) bei mir
    c) bei meinen Schülern.

    Ich verwende keine Leine, keine körperlichen Kontakte und keine akustische Gewalt in Form von Anbrüllen.
    Meine Mittel sind Sprache und Gesten nach dem Prinzip der goldenen Regel.
    Und ich erwarte von mir selbst ein Übermensch zu werden.

    Ohne das, wird sich nichts verändern:
    Gewalt wird negiert und artet dann in Straßenkämpfen aus.
    Gewalt wird negiert und artet dann in Boullimie, Borderline, Burnout…. und Suizid aus.

    Man sollte sich zur Gewalt bekennen.
    Ich wende Gewalt an. In Form von verzweifelten Argumentationen, in denen die Stimme lauter wird.
    Ich wende Gewalt an, indem ich den Fahrenden vor mir beleidige.
    Ich wende Gewalt an, indem ich verzweifelte Menschen ignoriere (sei es, weil sie schreien oder selbst andere Arten von Gewalt anwenden…zu oft unbewusst! )

    Leute, werdet euch eurer Gewalt bewusst.
    Werdet euch eures Einflusses bewusst.

    Daher danke ich der Autorin/dem Autor sehr für die letzten Worte!

    Eine Gesprächskultur muss her.

    Bitte mit Ehrlichkeit, Empathie und Wissen.

    Vielen Dank.

    LG M. Pötschke.

    „Nachhaltig denken, handeln, sein!“

    • Ich setz mich jetzt mal in die Nesseln und behaupte mal: als Nicht-Hundebesitzer über das Halten von Hunden zu philosophieren ist in etwa so wie als Kinderloser über Kindereziehung zu depattieren oder als katholischer Priester über die Führung einer korrekten Beziehung (aber wollen wir die Kirche mal lieber aussen vor lassen…). Wer sich nicht vorstellen kann was es bedeutet mit einem artfremden Wesen zusammenzuleben (und da sehe ich die Argumentation der „übermenschlichen“ Emotionskontrolle eher als Ausrede, wofür auch immer), der kann auch keine wirkliche Beurteilung darüber abgeben, weshalb man sich auf so ein Abenteuer einläßt. Und jeder der seinen Hund nicht als Spielzeug, Werkzeug oder Statussymbol hält wird mir glaube ich zustimmen können, dass es ein permanentes und ausgesprochen spannendes sowie erfüllendes Abenteuer ist…. ;-)

      • Hm, dass es ein Abenteuer sein kann, das kann ich mir sehr gut vorstellen.

        Mir fehlt bloß sehr häufig die so wichtige Auseinandersetzung, was dieses Abenteuer alles bewirken kann…bei Tierhaltern VOR dem Antritt dieses Abenteuers.

        Wenn sich Menschen dieses Abenteuer annehmen, dann können sie durchaus auch gute Gründe für finden:
        – um die Zwischen-Art-ige Erziehung zu erforschen und zu verbessern
        – um den Mitmenschen ein Vorbild zu sein
        – um Straßenhunden ein zu Hause zu geben.
        – um sich selbst besser im Leben halten zu können
        -….

        Wichtig ist jedoch die Suche nach den Gründen und diese ins Verhältnis zu setzen, mit der Realität.

        Wenn ich z.B. nur den letzten Grund für mich sehe, dann reicht das nicht aus (für mich!)

        Ich muss kein anderes Leben nutzen, nur, weil ich bisher noch keine besseren Wege kennengelernt habe mich im Leben angenehmer zu bewegen.
        Vorbild kann ich auch nur sein, wenn ich weiß welches Bild ich vertreten möchte.
        Tut es dem Straßenhund wirkilch gut bei mir zu wohnen?

        Braucht es jagdliche Leistungshunde?
        Muss ich die Zucht noch weiter unterstützen?

        Wie kann man es sonst verstehen, ein anderes Lebewesen sich untertan zu machen? Was gibt es noch neben Spielzeug, Werkzeug, Statussymbol und eingekauftes Familien-Lebewesen?
        Adoptieren wir Menschen auch schon Kinder von anderen, weil wir diese brauchen?
        Oder, weil wir anderen Lebewesen helfen wollen zur Selbstständigkeit zu gelangen?
        Aber gelangen Tiere in menschlicher Haltung zur Selbstständigkeit?

        Sind Straßenhunde/-tiere nicht vielleicht doch besser ohne Leine aber mit menschlicher Zuneigung beraten?

        Aber es geht in diesem Artickel ja um die Erziehung.
        Also sind wir da schon einen Schritt weiter:
        Wir haben uns schon für einen Hund entschieden.
        Warum?
        Das ist – leider – egal.

        Wie nun aber weiter?
        Und da finde ich sollte man wieder mit Grundfragen heran gehen.
        Welche Erziehung preferiere ich?
        Worauf beruht meine Vorliebe?
        Gibt es andere Formen?
        Kann ich diese nachvollziehen?
        Was sind meine Prämissen?
        Gewalt – ja -nein?
        Was ist Gewalt?
        Kann ich erziehen?
        Was ist mein Ziel bei der Erziehung?
        Erfüllt der Weg zum Ziel all meine Prämissen?
        Muss ich gelegentlich Kompromisse eingehen?
        Was hätten diese für Auswirkungen?
        Kann ich das Leben eines anderen in meine Verantwortung nehmen?
        Weiß ich schon vieles, um den Situationen des Alltags gerecht zu werden?
        Erziehung nach dem Prinzip „gewaltfreies und artgerechtes Hundetraining“ gesehen bei einem Seminar in Göttingen scheint mir zumindest am ehesten an das zu kommen, wie auch ich mit Menschen umgehe.
        Klar ist artgerecht auch in Frage zu stellen.
        Doch kann man von sich behaupten artgerecht zu handeln, wenn man a) nicht zu dieser Art gehört (ähnlich wie ein Nicht-Hundebsitzer und Hundebesitzer) und b) diese Art nocht nicht vollkommen verstanden hat?
        Wir Menschen haben uns ja selbst noch nicht richtig verstanden.
        Wer sagt, dass die „Strenge“ in Hunderudeln nicht abgeschwächt wird durch Geruchstoffe oder andere Gesten, die wir Menschen noch nicht sehen?

        Wenn wir schon vermenschlichen und glauben in diesen Erziehungsstrukturen den Schlüssel gefunden zu haben, dann doch bitte richtig. Entweder vermenschlichen und dann von der eigenen Erziehung ausgehen, oder die Art wirklich verstanden haben.
        So zumindest meine Schlussfolgerung.

        Als Nicht-Hundebesitzer habe ich viele Fragen. Viele Grundsätzliche.
        Da es hier ja von vielen Hundebsitzern wimmelt könnte man ja gemeinsam an der Beantwortung dieser Fragen arbeiten.

        Haben sie Hunde/Tiere?
        Hatten sie welche?

        Ich denke, es ist nicht so relevant, wenn es um grundlegende Fragen geht, ob man in der Materie steckt oder nicht.
        Ich kann keine Pädagogik leisten, wenn ich die Grundfragen meiner Schüler nicht beantworten kann. In diesen liegen die Motivationen.

        Aber wenn es ihnen hilft:
        Ich habe in meiner sehr nahen Umgebung (quasi zweiter Haushalt) zwei Hunde. Mit diesen macht es Spaß zu leben. Mit ihnen macht es Spaß zu arbeiten. Es macht Spaß sie zu beobachten und eine Kommunikationsgrundlage zu schaffen.

        Aber auch an Sie: vielen Dank für ihre ersten Worte :)

        M. Pötschke.

    • Ein wie ich finde merkwürdiger Kommentar, der mit dem eigentlichen Artikel nicht viel zu tun hat..
      Ich denke, dass „an die Hand genommen werden“ in China, ist eher bildlich gesprochen. Man wird durch China geführt, so dass man letztendlich weiß, wie man sich wann zu verhalten hat und dies auch alleine kann. Es ist nicht notwendig, lebenslang an der Hand zu bleiben.

      Die Fragen, ob wir Hunde halten wollen, was wir unterstützen, wenn wir uns einen Hund holen, ob der Hund bei uns wohnen möchte, es sich selbst ausgesucht hätte und wie viel Zwang in der Hundehaltung an sich steckt, sind mir persönlich zu philosophisch. Wenn man es nun selbst als Ziel hat, ein „Übermensch“ zu werden, tut mir das in gewisser Form sehr leid, da es nicht gesund ist, die eigenen Gefühle und Wünsche so zu unterdrücken, dass man sich komplett nur noch „angepasst“ verhält.

      Was nun allerdings den Teil mit der Gewalt betrifft, so denke ich, dass es tatsächlich sinnvoll ist, „die Gewalt“ (wobei der Inhalt wieder Definitionssache und damit eigentlich Gegenstand der Philosophie ist) nicht weiter als etwas „Verbotenes“ zu sehen, sondern sich dazu zu bekennen, dass es menschlich und damit natürlich ist, nicht immer eititei lieb und nett zu sein. Man darf auch negative Gefühle haben und man darf diese Gefühle auch äußern. Selbstverständlich ist es nicht immer einfach, wenn man mit jemandem zu tun hat, der gerade schlechte Laune hat, aber wir sind nicht rund um die Uhr Dienstleister und müssen entsprechend auch nicht dauernd mit verkaufendem Lächeln durch die Welt laufen.

      • Ok,
        Schade finde ich nur, dass die Begründung, dass es zu viel Philosophie ist als ausreichend gesehen wird.

        Ich verstehe das leider so, dass Sie damit das eigene Bewusstsein und die eigene Verantwortung nicht genügend verstanden haben und nutzen.
        Ich denke aber, dass sie durchaus das erforderliche Bewusstsein dafür besitzen und auch verantwortungsvoll sind.
        Ich verstehe nur die Entschuldigung, diese nicht zu nutzen nicht, weil es zu philosophisch sei.

        Für mich heißen diese philosophischen Fragen Grundsatzfragen, die die menschlichen Fähigkeiten integrieren. Die besitzen aus meiner Sicht alle Menschen.

        Keine Scheu vor Philosophie. Bewusstsein vor Bequemlichkeit.
        Das möchte ich damit sagen.

        Ich hoffe meinen Standpunkt ein bisschen besser deutlich gemacht zu haben und auch, dass diese Kommentare doch im Grunde mit dem Thema zu tun haben.

        Einen schönen Abend allen :)

        • Mir geht es nicht darum, dass philosophische Diskussionen nicht gut seien oder dass es sich nicht lohne, sich Gedanken über Grundsatzfragen und die Klärung von Begrifflichkeiten zu machen, sondern lediglich, dass ich nicht finde, dass eine philosophische Diskussion hier hergehört, da diese meiner Ansicht nach den Rahmen der Kommentarliste komplett sprengen würde. Interessant wäre eine solche Diskussion an anderer Stelle, beispielsweise in dem Forum dieser Seite, da es dort möglich ist, übersichtlicher auch schwierigere Gedankengänge auszutauschen. :-)

          • Das ist natürlich ein sehr guter Vorschlag.

            Der Nachteil an solchen Foren ist jedoch, dass sich meist die Menschen dort treffen, deren Wissen und Gedanken auf gleicher Ebene ist.

            Eine Vermischung von Gedankengängen passiert damit aber leider nur sehr selten.

            Die Anbringung von auch schwierigen Gedankengängen regt an ungewöhnlichen Orten gern auch ungewöhnlich zum Denken an.

            :)

          • Das stimmt auch wieder. Ich wollte hier keine Diskussion im Keim ersticken, auch wenn das vermutlich so aussah, mir ging es bloß darum, dass philosophische Gedanken so großräumig sind. Da beschäftigt man sich zunächst damit, ob Hundeerziehung mit Strafe fürchterlich ist, kommt zu der Überlegung, ob Hundehaltung nicht generell mistig ist, weil man einem Lebewesen vorgibt, wie es sein Leben zu halten hat. Anschließend folgen beispielsweise Überlegungen zum freien Willen von Hunden bzw. Tieren generell oder auch Menschen und dann kann man sich überlegen, wie der Mensch zu dem wurde, was er jetzt ist und ob das alles so weiter gehen kann und sollte.. Ich finde, da philosophische Diskussionen so schnell abdriften, ohne das jetzt schlecht zu finden, ist es schwierig, diese in einem solchen Kontext zu führen. Mehr nicht ;-)

            Nele

          • Hey Nele, leider kann ich auf deinen letzten Kommentar nicht dirket antworten, daher nun auf diesen.

            Ich finde deine Meinung in Ordnung. :)
            Jedoch stimme ich ihr noch nicht ganz zu.

            Ich habe das Gefühl, dass viele Hundebesitzer, so, wie es Tanja M. schon oft versucht hat auszudrücken, ihre Erziehungen verharmlosen.

            In meinem Umfeld, in dem ich fast täglich mit diesen beiden Hunden in Kontakt komme und mich mit der Bestitzerin über die Erziehung unterhalte erlebe ich es und beobachte gewisse Erziehungsarbeiten auch in ihrem Umfeld auf Seminaren und Wettberwerben und Tests etc.

            Dort sind Griffe über die Schnauze, an den Ohren fassen oder am Nacken, sowie lautes Zurechtweisen ein Mittel der Erziehung.
            Zum Glück erlebe ich in meiner unmittelbaren Umgebung viele Verbesserungen.
            Leider ist dort aber auch viel Unsicherheit vorhanden.

            Sie hat schon länger Hunde, beschäftigt sich wirklich sehr intensiv mit der Erziehung und hat schon viel gelesen und viel geredet und sich viel informiert.

            Leider ist vieles so unterschiedlich, dass die Unsicherheit, gerade mit solchen Artickeln, nur geschürt und nicht verringert wird.

            Gewalt fängt nicht erst bei einem Tritt an.

            Nun gibt es anscheinend eine gewaltfreiere Erziehung, die sich an Beobachtungen der Tierwelt orientiert.

            Da – so meine Meinung- maßt sich der Mensch an artgerecht zu erziehen.
            Er hat beobachtet, abgewogen und meint nun genau zu wissen, wie sich eine Art erzieht und setzt dies um. Teilweise erfolgreich, teilweise nicht.

            Fakt ist, dass eine Maßregelung mit der Schnauze einer Hundemutter nicht das selbe sein kann, wie eine Maßregelung mit den Vordergliedmaßen des Menschen.
            Für einen Hund kann das einen großen Unterschied bedeuten.
            Auch ein Knuff mit der Hand oder ein leichtes Ziehen am Ohr, oder ein Leinenruck ist nicht dasselbe, wie ein unblutiger Biss einer Hünding ihren Welpen gegenüber oder Welpen untereinander.

            Andere Arten haben nunmal andere Möglichkeiten.
            Es ist einfach nicht dasselbe, wenn wir mit unserem Gebiss dazwischen fahren würden. Vielleicht aber ähnlicher, als wenn wir unsere Gliedmaßen nutzen würden.

            Daher bin ich der Meinung, dass man nach einer menschlichen Erziehung ausschau halten sollte.
            Diese ist gottseidank 2013 eher gewaltfrei gewünscht.

            Warum dann nicht das beobachtete Wissen bei der Artinternen Erziehung nutzen und mit unseren Idealen vermengen?

            Gewaltfrei Artbezogen erziehen:

            Individuell der Art gerecht
            Individuell dem Individuum gerecht.
            – gewaltfrei.

            Dafür muss sich aber der Mensch im Klaren sein, dass
            – Anschreien Gewalt ist
            – Einsatz von Zwang mit Hilfe unserer Gliedmaßen Gealt ist
            – Benutzen von Grundlagenentzug Gewalt ist (Nahrung, Sicherheit, Unterschlupf, Soziales Umfeld)

            … etc.

            Erst diese Fragen beantworten und nach Lösungen suchen.
            Erst bei sich schauen.
            Vermeiden von Argumenten aufGrudn von Beobachtungen anderer Arten.
            Haben wir mit dem Beobachten wirklich alles verstanden?
            Nein?
            Warum dann anwenden, wenn es doch offensichtlich Gewalt beinhaltet?
            Oder sehen wir, dass da keine Gewalt ist? Mit Bissen, mit Knuffen, mit Knurren?
            Sind das „bloße, energische Neins“? Oder ist das doch mehr?
            Oder ist das vielleicht doch mehr,wenn es eine andere Art falsch ausführt?
            Wissen wir das?

            Was bedeutet es für einen Hund, wenn man ihn mit den Vordergliedmaßen maßregelt?
            Was bedeutet es für den Hund, wenn er etwas klirrendes an den Kopf oder in seine Nähe geworfen bekommt?
            Was löst es in ihm aus?
            Neurologie!
            Nachforschung!
            Wissen!

            Bis dahin, so gewaltfrei wie möglich agieren.

            Oder brauchten wir etwa bis in die heute immernoch den Rohrstock, obwohl wir erst heut immer besser ins Gehirn schauen können, um zu sehen, was dieser an Hirnregionen anregt und positive Erziehung einiges besser im Hirn wirkt?

            Liebe Grüße :)

  42. Hallo Nina

    Der Artikel trifft den Punkt .Ich bin auch der Meinung
    das mit dem Hund auch Verbal u. Körper sprache gearbeitet werden sollte. Der Hund sollte auch die Möglichkei bekommen die Situation zu erfahren u. selbst regeln.
    Viele HF lassen leider nicht mal zu das sich die Hunde beschnueffln können . Wen ein Hund nicht die Möglichkeit den anderen Artgenossen zu begrüßen wird dieser aggressiv verhalten.
    Deshalb last die Hunde auch Hunde sein.

  43. Vielen Dank für diesen perfekten Artikel,,,seid ich meinen Hunden wirklich ehrlich gesagt habe, was ich von Ihnen in unserer Menschenwelt erwarte und den Rest meine Hunde Hunde sein lasse,sind wir ein PERFEKTES TEAM…ich, für mich, kann nur sagen mit Leckerchen und Wattebäuschen gings nur bedingt… auch nicht mit spielen, wie Balli , Futterbeutel etc. Heute gehen wir total entspannt spazieren und ich kann wirklich sagen —wir verstehen uns—

    • Das war jetzt hoffentlich nicht ernst gemeint („Nachdem ich meinen Hunden ehrlich gesagt habe, was ich von ihnen in der Menschenwelt erwarte…“)
      So einfach ist das also ! Kopfschüttel…

  44. Hallo zusammen,

    auch finde den Artikel nicht schlecht. Er provoziert in seinen Beispielen, aber das ist wohl Absicht. Die Antworten sind darauf interessant. Ich bin der Meinung, daß nicht mal 50% aller Hundebesitzer dieser Diskussion folgen können. Es wird ein Wissen vorausgesetzt, das vielleicht Trainer, ob beruflich oder in einem Verein, haben können bzw. haben sollten. Bleibt bitte auf dem Teppich. So kompliziert und wissenschaftlich ist Hundeerziehung nicht! Wer ein Kind großgezogen hat oder daß noch tut hat ein gutes Rüstzeug um mit Hunden umzugehen. Ein Weg zwischen E-Gerät und Wattebäuschchen ist der Richige.

  45. Hallo Nina,

    ich konnte den Artikel nicht bis zu Ende lesen, da er derartig polarisiert.

    Als Mutter einer Tochter habe ich auch alles „positive“ hervorgehoben.
    Schläge , anbrüllen und psychische Gewalt konnte ich mir sparen, denn es klappt auch so, schon 18 Jahre lang.
    Ich wuchs noch so auf, das eine Ohrfeige dazu gehört und Grenzen aufzeigt.
    Ich empfand es schon damals als Kind unwürdig und mir ging es Elend damit.
    Also ich weiss das es Grenzen gibt, meine Tochter auch. Gleiches Ziel erreicht. Jedoch wer fühlt sich besser , wer wird sich besser entwickeln?
    Ich habe in vielen Dingen Hemmungen, meine Tochter probiert es aus und lernt dadurch viel besser.
    So nun mal Schluss mit der Kindergeschichte.
    Hast du Kinder Nina? ;-)
    Ich bin auch Hundetrainerin, für mich wichtig ständige Fortbildungen.
    Meiner Meinung nach muss ein Hund erwünschtes Verhalten gelernt bekommen und zwar so das er es gerne tut. Der Hundehalter sollte auch über ein gewisses Mass an Wissen verfügen. Dieses vermittele ich ihm in jeder Trainingsstunde. Kann der Hund das gelernte, dann erwarte ich es auch von ihm. Dazu muss ich nicht brüllen oder schlagen. Meistens macht es der Hund sehr gerne, wenn das Training und der Aufbau gut waren.
    Sicher bin ich keine Zauberin, auch das sage ich meinen Kunden . Nicht jedes Verhalten ist umlenkbar.

  46. Liebe Autorin, liebe Diskussionsteilnehmer,

    es wird immer unterschiedliche Meinungen geben! Sehr sachlich allerdings, fand ich diesen Artikel auch nicht, ich fand ihn aber auch nicht komplett falsch!

    In den letzten Jahren ist der Hund als „Familienhund“ in Mode gekommen und damit auch die Erziehung dieser!

    Alleine hier ist schon der erste Fehler in meinen Augen: Es gibt keine Familienhunde! Gibt es bei Hunden ein „Familien-Gen“, dass diesen Hund besonders geeignet macht? Nein, ich denke nicht.

    Da hole ich mir eine Hundezeitschrift, mit einem Artikel welche Hunde besonders Anfänger geeignet sind, lese mir diesen durch und muss mit dem Kopfschütteln. Nicht nur, das ich ganz persönlich keine dieser Rassen auch nur annähernd als „einfache“ Rasse bezeichnen würde, nein, schon der ganze Ansatz läuft in die falsche Richtung!

    Wenn ich noch nie einen Hund hatte, dann fange ich nicht an mir einen Hund oder eine Rasse aus zu suchen, sondern ich setze mich hin und informiere mich erstmal was der Hund überhaupt für ein Tier ist! Welche Bedürfnisse hat so ein Hund, wie sind Hunde gestrickt usw…

    Viele Hundehalter sind vollkommen erschrocken, wenn man ihnen sagt, dass sie da ein Raubtier an der Leine führen. Ja, Hunde sind Jäger und Fleischfresser. Hunde haben eine Rudelstruktur, in der jeder einzelne Hund seinen Platz hat und weiß, wo er hingehört. Da werden die Welpen und Junghunde nicht den ganzen Tag bespaßt. Hunde gehen nicht einfach mal eben spazieren, weil ja so schönes Wetter ist oder sie ein „Lauf-Gen“ haben. Hunde bewegen sich um Jagen zu gehen, ihr Revier zu makieren (hier auch nur die, die dafür zuständig sind)! Ansonsten wird gerüht oder eben Sozialkontekte gepflegt. NEin, auch ein Husky muss nicht 7 Stunden am Tag laufen.

    Auch brauchen Hunde keine Jacken, Mäntel, Schuhe oder was weiß ich noch.

    Fragt sich keiner, wie die Hunde früher erzogen wurden? Gibt es wirklich Menschen, die glauben, die Bauern hatten die Zeit ihre Hunde noch groß zu erziehen? Und trotz alledem waren diese Hunde ausgeglichen und wußten sich zu benehmen.

    Warum?

    Die Hunde kannten ihre Stellung im Rudel, sie hatten eine Aufgabe und hatten eine Hand die sie fütterte. Da hat sich niemand stundenlang mit dem Hund beschäftigt, ihn ausgelastet, ihn bespaßt oder ist mit ihm zum Hundesport gegangen. Der Hund war Hund, nicht aber PArtnerersatz, Sportbegleitung, Kinderersatz oder oder oder!

    Hunde gehen unter einander auch nicht zimperlich miteinander um. Das gehört aber auch zum lernen dazu! Das fängt mit der Beißhemmung an, ja beim Welpen. Irgendwie muss diese ja auch erlernt werden.

    Ich persönlich halte auch nichts von Gewalt in der Hundeerziehung, aber ich halte auch nichts von Konditionierung.

    Wenn ein Hund im Galopp auf mich zu gerannt kommt, mich anspringt und rempelt, dann rempelt ich durchaus auch zurück. Bin ich dem Hund gegenüber dann Gewalttätig? Ich glaube kaum.

    Weniger ist einfach mehr.

    Mein Hund ist mit 8 Wochen zu mir gekommen und seit dem ersten Tag ohne Leine gelaufen. Ich musste bis heute nicht einmal schreiend im Wald oder am Feld stehen oder gar am Auto auf meinen Hund warten. Aber ich spiele auch kein Fangen mit meinem Hund, wenn er nach dem Gang im Wald ins Auto soll und nicht einsteigen will und lieber fangen mit mir spielen möchte, schließe ich den Kofferraum, steige ein, lass den Motor an und fahr aus der Praklücke und aller spätestens jetzt steht mein Hund neben dem Auto und steigt ohne weiteres ein.

    Bin ich deshalb ein Tierqäuler? Ich glaube kaum, ich bin einfach nur strickt und konsequent. Mein Hund fällt seine Entscheidung und ich meine.

    Mein Hund läuft an einer Weggabelung in die -Richtung, die für ihn grade spannend ist, ich laufe in die Richtung in die ich laufen möchte und spätestens nach 3 Sekunden ist mein Hund neben mir. Ich rufe nicht, ich pfeife nicht, ich rede eh kaum mit meinem Hund. Mein Hund hat sämtliche Freiheiten, nicht weil es mir egal ist, sondern weil wir uns aufeinander verlassen können. In Situationen die für meinen Hund unsicher sind oder gefährlich, läuft sie einen Schritt hinter mir, meist von selbst, ansonsten reicht eine zu ihr gewendete Handinnenfläche.

    Das Geheimiss ist einfach, den Hund als das zu sehen was er ist! Mit all seinen Bedürfnissen, und das sind nicht die Bedürfnisse, die wir Menschen gerne bei unseren Hunden sehen würden. Der Hund hat keinerlei menschliche Bedürfnisse.

    Es geht um das Miteinander, darum, sich auf den anderen Ein zu lassen, das Beobachten und das miteinander Kommunizieren.

    Wenn ich mit dem Handy in der Hand und der Hundeleine in der anderen Hand spazieren gehe, brauche ich mich auch nicht wundern, dass mein Hund sich mit anderen Dingen beschäftigt und nicht hört!

    Im Grunde sind diese ganzen Diskussionen so überflüssig, wie die Frage nach dem Ei und der Henne….

  47. Beim lesen dieses Artikels war mir danach, aufzustehen und standing ovations zu klatschen (hab’s nur nicht gemacht, weil die Autorin es vermutlich leider nicht gesehen hätte… ;-) ).
    Bestechende Argumentation, die mir aus der Seele spricht. Herzlichen Dank an die Autorin für diese sehr differenzierte Betrachtung!

  48. Hallo an alle,

    nach der geradezu epischen Länge der Texte zu urteilen, könnte man meinen, dass es hier einigen Leuten eher um die Selbstdarstellung oder das Totschlagen von Langeweile geht. Man kann mit langen Wort-Ergüssen nämlich auch nichts (Neues) sagen. Teilweise wird doch ziemlich detailverliebt und besserwisserisch aneinander vorbeidiskutiert bzw. philosophiert.

    Wenn hier Grundwissen bewiesen werden muß (Rudeltier Hund), zweifle ich schon an der Kompetenz mancher „Hunde-Experten“ – sorry.

    Sind wir uns wenigstens darin einig, dass die Voraussetzungen für eine gut funktionierende Mensch-Hund-Beziehung

    eine sehr gute Kenntnis des Tieres,
    eine klare Rangordnung, in der der Hund seinen Platz kennt,
    unbedingte Konsequenz bei der Korrektur unerwünschten Verhaltens – OHNE dem Hund Angst oder Schmerzen zuzufügen !,
    deutliche Signalgebung durch Sprache, Körperhaltung und Gestik,
    das gegenseitige Erlernen und „Lesen“ der Körpersprache (Blickkontakt halten, um Aufmerksamkeit zu gewährleisten !) und nicht zuletzt
    eine Riesen-Portion Geduld und vor allem LIEBE ist ???

    Chris.

    • Aber wenn doch schon längst bewiesen ist, dass der Hund kein Rudeltier wie der Wolf ist… dann muss man sich das eben doch bitte sagen lassen.
      So haben wir gar nicht den gleichen Wissenstand für eine ordentlich Diskussion.

      Man schüchtert den Hund aber ein. Ob man will oder nicht. Hunde tun ja nichts anderes. Sie schüchtern ihr Gegenüber ein, sind aber wesentlich schneller und feiner (besonders im Deeskalieren), der Mensch ist da einfach gröber und hölzern.

      • Entschuldige, Tanja: Habe ich das gerade richtig verstanden, dass du die Intelligenz der hier Diskutierenden anzweifelst, nur weil sie anderer Auffassung sind ? Ich glaube nicht, dass wir uns etwas „von dir sagen lassen“ müssen. Du erklärst deine Behauptungen zur allein gültigen Wahrheit, obwohl es – auch, wenn du es bestreitest – zahllose Studien und Forschungsergebnisse mit den gegenteiligen Erkenntnissen gibt.

        Wer deine Meinung nicht teilt, ist also unqualifiziert ???

        Aber du hast Recht: Auf diesem Niveau der Selbstgerechtigkeit möchte auch ich nicht mehr mitdiskutieren und klinke mich aus.
        :o(

        • Ich verstehe nicht so ganz, wie du darauf kommst. Du musst zwischen Auffassungen udn wissenschaftlichen Fakten unterscheiden.

          Dass Hunde Rudel bilden, wie es hier oft angeführt wird, ist nun einmal widerlegt. Das ist ein Fakt. Es scheint aber so, als hätten das viele noch gar nie gehört. Hier ist es nötig, dass wir alle auf dem gleichen Stand sind. Es dürfte keine aktuelle Studie geben, die beweisen würde, dass Hunde doch Rudel wie Wölfe bilden.

          Wissen hat mit Intelligenz nur sehr wenig zu tun. Deckungsgleich sind sie sowieso nicht.

          Es tut mir leid, dass du dich aufgrund dieser Fehlinterpretation angegriffen fühlst.

          • Hallo Tanja,

            ich zitiere aus Deinen Kommentaren:

            „Aber wenn doch schon längst bewiesen ist, dass der Hund kein Rudeltier wie der Wolf ist… dann muss man sich das eben doch bitte sagen lassen.“

            „Du musst zwischen Auffassungen und wissenschaftlichen Fakten unterscheiden.“

            Wahrscheinlich ist es Deine mitunter unglückliche Wortwahl, die den Eindruck von Selbstgerechtigkeit (wie von Chris formuliert) hervorruft.
            Niemand MUSS etwas.

            Und wo finde ich UNWIDERLEGBAR, dass Hunde keine Rudeltiere sind?
            Jahrzehnte (Jahrhunderte?) wurde das Gegenteil propagiert. Von „längst bewiesen“ kann also keine Rede sein. Wahrscheinlich kann man sowohl das eine als auch das andere anzweifeln oder aber sowohl das eine als auch das andere als Argument zur Untermauerung der eigenen Ansichten heranziehen.
            Unwiderlegbar bewiesen hingegen ist nichts davon.

            Ich habe hier übrigens gerade (neben Kind und Mann) ein „Rudel“ dreier höchst unterschiedlicher Hunde (auch in den Rassen sehr verschieden) um mich herum.
            Grundlagen unserer sehr gut funktionierenden Hunde-Menschen-Beziehung sind

            „eine sehr gute Kenntnis des Tieres,
            eine klare Rangordnung, in der der Hund seinen Platz kennt,
            unbedingte Konsequenz bei der Korrektur unerwünschten Verhaltens – OHNE dem Hund Angst oder Schmerzen zuzufügen !,
            deutliche Signalgebung durch Sprache, Körperhaltung und Gestik,
            das gegenseitige Erlernen und “Lesen” der Körpersprache (Blickkontakt halten, um Aufmerksamkeit zu gewährleisten !) und nicht zuletzt
            eine Riesen-Portion Geduld und vor allem LIEBE“ (Zitat aus Chris‘ Kommentar)

            … ganz ohne Wattebäuschchen, Anschreien und Pseudo-Hundemutter-spielen.

            In diesem Sinne weiterhin fröhliches Diskutieren!
            Stella

          • Was sind dann die grosszahligen Rudel von Strassenhunden in Griechenland, Spanien oder Malaysia. Sie bilden Sozialgemeinschaften. Das sind für mich Rudel, in welchen auch Hierarchien herrschen.

    • Meiner wird auf jeden Fall kürzer als Ihrer – ich bin eher ein Anhänger von Technik ;-)

      Darf man denn nicht ausführlich und sachlich diskutieren?

      Wenn Sie unser Grundwissen und unsere Kompetenz anzweifeln, darf ich das auch mit Ihrer? Sie schreiben von Rudeltier Hund und klarer Rangordnung. Dies ist schlicht eine alte Sichtweise, falsch und mit Studien, auch namhafter Forscher, widerlegt:
      (Hier funktionieren keine Links, deshalb Tante Google bemühen)
      Bitte suchen nach:
      „Das Dilemma mit der Dominanz“ – guter Artikel mit jeder Menge Quellen
      Wikipedia „Wolf“ – hier speziell der Abschnitt „Soziale Organisation“
      Wikipedia „Alphatier“

      Ich stimme Ihnen aber dabei zu, dass es ohne Kenntnis, Konsequenz, deutliche Signale, Lernen, Geduld und Liebe nicht gut funktioniert.

      R. Groth

  49. Hallo zusammen, ich verfolge die Kommentare von Beginn an und möchte hier einfach mal ein Kompliment an alle Beteiligten loswerden:

    IM GROSSEN UND GANZEN EINE SCHÖNE UND MEIST SACHLICH GEFÜHRTE DISKUSSION, DER ES SICH ZU FOLGEN LOHNT!

    Überwiegend über der Gürtellinie. Und das ist heute in den meisten Foren nicht selbstverständlich. Deshalb traue ich mich hier nach eurer Meinung zu fragen:

    Wie definiert ihr Gewalt unter Tieren bzw. Hunden für euch ?
    Wie definiert ihr Gewalt unter Menschen für euch?
    Wie definiert ihr Gewalt zwischen Hund und Mensch?
    Wie definiert ihr Gewalt unter Staaten für euch?

    Wie steht ihr zur Ausübung von Macht?
    Was ist für euch Machtmissbrauch?

    Und zwei direkte Fragen zum Hundeverhalten:
    Darf oder muss sich ein Hund submissiv verhalten können?
    Wie würdet ihr ängstliches und submissives Verhalten unterscheiden?

    Ich freue mich auf eure Antworten und die weitere Diskussion!

    Frank

  50. Auch wenn Kevin und Jaqueline normalerweise Strunzdoof sind – der Vergleich hinkt.
    Die Zwei haben jeder für sich selbst mit drei Jahren mehr Verstand als jedes noch so intelligente Hundeviech.

    Der Methodenkritik könnte ich zustimmen nur wenn wir schon damit anfangen dann bitte keine „es gibt“ … „Vielleicht Studien, die nicht den wissenschaftlichen Maßstäben entsprechen“ und „es gibt“ Studien, die sich widersprechen. Konsens in der Wissenschaft ist:

    * es gibt- Aussagen sind nicht falsifizierbar und daher unwissenschaftlich.
    * all- Aussagen sind nicht verifizierbar.
    * Die Validität einer Theorie hängt nicht von deren Alter ab.

    Dann bitte Butter bei die Fische. Und dann wird die wissenschaftliche Forschung mit den Pseudowissenschaftlichen Esoterischen Notfalltropfen (Entschuldigung meistens) Hundemamas auf eine Ebene gestellt.
    Wer aber schon mit Homöopathie ankommt kann, was eine wissenschaftliche Diskussion angeht nicht wirklich ernst genommen werden wollen.
    Meistens geht es dann mit Aussagen aus der eigenen teilweise sehr umfangreichen Erfahrungswelt weiter, aus der heraus generalisiert wird. „ich kenne aber einen …“ – „sonst macht er das aber nicht …“, „es gibt aber …“ „alle Hunde …“ – Da kann man verständnisvoll zuhören man kann aber nicht darüber diskutieren – weil es eben jenseits jeder Erkenntnistheorie ist.

    Und sonst … Nina Du hast völlig Recht!

  51. Auch wenn es richtige Aussagen gibt, mag ich diese Art nicht, dass Vorurteile gepflegt und bestärkt werden, und alles in einen Topf geworfen wird. Insgesamt finde ich, der Artikel ist eher schlampig und unpräzise in der Beschreibung, Deutung und Auswertung der Phänomene, die er bespricht. Ob es um Ruckdämpfer, Brustgeschirr, die richtige Auswahl einer hochwertigen Belohnung, Aggressionen oder Beschwichtigungssignale geht, alles wird gleichermaßen undifferenziert und diffamierend behandelt. Dass viele Hunde aus dem Tierschutz traumatisiert sind, und deshalb vielleicht Probleme haben, kommt bei ihr gar nicht erst vor. Nur dass die unsichere Besitzerin einen unsicheren Hund produziert hat, habe ich jetzt verstanden. Das wäre dann ich selber, obwohl mein erster Hund souverän, sozial kompetent und einfach eine coole Socke war, seltsam… Die abstruse Aussage, dass Hunde durch Teletak und Stachler weniger Stress haben, höre ich zum ersten Mal, und ich habe auch bisher nicht den Eindruck gewonnen, dass Hunde es wirklich verstehen, wenn ich sie anknurre oder anstarre. Das kann ich auch nicht so gut. Und: obwohl ich mich bemühe, meine Klappe zu halten, wenn andere Hundebesitzer mit ihren Hunden grob und unfair umgehen, ich würde doch schon eher eingreifen, auch wenn der andere noch nicht von Sinnen ist, wenn er seinen Hund prügelt.

    • Weil die Studie falsch wiedergegeben wurde. Es wurden Stachler und Teletakt als zwei Beispiele für positive Bestrafung genommen und mit einem über negative Strafe (!) trainiertes Abbruchsignal verglichen (und NICHT übe rpositive Bestärkung).
      Dass sowohl Teletakt als auch Stachler da weniger Stress verursacht haben, weil sie unmittelbar wirken, ale ein unzuverlässiges Abbruchsignal über negative Strafe, ist nicht weiter verwunderlich.

      Aber ich stimme dir schon zu, Elisabeth. Für mich passt das in diesen Artikel: diffamierend und ungenau. Zu vieles ist angesprochen, zu wenig beleuchtet. Vieles einfach weggelassen.

  52. Ich habe „nur“ den Grundartikel gelesen. Meine Meinung. Schaut Euch doch einfach mal über einen längeren Zeitraum ein Hunderudel an. Wie es agiert, interagiert. Hierbei es je nach Aufbau natürlich differenziert betrachtet werden muss.

    Kein Aas dort klickert, „spricht“ in höchsten Tönen, kein „ksscht“ (like Hundeflüsterer) ertönt. Sie arbeiten mit Körpersprache, sind auch mal geneigt ihre Interessen mit deutlichen Lauten durchzusetzen. Zur Not auch mit „körperlichen Nachdruck“.

    Es klappt ohne das danach ein Vierbeiner zum Psychiater muss.
    Übertreibt einer stehe ich als Mensch da und greife regelnd ein.

    Trotz = z.B. Knurren = auch schon Aggression klappt das Zusammenleben, es bleibt insgesamt harmonisch ohne das sie versuchen sich gegenseitig umzubringen.

    Ich halte seit 1976 Hunde. Seit X Jahren bis zu 7 Hunde. Kein Zwinger, freier Zugang zum Haus etc. Betreuung rund um die Uhr.

    Mir gehen deshalb so einige Strömungen im Umgang mit dem Hund auf den Keks oder ringen mir höchstens ein Lächeln ab.
    Deshalb sage ich: „Schaut auf die Hunde.“

    Sie lehren uns wie wir mit ihnen in Interaktion treten können.
    Allein das kann so vielfältig sein so das jedes Rezept, jede „Ideologie“, mehr als oft Makulatur wird.

    Nein. Unsere Hunde machen kein Dogdancing, werden nicht via Klicker und CO konditioniert, werden nicht platt geflüstert.
    Es gibt eher Regeln die einzuhalten sind. Das heißt:
    Keine Aggression gegenüber uns oder Besuchern. Es gibt einen Freiraum dessen Grenzen nicht überschritten werden darf.
    Sie dürfen, sollen ihre Persönlichkeit entwickeln ohne uns auf dem Kopf zu tanzen.
    Ein gewisser Grundgehorsam. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
    Das klappt vorzüglich. Wir brauchen keine Hunde die vor uns zu Boden gehen, kein „Kadavergehorsam“. Wir brauchen Hunde die einerseits selbstbewusst sind, doch wissen wo sich die Grenze befindet die ihnen sagt: „Stopp!“
    Selbst Hunde untereinander interagieren nicht anders.
    Trotzdem nicht verallgemeinern!
    Ein Rudel mit Leonbergern ist einfacher zu führen als ein Rudel mit Schäferhund, Kuvasz, Hovawart etc.

    Man muss kontinuierlich lernen, sich auf die jeweilige Struktur eines Rudels einstellen. Es gibt halt kein allgemein gültiges Rezept.
    Einfühlen/Empathie, verstehen lernen. Ich komme manchmal aus dem Staunen nicht heraus was so mancher Hund für psychische Fähigkeiten hat.

    Er kann furchtbar lieb sein, aber auch mal ziemlich sauer reagieren. In allerletzter Not auch mal mit seinen Zähnchen.
    Also auch mal mit deutlicher Aggression seine Interessen durchsetzen.
    Hierbei im Rahmen einer Notwendigkeit, nicht aber als andauerndes probates Verhalten innerhalb eines Rudels.

    Und sorry. Ich reagiere auch mal sauer wenn die Vierbeiner übertreiben. Allein mit deutlichen Worten, und nur in absolut seltenen Fällen auch mal körperlich, klappt es vorzüglich.

    Es gibt Situationen in denen auch körperlich reagiert werden muss. Wer einmal einen Hund hatte der unter der idiopathischen Aggression litt weiß das dann Wattebäuschen etc. nicht mehr reichen, das es dann richtig gefährlich wird.

    Abzulehnen ist hingegen eine Ausbildung die auf Gewalt aufbaut.
    Die einen Hund zu einem Sklaven macht.
    Den absoluten Verzicht auf Gewalt gibt es indes auch in einem Hunderudel nicht.
    Das sollte man überdenken. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
    Das mal in Kürze.

    • mir aus der Seele gesprochen. Seit Jahrzehnten sind ständig 4-5 große Hunde aller Rassen in meinem Rudel. Alles ältere Tiere teils aus Zwinger-, schlechter- oder langjähriger Tierheimhaltung auch aus dem Ausland. Und es wundert mich immer wieder wie schnell selbst die oft als „total unverträglich“ beschriebenen Hunde ihren Platz finden. Laßt die Hunde einfach Hunde sein, dann ist dieser ganze derzeitig aufgebauschte Erziehungsfirlefanz absolut unnötig!

    • Auch mir spricht dieser Artikel aus der Seele.
      Herzlichen Dank dafür!
      Bei uns leben seit Jahrzehnten Tierheimhunde (immer drei bis vier), jeder mit seiner eigenen, meist nicht so tollen Vergangenheit und den damit verbundenen Eigenheiten.
      Mir geht es da ähnlich wie Wolfgang Rosen: Auch bei uns hatten schon „total unverträgliche“ Hunde ein endgültiges Zuhause gefunden und sich hervorragend in selbiges eingelebt.
      Seit 10 Jahren lebt ein Hund bei uns, der mit 5 Jahren als total bissig ins TH abgegeben wurde, weil sich (glücklicherweise!) der Tierarzt des vorherigen Halters weigerte, den Hund trotz Bissigkeit einzuschläfern. Wie gesagt: Seit 10 Jahren lebt er bei uns ein wie es scheint glückliches Leben und hat von vier Beißvorfällen in den ersten zwei Jahren nie wieder gebissen – weder Mensch noch Hund. Wir sind die gleiche Schiene gefahren wie Uwe Hermann: Grenzen setzen, ohne zu unterdrücken; den Hunden ansonsten ihre Persönlichkeit lassen und auf ihre Bedürfnisse eingehen – und das funktioniert nur, wenn ich die Hunde, mit denen ich zusammenlebe, beobachte und akzeptiere, dass es keine Patentrezepte gibt, die bei allen Hunden gleichermaßen funktionieren.

  53. Vielen Dank für diesen Artikel und die damit verbundene Einladung zur „Ethik-übergreifenden“ Diskussion.

    Neben vielen richtig festgestellten Punkten zum Thema Wissenschaft, möchte ich noch zwei weitere Dinge anmerken, die mir bei den „rein positiv“ arbeitenden Hundetrainern sauer aufstösst:

    1) mit welcher Berechtigung wird eigentlich die Gefühlslage eines Hundes als gegeben angesehen? Speziell zum Thema Agression wird mit einer Absolutheit behauptet, sie sei beim Hund immer angstmotiviert. „Er habe schlechte Erfahrungen gemacht; er agiere agressiv um sich eine Bedrohung vom Leib zu halten“. Woher nimmt man diese Erkenntnis? Nicht einmal an der Körpersprache lassen sich jedesmal die entsprechenden (angstmotivierten) Signale zeigen. Da wird ein „dem Hund muss ich nur in die Augen sehen, um zu erkennen dass er Angst hat“ verallgemeinert auf Agressionsverhalten generell. Ketzerisch gefragt: Gibt es irgendeine Studie, bei der man Hund/Tier vor/während/nach einer „stressigen/“angstbesetzten“ Situation Blut abgenommen hat und die damit einhergehenden Hormone messbar darlegen konnte? Wenn ich schon bei meinem Partner nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen kann, wie er sich in einer Situation genau fühlt (meist ist man sich ja nicht mal bei seiner eigenen Gefühlslage sicher), wie will ich denn artübergreifend wissen, wie die Gefühlslage ist? Dies sind Interpretationen und keine beschreibende wissenschaftliche Faktensammlung und damit eben nur noch esotherisch diskutierbar. Gerade bei territorialer Agression bezweifel ich die „Angstmotiviertheit“ doch sehr stark. Und damit ist das „reinclickern/positiv bestärken“ der eventuell vorhandenen „mit guter Gefühlslage besetzten Agression“ fatal und kann mehr schaden als nutzen.

    2) eine Frage zur „Intermediären Brücke/Keep Going Signal“ (jajaja ich weiss, das ist nicht das selbe/gleiche): wenn ich mich mal auf diese Gefühlsebenen-Diskussion einlasse, dann möchte ich die Frage stellen inwieweit es förderlich ist, diese Intermediären Brücke/Keep Going Signal anzuwenden. Ein plakatives Beispiel: Jemand möchte von mir, daß ich zu ihm komme. Grundsätzlich habe ich bereits erfahren, daß dieser Mensch angenehm für mich ist und mir nichts böses will. Manchmal habe ich ausserdem Gutes von dieser Person erfahren. Nun werde ich gerufen und die Person möchte dass ich komme. Eigentlich würde ich diesem Ruf also folgen, doch dieses Mal habe ich leider gerade keine Zeit. Was hilft es mir denn nun, wenn diese Person mir zuruft: „wenn du kommst, bekommst du ein Eis von mir; wenn du kommst, bekommst du ein Eis von mir; wenn du kommst, bekommst du ein Eis von mir; wenn du kommst, bekommst du ein Eis von mir;(auch bekannt als: LALALALA oder schnickschnackschnuck). Da ich permanent erzählt bekomme, daß ich eine Belohnung (welcher Art auch immer) bekomme, nimmt es mir doch die Freude darauf. Ich habe ja die Gewissheit, daß ich das Eis/die Belohnung auf jeden Fall bekommen werde. Wie doof ist das denn? Inwiefern soll mir das bei meinem Verhalten „zu kommen“ helfen? Die Überraschung ist weg, die „Belohnung“ wird dermassen oft angekündigt, daß sie in Frust umschlägt, weil sie nicht gegeben wird und die „Freude“ darauf erlischt. (Nicht vergessen, wir diskutieren hier auf einer Gefühlsebene und ich beschreibe meine eigene; wie der Hund dies empfindet und !ob! kann ich nicht sagen. Aber genau so wenig kann ich behaupten, daß dem Hund durch die Intermediäre Brücke überhaupt geholfen wird). Jetzt kommt gleich wieder: aber es funktioniert. Ja möglich, aber möglich auch, daß der Hund auch TROTZ der Intermediären Brücke/Keep Going Signal kommt.

    3) die Aussage: positive/additive Bestrafung und negative/substraktive Bestrafung würde ja „lediglich“ zu Meideverhalten führen, verstehe ich nicht. Denn genau so ist es und wieso auch nicht? Genau das möchte ich ja erreichen. Das Verhalten soll nicht gezeigt werden. Was ist daran also falsch? Wenn dieses Verhalten nicht gezeigt wird, dann wird anstelle dessen anderes Verhalten gezeigt (mit Glück erwünschtes, aber auf jeden Fall anderes/besseres als das nicht erwünschte Verhalten. Argumentiert wird dann mit: aber durch das erzwungene Meideverhalten würde das Verhalten irgendwann umschlagen und in noch schlimmere Agression umschlagen, weil sich ein „Agressionspotential“ aufstauen würde und der Hund irgendwann keinen Ausweg mehr wüsste. Gibt es für diese Behauptung einen Beleg?
    Anmerkung: nein ich schlage/trete meine Hunde nicht, ich habe auch keine Stachel/Kettenwürger etc. Dennoch arbeite ich meine Hunde situationsgerecht angemessen mit Abbruch von unerwünschtem Verhalten. Und nein ich bin nicht inkompetent und habe nicht „keine Ahnung“, ich bin informiert und stelle lediglich kritische Fragen und mache Anmerkungen. Mit anderen Worten: ich habe eine „andere Meinung“.

    Vielen Dank für eure Geduld und die Bereitschaft meine Fragen und Anmerkungen zu lesen.

    • 1. Ich weiß nicht, wei du auf die Idee kommst, dass „rein positive“ Hundetrainer (oder Halter) nur genau eine Ursache für Aggression kennen. Dies wurde von den „rein Positiven“ dochs chon bemängelt und begründet, warum es eben nicht so ist. Ich habe einen Hund aus dem Tierschutz, der schlimm leinenaggressiv war (er ist immer noch nicht nicht reaktiv! Aber es hat sich deutlich gebessert!), und zwar aus Unsicherheit. Das erkennt man relativ gut, da er den Hunden eigentlich ausweichen wollte, aber es ab einem bestimmten Zeitpunkt (bei Überschreitung der Wohlfühldistanz und somit der überschrittenen Reizschwelle!) nicht mehr konnte. Allein schon mit Ausweichen habe ich ihn in meiner Pflegezeit gut händeln können. Kam aber ein Hund zu nah, war aus. Und ich kann nicht alle anderen Hunde händeln.
      Durch dieses ständige ausweichen wurde mein anderer Hund leinenaggressiv. Nicht, weil er unsicher war, sondern frustriert.
      Alleine bei der Leinenaggression muss man wissen, warum der Hund reagiert. Sonst kann man ihm kein geeignetes Ersatzverhalten anbieten – bei meinen frustrierten Hund wäre ein Entfernen vom Auslöser STRAFEND!

      2. Die iB und das KGS sind ja eher zum Überbrücken einer zu schwierigen Situation geeignet und keine Dauerlösung. Ich finde der übermäßige Gebrauch (wie ich es von einigen auch sehe/weiß) auch nicht zuträglich. Die iB und das KGS sind aber Tertitärbestärker und kündigen nicht „das Eis“ an, sondern nur den Sekundärbestärker. Das ist der Grund, warum es (so gut) funktioniert. :)

      3. Eh, nein. Die substraktive Bestrafung ist relativ fair, wenn sie richtig angewandt wird und noch dazu ist sie gewaltfrei.
      Strafe, wenn sie richtig eingesetzt wird (auch positive!) ist extrem wirkungsvoll und führt nicht zum „Meiden“, sondern bewirkt, dass das Verhalten seltener auftritt. Meidet der Hund, ist nicht richtig gestraft worden.
      Ist es deshalb richtig additiv zu bestrafen? Ganz sicher nicht!

      Meideverhalten heißt nicht, dass der Hund gelernt hat, dass das Verhalten nicht erwünschenswert ist, er unterdrückt es, die Gefühglslage oder die „Sichtweise“ des Hundes wurde aber nicht geändert. Er hat nur Angst wieder einen Aversivreiz abzubekommen. Bist du als Aggressor nicht mehr anwesend, kann es sein, dass das Verhalten wieder hervorbricht.

      Noch schlimmer. Du riskierst das Vertrauen deines Hundes, wenn du additiv bestrafst, du wirst zum aversiven Stimulus (Immer wenn du in der Nähe bist, passiert etwas Unschönes – bei falscher oder unbewusster substraktiver Strafe passiert das Gleiche! Deswegen kann man negative STrafe nicht uneingeschränkt verwenden!).
      Oder noch schlimmer: es kommt zu Fehlverknüpfungen.
      Beispiel: Du wirfst eine Rütteldose auf deinen Hund, er erschreckt sich und sieht dabei andere Hunde. Er könnte dieses unschöne Erlebnis künftig mit Hunden (oder Menschen, oder, oder…) verbinden.

      Viel sicherer ist eine additiv bestärkende Taktik (und wenn substraktive Strafe muss sie durchdacht und fair sein, am besten mit additiver Bestärkung kombiniert), da passiert zunächst nichts, wenn du Fehler machst.
      Es gibt keinen Aggressionstau. Allerdings its unterdrücktes Verhalten logischerweise nicht unbedingt ungefährlich. Das Problem ist. Gib deinen Hund in andere Hände, die sich nicht als Aggressor gebärden. Oder „korrigiere“ nicht rechtzeitig…

      Und Abbruchsignale gehen wunderbar positiv bestärkend aufgebaut. Und auch die „rein Positiven“ nutzen Abbruchsignale.
      Sie sind extrem zuverlässig. Theoretisch lässt sich JEDES Signal, das der Hund beherrscht in einer Situation zum Abbruchsignal verwenden. Selbst ein Click kann das Verhalten beenden. Beispiel. Dein Hund rennt auf einen anderen Hund zu. Dein Rückrufsignal wirkt nicht. Aber wenn du „Hol den Stock“ rufst, wendet er sich doch um uns sucht den Stock. Weil dieses Signal zuverlässig ist und Tolles bedeutet. Oder du clickst. Der Hund wendet sich zu dir um, im Idelafall holt er sich seine Belohnung und du kannst ihn anleinen. Und nein, damit läuft man nicht gleich Gefahr, dass sich dieses Verhalten verfestigt. Nach einem Mal ist noch gar nichts konditioniert. ;)

  54. Ich denke jeder muss selbst entscheiden was sein Herz ihm sagt und welche Methoden in den eigenen Alltag passen. Ich habe keine Lust meinen Hund tagelang zu ignorieren,genauso wenig wie ständig einen Futterbeutel dabei zu haben. Mein Hund soll auch so gerne bei mir sein.
    Ich spreche aus Erfahrung und respektiere andere Erfahrungen und Meinungen weil jeder Hund anders ist.
    Mein damaliger Labrador war super mit Belohnung zu erziehen.
    Dann kam vor 2 Jahren meine Straßenhündin. Die zog ihr ding durch,stellte sich aggressiv in die Leine und fraß jeden Kod.
    Ich war froh einen Hundetrainer an meiner Seite zu haben der mir die Hundesprache verständlich machte. Denn darin ist meine Hündin perfekt. Mit einem Leine rucken oder knuff in die seite bekam ich Sie an der Leine prima in den Griff. Dort mit Futter Oder Spielzeug zu arbeiten…muss man sehr genau die Körpersprache des Hundes sehen und schnell sein um nicht die Aggression zu bestärken.
    Was ich damit sagen will. Man Kann nicht überall mit dem gleichen Arbeiten.
    Unterschiedliche Rassen sind auch unterschiedlich. Einen zum selbständig denken gezüchtete harten Jagdhund stellt den Rückruf in Frage wenn der Mensch nicht überzeugend ist. Den interessiert das beste Futter nicht wenn er einen Hasen jagen Kann!?

    • Aggression selbst kannst du nicht bestärken. Sie ist emotionsbasiert.

      Man lockt/besticht Hunde auch nicht, auch den harten Jagdhund nicht. Ich kanns dir gern näher erklären, wie man das macht.
      Ein natürliches Bedürfnis wie das Jagen lässt sich auch nicht durch den Menschen überzeugen nicht zu jagen (du deutest damit Härte/Strenge/Strafreize an)…
      ich habe einen sehr eigenständigen Jagdhund (eigentlich zwei, aber der andere interessiert sich nicht fürs Hetzen) – einen Shiba. Und den kann man nicht zwingen, nicht zu jagen! Und dennoch hetzt er nicht. Hm…

  55. Zunächst mal finde ich den Artikel und die Kommentare dazu absolut lesenswert. Ich teile in vieler Hinsicht die Meinung, nicht bei allen. Das Thema das mir allerdings am meisten Kopfschmerzen bereitet ist die Interaktion bei anderen Hunden und deren Hundehalter, bzw. die zum Teil unerträglichen Diskussionen, die gewisse Handlungen mit sich ziehen. Ein Beispiel: habe ich einen oder beide meiner Hunde an der Leine möchte ich nicht, dass ein andere Hund die Individualdistanz zu mir oder meinen Hunden unterschreitet (in dem Fall ist es der Leinenradius), dass kann ich dem Hund eindeutig klar machen, der Mensch dahinter echauffiert sich wie Hölle, dass ich seinen Hund anmache. Mein kastrierter Rüde roch eine zeitlang (GSD konnte ich das mit Homoöpathie in den Griff bekommen, kein Scherz) extrem gut für intakte Rüden. Mein Hund wird es zuviel kommt zu mir und sucht Schutz und dann soll/darf ich nicht eingreifen nur des lieben Friedens dem Zweibeiner gegenüber? Und muss mir noch Dinge anhören wieder will nur spielen und ich hab einen körperlich absolut prollenden Hund vor mir? Mittlerweile ist es mir wurscht, kann ich die Situation nicht vermeiden, dann kläre ich sie.

  56. Nicht nur Kommunikation läuft bei Hunden anders (Lautsprache – Körpersprache), auch ihre Wahrnehmungen und deren Gewichtung unterscheidet sie von Menschen.

    Die Gurus der modernen Hundeerziehung (Cesar Millan, Martin Rütter, Maja Nowak) signalisieren vor allem eins: Intensive Beschäftigung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen ist überflüssig, die eigene Intuition ist der beste Ratgeber. Mag sein, dass einzelne Autodidakten sich aussergewöhnlich gut in Tiere versetzen können, ihre „Jünger“ können das nicht.

    Auch Biosemiotik kann nicht in Hunde hineinsehen, sich mit ihr zu beschäftigen ist aber sehr hilfreich.

    Wozu die Praxis moderner Hundehaltung führt, erleben mein Hund Bommel und ich jeder Morgen beim Zeitungen Austragen: Halter, die mit ihren Hunden nur noch raus gehen können, bevor andere Menschen und Hunde unterwegs sind. Irgendwann wird der Hund dann irgendwo angebunden.

    Zu seiner letzten Hundewanderung hatte Erik Zimen vier Jäger aus Hamburg eingeladen. Sie nutzten die Zeit für die Grundausbildung ihrer Junghunde. In der Gruppe kam es zu erregten Diskussionen. Das Argument der Jäger: Ihr kämpft ein ganzes Hundeleben lang mit euren Hunden, wir schaffen in 14 Tagen eine gemeinsame Kommunikationsbasis und dann haben beide Seiten viel Zeit für ein entspanntes Miteinander.

    Die Fähigkeit Angst zu haben – vor irgendetwas, was irgendwo hinter dem Horizont sein könnte – ist ein wichtiger Schritt unserer Entwicklung zum Menschsein hin. Tiere können sich fürchten, in diesem Sinne Angst haben können sie nicht, auch wenn die Übergänge fliessend sind. Ob Tiere traumatisiert werden können? Vermutlich nicht.

    Auch wenn niemand sich in seinen Hund hineinversetzen kann: Viel wichtiger als Gewaltlosigkeit sind für ihn tägliche ausgiebige Ausläufe mit seinem Halter. Ihm die vorzuenthalten ist Tierquälerei.

    • Und wer tut das bitte? Ich muss sogar rausgehen wenn andere Hunde unterwegs sind, sonst gibt es ja keine Auslöser.

      Du weißt, wieviele Jäger das Teletakt nutzen, um mit ihren Hunden zu kommunizieren? Nicht alle, aber einige. Das ist nun dein Anliegen?

  57. HiLo,

    Danke für diesen wunderbaren Artikel. Er beschreibt genau das, was ich auch denke und so nicht in Worte schreiben konnte. Ich bin selber Hundehalter und Trainer und wurde auch mit den neuen Lehrnmethodik ausgebildet.

    Natürlich habe ich mir nach der Ausbildung auch überlegt, wie soll ich es nur mit positiv Belohnen und negativ Strafen?

    Das geht zuhause recht gut, wenn man Tricks oder Grundgehorsam beibringt. Klappt wunderbar.

    Doch dann kommt man an die Schafherde mit dem Border Collie :-) Ok sobald er sein Gebiss wieder loslässt vom Schaf belohne ich das, hab ja noch 9 andere Schafe danach, oder ich strafe in negativ und nehme die Belohnung weg (10 Schafe in den Stall verfrachten, warten und dann neu anfangen.

    Beide Varianten finde ich nicht so toll. Beim einen fehlen mir dann die Schafe und beim anderen dauert das Training viiiiiel zu lange.

    Da finde ich die „Gewalt“ Variante besser. Mein Hund bekam einmal einen Knebel zugeworfen zwischen die Beine als es ein Schaf packen wollte, ja es tat im weh, doch seither packt er kein Schaf mehr.
    Hat sich das gelohnt?
    Ich finde ja, einmal bisschen Schmerz, dafür kann man die erstlich Zeit nutzen um mit der Hütehund Ausbildung anzufangen ohne Angst um die Schafe zu haben.

    Aber Hütehund ist ja eh was gaaanz anderes und nicht zu vergleichen hört man dann immer.

    Darum auch ich finde man sollte beide Lager akzeptieren und es nicht übertreiben. JEder Hundehalter muss eh schon einen Weg finden, wie er mit seinem Hund am besten klar kommt und in Ausbilden kann. Dabei ist es nicht Förderlich, wenn man mit seiner Erziehung als Tierquäler abgestempelt wird, wenn man mal an der Leine Zupft.

    In dem Sinne, danke nochmals für den Artikel.

    Gruss Roger

    • Tut mir leid, aber deine Ausbildung war scheinbar nicht besonders gut oder aber du bindest uns einen Bären auf und bist kein Trainer.

      Wärest du einer, der mit der „neuen Lehrmethodik ausgebildet“ wurde, käme keinesfalls dieses Beispiel:

      „Doch dann kommt man an die Schafherde mit dem Border Collie :-) Ok sobald er sein Gebiss wieder loslässt vom Schaf belohne ich das, hab ja noch 9 andere Schafe danach, oder ich strafe in negativ und nehme die Belohnung weg (10 Schafe in den Stall verfrachten, warten und dann neu anfangen.“

      Man sichert den Hund, sodass er keine Schafe packen kann. Das geht über Schleppleinen sehr gut. So kann er die Schafe nicht erreichen.
      Dann kannst du deine positiv bestärkenden Techniken einsetzen, die du durch deine Ausbildung sicherlich kennst ;)

      • Hallo Tanja,

        Danke, du spricht meine Gedanken aus. Gewalt fängt da an, wo Wissen aufhört. Nicht immer ist der schnellere Weg der bessere. Schön wenn das schnell funktioniert; die Frage ist nur, was man dabei beim Hund an eventuellen Spätfolgen verursacht. Nur mit Wattebäuschen werfen funktioniert nicht, das ist klar, aber das sollte der absolute Ausnahmefall bleiben. Das obige Beispiel zeigt, wie man es nicht machen sollte !!!

      • Daran sieht man leider, dass du keinerlei Ahnung hast von Hütearbeit. Abgesehen davon, dass die Schleppe den Schafen die Beine brechen kann. Man ist im fortgeschrittenen Training weit weg vom Hund und da muss man schon sehr hechten um auf eine Schleppe treten zu können (wenn der Hund hetzt, kommt man eh nicht hinterher). Es wäre schön, wenn du deine Kommentare auf das beschränken würdest, von dem du auch etwas weißt. Von Hütearbeit dürftest du (sry) keine Ahnung haben. Wenn der Hund 100m von dir entfernt ist und dann plötzlich den Mut hat, reinzubeißen-was würdest du tun? Ganz abgesehen davon dass das Beißen auch mal angemessen sein kann (der Mythos dass Border NIE die Schafe packen stimmt nicht). Hast du auch nur den Hauch einer Ahnung wann der Hund damit anfängt und wie die Situation an den Schafen ist? Solange du das nicht weißt: Lass den Leuten ihre Erfahrung und ihr Wissen. Da haben sie dir einfach etwas voraus. ;)

        • ich kann nina nur recht geben . wenn man von der hütearbeit mit hunden keine ahnung hat sollte man sich mit komentaren zurückhalten . die hunde kann man nicht nur mit leckerlie und dudu sagen ausbilden .
          hunde brauchen lob genauso wie tadel ,der mit unterr auch mal energischer ausfallen muß . da die hunde an der herde arbeiten und da nicht nur auf wiesen sondern auch ,mittlerweile zwar seltener im straßenverkehr . wer nicht weiß wie die hütehunde in deutschland arbeiten , sollte vielleicht mal zu einem leistungshüten gehen und sich das ansehen was die können müssen . man muß ein gesundes maaß an lob und strafe dafür verwenden ,mit heititei kommt man da nicht weit, zumal die hunde wenn sie voll ausgebildet sind diese arbeiten wie das wehren zb selbsständig verrichten müssen und man sich vollständig verlassen können muß, da man im idealfall schon wieder den nächsten hund in der ausbildung hat und der die meiste aufmerksamkeit brauch .man nicht kann nicht ständig auf den anderen achten . und mit vernünftiger strenge hat man einen guten hütehund der einem auch nicht übel nimmt wenn er mal ne strafe bekommt . diese liebe antiautoritäre erziehung macht aus den hunden nichts anderes als unberechenbare raubtiere die nicht wissen wo ihre grenzen sind . dazu dann die sprüche mancher halter ich würde für meinen hund die hand ins feuerlegen ,das sind dann die hunde die auch zubeissen ,weil herrchen glaubt ja nicht das es ein raubtier ist das nicht immer zu berechnen ist und auch mal rein instinktiv reagiert.

    • Hallo Roger,

      es ist spannend dass du auch grade die Hüteausbildung anfängst. Auch ich bin mit meinem älteren Border nun seit geraumer Zeit an den Schafen. Und wenn der Hund die Schafe packt oder jagt, MUSS man etwas tun. Die Tierliebe darf nicht beim eigenen Hund aufhören und da muss man dem Hund auch zeigen, dass etwas nicht geht (plötzlich können die auch sehr manierlich arbeiten, wenn man das tut). Natürlich muss man auch da aufpassen, denn Druck kann wieder Spannung erzeugen und der Hund kann umso mehr in die Schafe gehen. Da braucht man einen guten Trainer der Einem hilft. Ich war nun bei mehreren Trainern und auch ich konnte gut sehen, dass man bei der Hütearbeit auch mal sagen muss, dass der Hund etwas zu unterlassen hat. Das Hüten ist selbstbestätigend-lenkt man es nicht in ordentliche Bahnen, wird es zur Qual für die Schafe. Und man hütet ja nicht zur Bespaßung des Hundes, sondern es geht darum einen wertvollen Arbeiter für das Vieh zu erhalten. Und das Vieh ist da immer an oberster Stelle.

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Besonders auch aus der „Hütefraktion“. Vllt sieht man sich ja mal auf einem Seminar oder Trial.

      LG Nina

      • HiLo,

        „Das Vieh ist an oberster Stelle“

        Genaus das ist so, so hart wie es tönt, aber die Schafe ist sozusagen das Wertgut das es zu beschützen gilt. Der Hütehund ist „das Werkzeug“ dazu. Das muss man sich als Hundehalter auch bewusst sein, dass die Schafe Vorrang haben.

        Allgemein lese und höre ich sehr gerne Hundeerziehungs artikel. Man kann dadurch seinen Horizont erweitern, und sich dann dies und jenes rauspicken.

        Schlussendlich ist ein Team ein Unikat. So ein Team gibts nur einmal auf der Welt. Somit ist auch die Ausbildung von einem Team sehr individuell. Denn auch die Ziele jedes Teams sind verschieden. Ausbildungart muss nicht immer schwarz oder weiss sein, warum kann sie nicht auch „bunt“ sein?

        Schlussendlich muss es fürs Team passen und Spass machen.

    • So einen Knebel sollte ich wohl mitführen in Zukunft. Manchmal rastet sie einfach aus wenn sie einen anderen Hund plötzlich in der Nähe sieht. Nichts half bis jetzt. Auch kleine Steine wirkten da nicht, sie „runterzuholen“, ich schoss aber auch nie fest. Sonst ist sie ein lieber Hund.
      Ich werds mal testen. Falls wer eine andere Idee hat, wie man einen Hund der grad durchdreht indem er bellt und gegen die Leine hüpft und nichts mehr „sieht“, dieses Verhalten austreiben kann, bitte posten.

      • Bitte nicht einfach einen Knebel vor die Füße werfen. Der Hund hat an den Schafen seine Motivation immer vor Augen – der will sie jagen und da muss man den Hund auch mal sehr deutlich stoppen um ihn zur Mitarbeit zu bringen, weil die Schafe oberste Priorität haben. Der Hund kann nach der Strafe sofort das Alternativverhalten zeigen – er kommt gar nicht erst in Meideverhalten oder Ähnliches. Der normale Spaziergang ist damit nur bedingt vergleichbar. Es ist zuerst die Frage wann genau dein Hund ausrastet (was für Situationen sind das genau?) und warum er das tut. Außerdem was du bisher dagegen getan hast (hast du Steine auf den Hund geworfen? Zwischen die Beine geworfen? Wie muss man sich das vorstellen?). Manchmal muss der Hund auch die Aufgabe des Vertreibens übernehmen, weil der Halter es aus seiner Sicht nicht tut. Nicht jeder Hund wünscht immer Hundekontakt. Zwingt man ihm diesen auf, kann es auch zu Aggressionen führen. Du kannst dich gerne mal bei uns im Forum anmelden und das Problem ausführlich schildern. Eine Kommentarfunktion eignet sich für so etwas nicht so gut. :)

  58. ohohhh, tja liebe Autorin Nina, ich stimme mit den letzten beiden Absätzen deines Artikels grundsätzlich überein. In einem widerspreche ich dir jedoch gewaltig.Wenn ich durch meinen letzten Hund eines im Umgang mit ihm (und auch mit Menschen) habe lernen dürfen, dann ist das in der eigenen, stabilen Mitte zu sein.Souverän zu sein bedeutet in keinster Weise, zu keinem Zeitpunkt eigene schlechte Launen, Unzulänglichkeiten am Hund auszulassen.No way ! Geh doch mal an einem deiner *Grummel-Tage* mit deinem Hund durch ein offenes, grosses Rudel.Der Spiegel erfolgt sofort.Viel Glück !!!

    lg
    Ela

    P.S. die Kommentare habe ich mir gespart.Ich habe meine eigene Meinung

    • Danke für dein Feedback. Wenn ich einen „grummel-Tag“ habe, mache ich nichts besonderes mit den Hunden. Ich suche keine Konfrontationen und mache auch nichts im Training. Meine Hunde spiegeln meine Laune sehr gut-das weiß ich und das vermeide ich. Nicht nur die Hunde haben mal einen schlechten Tag-auch ich und das gestehe ich mir zu. Es ging im Artikel darum, dass es Leute gibt die behaupten dass sie so etwas nicht hätten. Ich kann es mir ehrlich gesagt kaum vorstellen. Und auch wenn ich die Situationen draußen vermeide-meine Grummeligkeit bekommen die Hunde drinnen gut mit. Nun kennen die das-die schlafen in der Zeit und kümmern sich nicht um mich. Bis auf die Katzen kommt mir auch vor meinem Kaffee keiner in die Quere. Ich bin kein fehlerfreier Mensch-mich nervt es nur, wenn andere Leute sagen, dass sie keinerlei Fehler haben. Ich gestehe mir das zu und setze auf die Anpassungsfähigkeit meiner Hunde. Wir kommen so sehr gut miteinander aus.

  59. Ich bin erstaunt über dieses Schubladen- denken, was ich hier viel lese.
    Wer positiv arbeitet und mit Belohnung, ist also gleich ein Wattebauschwerfer? Mir fehlt komplett, naja fast, die verhaltensbiologische Begründung.
    Hunde sind nicht launisch sondern reagieren instinktiv und auf Grund von Erlerntem, sie lernen durch Erfahrungen. Sie können aber auch aus gesundheitlichen Gründen durchaus aggressiv werden, was hier völlig unerwähnt bleibt. Da steht hier bei den Kommentaren, ein Hund brauche keine Kleidung.

    Hier leben Hunde aus warmen südlichen Ländern, welche kein Unterfell haben, es gibt auch alte oder kranke Hunde, welche Kälte nicht ertragen. Denen kann ein Mantel im Winter sehr helfen.

    Hunde mit Schilddrüsenunterfunktion haben erwiesener Maßen oft ein Aggressionsproblem, da helfen weder Wattebauschwerfen noch Leinenrucks oder gar Würger. Sondern eine entsprechende Behandlung.

    Wohl kaum einer würde auf die Idee kommen, mit Löwen, Delphinen oder Affen so zu trainieren, wie manche mit ihren Hunden. Ich höre so oft, dass HUND das können MUSS, weil er ja Hund ist.
    Ohne das er es vorher vernünftig lernen durfte. Und das Lernen sollte sich schon speziell nach dem Hund richten, jeder Hund ist anders.

    Ich halte es für fatal, hier so dermaßen zu verallgemeinern. Mir reicht ein Blick in die überfüllten Tierheime und auf oft sehr gestresste Tiere, welche sich oft nur noch mit Aggression wehren konnten.

    Gewalt ist keine Lösung, aber auch ein sehr weit definierbarer Begriff.
    Halte ich einen Hund an der Leine fest, damit er nicht vor ein Auto rennt, halte ich ihn ja genau genommen gewaltsam zurück. Aber hier geht Sicherheit vor.
    Ihm aber mit knuffen in die Seite, Wasserflaschen oder gar Tacker davon abzubringen, heißt schon, er lernt durch Gewalt nur das Meiden, was bei manchen Hunden aber gewaltig nach hinten losgeht.
    Hunde sind sehr intelligent, sie lernen durchaus auch positiv, das Wissen über Verhaltens- und Trainingsmethoden muss sich der Mensch aber schon aneignen.

    Mich hätte also mehr interessiert, wie die Aurorin denn ganz konkret im Umgang mit Hunden arbeiten würde. Nicht das sie pauschal eine Wattebauschwerfer- Fraktion in einen Topf haut, sondern schon spezieller wird, wie ihr eigener Umgang bei der Erziehung ihrer Hunde aussieht.

    Aber hier gehts weniger um die Hunde, sondern wer von welcher Fraktion recht hat, schade.

    • Wenn Hunde ein Schilddrüsenproblem haben, gehören Sie zum Arzt. Da hilft kein ander Leine reißen.

      Was Nina betrifft, welche Studie genau belegt, das Teletaktausbildung, Stachelwürger dem Hund weniger Stress machen? Leider keine Angaben! Oder ist es die von Münchhausen? Ich empfand den ganzen Artikel als ziemlich schwafelig und dachte, was will uns die Canis-Absolventin damit sagen? Ich gehöre nicht zu den Canis-Jüngern und werde es auch nie. Ob ich nun ein Wattebauschwerfer in deren Augen bin, ist mir ehrlich gesagt wurscht. Aber die Mindestanforderungen, die das Tierschutzgesetz stellt, sollten wenigstens erfüllt werden. Und ein Blechnapf gehört da gar nichts zu. Hirnlose Gewalt und Brutalität zu verurteilen, bedarf es deutlicher Worte. Oder wurde mit dem Blechnapf Winke, Winke in die Luft gemacht. Nein, ein Hund wurde provoziert, gefesselt und mit einem Blechnapf an den Kopf geschlagen. Genau das ist Shit! Es ist das Allerletzte.

    • @ Guste ein wasserspritzer auf den hund oder ein sog. knuff in die seite ist also gewalt? versteh ich das richtig?? Und mit knuff meine ich an dieser stelle übrigens NICHT einen beherzten tritt in die rippen oder bauchgegend…

      • Ja, definitiv. Es dient dazu ein Verhalten durch Gewalt zu unterbrechen. Durch diese „Knuffe“ ist mein Tierschutzhund zum Beißer geworden. So toll konnte er das nicht gefunden haben…

        • Hallo Tanja,
          Es geht nicht alleine um knuffe.

          In der natur ist der rudelführer ausgeglichen,souverän,ruhig und bestimmt. Sendet halt die richtige Energie.

          Ein hund/wolf der jetzt ängstlich,aggressiv,verunsichert ect. Ist. Könnte niemals ein guter rudelführer sein. Somit kann er auch nicht korrigieren. Denn in der Tierwelt ist das alles schwache Energie.

          Und Hunde nehmen korrekturen nur von ruhig bestimmten Menschen an.

          In der Welt der Hunde und Wölfe,hast du schon mal gesehen wie die sich unter einander zurechtweisen?

          Die benutzen schnauze als Berührung. Sie geben nen nackentouch (knuff)
          Oder setzen sogar ihr gebiss ein. Sie beißen,aber nicht blutig.

          Und diese Korrektur nehmen Sie nur von souveränen rudelführern und ranghöreren an.

          Was ich dir damit erklären will,der jenige der das mit deinem schnuffel gemacht hat,hat es falsch gemacht.

          Entweder War die Energie falsch: unsicher,emotional,aggressiv,nervös ect. Halt schwache Energie für den hund.

          Oder der jenige hat ihm/ihr weh getan.

          Denn auch in der Tierwelt gibt es keine Bestrafung.
          Sie korrigieren sich gegenseitig. ;)

          LG

          • Dann erkläre mir mal, wieso Frau Nowak oder Herr Millan (von dem du diese Annahmen hast, denn mir kommen diese Erklärungsversuche bekannt vor) dann Hunde als „dominant“ betiteln, wenn sie versuchen die Rudelführerschaft zu übernehmen. Ich meine, die sind weder ruhig noch souverän. Aber sie sind ja die Rudelführer und man muss den Menschen nur zeigen, wie es geht. Das ist schon ganz schön widersprüchlich.

            Mal davon abgesehen, dass in einer natürlichen Wolfsfamilie automatisch die Elterntiere die Führung innehaben und vom Nachwuchs respektiert werden – ganz ohne ständige Zurechtweisung.

            Auch bei Hunden ist das nicht viel anders, außer dass sie keien Rudel in diesem Sinne blden und viel öfter mit fremden Hunden kommunizieren müssen. Ja, da gibt es die Stüber, allerdings kommunzieren Hunde sehr viel feiner als der Mensch es je könnte. Da ist auch die Energie ganz gleich: Ein nervöser Hund darf sich ebenso verteidigen, wie ein ruhiger. Im Normallfall wird das vom Gegenüber auch akzeptiert.
            Hunde weisen sich nicht zurecht im Sinne einer generalisierten Vehraltensänderung. Sie sagen einfach, „Das möchte ich nicht!“, in dieser Situation, alleine auf diesen Hund bezogen. Besagter Hudn wird aber sein allgemeines Verhalten dadurch nicht ändern. Erst wenn er von überall die gleiche Erfahrung gemacht hat, ist dies möglich.

            Und der Trainer war ruhig udn gelassen. Das ist weder ein Anfänger, noch fehlt das nötige Prestige.

            Übrigens sind auch ruhige Hunde durchaus bisweilen aggressiv.

    • Hallo Guste,

      danke für deinen Kommentar. Auch ich finde es schade, dass sich gegenseitig nur beschossen wird. Eigentlich geht es im Artikel ja darum: Eine Gesprächskultur zu entwickeln bei der alle Parteien lernen können.

      Wie ich mit meinen Hunden arbeite, wäre wohl zu weit gefasst. Es ist eigentlich auch egal, da ich finde dass jeder mit seinem Hund so arbeiten kann wie er möchte (wie gesagt: solange ich keinen sehe der auf seinen Hund eindrischt). Ich suche mir das raus was für uns passt. Manches übernehme ich, Anderes verwerfe ich. Ich suche eher den Mittelweg und bin dabei aber eher positiv als „aversiv“. Niemals würde Tacker oder Stachler an meine Hunde kommen. Da gibt es für uns andere Möglichkeiten.

      Es gibt eigentlich kein „Recht haben“ in der Erziehung. Es gibt nur verschiedene Blickwinkel.

    • Er lernt also nur durch Gewalt das meiden ? Soso, dann hätte ich mal eine Frage: was denkst Du, geht in einem Hund vor, der zum dritten Mal seine Nase an einen Weidezaun hält ? Er wird lernen, diesen Zaun zu meiden und natürlich kann man ihm das hinauslaufen auf die Strasse nicht abgewöhnen, indem man ihn dreimal vor ein Auto laufen lässt. Nach hinten losgehen tut es übrigens nur, wenn er die „Gewalt“ mit Dir verknüpfen kann. Natürlich soll man nicht reissen wie ein Depp, ich bevorzuge übrigens den „Stupser“ mit einem oder zwei Finger, bleibe dabei betont gelassen.

  60. Ein sehr gut geschriebener Artikel, der mir aus der Seele spricht! (Obwohl ich eine Frau bin ;))

  61. Also ich bin ziemlich erstaunt/erschrocken wie das positive Verstärken einfach lächerlich gemacht wird. Ich hab mehrere Wochen lang versucht meinen Hund durch nassspritzen vom rumpöbeln abzuhalten – es hat 0,0 gebracht!!! Es hat ihn überhaupt nicht beeindruckt und ich hab wirklich nichts falsch gemacht (gutes Timing usw.). Dann hab ich’s mit positiver Verstärkung versucht und es klappt viiieel besser!!!

    1. Hunde und Kinder zu vergleichen – naja… Kindern kann man erklären warum sie was nicht machen sollen, wäre schön, wenn das bei Hunden auch klappen würde.

    2. Zur Konditionierung: Mag sein, dass das alles schon ‚alt‘ ist, aber altes ist ja nicht unbedingt schlecht. Und wenn man’s genau nimmt, werden selbst wir Menschen in vielen Situationen konditioniert (z.B. Werbung).

    3. Ich’s schlecht recherchiert – z.B. beim Thema Aggression: Die ‚Wattebauschwerfer‘ haben definitiv nicht nur eine Begründung zur Ursache, es kann tausend Ursachen haben (wie ‚Guste‘ schon sagte).

    4.“Oder man denke an die Studie, bei der man heraus gefunden hat, dass ein Hund, der über Teletak und Stachelhalsband ein Abbruchsignal lernt, weniger Stress hat, als ein Hund der es nur positiv aufgebaut bekommen hat.“

    Das liest sich so als wäre das war Cesar Milan macht ja völlig ok?!?
    Das hat dem ganzen noch die Krone aufgesetzt und ist doch wirklich mal Schwachsinn. Außerdem: Welche Studie? Kenn ich nicht, die möchte ich bitte mal lesen.

    Generell habe ich glaube ich oft nur ‚die Studie‘ gelesen. Hat ‚die Studie‘ vielleicht enen Namen, von wem ist sie (ok, das stand oft dabei) und von wann ist sie?

    Aber jetzt höre ich am besten auf…;)

    • Tach Namensvetterin,
      0. Jeder Hund ist anders und muss daher auch anders behandelt /trainiert werden (steht übrigens auch im Text). Es steckt ja oft eine andere Motivation hinter ähnlichem Verhalten, daher muss eine Vehaltensänderung dann auch anders angegangen werden.
      1. Hund und Kind sind manchmal ähnlicher als man denkt.
      2. Nur weil Konditionierung wissenschaftlich klingt, sollte man sich nicht immer nur darauf berufen, egal ob alt oder neu.
      3. Wird Aggression etwa nicht von Vertretern der „heilen postitiven Welt“ als grundsätzlich böse hingestellt obwohl sie auch positive und sinnvolle Seiten hat?
      4. Mal abgesehen von seinen „Würgetechniken“ mit den dünnen Leinen, die echt nicht sein müssen, frage ich mich was an CM so schlimm sein soll. Er scheint auf jedenfall mehr Ahnung von Hunden zu haben als „Wattebäuschchenwerferin“ Stillwell, die man bitte aus dem TV verbannen sollte. Dass da bisher noch nichts schlimmeres passiert ist…

      • Julia (2).

        0. Dessen sind wir uns bewusst, deswegen gibt es innerhalb der gewaltfreien Erziehung so viele verschiedene Ansätze und Vorgehensweise, dass für jeden etwas dabei ist :)
        Das einzige, das diesen ganzen Methoden gemein ist: Sie sind gewalt/zwangsfrei, soweit das menschlich machbar ist. Jede positive Strafe kann vermieden werden, zumindests ie vorsätzlich anzuwenden
        1. Tatsächlich ist die Lerntheorie für alle Säugetiere gültig. Auch Kinder lernen toll über positive Bestärkung. Allerdings kommen beim Kind ganz andere Faktoren dazu
        2. Konditionierung ist nichts anderes als Lernen. Jeder, egal welche Methode er wählt, konditioniert. Ob er es will oder ob er sich dessen bewusst ist, spielt keinerelei Rolle
        3. Ich weiß nicht, woher du das hast. Aggression selbst ist weder positiv noch negativ. Ich persönlich kenne viele Wattebauschwerfer und habe das von noch keinem gehört.
        4. Das Abwerten einer Trainerin macht den anderen noch lange nicht besser. An Millan ist seine Zwingen, seine Gewalt, sein Einschüchtern, seine Dominanzerklärungen, sein Rudelführergedöns, sein Reizüberfluten und noch viel mehr schlecht…

        • Nun: Ich bin kein Milan-Freund. Es ist fast schon erheiternd zu sehen wie mein Artikel mit irgendwelchen Trainern in Verbindung gebracht wird, mit denen ich gar nichts am Hut habe.

          Konditionierung ist NICHT Lernen! Es ist EINE Lerntheorie von vielen! Das wird leider komplett übersehen. Und es gibt neue wissenschaftliche Erkenntnisse (auf die sich ja so gerne berufen wird) die völlig andere Lernformen in den Mittelpunkt rücken. Schade dass darauf nie eingegangen wird.

    • Und ich sage es noch einmal – finde schade, dass der Artikel diesbezüglich nicht berichtigt wird.

      Die Studie ist falsch zitiert worden. Das Abbruchsignal ist über negative Strafe aufgebaut worden.

      • Ich sag nur: Leseverständnis. :) Der Hinweis auf Studien die Gegenteiligen behaupten, als das was propagiert wird, fehlt einfach. Es wird nicht drüber geredet. Das stört mich. Dass ich die Studie selber mangelhaft finde, habe ich ja erwähnt (und hier sind wir wieder beim Leseverständnis).

  62. [Als Spam markiert von Antispam Bee | Spamgrund: Server IP]
    Man muss nur mal genau beobachten wie Hunde untereinander koomunizieren und sich reglementieren. Wenn der ältere, ranghöhere Rüde dem Jungspung die Meinung geigt.
    Hat schon mal jemand einen Hund mit erhobenen Zeigefinger gesehen?
    Hat jemand schon mal einen Hund diskutieren sehen?
    Leider neigen die mehrheitlichen Hundehalter dazu, sich ihre Hunde „schön zu reden „.
    Soviele unerzogene, nicht sozialisierte Hunde wie heute gab es noch nie !!!
    Neueste Erkenntnisse, daß ich nicht lache!
    Der Hund, wie groß auch immer, Rasse oder Mischling, ist und bleibt ein Raubtier, Fleischfresser, Beutegreifer und, last but not least, ein Rudeltier.
    Und bei jedem Rudelebewesen gelten Hierarchien, zu gut Deutsch :
    Der Chef hat recht.Punkt !
    Wer diese Realität verneint, sollte keinen Hund halten…dürfen.
    Mit tralala wurde und wird kein Hund gehorsam.
    Und nur der gehorsame Hund kann alle Freiheiten genießen !!!
    Ich habe zwei große Jagdhunde, Rehe, Hasen, andere Hunde kein Thema.
    Ich kann sie ÜBERALL mit hin nehmen, überall laufen lassen.
    Warum?
    Weil ich hier der Chef bin und meine Hunde das Fußvolk.
    Ganz einfach.
    Und beide sind glücklich, ich kann es sagen, mit 30 Jahren Hunderfahrung und selbstständiger Hundetrainer.

    • Hier wird ja nur sachlich diskutiert, darum mal die Frage: Wem nützt die Diskussion um gewaltfreie Erziehung? Den Hunden? HAN hat Recht, wenn er sagt, dass Hunde ziemlich rabiat miteinander umgehen. Wer seinen Hund gewaltfrei erziehen will, tut das nicht für seinen Hund, sondern weil er ein guter Mensch sein will. Für sich also.

      Wer Mobilität für sich und für den Güterverkehr in Anspruch nimmt, nimmt in Kauf, dass dadurch viele Tiere getötet und verletzt werden und der Lebensraum von noch mehr zerstört wird, die dann elend verenden.

      Wer Müll produziert, nimmt in Kauf, dass der Lebensraum von vielen Meeeresbewohnern zerstört wird und die dann elend verenden.

      • „Wer seinen Hund gewaltfrei erziehen will, tut das nicht für seinen Hund, sondern weil er ein guter Mensch sein will. Für sich also“

        Danke-das ist auch das, was ich in meinem Artikel ausdrücken wollte.

  63. Meiner Meinung nach ein oberflächliger Artikel, bei dem der Autor nicht verstanden hat, worüber er eigentlich schreibt. Bitte beim nächsten Mal gründlicher recherchieren, einige Dinge stimmen einfach nicht, wie sie dargestellt werden. Es gibt z.B. tatsächlich unzählige Erfolgsberichte von uns „Wattebauschwerfern“, man muss sie nur suchen :-)

      • Ach Melanie-lieber erst verurteilen als gründlich lesen. Wo kämen wir denn da auch hin…? ;)

    • Und diesen Berichten soll ich vorbehaltslos glauben ? Sorry, ich kenne Trainerinnen, die Hunde haben, welche es nicht mit anderen „können“. Traurig aber wahr

  64. Also ich oute mich als „Schlaegerin“ …. Habe einen 5monate alten agressieven Malinoisrueden uebernommen, der alles was sich bewegte Angegriffen hat inklusieve meiner Wenigkeit . Da war mit positief nix zu machen …. Wenn er mich gebissen hat GAB es eine Ohrfeige …. Wenn er auf Fahrradfahrer Kinder Auto’s UND Passanten los wollte ging mir die Sicherheit der anderen vor und es gab richtig Stunk …. Heute geht er offen mit mir durch die Fussgaengerzone und es werden nur noch andere Hunde angemeckert ( der Herr ist im besten Flegelalter mit seinen 10 Monaten ) wir haben eine super Bindung und er weiß beissen ist ein noway ;).. Heette uebrigens niemals gedacht das ich ein Tier schlagen koennte, aber nach gebrochenen Fingern , offenen Bisswunden und handtellergrossen blauen Flecken… Dann redet man anders

  65. Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich hab mich wirklich sehr amüsiert und finde nun endlich mal kräftige Argumente wenn ich mal wieder in Diskussionen mit dieser “ die neumodische Hundeerziehung ist eh besser weil Studien blaaablaaaaaa“ Gruppe ausgesetzt bin.

  66. Hallo und erstmal vielen Dank für diesen Artikel! Ich habe ihn ganz ungezwungen gelesen und er spricht mir doch sehr aus der Seele! Deshalb Danke für diese Zeilen!
    Ich würde mir wünschen, dass er einfach mal nur zum Nachdenken anregt … lesen…drüber nachdenken…sich mal selbst wieder reflektieren und gut! Warum muss sofort eine Beurteilung, Wertung erfolgen.
    Mich nervt es langsam wirklich an (…muss mal wieder ordentlich auf die Kacke hauen mit meinen Mädels ;)…) das sofort bestimmt wird ob das nun gut oder schlecht ist. In der Erziehung ob nun bei Menschen oder anderen Säugetieren gibt es nunmal viele Wege die zum Ziel führen. Es gibt keinen goldenen Weg, kein Wunderwerk, keine einzige Maßnahme…das wird es wohl auch nicht geben. Man kann sich belesen, Seminare besuchen, Trainings absolvieren, wird Menschen finden zu denen man einen besonderen Draht findet und die einem tatsächlich in dem ein oder anderen Beziehungsproblem seines vierbeinigen Freundes beratend und helfend zur Seite steht.
    Ansonsten kann ich für die Artikelsuchenden nur empfehlen Suchmaschine im Internet: Cortisol, Streß, Hund, Strom…wer suchet der findet auch ;) (Dissertation TiHo)

    Entspannte Grüße
    Lina

    • Aber das ist das, was irgendwie in der Wahrnehmung untergeht – auch in diesem Arikel.

      Die Werkzeuge der positiven Bestärkung sind nicht nur „ein Weg“. Gewaltfreie Erziehung ist zwar sicherlich der „goldene Weg“, aber die Methoden sind ganz vielfältig. Das einzige, das sie gemein haben ist: ohne Zwang/Gewalt

    • Danke Lina-auch ich hoffe er regt zum Nachdenken an. Ich wollte meinen Mund nicht weiter halten. Es gibt viele Wege nach Rom und das ist auch gut so. An einer Methodik sich festzuhalten, ist zu kurz gedacht und wird dem komplexen Wesen „Hund“ einfach nicht gerecht. Viel Spaß beim diskutieren. ;)

  67. „Jeder kann es, jeder tut es – und dennoch wissen die Wenigsten, wie es eigentlich funktioniert: das Lernen.“
    Seit Jahren beschäftigt sich die Wissenschaft damit, wie Menschen und Tiere lernen und welche Zusammenhänge zwischen den Prozessen des Gehirns, der Wahrnehmung und schließlich dem Verarbeiten und Memorieren von Informationen bestehen. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Theorien weiterentwickelt, man kann sie unter dem Begriff Lernpsychologie zusammenfassen.
    Ihr könnt jetzt die Erkenntnisse der Lernpsychologie – die Lerntheorien ignorieren, verdrängen, leugnen…sie sind trotzdem da.
    Auch wenn man die Gesetze der Schwerkraft nicht versteht, sie nicht anwenden kann, sie leugnet… und trotzdem gibt es sie und sie wirkt 24h, jeden Tag.
    Wenn man die Lernpsychologie versteht und sie anwenden kann, kann man das, was so oder so geschieht geschickter für sein Training nutzen, dann weiß man wie man im Flieger Schwerelosigkeit erzeugen kann.
    Ja und übrigens die Erde ist rund!

    • Hallo Lissy,
      kannst Du mir wissenschaftliche Literatur zur Lernpsychologie von Hunden empfehlen? Die Übertragung lernpsychologischer Erkenntnisse bei Menschen dürfte ja wohl wegen der sehr ungleichen Voraussetzungen nicht in Frage kommen.

      • Viele lernpsychologischen Experimente kommen aus dem Tierreich und wurden aus dem Menschen übertragen. Je nachdem von was wir reden, ist eine Übertragung auch möglich. Es ist halt die Frage inwiefern das wertfrei geschieht…

        • Zu den lernpsychologischen Experimenten aus dem Tierreich: Genau die Übertragung dieser auf das Menschenreich hat dazu geführt, dass aktuell in der Psychologie hauptsächlich die Verhaltenstherapie favorisiert und die analytische Tiefenpsychologie geradezu „verfemt“ wird. Sowohl die menschliche als auch die tierische Psyche sind immer noch zum großen Teil nicht einsehbare „black boxes“. Leider vernachlässigt die Verhaltenstherapie die Beziehung und die Beziehungserfahrungen von Menschen/Tieren, sozusagen das darunterliegende Gefühlsleben miteinander. Und die Aktivität unserer/tierischer Spiegelneuronen. So schnell, wie diese arbeiten, kann niemand Verhalten steuern/modifizieren. Wenn ich dem Hund gegenüber nicht authentisch bin, kann ich konditionieren, bis der Arzt kommt. Ist bei Kindern auch so. Ich kann als Lerntherapeutin behaupten, das Kind mache seine Sache super u. das im 2-Sekunden-Takt, kann so tun, als sei ich meiner Sache 100% sicher dem Hund gegenüber. Wenn mein Gefühl ein anderes ist, wird mein tierisches/menschliches Gegenüber dieses SOFORT bemerken. Lernpsychologische Erkenntnisse nutze ich bei meiner Arbeit nur am Rande, obwohl ich als Lerntherapeutin arbeite. Ich weiß, dass Lernen nur funktioniert, wenn die Beziehung passt. Daran muss m.E. zuerst gearbeitet werden, das geht nicht über z.B. operantes Konditionieren. Unsere Katze z.B. „hört“ aufs Wort, das bedeutet, sie lässt alles stehen und liegen um uns zu folgen, rennt mitten im Mausen durch drei Gärten. Zu fressen hat sie dafür noch nie bekommen. Sie liebt uns einfach und wir sie. Brauchten wir nicht erziehen. Den Hund auch nicht. Wenn ich nicht will, dass sie vorläuft, dann tut sie’s auch nicht. Weil ich es ihr verbal und non-verbal deutlich mache OHNE dafür in einer Hundeschule gewesen zu sein und zig Bücher über Hundeverhalten gelesen zu haben. Sie läuft eben selbstverständlich in der Familie mit. So wie Katze, so wie Kinder. Ich sehe viele Parallelen zur Pädagogik: genau wie die Kinder heute werden Hunde zu äußerst wichtigen Projekten, die gelingen müssen. Die Beziehung, das Miteinander geht verloren. Fatal für die Tiere, fatal für die Menschenkinder, denn wir sind soziale Wesen. Was mir auch noch aufgefallen ist: Wenn in den letzten Jahren die Leckerli-Clicker- positiv-verstärken-Hundeerziehung so erfolgreich war, warum begegnen wir auf dem Spaziergang ständig kläffenden, ziehenden, nervenden, springenden Hunden und ihren überforderten Besitzern? Während meine total traumatisierte mediterrane Straßenhündin totencool ihrer Wege geht- und zwar keineswegs eingeschüchtert, nur um Mutmaßungen vorzugreifen. Waren die wirklich alle nicht in Hundeschulen? Doch, waren sie. Und so lassen sie sich durch den Wald zerren. Oder der Hund starrt wie blöd an Frauchens Mantel hoch, kilometerlang, an jeder Ampel, weil was Leckeres drin ist. Traurig, wenn aus einem Tier/Kind konditionierte Objekte gemacht werden.

          • danke puraraza,

            genau das ist der punkt, nur auch unter menschen gibt es wenige mit führungsqualitäten, anspnsten gäbe es auch diverse auswüchse, gleich in welche richtung nicht. danke auch nina für den artikel, die konditionierungs-fraktion hier, hat eindeutig eine leseschwäche (sinnerfassendes lesen), ein ergebnis der konditionierung?

            lg
            doris

  68. Hallo Heinrich,
    wissenschaftlich:
    *Handbook of Applied Dog Behavior and Training, Vol. 1: Adaptation and Learning Steven R. Lindsay

    *Journal of Veterinary Behavior – Clinical Applications and Research
    official Journal of Australian Veterinary Behaviour Interest Group,
    Companion Animal Behaviour Therapy Study Group,
    German Society of Veterinary Behavioral Medicine and Therapy and
    International Working Dog Breeding Association

  69. Gut geschriebener Artikel mit einer gesunden Grundeinstellung. Danke dafür. Hinzufügen möchte ich noch gerne, dass man mit dem Praktizieren der gemischten Abrichtemethoden ( Lob/Zwang in individuellem Verhältnis )automatisch auf die „nur Gewalt“ Schiene degradiert wird. Auch wird man dabei häufig als „altes Fosil“ betitelt. Nach meiner Auffassung ist nicht alles Alte auch gleich schlecht und die Leute, die früher Hunde erzogen und/oder ausgebildet haben, waren auch nicht alle Volldeppen. Ich bin überzeugt, dass die Leute früher, in Ermangelung von Multimedien, auch viel mehr Energie in eigene Beobachtungen steckten.

    • Gerhard, besonders die Frage, ob man sich heute noch wirklich Zeit nimmt zu beobachten,OHNE gleich zu bewerten, finde ich wichtig. Ich folge Dir in Deiner Annahme, dass genau das nicht der Fall ist. Es wird schnell (und oft falsch) interpretiert. Dies gilt vermehrt in der Differenzierung von submissivem und ängstlichem Verhalten. Wenn die Beobachtung unvollständig und/oder die Interpretation falsch ist, wie soll Erziehung und Lernen funktionieren?

      • Danke ihr Beiden. Ihr habt das sehr schön gesagt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass früher alles schlechter war. Leider wird mit der Beobachtung tatsächlich sofort interpretiert. In der Wissenschaft natürlich ein No-Go.

  70. Danke Nina. Schöner Artikel.
    Die natürliche Sprache des Hundes muss nicht neu erfunden werden!

  71. Hallo Nina,

    Ein schöner Artikel, nur leider für mich einer aus der Schublade „Ich bin mal dagegen !“ Schön, wenn man mit der Vorgehensweise anderer nicht einverstanden ist, nur… meckern allein (auch wenn es pseudowissenschaftlich aufgebaut ist) hilft nicht, wie, bitte schön , soll man es denn dann machen ?

    Du lässt leider die Antwort auf diese Frage offen und verunsicherst nur diejenigen, die ein Problem mit ihrem Hund haben und den richtigen Weg zum Umgang suchen.
    Ich habe leider auch einen nicht ganz einfachen und schon viel probiert. Meine Erkenntnis dazu ist: „Es gibt nicht den Weg ! Jeder Hund braucht eine auf ihn, den Hundeführer und das gemeinsame Problem zugeschnittene Vorgehens-, Umgangs- und Trainingsweise. Was beim Hardcore-Mali passt, kann den sensiblen Collie kaputtmachen, umgekehrt muss das auch nicht passen.“
    Schade, das es nur sehr wenige Trainer gibt, die in der Lage sind, nach eingehender Analyse des Mensch-Hund-Teams die passenden Teile aus den verschieden Erziehungs-Ansatz-Schubladen zu entnehmen und daraus ein passendes und für das Problemteam umsetzbares Konzept zu bauen.
    Aus meiner Erfahrung haben die meisten nur ein paar Schubladen, die dann auf alle Problemfälle angewendet werden. Funktioniert’s dann nicht, hilft immer noch die Aussage der „fehlenden Konsequenz!“.
    Also hört auf euer Bauchgefühl und akzepziert nicht jede Blähung von mehr oder weniger erfahrenen Trainern.

    • Hallo Jürgen,

      mein Artikel sollte keinen Weg aufzeigen wie man es machen soll. Es geht hierbei um eine Richtung in der Hundeszene die ihren Weg als das einzig wahre verkauft, und das schmeckt mir nicht. Wenn ich „den Weg“ wüsste wie man mit Hunden umgehen sollte, würde ich wohl ein Buch schreiben. ;)

      Du sagst es ja selber: Hundetraining muss individuell sein und man muss auch auf sein Bauchgefühl hören. Es gibt viele Wege die nach Rom führen-welchen man mit seinem Hund einschlägt, liegt am individuellen Hund-Halter-Gespann. Ich möchte nicht dass Leute verunsichert werden. Ich möchte nur dass Leute ihren Kopf und ihren Bauch wieder anschalten und selbst denken.

    • „Schade, das es nur sehr wenige Trainer gibt, die in der Lage sind, nach eingehender Analyse des Mensch-Hund-Teams die passenden Teile aus den verschieden Erziehungs-Ansatz-Schubladen zu entnehmen und daraus ein passendes und für das Problemteam umsetzbares Konzept zu bauen.“

      Genau das kritisier ich immer wieder an den sog.Sachkundenachweisen, da werden alle Hunde in eine Schublade gepresst und ich kann zum Glück sagen, einen Trainer gefunden zu haben, der sich auf nordische spezialisiert hat.

  72. Liebe Nina,
    auch wenn Deine Kritik stellenweise berechtigt ist, finde ich Deinen Text wenig hilfreich. Schon in der Einleitung wimmelt es von polemischen Verzerrungen, und so hat es mich einige Mühe gekostet mich zu den besseren Stellen durchzukämpfen.
    Unter dem Strich ist dieser Artikel leider typisch für die „moderne“, oder nennen wir sie besser die „aktuelle“ Hundeszene.
    Es wird grundsätzlich attackiert, polemisiert, verzerrt, entwertet usw.
    Leider ist dieser Stil auf beiden Seiten des Grabens so verbreitet, dass sinnvolle Diskussionen nur selten und ausschließlich im persönlichen Gespräch möglich sind.
    Das ist schade, aber wohl nicht zu ändern.

    • Polemik ist auch ein Stilmittel. Mach dir einfach die Mühe zu schauen, was ich zwischen den Zeilen sage.;)

  73. Vielleicht sollte man sich erst einmal so mit der Materie auseinandersetzen, dass man sie versteht und nicht gleich hier herumposaunen..

    Positive Bestärkung erreicht bei den meisten Hund sehr gute Ergebnisse, statt über irgendwelche zweifelhaften anderen Sachen..

    • Sagt doch auch keiner, dass dem nicht so ist. Mit der positiven Verstärkung erreicht man extrem viel, je nach Hund/Gegend/Halter reichen die diversen Werkzeuge auch aus. Nur dass man auch nicht komplett davor zurückschrecken sollte, mal über den Tellerrand der positiven Werkzeugkiste hinauszusehen, um vielleicht das ein oder andere Werkzeug einer „Nicht-ganz-so-positiven“ Kiste mit ins Repertoire aufzunehmen. Die rein positive Arbeit dauert je nach „Problem“ sehr lange – eine Zeit, in der sowohl Hund, als auch Halter Stress haben, was so einfach nicht notwendig ist, da sich viele Probleme über einfache Ansagen (NICHT Tritte, Schläge, Strom oder Stachelhalsband!!) auch deutlich schneller auflösen und DANN wieder Platz für rein positive Methoden ist.

      • Dem kann ich nur zustimmen, denn Hund ist nunmal nicht gleich Hund. Ich halte nun seit 30 Jahren Malamutes, tolle Hund, aber auch Hunde, die einen klaren Chef brauchen, ob ein Mensch/Halter oder im Rudel.
        Einen Malamute, der ins jagen kommt, holst Du nicht mehr zurück. Deshalb kennen meine nur ein Kommando, nämlich „Nein“, von Grund auf ohne Schläge gelernt, aber schon mal mit einem betontem Wegschuppser, wenn das spielen zu heftig wurde.

  74. Hallo,

    da hat sich jemand richtig viel Zeit genommen um den Haltern die es nicht einsehen wollen wie man ein Hund erzieht, Honig ums Maul zu schmieren mit so einem unwahren Artikel.
    Ich frage mich woher die Dame Ihr Praxiswissen nimmt, wenn Sie selbst sagt Sie arbeiteb damit nicht?
    Dadurch das diese Theorie soviele falsche Anhaltspunkte aufweist, kann man dies gar nicht zu Ende lesen.
    Jedoch muss ich ganz klar in der Aggressionstheorie gegenüber Artgenossen und der Annahme man könne einen jagdlich Ambitionierten Hund damit nicht halten ganz klar wiedersprechen!
    Auch das der Hund beim Rückruf plötzlich abdreht, weil es etwas interessantes gefunden hat, ist völliger blödsinn, da man mit der Brücke den Hund weiter zurück ruft und Ihn in eine Art Rausch versetzt, so das Hundi immer freudig angeschossen kommt.

    Die Autorin kann mich gerne Besuchen und sich in der Praxis zeigen lassen das Ihre Studien völliger Humbug sind, wahrscheinlich will Sie es sich selbst nur schön reden.
    Aufjedenfall hat die Dame nicht begriffen worum es in dieser Form der Erziehung wirklich geht.

    • Hallo Melle,

      die Dame heißt übrigens Nina ;) Diese kann dir sicher auch fundierter erklären, was du alles falsch verstanden hast. Denn beim Durchlesen deines Kommentares fiel mir einfach nur auf, dass hier Lesen und Verstehen nicht vorhanden waren – dies schien hier aber generell bei einigen ein Problem zu sein.

      Denn wenn du aufmerksam gelesen und es verstanden hättest, hättest du gewusst, dass Nina keinerlei Studien durchgeführt hat. Wenn dem so wäre, hätte sie ihr Wissen in einem entsprechenden Journal veröffentlicht :)

      LG Melanie

    • Hallo Melle,

      ich befürchte dass es hier nicht nur am Leseverständnis mangelt. Tatsächlich verstehe ich den Kommentar überhaupt nicht.

      1. Wem schmiere ich Honig ums Maul?*wunder*
      2. Welches Praxiswissen sollte ich (nicht) haben? Womit genau arbeite ich nicht? (Bitte auf die Grammatik und Satzstellung achten-in dem Satz bezieht sich das „damit“ auf „Praxiswissen“ und das macht gar keinen Sinn.)
      3. Welche Theorie? Es handelt sich hier um keinen wissenschaftlichen Artikel wo ich „Theorien“ aufstelle!
      4. Wenn man nicht zuende liest, finde ich es regelrecht unverschämt in einem Kommentar wild um sich zu schlagen. Ich erwarte auch etwas Respekt mir gegenüber.
      5. Welche Aggressionstheorie? Auch hier wieder: Ich stelle nirgends Theorien auf.
      6. Womit kann man einen jagdlich ambitionierten Hund nicht halten?
      7. Den Rauschzustand bei der IB konnte ich bisher nicht beobachten. Es geht hier um einen tertiären Verstärker und nicht um einen Rauschzustand. Ganz davon ab, schätze ich dass die meisten Hundehalter irgendwie mit einer IB auch arbeiten ohne es zu wissen. Nur ist die nicht so wohlformuliert verpackt, wird nicht für zig Euros als neue Methode verkauft und klingt nicht ganz so albern.
      8. Ich habe nie Studien durchgeführt.
      9. Ich habe sehr wohl begriffen worum es geht. Mir scheint es als würden aber viele nicht begreifen worum es MIR geht. ;)

  75. „Direkt zu Anfang möchte ich ein kleines Gedankenexperiment machen. Man stelle sich vor, man wäre plötzlich in China und ist konfrontiert mit Menschen, die eine völlig andere Sprache sprechen sowie einen vollkommen anderen kulturellen Hintergrund haben.

    Man weiß nicht, was sich in dieser Welt nun gehört und was nicht. Man kennt die Gepflogenheiten schlicht und ergreifend nicht und ist darauf angewiesen, dass die anderen Menschen einem zeigen, was man tun darf und was nicht. Um den nächsten Menschen, der nett aussieht, nun zu begrüßen, streckt man ihm die Hand aus. Dieser ignoriert einen völlig. Für einen Menschen, der auf eine soziale Gemeinschaft angewiesen ist, ist dieses Verhalten eine sehr einschneidende Erfahrung. Dann nimmt man die Hand zurück und schwupps – bekommt man einen Brocken Schokolade zugeworfen.
    Total abwegig? Für manch Hund ist das Alltag.“

    Stimmt, viel besser wäre natürlich gewesen, dass der, der einem die Hand verweigert hätte, einen anschließend noch geschlagen hätte. Für jemand, der völlig unsicher ist, igelt sich ein, jemand der aggressiv ist, schlägt zurück und es kommt zu einer Schlägerei.

    „Wieder in Deutschland: Auf dem Kinderspielplatz sitzen der kleine Kevin und Jaqueline zusammen im Sandkasten. Jaqueline ist heute nicht gut drauf. Vielleicht hat sie ernsthafte Probleme zuhause oder vielleicht ist sie nur ein Kind, dass mal die Grenzen testen möchte. Wie auch immer – Jaqueline nimmt Kevin den Spieleimer weg. Kevin reagiert natürlich dementsprechend angefressen. Er nimmt seine Schaufel und haut Jaqueline auf den Kopf.

    Jaqueline heult und Kevin macht weiter. Irgendwann wird es Kevin zu doof, weil die blöde Jaqueline immer noch nicht den Eimer raus rückt. Er hört mit dem Schlagen auf. In dem Moment ertönt ein lautes „Suuuupeeeeeeer Feiiiiiiiiiiiiin“ und der Kevin bekommt ein Bonbon in den Mund geschoben. Wer würde das als Erziehung bezeichnen? Unter Hundehaltern durchaus eine mittlerweile übliche Begebenheit, wenn man Kevin und Jaqueline als Hunde sehen würde, der Spieleimer ein Ball wäre und das Bonbon ein Leckerchen.“

    Normal hätte man schon viel eher eingegriffen und erst recht nicht jemanden zusammen spielen lassen, wenn sie nicht miteinander spielen können. Bei den „alten“ Methoden muss man aber erst mal die Situation schaffen, die man verhindern will um sie wegzuprügeln. Also setzt man Kevin wieder zu Jaqueline und wartet, bis er sie endlich haut. Kevin will aber nicht hauen, also stellt man sich bedrohlich zu Kevin hin, der Bengel will aber immer noch nicht Jaqueline hauen. Also nehme ich ihm seinen Eimer weg, so dass er endlich Jaqulines Eimer haben will. Man wartet ab, bis Jaqueline geschlagen wird. dann nimmt man sich Kevin mal richtig zu Brust, und schlägt ihn erst mal in den Magen, anschließend macht man Kevin noch ein kleines Armband um, dass jedes mal einen starken elektronischen Impuls aussendet, wenn Kevin die Hand ballen will.

    So was mag man nicht glauben, aber tatsächlich werden diese Methoden von Leuten, die nicht erziehen wollen, befürwortet und für gut empfunden.

    • Na soweit kommt es noch, dass Kinder auf einem Spielplatz erst nach „Sozialkompabilität“ ausgewählt werden.;)

      Was möchtest du mit diesem Kommentar nun sagen? Wer erzieht so seine Kinder? Soll es eine Analogie zur Hundeerziehung sein? Mir erschließt sich die leider überhaupt nicht. Ich wüsste auch niemanden der so etwas befürwortet.

    • @ Manni

      Wenn aversiv dann wenigstens richtig:

      “Direkt zu Anfang möchte ich ein kleines Gedankenexperiment machen. Man stelle sich vor, man wäre plötzlich in China und ist konfrontiert mit Menschen, die eine völlig andere Sprache sprechen sowie einen vollkommen anderen kulturellen Hintergrund haben.

      Man weiß nicht, was sich in dieser Welt nun gehört und was nicht. Man kennt die Gepflogenheiten schlicht und ergreifend nicht und ist darauf angewiesen, dass die anderen Menschen einem zeigen, was man tun darf und was nicht. Um den nächsten Menschen, der nett aussieht, nun zu begrüßen, streckt man ihm die Hand aus. Dieser ignoriert einen völlig.

      Also Ich würde den Menschen wenn er die HAnd hinstrecken will Blockieren (Festhalten oder was auch immer) UND gleich zeigen wie es in diesem Land richtig gemacht wird..

      Bei Kevin und Jaqueline das gleiche – verhalten Blockieren und zeigen was stattdessen gemacht werden kann.

      Zu dem anderem ich kann und will auch nicht jeder Situation aus dem weg gehen..
      Ich bin auch schon einmal auf die „Gewaltlose Schiene“ Reingefallen. Zwar nicht bei der Hunde sondern bei der Kindererziehung, ich wollte meinen Sohn (jetzt 23) zur Gewaltlosikeit erziehen. Ging aber nur so lange gut bis er in den Kindergarten kam.. Mein Sohn musste lernen das auch wenn er lieb und nett ist, die anderen es noch lange nicht sind.Das Leben ist nunmal kein Ponyhof , weder zu uns noch zu unseren Kindern, und schon gar nicht zu unseren Hunden.
      D.H. Wir sollten unseren Hunden (Kindern) Strategien mitgeben, damit sie wissen wie in auch schlimmen und Überraschenden Situationen wissen wie sie Reagieren können..

      ICh geb ihnen Recht so wie Sie oben beschrieben haben, kann Aversives Arbeiten nicht Funktionieren, mann kann bis zu besinnungslosigekeit auf den Hund einprügeln, bringt nix, weil er dann immer noch nicht weiß was er STATTDESSEN tun soll..

      • Genau so, Elisabeth! Es wird gerne so dargestellt, als würden aversiv arbeitende Leute ständig ihre Hunde verprügeln ohne Sinn und Verstand und das war’s dann.

        1. ist aversives Arbeiten nicht gleichzusetzen mit Prügeln, wenn auch ein Bodyblock, ein Anstupsen und ein Leinenzupfen (also nicht nur der Leinenruck, bei dem wirklich die Gefahr besteht, dem Hund physischen Schaden zuzufügen, sondern auch ein Zuppeln an der Leine) etc. zum aversiven Arbeiten gezählt wird

        2. Heißt es NICHT, nur weil man dem Hund deutliche Grenzen setzt, dass man nicht nett sein darf und niemals positive Werkzeuge benutzt und

        3. Gibt es nicht nur schwarz und weiß und es werden wohl die wenigsten, die von sich behaupten, nur positiv zu arbeiten wirklich nur positiv arbeiten, gerade wenn man sich so ansieht, wie diese Personen auf andersdenkende Menschen Reagieren, ist dies sehr schwer zu glauben..

    • Sorry Manni, schon mal daran gedacht, dass sich der Kevin auch zur Jaqueline setzen kann, ohne das es jemand mitbekommt ? Oder anders gesagt, eine Situation aus dem Nichts entstehen könnte ? Wo Du nicht siehst, ob sie miteinander können oder nicht ?
      Bei meinem Malamute kann man schön beobachten, was dann geschieht. Seine Körpersprache sagt, manchmal mit einem Knurren, „lass mich oder…“. Damit ist er in der Regel erfolgreich und eine weitere Eskalation sollten nun die Besitzer unterbinden.
      Was übrigens auch bei Kindern oft der Fall ist, denn eine Kindergärtnerin kann in der Regel einen Streit erst dann schlichten, wenn er schon begonnen hat. Oder sind das Hellseherinnen ?
      Ich bin übrigens Krav Maga Trainer und einem potentiellem Angreifer teile ich das auch mit. Was dann passiert, hat nur er in der Hand, weiter feiern oder Intensivstation.

      Damit will ich sagen, dass unsere Hunde sich im besten Falle selber sagen, was Sache ist. Das heisst aber eben auch früh erziehen, so positiv wie möglich und so negativ wie nötig.

  76. Hallo Melanie,

    Ich hab gut verstanden worum es in diesem Text geht. Da hat jemand keine Ahnung von dem was für falsch erklärt wird, weil es Nina nicht verstanden hat.
    Stattdessen wird denen Recht gegeben die schon seit steinzeitlich lange praktiken ausführen und nur diese als einzigst richtige ansehen. Es ist mir Schleierhaft was die Grundaussage dieses Artikels sein soll, denn ich versteh nur: Ich habe zwar ein lebendiges, flauschiges Tier im günstigsten Fall mit 4 Beinen, 2 Ohren, 2 Augen und 1 Nase. Selbst Atmen kann es auch, aber Selbst Denken kann es nicht, weil es muss erst in Situationen gebracht werden um im Nachhinein rein prügeln zu können, das dies falsch war. Erst dann kann dieses Tier denken. Da frag ich mich wirklich ob es den Leuten spaß macht, die so mit Ihrem Tier umgehen, wenn Sie Ihr Tier dabei beobachten, wenn es in eine Lage gerät wo nur Aversiv mit Ihm gearbeitet wird. Denn Gefühle entwickelt so ein Tier auch und wenn es immer wieder Enttäuscht wird vom Halter, muss das Tier selbst handeln. Was dabei rum kommt, liest man tagtäglich in der Zeitung.

    • Hallo Melle,

      nein, du hast den Artikel nicht verstanden. Nina geht es überhaupt nicht um alte Praktiken, wo der Hund niedergemacht wird, gar geschlagen wird. So etwas lehnt sie absolut ab. Das hättest du aber beim Verstehen des Textes herausgefunden.

      Ihr geht es einzig und alleine darum, dass man weder dem einen Guru, noch dem Anderen hinterherrennen soll, sondern selber seinen Verstand einsetzt und auf seinen Bauch hört. Es gibt nicht DIE Methode, dafür sind Hunde viel zu individuell.

      Und hättest du mal bis zum Schluss gelesen, hättest du mal diesen Absatz von ihr zu Gesicht bekommen

      „In der Hundehaltung ist das wichtigste für mich – Nähe, eine gute Bindung und eine vertrauensvolle Beziehung. Dies schafft man kaum über ein permanentes Meideverhalten. Meine Hunde müssen auch nicht alles können. Ich möchte keinen Hund verbiegen, damit er mir in den Kram passt. Eine stabile und eigene Persönlichkeit ist mir da sehr viel wichtiger. Trotzdem werde ich von den meisten „Wattebäuschchenwerfern“ als jemand aus dem „anderen Lager“ empfunden. Und damit bin ich schon übelsten Beleidigungen und Anfeindungen ausgesetzt gewesen.“

      Daher für alle „erst lesen, dann verstehen, dann denken und erst dann schreiben“ ;)

      LG Melanie

  77. Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen. Bei mir gibt es das böse Wort „Nein“ „Pfui“ „Spuck das sofort aus“ äh ja ich schweif vom Thema ab. Macht sie etwas was sie nicht soll sag ich ihr das deutlich ohne zu prügeln. Tarja kennt mich ganz genau und häufig reicht schon das entgleisen meiner Gesichtszüge aus das sie reagiert. Sie hört auch an meiner stimme wann man mein „Nein“ getrost ignorieren kann, es langsam brenzlig wird und wann absoluter Gehorsam unabdingbar ist um noch einen schönen Heimweg an der langen(!) Leine zu haben.

  78. Wattebäuschchenwerfer lach…… aber stimmt.

    Ich bin die Manuela Baujahr 1966 und hatte schon immer Hunde.
    Meistens ein Rudel von 4 bis 5 Hunden.
    Fast alle waren sogenannte Problemhunde aus verschiedenen Tierheimen.
    Ich glaube es gibt nirgends so grosse Verwirrungen, Widersprüche, Diskussionen etc. wie bei dem Thema Hundeerziehung.

    Eigentlich ist das doch eine ganz einfache Sache!
    Behandelt die Pferde, wie ein Pferd.
    Behandelt einen Hund, wie einen Wolf.
    Könnte man nun mit jeder Tiergattung so weiter aufschreiben ;-)
    Und Behandelt einen Menschen wie einen Menschen und nicht einen Hund, wie einen Menschen!

    Lernt die Sprache vom Hund (Wolf) und erwartet nicht, das er Eure Worte und handeln, wenn die Erziehung vermenschlicht wird er dann den Sinn dahinter verstehen soll.
    Will man sich einen Hund anschaffen, dann studiert doch bitte vorher genau das verhalten von Wölfen.
    Beobachtet ein intaktes Hunderudel.
    Beobachtet wenn ihr auf einer grossen Hundewiese seit, wie ein unbekannter Hund, empfangen wird, von den bereits vorhanden Hunderudel.
    Ist der neue zu aufgeregt, ( negative Ausstrahlungen )bekommt er schnell eins gewischt!Usw.
    Seine Aufgeregtheit, wird umgeleitet,das er sich beruhigen soll.

    Die Hunde machen da kein langes Theater.
    Ein Hund macht es mit der Schnauze, der Mensch kann dazu seine Hand gebrauchen,in dem er den Hund kurz an stupst.
    Doch da schreien einige sogenannte Hundehalter schon von Brutalität. Das ist einfach Lachhaft;-)

    Ich schlage kein Tier. Ich schreie möglichst auch kein Tier an.
    Aber ich versuche das Tier ( Hund ) möglichst so zu behandeln, wie sie mich auch verstehen können, was ich von ihnen verlange und erwarte.
    Bei mir gibt es auch selten bis nie, Leckerlie.
    Denn ich bin der Ruderanführer und ich habe noch nie gesehen, das ein Ruderanführer bei Hunden oder Wölfen, einen unterlegenen damit erziehen will, das er ihm ständig was von seiner Beute vor die Pfoten wirft oder in die Schnauze drückt „g“
    Als ich vor paar Jahren mal ein sogenanntes schwer erziehbares Pony bekam,
    muss dazu sagen, es war ein Hengst und ich mich bückte um am Boden was aufzuheben,
    ging es paar Sekunden und das Kerlchen stieg mir auf den Rücken.
    Was machte ich? Na das gleiche wie es ein anderes Pony gemacht hätte, das den Höheren Rang für sich beansprucht!
    Ich schlug mit meinem einten Fuss nach hinten aus.

    Ist doch wie gesagt, eigentlich alles ganz einfach ;-)
    Ein Tier so zu erziehen, wie es von der Natur aus gewohnt wäre,
    hat nichts mit Brutalität zu tun, sondern ist das natürlichste was es gibt und so auch vom Tier, verstanden wird.

    In dem Sinne
    Mfg Manuela

  79. Hallo Nina,
    Ich bin Hunde Neuling und habe einen 19 Wochen alten sehr sehr quirligen Welpen. Als null Ahnungs Typus was Hundeerziehung angeht wurde ich völlig vom Dschungel verschiedener Erziehungsmethoden überrollt… vorallem die positive Bestärkungs Methode hört sich ja für jeden Menschen mit Herz der seinen Hund liebt wirklich gut an. Also habe ich es erstmal mit dieser Methode versucht. Ich habe jedoch schnell gemerkt, dass ich so viele schnelle und erwünschenswerte Verhaltensweisen meines Hundes gar nicht ständig belohnen kann… und bei aggressiven Verhalten soll ich ihn dann logischerweise nicht belohnen… und das soll er dann verstehen? Er hat es eher als Duldung meiner seits ausgefasst und somit sobald er seinen Sturkopf durchsetzen wollte dass gemacht was er wollte. Irgendwann wurde es mir dann zu viel… ich habe angefangen durchzugreifen, ich habe klare Verbote gesetzt und ihn getadelt z.B. mit lautem anmäckern, erschrecken und auch mal ein weg schupsen und einen Klapps wenn er mich schnappen wollte. Ich verprügel meinen Hund nicht, ich zeige ihm nur dass ich stärker bin als er und sein Rudelführer bin und ein fehlerhaftes Verhalten Konsequenzen für ihn hat. Ich hatte die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen, weil überall in allen Foren so ein Verhalten verpöhnt wird. Dein Artikel hat mir wieder Mut gemacht und gezeigt dass ich keine Rabenhundemutter bin und solange ich Fortschritte sehe und sehe dass die klare Rollenverteilung dem Hund gut tut, kein schlechtes Gewissen haben muss. Danke. :)

  80. Ich habe grundsätzlich das Gefühl, dass ich mit meinem erstem Gefühl…meinem INSTINKT…meistens bei Hund und mir das Beste erreiche und mit das Beste meine ich wirklich nur, was für mich und meinen Hund passt und nicht, was andere meinen, was nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen „richtig“ ist. Und eins gibt es trotzallem nicht…mein Hund wird nie ernsthaft körperlich gemaßregelt…es gib´t aber hündische Möglichkeiten, denn mein Hund ist ein Hund und kein verhundlichter Mensch !!!

  81. Also, mal ganz ehrlich. Wie soll ein Hundehalter bei den ganzen Erziehungsmethoden wissen, was richtig für seinen Hund, aber auch für ihn ist??? Ich hab es mit der Operanten Konditionierung und der klassischen Konditionierung versucht, dann noch mit ein paar Tipps aus dem Inet, weil ich in manchen Situationen nicht weiter wusste. Mittlerweile muss ich sagen, weiß ich nicht mehr weiter. Stunden hab ich damit verbracht, Hundeliteratur durchzuackern…Die perfekte Methode ist mir leider bisher nicht untergekommen. Eigentlich bin ich ein friedfertiger Mensch, dem Gewalt zuwider ist. Jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn ich überfordert bin, auch ich nicht davor gefeit bin, etwas deutlicher zu werden. Mein Hund ist erst 4 Monate alt und kann mit Frust nicht gut umgehen. Er zwickte mich ins Bein, um mich zum Spiel aufzufordern. Natürlich wollte ich nicht darauf eingehen, da ja nur der Chef zu Spiel auffordern soll. Das Zwicken tat aber durch seine spitzen Milchzähne ganz schön weh, also versuchte ich ihn mit meiner Hand abzuwehren(wegzuschubsen)Da biss er mir in die Hand. Das war kein Zwicken mehr, es floss Blut und es tat verdammt weh. Aus einem Reflex heraus schlug ich auf seine Schnauze. Er ließ sofort von mir ab und trollte sich. Und wie er mich so ansah (in meinen Augen ängstlich), da bekam ich einen richtigen Heulkrampf. Was hatte ich nur meinem Hund angetan? Ich hasste mich in diesem Moment wirklich selbst. All die guten Vorsätze dahin….Und nun? Bin ich verwirrter denn je. Vom Grundsatz her möchte ich meinen Hund ohne Gewalt erziehen, jedoch finde ich, dass ich mir auch nicht alles von ihm gefallen lassen kann. Wo ist der richtige Mittelweg? Was ist zuviel und was zu wenig? Ich beneide wirklich die Leute, bei denen alles einfach so klappt! Doch egal mit welcher Methode, egal von welcher Fraktion, die Weißheit scheinen irgendwie alle mit Löffeln gefressen zu haben :)

    • Ich denke, dass man sich viel zu oft durch Literatur und Trainern verunsichern lässt. Jeder preist seine einzig wahre Methode an, die garantiert auch überall funktioniert. Und der Hundehalter der Hilfe sucht, weil er mit seinem Liebling an seine erzieherischen Grenzen kommt, nimmt natürlich gerne diese „Wunder-Methode“ in der Hoffnung, dass es nun alles funktioniert. Und wenn es das nicht tut, wird sich auf die nächste Methode gestürzt, die womöglich der ersteren widerspricht. Funktioniert das dann nicht, wird man zunehmend verunsichert. Hinzu kommen die vielen Meinungen anderer Hundehalter, Blogs, Foren usw. Da ist das Chaos perfekt. Zurück bleibt ein Hundehalter der den Blick für das Wesentliche verloren hat: Für sich und seinen Hund. Was für Bedürfnisse habe ich? Was für Bedürfnisse hat mein Hund? Welche Möglichkeiten sehe ich, diese in Einklang zu bringen? Anstatt immer nach Methode XY zu arbeiten und Hunderte von Stimmen im Kopf zu haben, sollte man auch mal auf sein Bauchgefühl hören, was leider sehr oft abhanden gekommen ist. Wenn mein Hund mich zum spielen auffordert, gehe ich zum Beispiel auch gerne mal darauf ein. Manchmal auch nicht-nicht weil ich Chef sein will, sondern weil es mir grade nicht passt. Ich genieße ausgiebige und auch körperbetonte Spiele mit meinen Hunden, die häufig in einer großen Kuschelaktion enden. Das genießen alle Beteiligten-warum sollte ich das nicht machen, nur weil im Buch XY steht, man müsse immer den Chef raus hängen lassen? Wenn ich mir meine Hunde so ansehe, kann ich mir kaum vorstellen, dass sie die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Sie möchten Nähe, Zuneigung, Verlässlichkeit und Sicherheit.

      Die Situation bei dir würde ich gar nicht als „Erziehung durch Gewalt“ bezeichnen. Du sagst selber, dass du aus Überforderung so gehandelt hast und das nicht wolltest. Ich habe auch schon einmal ganz unnett meinen Hund auf den Boden gedrückt-der hatte aber auch ganz unnett meinen Arm in seinem Maul. So etwas soll nicht passieren, aber es kann passieren. Da darf man sich auch nicht für fertig machen-meistens hat man dem Hund in so einer Extremsituation gar nicht großartig geschadet. Aber es hat Einem selbst geschadet, weil man so eigentlich nicht handeln wollte. Die Verunsicherung wird durch die selbst gesteckten Maßstäbe dann nur noch größer.

      So junge Hunde können großartig sein-aber auch die Pest in Tüten. Wenn das Gefühl der Überforderung sehr groß ist und man nicht mehr weiter kommt, rate ich zu professioneller Hilfe durch einen guten Hundetrainer. Viele Lösungen sind erstaunlich einfach und nahe liegend. Man kommt nur nicht immer von selbst drauf.

  82. Hallo zusammen! :)

    Nina, es ist ein sehr schöner Artikel.

    Besonders der anscheinend oft überlesene letzte Absatz.

    Eine Arbeitskollegin hat sich vor ca 9 Monaten einen Dackelwelpen geholt. Die Züchter haben ihr allerlei Tipps gegeben, am am wichtigsten war ihnen, dass man dem Hund keine Gewalt zufügen darf… Allerhöchstens mit einer zusammengerollten Zeitung etwas anstupsen, aber ja nicht mehr!!

    Naja.. Er war tätlich sehr lebhaft und hat neben Blumentöpfen und Bettwäsche auch ihren Autoschlüssel zerstört. Kurz gesagt, sie wusste einfach nicht weiter und hat sich auch von der Züchter- Meinung nicht abbringen lassen.
    Schlußendlich hat sie ihn wieder abgegeben…

    Etwa 2 Wochen später hat sie es schrecklich bereut.

    Wie auch immer. Ich habe mir im August 2010 einen Münsterlander Border Collie Mix geholt, und bin mit ihr sehr zu frieden, und ich werfe nicht mit wattebäuschen und auch nicht mit Knebeln.

    Ich bin auch weder ein Anhänger von Millan noch von Rütter oder wie sie alle heißen.
    Ehrlich gesagt habe ich, bevor ich diesen Artikel und die dazugehörenden kommentare gelesen hatte, noch nie von den ganzen Methoden und Theorien gehört und habe trotzdem einen Hund, der gut sozialisiert ist, leinenführig, abrufbar auch wenn ein anderer Hund oder gar ein Reh in der Nähe ist…

    Trotzdem wende ich natürlich auch “ Gewalt “ an wenn mir was nicht passt!
    Ich drohe meinem Hund natürlich mit der erhobenen Leine wenn sie versucht abzuhauen, und ich wende auch den schnauzengriff an wenn sie eine unserer Katzen vom Futter wegbeisen will, denn sie darf es nicht. Punkt. Ganz einfach.

    Man sollte grundsätzlich wissen was man von seinem Hund erwartet, konsequent und liebevoll sein wie es immer heißt, und trotzdem nicht aus den Augen verlieren warum man einen Hand hält.
    Ich habe sie, weil ich einen Freund und Partner wollte, um zu toben und mich richtig auszupowern. Weil ich Freude daran habe Tieren etwas beizubringen. Weil ich jemanden zum kuscheln wollte und so weiter…

    Ich glaube sogar, dass es bei ihr genauso ist. Sie hat mir auch sehr viel beigebracht. Zum Beispiel wie Hund maßregeln und spielen. Sie kommt selbst zu mir zum knuddeln und sie liebt es auch mit mir durch Feld und Wald zu rennen..

    Ich schätze auch hier gilt: alles in Maßen statt in Massen!!

    In der Regel liebt man doch sein Tier und es hilft nichts seinen Hund fett zu füttern oder ständig zu bestrafen.

    Ach ja und man sollte tatsächlich so mit seinem Tier arbeiten, damit man es mit sich und mit dem Hund vereinbaren kann.

  83. Hallo Nina,
    herzlichen Dank für den humorvoll verpackten, sachlichen Artikel. Ich bin so begeistert davon, dass sich endlich jemand getraut Tacheles zu reden und eine Bresche zu schlagen versucht.
    Das Lesen der ersten Kommentare haben aber schon gezeigt, dass deine Anregung nicht zu realisieren ist.
    In nichts sind wir Menschen so verbohrt fanatisch wie in unserer vermeindlichen Hundeerziehung.

    Ich habe selbst eine kleine Hundeschule, arbeite jeden Hund jeder Rasse und Herkunft. Zu 90% aber die Halter – wie es denn so ist.

    Im Alter werde ich ein Buch schreiben – über das, was mir in den letzten Jahren begegnet ist und wohl noch begegnen wird. Von Hunde Verhaltenstherapeuten, zertifizierten Trainern, Absolventen von Blabla… die sich Rassen herauspicken, andere von vornherein ablehnen, das Handtuch werfen weil es mal nicht klappt wie sie es gelernt haben, nicht umdenken oder einfach nur den Halter motivieren und / oder überzeugen können.Die Experimentieren und dann zu Anti – Depressiva raten.

    Und all diese verzweifelten Hundehalter kamen dann mit ihren meist nur grenzenlosen Lümmeln zu mir. Das Leben kann doch so einfach sein, wenn wir nicht verbohrt und ein wenig offener sind… ein Leckerlie drauf!! :-)

  84. Danke Nina, ich stimme deinen Worten vollkommen zu. Ein sehr realistischer Artikel zur aktuellen Situation hier in Deutschland. Es macht mich traurig und wütend, dass das die Realität ist. Grüße aus NRW

  85. Hallo Nina,

    ein wunderbarer Artikel !
    Der mein Bauchgefühl bestätigt (als verunsicherter Neuhundehalter).
    Im Hunderudel gibt es ja auch nicht nur „Leckerlis“, sondern wird auch „gerügt“.

  86. Schöner Artikel, für meinen Geschmack etwas viel „Rundumschlag“. Ich finde, man könnte es z.B. auf diesen Punkt bringen: Liegt nicht die größte Krux darin, daß das eine Dressur heißen müsste und das andere Erziehung? Geht nicht mit einem Durcheinander der Begriffe schon die Verwirrung los? Dressur hat mit Erziehung nicht viel zu tun und umgekehrt, oder füttern wir unseren Kindern auch Gummiteddys, wenn wir ihnen zeigen, wie man z.B. Nudeln kocht? Wir adoptieren einen Hund (egal ob aus dem Ausland oder als Welpen), damit haben wir eine Wahl gemacht – der Hund hatte keine. Damit haben wir die Verantwortung übernommen, das fortzuführen, was der Hund in seiner natürlichen Familie hätte lernen und erfahren sollen. Das ist unsere Verantwortung: Den Hund fit zu machen, um in unserer Gesellschaft in Sicherheit leben zu können und SEINE Bedürfnisse erfüllt zu kriegen. Der Hund hat ein Recht auf Erziehung und Fürsorge. Dessen sollten wir uns bewusst sein – und das ist Methodenunabhängig! DAS heißt Erziehung und nicht Dressur – die braucht KEIN Hund!

    • Hallo Susie,

      generell stimme ich dir zu. Ich unterscheide auch „Dressur“ von „Erziehung“. Ein Hund der großartig auf dem Hundeplatz läuft, ist sicher toll dressiert-wenn er Zuhause über Tische und Bänke geht, ist er jedoch einfach nicht erzogen.

      Wenn man aber die Methoden sich genau ansieht, wird deutlich dass man den Unterschied eher schwer aufrecht erhalten kann-so ging es zumindest mir. So kann eine gute Gegenkonditionierung und Desensibilisierung durchaus Erziehungsarbeit sein. Mit Dressur kann ich mich im Alltag auch über gewisse Situationen hinweg retten. Kommandos in denen der Hund sich sicher fühlt, können ihm dann im Alltag helfen, mit gewissen Situationen zurecht zu kommen.

      Ich ziehe da keine trennscharfe Linie mehr. Ich baue sämtliche Kommandos erst rein positiv auf. Führung, Grenzen und Regeln zeige ich eher mit Körpersprache. Orientierung an mir erreiche ich mit einer gewissen gesunden Mischung von Leckerchen/Spiel und Körpersprache/Beziehungselementen. Lebenswichtige Kommandos werden ab einem gewissen Zeitpunkt auch abgesichert, damit sie wirklich bombenfest werden. Und so habe ich absolut zuverlässig abrufbare Hunde, die selbst bei Wild- und Hundesichtung auf Kommando mit einem lachenden Gesicht auf mich zugerast kommen. Mit diesem Konzept komme ich persönlich ganz gut hin. Ich würde es aber nicht als Stein der Weisen verkaufen. Wobei vielleicht sollte ich grade das machen-man verdient ja anscheinend einen Haufen Kohle dabei. ;)

      • Hallo Nina,

        >> Und so habe ich absolut zuverlässig abrufbare Hunde, die selbst bei Wild- und Hundesichtung auf Kommando mit einem lachenden Gesicht auf mich zugerast kommen. <<

        Erstmal: Glueckwunsch!! Verrätst Du mir, um welche Rasse es sich bei Deinen Hunden handelt, woher Du sie hast, in welchem Alter Du sie bekommen hast und wie Du es gemacht hast? Echt?! Wildsichtung?

        Danke und schöne Grüße
        Verena

        • Ja „echt Wildsichtung“. ;) Wenn du mehr über mich und meine Hunde erfahren willst, kannst du hier mein Interview lesen: https://www.planethund.com/interview/nina-dany-interview-1911.html

          Das „wie“ wäre schon recht umfangreich für einen Kommentar. Da unser Weg natürlich auch sehr individuell ist, wäre es auch absolut keine Anleitung für jeden und ob es einen wirklichen „Mehrwert“ hätte, weiß ich auch nicht. Sollte ich den heiligen Gral der Hundeerziehung finden, gebe ich aber sicher laut. ;)

  87. Sehr sehr gut geschrieben. Ich lese normalerweise kaum einen Artikel zu Ende – aber Deinen Artikel habe ich gern gelesen und dem gibt es nicht mehr beizufügen.

  88. Hallo Nina

    ein wunderbarer artikel der mir ein bisschen aus der seele spricht…obwohl ich auch manchmal leckerchen werfe ;-)
    aber gott sei dank hatte ich am anfang meiner hundelaufbahn eine hundetrainerin die mir ganau dies beigebracht hat…groß machen, knurren, mit dem körper blocken oder anstarren im bedarf…hündisch halt
    und siehe da ich habe einen tollen hund für den ich der rudelführer bin und wir haben ein tolles verhältnis das sehr liebevoll und respektvoll ist
    leider wissen das nicht alle hundehalter denn wenn mein hund einem total aufgedrehten jungrüden der ihn ständig anpöbelt mal kurz bescheid sagt und dann sofort ablässt und es keine beisserei ist ganz im gegenteil…man beobachte mal hundemütter bei ihrer erziehung…sondern eine korrekte hündische erziehungsmaßnahme musste ich mir schon oft anhören ob er denn auch beißen würde
    hallo…wenn mein kind mir ständig die schüppe auf den kopf haut stecke ich ihm auch kein bonbon in den mund sondern sage sehr streng nein und halte seine hand fest und nehme ihm die schüppe weg…deswegen mißhandle ich mein kind ja auch nicht…übrigens ein tolles beispiel mit den menschen im artikel :-)

  89. Hallo Nina, du hast mir aus dem Herzen gesprochen. Ist witzig, weil ich den kulturellen/sprachlichen Vergleich mit China auch immer anbringe zum besseren Verständnis bei der Hundeerziehung. :-)

    Ich sehe dieses Verhalten auch bei vielen Eltern (habe selbt eine 4-jährige Tochter). Viele Hundehalter / Eltern gehen den Weg des geringsten Widerstands und vermeiden Konflikte, weil das anstrengend ist und mich mein Hund/Kind hinterher vielleicht nicht mehr so toll findet. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Ich lasse den anderen verunsichert im Regen stehen, gebe keinen Halt und Sicherheit. Kinder und Hunde brauchen aber Sicherheit und eine konsequente liebevolle Erziehung. Diese ist aber anstrengend und beinhaltet eben auch mal negative Konsequenzen. Dabei spreche ich nicht von körperlicher Gewalt. Noch funktioniert bei uns Süßigkeitenverbot (Kind) oder ein strenges Nein (Hund + Kind ;-)) ganz gut.
    Herzliche Grüße,
    Petra

    • Ich finde es schlimm, wenn Eltern nicht mehr in der Lage sind Konflikte auszuhalten und auszutragen. Grade für Kinder ist dies wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung. Dabei geht es ja gar nicht um Gewalt-es geht nur darum auch mal „Nein“ zu sagen und Grenzen aufzuzeigen.

      Die Erfahrung, dass ein ausgestandener Konflikt die Beziehung positiv beeinflusst, kann ich nur bestätigen. Schön so etwas auch von einer Mutter zu hören. :)

      • Das sehe ich genauso, deshalb kann für mich die antiautoritäre Erziehung bei Kindern auch nicht funktionieren. Kinder brauchen Regeln. sie müssen klar und deutlich ins Leben geführt werden.

        Und das Gleiche gilt für Hunde!

  90. Korrigiert mich bitte wenn ich das jetzt falsch verstanden habe, aber „Gewalt ist nicht gleich Strafe“? Du nimmst mich doch auf den Arm oder?
    Zum Leinenruckeln: Wenn du mit einem an der Leine zupfen nur auf dich aufmerksam machen willst, warum kannst du das nicht auch einfach mit ansprechen oder einem Schnalzen machen?
    Und wie soll ich Aggression umlenken, wenn nicht positiv? Soll ich meinen Hund etwa anschnauzen wenn er an der Leine randaliert? Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass das nix bringt!
    Soll ich meinen Hund, wenn er zwar nicht aufs erste Mal gehorcht hat zusammenscheissen wenn er dann doch noch zu mir kommt? Was lernt er denn dann? „Ups, zu Frauchen zurück zu kommen ist wohl keine gute Idee..“
    Hunde „verhundlichen“ uns? Anknurren? Kommt schon Leute, was soll das? Ich halte unsere Hunde für intelligent genug, dass sie ganz genau wissen, dass wir keine Hunde sind. Und im Gegensatz zu uns, sind sie exzellente Beobachter und im Gegensatz zu sehr vielen von uns, versuchen sie in uns zu lesen und uns zu verstehen. Ausserdem können wir das Knurren unserer Hunde mit als seinen Facetten und Nuancen und den damit verbundenen Bedeutungen im Leben nicht nachahmen. Also lasst den Mist.
    Nun, was ist an klassischer/operanter Konditionierung falsch? Meine Lieben, wir Menschen lernen genauso! Wenn wir etwas tun, was uns zum Erfolg führt, werden wir es wieder tun. So läuft das nunmal mit dem lernen. Bei Menschen wie bei Hunden und wie bei den meisten anderen Lebewesen auch. Deswegen sind wir keine Maschinen.
    Übrigens sind Wattebauschwerfer, zumindest die, die ich kenne, stark dafür, dass man dem Hund den Freiraum lässt, gewisse Dinge selbst zu entscheiden. Und zwar ohne dass man mit dem Klicker oder Marker hinterherrennt.
    Versteht mich nicht falsch, auch von mir gibts mal ein scharfes Nein, als Abbruchsignal, weil gewisse Dinge einfach tabu sind. Für richtiges Verhalten gibts dann aber auch ein Leckerli. Und da sehe ich oft Hundehalter, die ihren Hund für schlechtes Verhalten beschimpfen, ihn aber nie für gutes Verhalten loben. Lob ist wichtig, oder werdet ihr etwa nicht gerne gelobt?
    Ich habe auf verschiedenen Erziehungsbaustellen schon verschiedene Methoden ausprobiert und das, was zwar länger gedauert hat, aber als einziges funktionierte und vor allem von Dauer und am Ende zuverlässig war, war das Training über positive Verstärkung.
    Du hast Recht, auch Wattebauschwerfer sind nur Menschen und werfen mal mit einem Wattestäbchen, aber sie erkennen ihre Fehler, benennen sie und arbeiten an sich. Sie suchen keine Erklärungen und Entschuldigungen, warum ihr Verhalten jetzt vielleicht doch nicht so falsch gewesen sein könnte.
    Gerade weil wir nicht in die Köpfe unserer Hunde schauen können, ist es wichtig, ihnen die Erziehung so angenehm wie möglich zu gestalten. Denn so wie wir nicht wissen, ob eine Strafe für unseren Hund wirklich so traumatisch ist, wissen wir auch nicht ob sie es ist und was unser Hund damit verknüpft! Also wähle ich doch für meinen Liebling den zwar etwas längeren, vielleicht für mich anstrengenderen, aber angenehmeren und weitaus effektiveren Weg.

    • Nein Gewalt ist nicht gleich positive Strafe. Ich greife ein Beispiel von dir mal auf: Du sagst streng „Nein“ zu deinem Hund. Das heißt du fügst ihm einen unangenehmen Reiz zu, woraufhin er das Verhalten unterbricht/weniger zeigt. Du hast also positiv gestraft. Für einen Wattebauschwerfer wie ich ihn meine (wenn ich der Gewalttätige, „Kscht“er, „Führungsidiot etc. bin dann sind die halt das-man muss sich ja auch nicht immer derart ernst nehmen oder?), ist das Gewalt. Und das ist völliger Unsinn.

      Du sagst ich soll mit der Zunge schnalzen o.Ä.-warum sollte ich das denn tun? Ich zuppel mit der Kraft eines Zeigefingers an der Leine und frag vielleicht „Öhm-Hallo? Noch da?“ – keiner meiner Hunde empfindet das als unangenehm. Nicht dass dies häufig vorkommen würde, aber es kommt durchaus vor. Bin ich deswegen jetzt gewalttätig, schlage oder trete meine Hunde? (Siehe Kommentare hier und woanders).

      Es geht mir letzten Endes um die Extreme und da hat man leider momentan eine starke Bewegung der „positiven Richtung“. Letztens der Fall in einer bekannten Facebook-Gruppe: Großer Mischling springt schwer kranke und gehbehinderte Besitzerin vermehrt an. Dabei springt er mit Anlauf in ihren Rücken und bringt sie damit in höchste Gefahr. Nun hatte sie das Problem, dass sie dem Hund nicht „Nein“ sagen durfte. Sie klickte was das Zeug hielt-es brachte lediglich mehrere Stürze. Der Hund wurde daraufhin abgegeben. Wenn ich so etwas lese, werde ich wirklich sauer. Sauer darüber, dass unsichere Hundehalter derart an der Nase herum geführt werden. Solche Fälle sind es, die mich zu diesem Artikel bewogen haben.

      Auch eine richtig eingesetzte Strafe führt zu einem langfristigen Erfolg. Wer glaubt, man müsse wenn man ein mal straft ein Leben lang strafen, kann es einfach nicht. Er muss sie dann ja nicht einsetzen-aber er muss nicht so tun, als ob dies immer der Fall wäre. Ich weiß übrigens sehr genau was ich tue-meine Hunde sind weder traumatisiert noch sonst etwas. Und dass die „Positivler“ immer an ihren Fehlern arbeiten, glaube ich nicht. Sieht man ja am Beispiel oben (ihr wurde natürlich auf die Schulter geklopft und getröstet-keiner kam mal darauf den bisher gegangenen Weg zu hinterfragen).

    • Zusatz:
      Diesen Abschnitt finde ich wirklich erheiternd:
      „Hunde “verhundlichen” uns? Anknurren? Kommt schon Leute, was soll das? Ich halte unsere Hunde für intelligent genug, dass sie ganz genau wissen, dass wir keine Hunde sind. Und im Gegensatz zu uns, sind sie exzellente Beobachter und im Gegensatz zu sehr vielen von uns, versuchen sie in uns zu lesen und uns zu verstehen. “

      Also sie sind intelligent genug zu wissen, dass wir keine Körpersprache beherrschen, aber sie können uns super beobachten und versuchen uns zu verstehen…? Du widersprichst dir selber. Hunde verstehen eine eindeutige Körpersprache sehr gut-dies wurde in diversen Experimenten und Studien ganz wunderbar gezeigt. Ich nutze das gerne, weil es einfach ist und man den Hund nicht großartig vorher konditionieren muss.

  91. Hallo,

    ich glaub es sollte nicht die Methoden der positiven Verstärkung kritisiert werden, sondern die Leute, die es falsch anwenden. Hier wird eigentlich ein menschliches Problem beschrieben, dass Menschen gegenseitig immer besser wissen, was man machen soll.
    Klar nerven Menschen, die meinen, sie wären besser, weil sie mehr Ahnung haben. Ob es Leute sind, die moralisch argumentieren oder die meinen, man müsse ständig körperlich werden weil es Hunde untereinander im Rudel auch machen.
    Wenn man es falsch darstellt und überspitzt, klingt jede Erziehungsform völlig blöd. Natürlich gibts auch bei der positiven Verstärkung Grenzen, die gezogen werden. Es soll auch nicht Belohnt werden, nach dem ein Hund mit was schlechtem aufhört. Ich finde es schade, dass diese Methoden so dargestellt und Befürworter als „Wattebäuschchenwerfer“ verspottet werden.

    • Ich gebe dir eigentlich Recht. Wie im Artikel geschrieben klicker ich ja auch und arbeite bspw. auch mit Zeigen und Benennen. Ich finde es toll, dass es solche Methoden gibt und es auch Leute gibt, die sich mit denen auseinandersetzen.

      Das Problem mit vielen „rein Positivlern“ ist tatsächlich letzten Endes ein menschliches. Es wird nur leider argumentiert mit Theorien, Studien und Co, dabei ist die Frage ob man überhaupt strafen möchte, eigentlich eine moralische. Diese Methoden haben auch Grenzen-das erkennen die „Hardcore“-Leute nur leider nicht und diffamieren leider sämtliche Leute die nicht genauso arbeiten. Ich arbeite nicht so-und da kannst du dir gerne mal so manch Kommentar hier und woanders durchlesen. Da wird teilweise auf das Übelste beschimpft und mir wirklich Schlimmes unterstellt. Dabei arbeite ich selber so weit es geht immer positiv. Es gibt aber dabei auch Grenzen. Und ich finde eine punktuell eingesetzte Strafe durchaus legitim-dass der Hund dadurch traumatisiert wird, ist eine glatte Lüge.

      Ich kann mich übrigens auch mit Humor nehmen. Und wenn ich im Schlafanzug draußen im Winter stehe und einen Freudentanz aufführe, weil der Welpe endlich Pipi gemacht hat, finde ich das sehr lustig. Und wenn Leute im Wald stehen und die ganze Zeit „lalalalalalalala“ rufen, während ihr Hund sich verlustiert, ist das einfach sehr witzig. „Verspotten“ tue ich niemanden. Dieser Artikel repräsentiert meine Meinung und wer meint sich den Schuh anziehen zu müssen, der kann das gerne tun. ;)

    • Zitat Aron: „ich glaub es sollte nicht die Methoden der positiven Verstärkung kritisiert werden, sondern die Leute, die es falsch anwenden. Hier wird eigentlich ein menschliches Problem beschrieben, dass Menschen gegenseitig immer besser wissen, was man machen soll.“

      genau DAS ist der Punkt!!

  92. Hallo,mit Interesse habe ich den Artikel gelesen,obwohl ich zum Anfang dachte dass zuviel um das eigentliche Thema herumgeschrieben wurde.ich fühle mich z.Zt.direkt betroffen und bekenne mich eher als „wattebäuschenwerfer“.ich bin durch Bundesland gesetzliche Auflagen gerade verpflichtet meinem Hund und mir eine Verhaltenstherapie und einem wesenstest zu unterziehen,der aussließlich auf positiver Bestärkung basiert.in ihrem Artikel wurde das suuuper wiedergegeben…..genügend Individual-Anstand etc.,nur im wirklichen Leben nicht immer auszuführen.ich möchte gern nicht nur passiv meinen Hund beobachten und für gutes Verhalten loben,nein,wenn er sich scheiße benimmt möchte ich ihn dS durchaus auch wissen lassen.deswegen regt mich dieser Artikel zum sofortigen nachdenken an.danke j.grieger

  93. Hallo an alle Leser – die Kommentare auf den Artikel von Nina machen das Dilemma klar: Eine Dressur (ich bleibe der Einfachheit halber mal bei den eigentlich zutreffenden Begriffen) nach ausschließlich positiver Verstärkung ist nicht möglich, denn Bestrafung beginnt schon in dem Moment, in dem die (vom Hund erwartete) Bestätigung ausbleibt. Er hat sich aus seiner Sicht Mühe gegeben und es folgt – nichts! Das ist gefühlt wie eine Strafe. Und selbst, wenn es einem gelingen sollte, seinem Hund immer nur Dinge „abzuverlangen“, die positiv zu bestärken sind, bekommt man Probleme, wenn es darum geht, das der Hund etwas NICHT tun soll. Spätestens dann kommt man um „Abbruch“ und damit zumindest gefühlter Strafe nicht drumherum und warum ist das so? Nun, ich schätze, weil der soziale Aspekt fehlt. Skinner, Thorndike und Pavlow legten GROSSEN WERT auf die ABWESENHEIT von Menschen und Artgenossen oder anderen Lebewesen, die hätten Einfluss nehmen können auf die Versuchsaufbauten. Darüber sollte man einmal tiefer nachdenken! Dies wird bei all den „positiv bestärkten“ Hunden daran klar, daß sie all ihre tollen Kunststückchen auch mit anderen Menschen ausführen (manche verleihen ihre Hunde sogar für Turniere). Der Hund ist aber ein SOZIAL-lebendes Tier in unserer SOZIALGEMEINSCHAFT mit MIR (und meiner Familie hoffentlich). Hier komme ich wieder auf den bereits von mir erwähnten Aspekt zurück: Erziehung oder Dressur? Man kann sich entscheiden, was man tut, wenn man die Konsequenzen in Kauf nimmt. Es gibt klare Unterschiede und die Grenze zweischen beiden ist auch klar zu ziehen: Es ist der SOZIALE ASPEKT, der den Unterschied macht und damit meine ich nicht, was der Mensch darunter versteht, sondern der HUND! Ein Eisbär im Zoo, der Medical Training erhält, wird dadurch leichter vom Tierarzt zu untersuchen sein, aber DAS IST DRESSUR (es gibt sogar Kurse, um Hühner und Eisbären zu klickern, sicher nicht mit der Absicht, eine Sozialstruktur zu den Kursteilnehmern zu bilden. Und weiterhin: Leckerchenfütterei (als positive Bestärkung) hat abforderndes Verhalten zur Folge. Nicht umsonst sollten Vögel am Strand und Wildtiere in Zoos von Besuchern NICHT gefüttert werden – Beweise dafür und die Gründe kann man tausendfach auf der Straße sehen, wenn konditionierte Menschen ihren Hunden Wünschen erfüllen.

  94. Liebe Nina, dein Artikel tat dringend not !!!

    Vor einigen Jahrzehnten gab es Probleme aufgrund der (gut gemeinten) „antiautoritären Kindererziehung“. In deren Folge viele Kinder haltlos aufwuchsen, weil ihnen z.B.:
    Keine Grenzen gesetzt wurden, zu früh eigene Entscheidungen abverlangt + sich die Eltern (auf gleicher Kopfhöhe) begeistert zu den Freunden ihrer Kinder machten – anstatt ihnen Mutter + Vater zu sein
    = Jahre später waren Psychotherapeuten stets um Rettung bemüht.

    Das gleiche Phänomen beobachte ich in den letzten Jahren in der Hundeerziehung + Ausbildung:
    Es ist keine Vermenschlichung, wenn man seinem frierenden alten Hund einen Pullover anzieht – sondern wenn man Hunden menschliche Verhaltens + Denkweisen unterstellt !!!

    Jeder Hund – schietegol ob winziges Zwerghündchen oder 70 kg Riese – hat das Bedürfnis nach Führung durch einen klugen Menschen, auf den er sich jederzeit in jeder Situation verlassen kann.
    D.h. ich entscheide was Hund darf + was nicht – weil er es sonst selber tut
    = Dominanzprobleme, die nicht mit positiver Bestärkung zu beheben sind.

    Ist die Chefsache geklärt, reicht mein leises „Ö-ö“ völlig aus, um unerwünschtes Verhalten zu stören.
    Doch der Weg dahin muß erst erarbeitet werden, was ohne Maßregelung unmöglich ist.

    Ebenso unmöglich ist es allgemeingültige Erziehungsratschläge zu geben:
    Wenn dein Hund „das“ tut, dann mußt du „das“ tun
    = Hundetrainer + Hundeschulen haben Hochkonjunktur, wo verunsicherte Menschen mit verunsicherten Hunden – im Vorweg oder Nachhinein – auf Rettung hoffen…

    Die Normalität, die Selbstverständlichkeit im Umgang mit seinem Hund, ist vielen Menschen verloren gegangen, weil sie sich übermäßig vor Erziehungsfehlern fürchten. Ausgelöst durch den Druck der neuen Hundeverordnungen + Gesetze, die jeden Hund über Kniehöhe zu einer potenziellen Gefahr machen.
    Daher rührt vermutlich auch die Angst vor den >natürlichen innerartlichen Aggressionen<, die Unwissende nicht mit ihrer "strafenden Hand" wecken wollen, in der Meinung das diese Verhaltensweisen friedlich weiterschlummern würden.

    Diese Denkweise kann ich sehr gut nachvollziehen:
    Ein harmloser Kommentkampf mit Höllenlärm + Akrobatik – wo nicht ein Blutstropfen fließt – kann heutzutage einen gnadenlosen Behördenapparat in Bewegung setzen + (den größeren) der beiden Hunde ins Tierheim.
    Die machtlosen Halter erleben die Hölle auf Erden + den finanziellen Supergau.

    • Toller Kommentar und leider soviel Wahrheit drin. Was vor allem den Kommentkampf betrifft und die Reaktion von Hundehaltern und Außenstehenden…

  95. Hallöchen!

    Echt ein super Artikel wie ich finde. Ich denke die richtige Mischung bzw Anwendung macht es eben aus.
    Ich würde gerne in Email Kontakt mit dir treten. Wäre das möglich ? :)

    LG

  96. Ich stimme Nina zu. Wer Hunde beobachtet, merkt schnell, dass sie vieles NICHT verbal regeln, sondern nonverbal.
    Warum darf ich dann als Hundehalter dieses nicht tun.
    Aus eigenem Erleben kann ich nur sagen, dass ich mit unserem Hund in eine Situation kam, wo es mich das Leben hätte kosten können, wenn der Hund ein Brustgeschirr getragen hätte. Nur wegen des starken Zuges am Hals (den nicht ich verursacht habe), hielt der Hund inne.
    Und was ist Erziehung und was Dressur? Sitz und Platz beibringen? Dressur?
    Das ist für mich Erziehung!
    Bei unserem eigenen Nachwuchs wird das Beibringen von Danke und Bitte doch als Erziehung gewertet und nicht als Dressur und soooo verschieden ist es doch nicht.
    Unser Hund braucht eine gute Mischung aus Zuwendung und einer gewissen Härte (keine Schläge, aber ein schärferer Ton ist gemeint) und oft handelt man ja auch aus dem Bauch heraus richtig. Leider wird man nur zu oft angegiftet, wenn man seinen Hund erziehen will. Ratschläge wie diese sind doch Bullshit:
    Der Hund darf kein Halsband tragen (die Wirbelsäule wird geschädigt)
    Der Hund darf keine Leckerlis bekommen (er wird zu fett)
    Den Hund darf man nur zum Streicheln über den Kopf berühren und niemals mit dem Bein oder dem Fuß (Tritte sind nicht gemeint, sondern wirklich nur ein berühren)
    Und als Krönung: Hunde brauchen keine Leine
    Keiner soll einen Hund oder ein Kind misshandeln, aber wer sich absolut nicht einfügen will, muss eben die Konsequenzen spüren.

  97. Finde den Artikel super.
    Mittlerweile höre ich auch wieder mehr auf mein bauch und reagiere in Situationen auch ehr spontan jenachdem was angebracht ist ist es mal ein kurzes zippeln an der leine oder ich fas ihr mal ins fell wenn sies übertreibt gleichzeitig gibt s aber für super tolles verhalten zuwendung und Aufmerksamkeit oder mal was leckeres.

  98. Hallo, ich stimme vielen Dingen in diesem Artikel zu. Vor allem gefällt mir, dass er zumindest versucht nicht beleidigend zu klingen, wie es oft in ähnlichen Diskussionen schnell geschieht. Sehr schade ist, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird. Extreme gibt es unter Menschen immer, deshalb sind aber die Grundgedanken nicht falsch. Ein bisschen weniger Guruteam, ein bisschen mehr Nachdenken und fair bleiben und ganz viel alternative Wege und Gedanken wären schön.

    na und vor allem konstruktive, faire Diskussionen auf allen Seiten (denn es gibt mehr als nur zwei!).

    grüße
    ariane

  99. Ich möchte mich „Saphira“ anschließen. Erstens hat „moderne Hundeerziehung“ nichts mit „keine-Grenzen-Setzen“ zu tun.
    Vielmehr mit einem positiven Aufbau von alternativen Handlungsweisen – Handlungsweisen, die sowohl vom Hund verstanden werden (und ihm auch gut tun), als auch in unsere menschliche Umgebung passen. Leinenruck? Der ist nicht nur unpassend, sondern kann, wie ich gleich darlegen möchte, absolut kontraproduktiv sein. (Über die, meiner Meinung nach völlig indiskutablen Ansicht, Teletakt oder Stachelshalsband würden den Hund NICHT stressen, will ich jetzt gar nicht reden – so schlimm ist das – und nicht ohne Grund verboten!)
    Mein Hund ist Epileptiker, schon lange Zeit, das wurde allerdings nie richtig diagnostiziert. Detto wirkt sich das auf Magen/Darm aus. Stress ist daher völlig kontraproduktiv. Wir waren im Jahr 2010 bei einem Hundetrainer – ja, der meinte auch, so ein „Leinenzupfer“ wäre doch gerade bei einem Terrier (mein Hund ist ein Welsh Terrier Rüde) überhaupt nicht schlimm. Mittels dieses „Leinenzupfers“ sollte er, der bei manchen Hunden auszuckte, seine Aufmerksamkeit auch mich wenden. Dumm nur, dass neben dem Trainingsgelände eine Hundepension war – zwei mehr oder minder aggressive Schäferhunde mit inbegriffen. Ich bemühte mich damals, das, was der Trainer meinte, durchzuführen. Ich „korrigierte“ (heißt doch so schön, oder?)meinen Hund, immer wenn er bös zu diesen Schäferhunden hinschaute -und zupfte. Mit dieser Trainingsmethode bekam Aaron immer mehr Stress, immer weniger Vertrauen zu mir – bis er mich, nach einem epileptischen Anfall einen Tag zuvor und falschem Verhalten meinerseits (ich nahm ihn in den Arm – was früher nie was ausmachte), in die Lippe biss.
    „Korrigieren“ geht auch anders – das lernte ich danach! Ich benötige weder Wasserflasche, noch Leinenruck, weder Strom noch Stachel – es reicht, ein Alternativverhalten aufzubauen. In unserem Fall: „Schau mich einmal an!“ Und ein Umfassen der Brust, damit er nicht nach vor geht, wenn ein Lieblingsfeind auftaucht. (dabei ist auch ein Streicheln hilfreich)
    Ich kann nur sagen – es wirkt! Und das gesamte Verhalten? Mein Hund orientiert sich immer öfter an mir, er wird ruhiger, kein Stress mehr – und er wird braver! Ganz ohne aversive Mittel oder Bestrafung!
    Ja, zum „Hundanknurren“….. wir sind keine Hunde – und alle Hunde wissen das. Ich knurre höchstens, wenn ich mit Aaron spiele, da knurre ich mit. Aber sonst? Nina, stell dir einmal vor, du sitzt in der U-Bahn oder im Bus, willst deinen Hund in einer Situation korrigieren und fängst zu knurren an…..toll, nicht?
    Zum Kevin-Sandkastenbeispiel…. das, was hier so rüberkommt – was wäre DEINE Alternative? Kevin schlägt also mit der Schaufel nach Jaqueline… Würdest du Kevin dann rempeln? Mit Wasser bespritzen? Damit er mit dem Schlagen aufhört? Anknurren oder anschreien? Oder würdest du seine Hände nehmen…“Kevin, hör auf!“ – und Jaqueline bitten, den Kübel wieder herzugeben? Denn das wäre der Kübel von Kevin?
    Da kommt gar keine Strafe vor… nur Handlung. Souveräne Handlung von einem Lebewesen – und ich mein, das erwartet auch der Hund! Dass weder „geruckt“, noch „gestromt“, noch nassgespritzt, gescheppert – was auch immer! wird.
    Aaron hat noch immer mit manchen Hunden Probleme. Leider ist er hinsichtlich seiner innerartlichen Kommunikation ein Legastheniker. Hat Probleme beim Lesen anderer Hunde und kommuniziert auch selbst öfter mal verkehrt.
    Darauf hat mich aber erst eine Trainerin aufmerksam gemacht – solch eine, die du unter „Wattebauschfraktion“ einreihen würdest. Seit jener Trainerin schaut die Welt anders aus. Nämlich positiv – hinsichtlich Vertrauen vom Aaron in mich. Und auch ich habe enorm viel an Sicherheit gewonnen – und an Erkenntnis.

    Hunde brauchen Grenzen – keine Frage! Ein „Nein“ ist oftmals notwendig. Sämtliche aversive (und hier fällt auch ein auf den Hund geworfener Schlüssel darunter, oder ein Anrempeln, ein Hintreten (siehe einen bestimmten Trainer aus Amerika) Methoden zeigen nur eines… das Unvermögen, Alternativen zu suchen und zu finden.

  100. Nina, bitte noch ein Nachtrag…
    ich habe soeben deinen wirklich hervorragenden Artikel über Soziales Lernen gelesen! Ja, das ist es!

    Zum Verhalten des Menschen… bitte, wie soll der Vorbild sein, wenn er sich selbst „aggressiv“ verhält? Genau hier denke ich an Schepperdosen, Wasserpistolen, Kicken (Millan), Leinenrucke, Alphawürfe….

    Wenn ich Vorbild sein will (und ich bin überzeugt, so, wie es in deinem Artikel zum Sozialen Lernen steht, kann der Mensch recht wohl Vorbild sein – Stichwort Spiegelneurone) – dann muss ich mich doch so verhalten!
    Das ist für mich „moderne Hundeerziehung“! Keine reine Konditionierung, sondern Soziales Lernen, indem der Mensch Handlungen setzt, die eine Art von „Vorbild“ sind.

    Danke übrigens für den Artikel über das Soziale Lernen!

  101. Und gerade aus den aufgeführten Gründen gibt es immer mehr Problemhunde und immer weniger Fachkundige, die sich derer annehmen können. Absolute, bedingungslose Gewaltfreiheit nimmt dem treuesten Begleiter des Menschen die Existenzberechtigung innerhalb unserer Gesellschaft…wir stecken bereits mittendrin…

    Ein außergewöhnlich fach- und sachkundiger Artikel!!!

  102. Hallo Nina,

    schöner Artikel und sehr angenehm zu lesen durch die unterhaltsamen Vergleiche.

    Ich finde es immer sehr anspruchsvoll sich über diese Thematik zu unterhalten, denn sich selbst unmissverständlich auszudrücken ist nicht einfach.

    Von mir bekommst du absolute Zustimmung und ich werde deinen Artikel mit Sicherheit empfehlen, er ist es definitiv Wert, denn er baut wichtige Brücken in die verschiedenen Lager.

    Beste Grüsse,
    Sven Daneke
    ReHab Hundetrainer

    P.S.: Auch sehr schön dass eine Frau das kognitive Verhaltensmuster von Frauen in diesem Zusammenhang erläutert ;) … Männer dürfen sich das Verständnis darüber ja nicht anmaßen :)

  103. Hallo Nina,
    ich bin ein neuer Hundehalter. Mein Hund geht in eine Schule, in der „Wattebäuschchen werfen“ gelehrt wird. Eine an sich tolle Methode. Aber das hat seine Grenzen, wie Du richtig beschrieben hast. Der Hund hört mittlerweile in Haus und Garten, sowie an der Schleppleine wirklich gut. Aber ohne Leine „aus die Maus“. Das letzte mal haben wir knapp 3 Stunden gebraucht den Hund wieder einzufangen.
    Konsequenz, der Hund bleibt grundsätzlich angeleint. Der Artikel spricht mir wirklich aus der Seele. Ich möchte meinen Hund gewaltlos erziehen ( wie es mir gelehrt wurde), aber ich denke mittlerweile, es ist wirklich nicht schlimm auch mal, wie du geschrieben hast, „auf die Kacke zu hauen“, zumal die Hunde unter sich das ebenso tun. Das bedeutet nicht, dass ich meinen Hund prügele, aber einen Ruck an der Leine oder auch mal laut werden oder ein „NEIN“ versteht er auch ganz gut.
    Danke, Danke, Danke.

    Beste Grüße

    Uli

  104. Hi, DANKE. Gerade, was den wissenschaftlichen Teil betrifft: endlich jemand, der verstanden hat, was das bedeutet. Prof. Gansloßer hat erheblich zum Verstehen von Erziehung, aber auch zu ach so gewaltfreien Eingriffen wie Kastration beigetragen, imho.
    Insgesamt, und ich bin nicht nur Hundehalterin und Mutter, sondern auch noch Biologin ;), ist es mir wichtig, dass Menschen eines beherzigen: Aggression ist ein normaler Anteil im Verhalten bei Sozialen Lebewesen – es gehört dazu! Nur, weil in unserer Gesellschaft Aggression mit schierer Lust an Gewalt gleichgesetzt wird, stimmt es noch lange nicht. Da wird selbst Kindern jede Form der Aggression als Bösartigkeit ausgelegt, die sie brauchen würden, um ein normales – also nicht psychogen oder pathologisch auffälliges – Verhalten zu ENTWICKELN. Denn das wird gern vergessen – Lernen ist ein „sich probieren“, sich refektieren und dann entweder einschleifen oder verändern. Das sind Prozesse, die wir bei jedem Lernvorgang haben. Dazu kommen die Dispositionen, die ebenfalls eine Entwicklung durchlaufen – oft bis zum Lebensende. Unser Hund soll aber bitteschön mit zwei Jahren fix und fertig erzogen sein? Auch das widerspricht jeglicher Vernunft ;)
    Daher, danke für den tollen Artikel!
    LG Petra

  105. Hallo Nina,
    deinen Artikel habe ich schon x-mal weitergegeben. Treffender hätte das Thema Hundeerziehung nicht beschrieben werden können. Ich danke dir.
    V G Nicola

  106. Hallo Nina
    So wie in deinem Artikel beschrieben habe ich meine drei Hunde auch erzogen. Sie sind ganz Unterschied von Rasse und Wesen. Und sind super erzogen. Ich bin wie du der Meinung das die richtige Mischung das richtige ist. Aber jeder Hund ist anders.
    Ein sehr guter Artikel. Ich möchte sehr gerne noch mehr von dir Lesen.
    Viele Grüße
    Axel

  107. als ich den Artikel gelesen habe wusste ich schon bevor ich die Kommentare gelesen habe das es zig Leute gibt die das nicht verstehen und so drehen wie sie es gerne hätten aber hier mal was zu auflockern für alle die positive Stärkung Beführworten und ein zupfen an der leine als schmerz für das Tier empfinden

    Ein Anruf…..
    …bei der Hundepsychologin
    – Gruber, schönen guten Tag Frau Müller.
    Tach Herr Gruber. Na, wie macht sich Ihr Balthasar? Kommen Sie voran?
    – Deswegen rufe ich an. Balthasar hat sich in meine Wade verbissen und schüttelt sie.
    Oh. Das ist ein Rückschritt. Aber wir wussten ja, dass das ein langer Weg werden kann.
    – Ja. Ich weiß. Aber was mach’ ich jetzt? Hölle, tut das weh!
    Herr Gruber. Sie müssen Ihre eigenen Befindlichkeiten ein wenig zurückstellen.
    Wie tief beißt Balthasar gerade zu? Mehr als die Hälfte eines halben Hundezahnes?
    – Moment. Ich schau’ mal….Ja! Und es blutet stark.
    Dann ist es schon Beißgrad 4. Okay.
    Das ist eindeutig aggressiv.
    Haben Sie schon versucht, Balthazar mit Gewalt wegzuzerren, oder ihn zu schlagen?
    – Selbstverständlich nicht!
    Gott sei Dank! Sehr gut. Negative Eindrücke bleiben beim Hund stärker haften, als Positive.
    Das sollten wir auf jeden Fall vermeiden.
    – Auuuuua! Aaaaaah!
    Herr Gruber. Bitte!
    Natürlich darf Ihr Hund spüren, dass Ihnen das nicht gefällt. Aber achten Sie bitte darauf, ihn nicht zu verstören.
    Er kennt solche lauten Töne von Ihnen doch gar nicht, und das könnte ihn aus seinem seelischen Gleichgewicht bringen.
    – Ja, ja. Schon okay.
    Wie weit ist das “Aus” schon gefestigt, Herr Gruber?
    – Eigentlich gar nicht – boooaaah, tut das weh! – der Schlingel macht nur “Aus”, wenn er dafür sein Lieblingsleckerlie bekommt, und selbst dann nicht immer.
    Okay, dann scheidet das aus. Wir geben Kommandos nur, wenn wir Sie auch durchsetzen können. Nicht wahr, Herr Gruber?
    – Ja, klar.
    Dann müssen wir ausnahmsweise einmal eine etwas gröbere Methode anwenden, Herr Gruber.
    Sagen Sie “Nein!”. Energisch, aber nicht böse oder drohend. Nur so laut, dass er verblüfft ist.
    Balthazar ist ein ängstlicher Hund. Wir wollen den kleinen Racker ja nicht traumatisieren.
    – Nein, nein. Natürlich nicht! In Ordnung, ich probier’s.
    – Balti, Nein!
    Was macht Balthasar?
    – Er schüttelt.
    – Ingeboooorg! Würdest Du bitte mal mein Blut vom Boden aufwischen? Balthipupsi bekommt ja ganz nasse Pfoten!
    Herr Gruber. Ich denke, da hilft dann nur noch Ignorieren.
    Vermeiden Sie jeden Blickkontakt, sprechen Sie nicht mit ihm, berühren ihn nicht und unterlassen alles, was sein Verhalten belohnen könnte.
    – Ich kann sowieso kaum noch was sehen und das Sprechen fällt mir schwer. Ich werd’ auch sehr müde. Durch den Blutverlust wahrscheinlich.
    Aha. Verstehe. Also dann bitten Sie doch Ihre Frau, dass Sie mit dem Klicker und einem Leckerlie bereitsteht.
    Sobald er das Interesse verloren hat und losläßt bitte sofort mit Klicker und einem Leckerlie positiv verstärken.
    Dabei ist das Timing sehr wichtig, aber das wissen Sie ja.
    – Herr Gruber?….Herr Gruber?
    – Hier ist Frau Gruber. Mein Mann ist gerade ohnmächtig geworden. Aber ich habe alles mitgehört und hab’ Klicker und Leckerlie schon in der Hand!
    Klasse, Frau Gruber! Das wird schon. Sie sind auf dem richtigen Weg.

  108. Meine Lieblingsstelle:
    Fakt ist jedoch, dass Hunde es verstehen wenn wir sie anknurren, anstarren, uns groß machen oder mit dem Körper blocken. Hunde verhundlichen ihren Menschen permanent. Umso wichtiger ist es dabei, sich so zu verhalten, dass man auch als Mensch eindeutig genug ist, um vom Hund verstanden zu werden. Warum ich das nicht einsetzen darf, ist mir völlig schleierhaft.

    Nennenswert finde ich auch das die achso aversiv-Arbeitenden sich durchaus in der Lage sehen zu zugeben, wenn man etwas mit den neuen Erkenntnisse der Positivlern kombinieren oder neu gestalten kann.
    Was man andersrum leider nie, oder auch nur ansatzweise von der „anderen Fraktion“ zu hören bekommt.

    Umso erschreckender ist es, wenn man mit bekommt, welche Hetztiraden der „Positivlern“ übers Netz und auf diversen Veranstaltungen hinterrücks, man so mit bekommt.
    UND was ich zu letzt erlebt hab, zeigt mir doch, wenn auch noch sehr unterdrückt, das diese Gut-Menschen eben auch nur Menschen mit Emotionen sind. Denn ich habe vor ein paar Wochen auch eine Trainerin „erwischt“, wie sie doch tatsächlich laut und entnervt „NEIN“ zu ihrem Hund sagte, weil sie sich ständig in der langen Leine verfing und der Hund sie ständig aufgeregt hin und her zog, weil er mal hier und mal dort buddeln wollte…um Stress ab zu bauen. Ich konnte ihr sehr gut anmerken das sie sich über das entfleuschte NEIN mir gegenüber unwohl fühlte, weil wir uns kurz zuvor nämlich in einem Streitgespräch gerade über dieses Thema aus liessen.
    TJA-erleichternd und auch etwas amüsiert über „Hey, sie ist ja doch:auch nur ein Mensch“, brach ich den Lehrgang, den eine Kollegin führte dann ab und fuhr nach Hause.

    Ich bin der Meinung das man sehr viel mehr für die Hunde erreichen würde, wenn man nicht ständig die anders-arbeitenden so diffamieren würde.

    Denn so ein Satz wie „Herr schmeiß Hirn vom Himmel!“ ist definitiv nicht positiv belegt und gerade für die meisten Menschen höchst emotional belegt-wenn man gemeint wird mit diesem Satz.

    Hirn ist nicht gleich Intelligenz…es sollte auch eine Bereitschaft zum lernen da sein und das kann man sicher nur emotionsmäßig steuern. Kommt man dann so herablassend an, dann ist diese Bereitschaft sofort zu Nichte gemacht und es findet kein Austausch mehr statt.
    Und das auf Kosten der eigenen propagierten Lernmethode.

    Schade eigentlich

  109. Vielen Dank für diesen schönen Artikel!!!
    Ich bin eine 0/8/15 Hundehalterin und begegne mit meinem nicht ganz so verträglichem Rüden ( er hat schlechte Erfahrungen gemacht in der Welpenzeit, weil ich nicht genug aufgepasst habe) oft die „der tut nix“- Hunde. Das ist des öfteren anstrengend, mangels Verständnisses füreinander. Ich wünsche mir dann so oft, dass diese Hunde mal Grenzen bekommen würden, was natürlich nicht passiert. Gleichzeitig werde ich kritisiert, weil ich meinem Hund die Grenzen zeige und „es ja klar ist, so bestimmend wie sie sind ist es ja logisch, dass ihr Hund aggressiv ist“ zu hören bekomme, von einem Herrn, dessen großer Hund mich anspringt, die Nase nur auf dem Boden hat, Pferde Jagd und auch sonst nicht ansprechbar war…. Ich meide schon sämtliche Orte zum Gassigehen, damit ich mich mit den „Wattebäuschchenwerfern“ nicht mehr auseinandersetzen muss. :-(

  110. Dieser Artikel spiegelt zu 100% meine Meinung und ich beglückwünsche die Autorin zu dieser vorzüglichen Argumentation!
    BRAVO!

  111. Bravo!!!
    Vielen Dank für diesen Artikel. Ich stimme voll und ganz zu. Mein Hund hätte schon lange die „Hosen an“ wenn ich ihn nur mit Leckerlies vollgestopft und mit Wattebäuschchen beworfen hätte. Im Hunderudel geht es auch nicht immer nur lieb und nett zu.

  112. Das spricht mir aus der Seele.
    Ich lebe jetzt seit fast sechs Jahren mit einem ehemaligen Straßenhund – davon 5 Jahre glücklich zusammen.
    Ich hatte davor zwar auch schon Erfahrung mit Hunden, allerdings nur als kurzfristige Pflegestelle.
    Diesmal wollte ich alles richtig machen und habe mich Hals über Kopf in Foren und Ratschläge von Trainern und anderen Hundebesitzern gestürzt.
    Mein Hund hatte damals Angst vor Menschen und sowieso vor allem in der Stadt was sich bewegte und/oder Geräusche machte.
    Also habe ich ein Trainingsprogramm erarbeitet.
    …das ging fürchterlich daneben…
    Dann hatte ich das Glück eines der wenigen Bloch-Seminare zu besuchen. Was ich mitgenommen habe: Stell dich nicht so dusselig an, das ist ein Hund! Hör auf dein Bauchgefühl.
    Das hat glücklicherweise wie eine kalte Dusche gewirkt, die mich wieder zu mir selbst gebracht hat.
    Jetzt habe ich ein tiefes, vertrauensvolles Verhältnis zu meiner „coolen Sau“ (so nennen die Nachbarn meinen Hund ;) )Die angstfrei und selbstbewusst noch über den überfülltesten Marktplatz schlendert, anderen Hunden freundlich begegnet – es sei denn, diese sind aggressiv. Dann bekommen sie eine Ansage – und das ist ok für mich. Ich fühle mich gut, sie fühlt sich gut und die Welt ist in Ordnung.
    Wir sind nicht „fertig“, werden es nie sein, den sowohl mein als auch ihr Leben ist ein Prozess. Uns werden immer neue Situationen begegnen – und das ist auch gut so.
    Wichtig ist nur, das wir unverbrüchlich zusammen gehören und das sie weiß, das sie sich auf mich verlassen kann wenn so was komisches passiert wie ein Straßenreinigungsfahrzeug das auf dem „sicheren“ Bürgersteig fährt. ;)
    Ich glaube Cesar Millan hat gesagt, das man nicht den Hund bekommt den man will, sondern den, den man braucht…und das ist wohl so, zumindest was mich betrifft. Ich war bereit für dieses und jenes Training – nur hat meine mir quasi den geistigen Stinkefinger gezeigt.
    Warum auch nicht? Mit dem Training habe ich ja versucht, sie auf das Niveau eines Zoo-Seehundes zu verbannen…
    Jetzt sind wir WIR, mit allen Konsequenzen und Herausforderungen – und das ist nicht nur gut, es fühlt sich endlich richtig an.
    Darum mein Aufruf an alle Hundehalter: Training ist gut, aber degradiert euren Hund bitte nicht!

  113. Ich danke ihnen für diesen erfrischenden und wohltuenden Text. Es war eine Wohltat ihn zu lesen und ich hoffe, dass er einigen Leuten die Augen öffnen wird.

    Ich habe das Glück seit Jahren mit einem grossen Hunderudel eng zusammen zu leben. In der Regel Teile ich meinen Alltag mit 8 -15 Hunden aller Rassen und Altersklassen. Ich durfte meine Leidenschaft zum Beruf machen und konnte von meinen Hunden unendlich viel lernen!

    Wer wie ich ein grosses Rudel betreut und oft auch mit schwierigen Hunden arbeitet, wird früher oder später zur Erkenntnis kommen, dass man nicht nur von morgens bis abends „rumflüstern“ kann.

    Ich arbeite so oft wie möglich mit positiver Verstärkung und bin sehr überzeugt von dieser Methode. Das heisst jedoch nicht, dass ich davor zurückschrecke mal ein lautes „Nein“ zu rufen oder wenn nötig auch mit etwas Körperkontakt ein wirklich unakzeptables Verhalten zu korrigieren.

    Mag sein, dass Leute mit einem sehr sanften, ruhigen und einfachen Einzelhund solche Korrekturen kaum einsetzten müssen, bei der Führung eines Rudels oder bei Hunden die ihre Grenzen testen, sind solche Hilfen jedoch sehr wichtig und keineswegs schädlich für den Hund. Solange man ruhig, fair und konsequent mit seinen Hunden umgeht, werden diese es dir danken und dadurch ausgeglichen und freudig mit dir zusammen arbeiten.

    Ohne Probleme gehe ich mit meinem gesamten Rudel ohne Leine spazieren, habe alle im Griff und im Haus leben sie friedlich mit Katzen und frei laufenden Kaninchen zusammen.

    Wer einen ausgeglichenen, glücklichen und folgsamen Hund möchte, sollte sich in erster Linie an die Grundregeln des glücklichen Hundelebens halten:
    Viel Zeit für den Vierbeiner, viel Bewegung, qualitative Beschäftigung und klare Grenzen setzen.

    Viele der sogenannten Wattebauschwerfer, sind oft an Selbstverherrlichung und mangelnder Einsichtigkeit kaum zu übertreffen. Spätestens wenn sie mal an einen schwierigeren Hund geraten oder ein Rudel betreuen müssen, sind sie völlig überfordert und haben dann tausend Ausreden.

    Letzthin hatte ich Besuch und war in der Küche am Kochen. Einer meiner Hunde hat versucht etwas vom Tisch zu stehlen. Das macht er in der Regel nicht, aber da sehr gross (Dogge) und „Gelegenheit macht Diebe“…
    Ich habe ihn dabei ertappt und ihm aus einem Reflex heraus einen Klaps auf den Hintern gegeben, verbunden mit einem empörten „geht’s noch!“.

    Mein Wattebauchkollege der gerade zu Besuch war, war sofort extrem empört und versicherte mir, dass ich mit solch einem Verhalten das gesamte Vertrauen des Hundes zu mir zerstören werde.

    Will der mich auf die Schippe nehmen?!? Dieser Hund lebt seit 4 Jahren bei mir, hat eine super Bindung zu mir, liebt mich über alles – und nun soll sein gesamtes Vertrauen in mich zerstört sein, weil ich ihm nicht erlaubt habe etwas von Tisch zu klauen???
    Gut, dass mein Kollege keine Kinder hat! Mit dieser Einstellung würde er damit sicherlich Probleme bekommen.

    Das Schlimmste daran ist, dass er selber sein eigenes Rudel (7 Hunde) überhaupt nicht im Griff hat! Er hat seine Hunde schon seit Jahren (ohne Übertreibung!) nicht mehr von der Leine gelassen und wenn er sie im Haus hat, dann müssen die Hunde in einzelne Käfige gesperrt werden, weil sie sonst miteinander raufen.

    Das Wissen und die Techniken der Hundeerziehung haben sich in den letzten Jahren sehr stark weiterentwickelt. Sehr zum Wohl der Hunde. Wenn ich an die alten Methoden auf den Hundeübungsplätzen im Militärstiel denke, dann lobe ich mir die positive Verstärkung.

    Allerdings braucht es auch in der Hundeerziehung gesunden Menschenverstand.

    Wenn eine Methode bei einem Hund nicht funktioniert, dann versuche ich eben eine anderen, bis ich den richtigen Weg für diesen Hund gefunden habe, um ihm zu erklären was ich will.

    Um es auf den Punkt zu bringen: „Extremismus“ (und die damit verbundene Engstirnigkeit) ist in allen Lebenslagen ein schlechter Berater. Eben auch in der Hundeerziehung.

  114. Also ich finde diese Seite super. Da ich mir demnaechst wieder einen Hund holen werde, dieser auf Tschechisch aufgewachsen ist und es mit einem Shiba Inu eh mal witzig werden kann, ist es doch immer sehr beruhigend, wenn man sich vorher nochmal Wissen aneignen oder auffrischen kann. Da ich den Hund natuerlich auch geistig fordern moechte, finde ich auch die Vorstellung der verschiedenen Erziehungsmethoden sehr spannend.

    Diese Wattehirne sind wirklich nervig. Ich bin auch gegen Gewalt, aber es ist ja, wie im Artikel beschrieben, ueberhaupt nicht festgelegt, wo diese ueberhaupt anfaengt. Ist ein Leinewerfen in ordnung wenn der Hund mich voellig ignoriert? Meiner Meinung nach ja (ob er ueberhaupt versteht wo’s herkommt…), aber wenn das einmal vor so jemandem passiert, dann ist die Hoelle los. Jedoch machen deren Hunde meist wirklich nur Mist. Sie damit zu konfrontieren endet oft nur in einer einseitigen Diskussion, denn das Gegenueber laesst sich ja nicht belehren. Und auch diese Aeusserungen das Vertrauen des Hundes betreffend habe auch ich schon mehrmals gehoert.

    Allerdings glaube ich nicht, dass es einem Trainer Probleme macht, dass die modernen Methoden oft still vor sich hin existieren. Denn mit ein bisschen Muehe findet man dann auch soetwas im Internet (habs ja auch gefunden).

    Fraglich ist auch, ob es evtl. nicht besser ist, dass nicht weiter an Erziehungsmethoden geforscht wird. Denn leider ist es ja auch oft so, dass Tiere der Forschung nicht wirklich toll behandelt werden (ich erinnere mich gerade, etwas von Elektroschocks in Verbindung mit Toenen gelesen zu haben). Neue Methoden sollten sich doch auch zu Hause erforschen lassen, wenn nicht beim Haustier, wo sonst? Mittlerweile ist es ja auch zum Glueck nicht mehr ganz so kompliziert diese Infos dann auch mit der Welt zu teilen.

    Und so zum Abschluss noch: Super Seite

    • Gratuliere zu diesem Artikel. Possitives Verhalten (in dem von mir gewünschten Sinne, nicht immer des Hundes) wird natürlich belohnt aber dafür ungewünschtes Verhalten entsprechend deutlich gemacht! Meine Windhund x was weis ich Dame hat ein sehr ungesundes Hobby: Autojagen! Da ist mit Leckerlie oder Ablenkung absolut keine Chance, da muss ich wirklich direkt werden, zu ihrem eigenen Schutz. Was aber keine Gewalt bedeutet, sondern nur genau in diesem Moment für sie unangenehm wird!Das kann schon mal ein fliegender Schuh sein, reagiert sie daraufhin wieder auf mich, wird gespielt und gelobt! Ich habe sie mit unserer alten Hündin beobachtet, wenn die ihr keine wirklich deutlich Ansage gibt, meint der Jungspund immer noch, dass es Spiel ist!
      Sie bietet ihr auch kein Leckerli zum Aufhören an, sondern belohnt sie damit, dass sie bei entsprechendem Verhalten weiter in ihrer Nähe bleiben darf!

  115. Immer wieder schön sehen zu dürfen, das ich mit meiner Einstellung nicht ganz und gar allein dastehe.
    Bestürzend empfinde ich immer wieder stets aufs neue, die Anfeindungen, denen ich mich ausgesetzt sehe, wenn ich meinen Hund auch mal Maßregel.
    Wenn ich Rudelführer sein möchte( und das muss ich in meinen Augen) dann geht das eben nur, wenn der Hund mich auch für voll nehmen und verstehen kann. Doch, wie soll er das, wenn ich immer nur lieb Bittebitte sage, ihn vermenschliche bis zum es geht nicht mehr.
    Ich schlage ihn nicht und ich misshandel ihn nicht, aber: Ich gebe mein bestes, Konsequent zu sein und mich auf Hundes Kommunikation einzulassen. Es kann also durchaus passieren, das ich ihn anrempel. Genauso kommt es aber auch vor, das ich ihn zu mir aufs Sofa hole, zum Kuscheln. Wichtig ist mir, das ich entscheide, was wann und zu welcher Zeit gemacht wird und mein Hund dies weiß, bzw. lernt, das zu verstehen.

    Grad neulich war ichder Buhmann: Hund ( Deutsche Dogge) testet Grenzen aus( an der Leine). Wattebausch bewaffneter ließ seinen Hund zu meinem sprinten. Ich erklärte, das meiner jetzt NICHT spielen darf, dieses Privileg habe er sich nicht verdient. Ein Unmensch sei ich, der keinen Hund halten dürfe, mein Verhalten gehöre ausgemerzt und es sei kein Wunder, wenn mein Hund nun ein Problem mit anderen Hunden bekäme….
    Kurz und gut: es gibt keine Probleme, aber ich entscheide: wann, wo, wie und ob überhaupt.
    Mein Hund muss nicht immer und überall Hunde kennenlernen, um nicht neurotisch zu werden. Ich muss auch nicht jedem Menschen, der mir über den Weg läuft, lebenslange Freundschaft anbieten. Wir beide: Hund und Mensch dürfen auch einfach in Ruhe unserer Wege gehen.

  116. Danke für diesen Artikel!
    Ich hatte schon mehrere Hunde selber und bin mit Boxern, einer Deutschen Dogge und einem Rottweiler groß geworden. Mein letzter Hund nun war ein Golden Retriever, Indy, der Therapiehund/Partnerhund für meinen geistig beeinträchtigen Neffen war. Nach all den Molossern eine völlig neue Erfahrung.
    Ich war selber jahrelang in verschiedenen Hundeschulen mit Indy und kam irgendwann zu Trainerinnen dieser gewaltlosen Hunderziehungsschiene. Klicker, Intermediäre Brücken, das ganze Brimborium. Dinge in Frage zu stellen: unerwünscht. Eine andere Meinung haben: Frechheit. Andere Methoden nur andenken: unwissenschaftlich und rückständig. Ich sollte mich als Tierquäler fühlen. Diskussionen in denen Worte wie „Rudel“, Meute“, Alpha, Hierarchie oder Rangordnung vorkamen waren pure Häresie und wurden aggressivst verteufelt. Meine Frage dann, warum Menschen (99% Frauen, aber warum?)die zu den Hunden aggressionslos sind, dann zu Menschen arg böse und aggressiv sind konnte nicht beantwortet werden. Meine Sicht der Dinge hier: pure Rechthaberei. Ich finde es abslout nicht aggressiv, dem Hund ein „NEIN“ bei zu bringen, sich ihm in den Weg zu stellen und mit Stimme UND Körpersprache zu arbeiten. Auch die Wölfin knurrt ihre Welpen an, wenn sie sich daneben benehmen und sie zeigt den anderen im Rudel immer an, was gewünscht wird, aber auch was NICHT gewünscht wird. Und ich bin halt der Meinung, wenn wir den Hund verstehen wollen, mit ihm zusammen leben wollen, dann müssen wir uns mit dem Wolf und seiner Art zu kommunizieren auseinander setzen. Meine Erfahrung ist, dass wir den Welpen, den wir ins Haus holen, erst mit „Wölfisch“ bei uns einleben und ihm so beibringen, was erlaubt ist und was nicht. Mit der Zeit versteht der Hund dann auch „Mensch“ und richtet sich danach.
    Wittgenstein sagte mal: „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“
    Und da meint er nicht nur die gesprochene Sprache.

  117. Hallöchen,
    ich bin wirklich erfreut endlich auch mal so eine Meinung zu diesem Thema zu finden. Bisher dachte ich, ich wäre mit meiner Offenheit gegenüber verschiedenen Methoden allein. Und nichts missfällt mir mehr als wenn Menschen, die eigentlich das gleiche wollen, sich im Web bis aufs Blut zerstreiten, weil jeder meint die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Ähnliche Diskussionen gibt es auch zum Thema Hundeernährung. Dazu habe ich auch in meinem Blog schon ein paar mal geschrieben. Ich würde mich freuen, wenn ihr den mal besucht.

    Nina, wenn du nichts dagegen hast, würde ich auch gerne deinen Artikel auf meinem Blog empfehlen, da wir in die selbe Richtung denken. Gerade auch weil du die wissenschaftlichen Aspekte dieser Diskussion sehr viel eloquenter und fundierter präsentierst als ich ;)

    Viele Grüße
    Mieke

  118. Ein spannender Artikel, der mir aus dem Herzen spricht. Zum Thema Gewalt und aggression: Zu mir kam ein mal ein total übergeschnappter Mali, der immer wenn er sich aufregte um sich biss. (Autsch) Da er aber in entspannten Situationen total lieb war, dachte ich darüber nach, was passiert denn eigentlich bei Aggression. Es wird Adrenalin frei, also Hund hört nicht mehr und braucht Action, um das Adrenalin abzubauen. Ich habe dem Hund dann beigebracht im kreis auf Kommando um mich herumzulaufen. Zuerst in friedlichen Situationen. Als er es kapiert hatte in etwas schierigeren situationen. Nach einer Woche konseqentem Arbeiten hat der Hund das so verinnerlicht, dass er das Ersatzverhalten freiwillig ohne Kommando ausführte und hinterher entspannt war. Mein Tip: Lehrt die Tiere nicht Dinge, die sie nicht tun sollen sondern Dinge die sie tun sollen.

  119. Hallo Nina,
    ich habe deinen Artikel auch mit viel Spaß und Spannung gelesen.
    Ich bin selber ein mobiler Hundetrainer und angehender Hundeverhaltensberater. Hunde begleiten mich seit meinem 17. Lebensjahr.
    Ich halte so manche Vorgehensweisen, die in meinem Studium angeboten werden, wenn es um Aggression oder Angstbewältigung geht, auch für fraglich, eben weil es oftmal zu theoretisch und nicht praxisnah ist. So kann ich mir das ein oder andere gut rausziehen, habe aber immer noch meine eigenen Methoden, bestimmten Dingen zu begegnen – auch Gewaltfrei!
    Ich denke, dass grundsätzlich die „freie kommunikation“ mit dem Hund in den Vordergrund treten sollte. Der Hund lernt soviel, auch ohne es x-mal am Tag mit ihm zu Üben. Wenn wir als Menschen klar in unserem Verhalten sind, dann ist es auch unser Hund. Dem Hund gewisse Grenzen zu setzen, schadet nicht, sondern hilft dem Hund sich zu orientieren. Ich sage meinen Kunden immer, das wir Menschen für den Hund eine Art Stadtführer sind. Wir zeigen wo es schön ist, wie man sich an bestimmten Örtlichkeiten bewegen kann oder auch nicht. Klar sein, mit Körper, Stimme und seinem ganzen Verhalten dem Hund gegenüber ist das, was viele „Probleme“ lösen kann ! – neben den Konditionierungsarbeiten. Über einen weiteren Meinungsaustausch freue ich mich! lg Sascha Heller

  120. Ich empfand den Artikel irgendwie ziemlich überzogen, wie zB. die Beispiele mit den Kids im Sandkasten. Für mich gehört zu moderner Hundeerziehung auch Kenntnis der Verhaltensbiologie usw. – und wer da die Hunde raufen lässt, das Verhalten ignoriert und wenn sie ablassen dann Leckers verteilt – der erzieht nicht modern, der hat was wichtiges verpasst und nicht verstanden. Nämlich den Kontext zu begreifen. Auch den Teil , indem Frauen so hingestellt würden, als könnten sie Aggression nur negativ begreifen, finde ich sehr engstirnig. EY, ich bin ne Frau und mir durchaus der angenehmen Empfindungen bewusst, die ein „Dampf ablassen und mal ordentlich auf die Kacke hauen“ einbringen können. Der Artikel dreht sich um moderne Hundeerziehung (dem Titel nach) – behandelt aber in meinen Augen wieder nur einen falsch verstandenen Aspekt aus dem großen Ganzen, was moderne Hundeerziehung wirklich ist.

    Wenn ich hier die momentanen deprievierten 2 Hunde anschaue, die starke Defizite im Sozialverhalten haben und wie ich die unterstütze, damit sie aufholen, aber in diesem Prozess sich derweil nicht gegenseitig kaputttackern – da ist moderne Hundeerziehung gefragt – aber weder nur der eine Aspekt mit ausschließlich positiver Bestätigung wäre da alleine hilfreich, noch irgeneine alte , mummifizierte Dominanzschiene.
    Da kommen mir aber moderne, neue, fundierte Erkenntnisse sehr zugute, bezüglich Sozialverhalten, Körpersprache, Lernverhalten, Neurobiologie usw.
    Die gesunde Mischung machts – nicht ein pauschales Anwenden nur einzelner Aspekte moderner Hundeerziehung.

  121. und ich hab mittlerweile schon fast gedacht, ich wäre der einzige, der so denkt!
    Für mich steckt viel Wahres in diesen Worten!

  122. Hammer Worte

    Vielen dank für den Artikel, manch Absätze habe ich sogar 2 Mal gelesen um wirklich sicher zu gehen das wirklich da steht was ich grad gelesen habe.
    Ich lebe mit meinen Hunden seit meiner Kindheit genau nach diesem Prinzip, hab es bereits von meinen Eltern so gelernt und wir sind ein glückliches und vorallem ausgeglichenes Rudel.

    Danke
    Marcus J.

  123. mir hat der Artikel sehr gut gefallen, vor allem trifft er mit vielen genau ins schwarze. Leider sehen viele Hundehalte überhaupt nicht das sie ein Problem haben und wenn sie es sehen ist meist der andere Schuld. Auch viele suche Hilfe in einer Hundeschule das wird zwar versucht die Hunde zu schulen / auszubilden …. besser wäre es die Hundführer zu schulen :-)

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