Hunde-Fitness-Training: Auf die Nase, fertig, los! Tipps der Expertin

Hunde-Fitness eignet sich für alle gesunden Hunde, vom Welpen bis zum Senior unter den Hunden.

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Hunde Fitness Training Tipps

Bevor mit Hunde-Fitness-Training gestartet werden kann, sollte jede/r Hundebesitzer/in über einige wesentliche und wichtige Grundprinzipien informiert werden. Anita Techt, zertifizierte Hunde-Fitness-Trainerin und Herausgeberin von „Merry Fit-Mas, gemeinsam fitte Weihnachten, dem etwas anderen Adventkalender gibt einige wesentliche Tipps, worauf im Fitness-Training mit dem Hund besonders geachtet werden soll:

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Es ist empfehlenswert, den Hund bei einem der nächsten Kontrolltermine von einem Tierarzt auf die gesundheitliche Fitness checken zu lassen. Alle Hunde-Fitness-Übungen sind grundsätzlich für „gesunde“ Hunde aufgebaut. Hunde mit Gelenksproblemen oder körperlichen Beeinträchtigungen sollten Fitnessübungen nur unter Aufsicht eines Tierarztes oder Hunde-Physiotherapeuten ausüben! Dieser wird darüber Auskunft geben, welchen Belastungen dein Hund nicht ausgesetzt werden soll und welche Übung geeignet sind und wird das Training grundsätzlich begleiten.

Fitness-Training für Welpen und Junghunde

Das Fitness-Training mit Welpen und Junghunden hat einen ganz besonderen Stellenwert. Man konzentriert sich primär auf Körperwahrnehmung, Aufmerksamkeit, Koordination und Konzentration des jungen Hundes.  AKTIV bei einem jungen Hund Kraft und Ausdauer zu trainieren könnte fatale Folgen mit sich bringen, da die Knochen noch nicht in der Lage sind, starke Muskeln auszuhalten. Das bedeutet, dass kein aktives Training der Vorhand-, Hinterhand- oder auch der Rückenmuskulatur bei jungen Hunden ausgeübt werden darf! Stattdessen gibt es eine Vielzahl an Koordinations- und Konzentrationsübungen, die gleichzeitig Ruhe in das Leben von oft sehr quirligen Junghunden bringen und zu einem Grundgehorsam beitragen können, was unter anderem ein ruhiges und unbeschwertes Zusammenleben fördert.

Generell gilt, dass Hunde einfacher und schneller lernen, wenn eine optimale Lernumgebung geschaffen wird.  Das bedeutet, dass sich der Hund vor dem Training gelöst hat, sich in einer Umgebung befindet, die er nach Möglichkeit bereits kennt und in der er sich wohl fühlt und er nicht umgeben ist von anderen Menschen oder Hunden, die ihn vielleicht nervös machen oder sogar Angst bereiten. Dein Hund soll auch nicht müde, hungrig oder durstig sein.

Warm-up im Fitness-Training

Um den Hund nun auf das kommende Fitness-Training einzustimmen und zu motivieren, bietet sich eine kurze Gassirunde, mit integriertem körperlichem und mentalem Aufwärmen, an. „Warm-up und Cool-down“ sind für jegliche Hundesportarten immens wichtig; das bedeutet richtiges Aufwärmen vor und richtiges Abkühlen und zur Ruhe kommen nach der Trainingseinheit ist essenziell. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass ein Warm-up bereits vor einem Spiel mit Artgenossen auf der Hundewiese wichtig ist. Dies mag im ersten Moment überzogen erscheinen, ist aber dennoch empfehlenswert. Wer schon einmal beobachtet hat, wie wild und stürmisch Hunde auf der Hundewiese laufen und spielen, der hat bestimmt erkannt, dass sowohl Muskeln, als auch Gelenke, Sehnen und Bänder in solch einem Spiel enorm beansprucht werden. Daher sollten Hunde bevor sie auf die Hundewiese gehen unbedingt ein paar Minuten mit ihrem Besitzer ein kurzes Aufwärmtraining absolvieren.

Am besten gelingt das Warm-up im Rahmen der bereits erwähnten Gassirunde, in die man einige einfache Aufwärmübungen integriert und die ohnehin eine optimale Vorbereitung für eine nachfolgende Fitness-Einheit darstellt. Es empfiehlt sich, wenn der Hundebesitzer zu Beginn besonders langsam mit seinem Hund spaziert. Der Hund sollte ihn im Schritt begleiten. Nicht nur dass die Gangart „Schritt“ für so manchen Hund eine schwierige Gangart ist und für viele Hunde eine Herausforderung darstellt, es werden dabei gleichzeitig die Gelenke quasi gut „geschmiert“. Anschließend empfiehlt sich eine kurze Trab-Einheit, um die gesamte Muskulatur aufzuwärmen und den Hundekörper auf „Betriebstemperatur“ zu bringen. Den Hund ein paar Kreise traben zu lassen (in beide Richtungen), die immer kleiner werden, runden die erste Aufwärmphase ab.

Eine Übung, die in jedem Aufwärmplan enthalten sein sollte, ist der Positionswechsel Platz-Steh-Platz. Diese Übung aus Merry Fit-Mas, gemeinsam fitte Weihnachten 2.0 wird im Anschluss zum Nachmachen und Trainieren beschrieben.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Fitness-Training fordert den Hund sowohl körperlich als auch geistig und ist generell sehr anstrengend. Die Dauer des Trainings sollte daher immer an den Hund, seine Kondition und seine bisherigen Erfahrungen mit Fitnesstraining angepasst werden. Anfangs sollten die Trainingseinheiten kürzer gehalten werden, zu langes Training könnte zu Frustration führen. Erst wenn sich der Hund an das Hunde-Fitness-Training gewöhnt hat, kann die Intensität – angepasst an die Kondition des Hundes – gesteigert werden. Für das Fitness-Training mit Hunden sind zu Beginn max. 10 Minuten ein- bis zweimal täglich einzuplanen, um den Hund körperlich als auch geistig auszulasten.

Auch Hunde können Angst vor Trainingsgeräten haben oder im Hundesport überfordert und gestresst werden. Wichtig ist immer, den Hund zu beobachten und zu erkennen, was einen Hund bereits an sein Limit bringt.

Überforderung kann unter anderem dann eintreten, wenn vor lauter Spaß, Freude und Ehrgeiz (von Seiten des Hundebesitzers!!) eine Übung zu lange trainiert wird. Angst wiederum kann zum Beispiel dann entstehen, wenn der Hund bereits negative Erfahrungen mit einem Trainingsgerät gemacht hat oder sich ein Trainingsgerät selbst noch nicht zutraut. Das passiert sehr oft im Training mit aufblasbaren Luftkissen.

Hund aufblasbares Kissen

Immer wieder sieht man leider im Internet, wie „übermütige“ und „hochmotivierte“ Hundebesitzer ihre Hunde mit verschiedenen Trainingsaufgaben überfordern. Der Hund sollte am besten von Beginn an mit den schwierigsten Geräten trainieren.  Gerade bei den unterschiedlichsten aufblasbaren Luftkissen gibt es auch unterschiedlichste Schwierigkeitsgrade. Wichtig ist, dass jede Übung vom Hund zuerst auf einem festen Untergrund korrekt und sicher ausgeführt werden kann. Erst wenn das gut funktioniert, empfiehlt sich der Wechsel auf nachgebendem Untergrund wie zum Beispiel Schaumstoffkissen oder Pölster. Man erkennt anhand dieser Beschreibung bereits, dass der Trainingsweg ein schwieriger ist, denn erst nach sicherer und korrekter Ausführung auf leicht nachgebendem Untergrund kann man auf aufblasbare – eher flache und niedrige Luftpölster wechseln.

Naturasan Sports Hund

Die große Erdnuss (Peanut), die relativ hoch, mit Luft befüllt ist und zwei Wölbungen hat, (optisch gleicht dieses Trainingsgerät einer Erdnuss, daher der Name) gehört zu den definitiv schwierigsten Trainingsgeräten. Verletzungen, Überforderung und Angst sind vorbestimmt, wenn der Hund gleich zu Beginn auf dieses Trainingsgerät gestellt wird. Abgesehen davon, dass man dem Hund nichts Gutes tut und ihn der Gefahr einer Verletzung aussetzt, bedarf es dann wiederum viel Geduld und neuerlichen Vertrauensaufbau, damit das Fitness-Training wieder vernünftig fortgesetzt und aufgebaut werden kann.

Ein Trainingserfolg lässt sich auf alle Fälle steigern, wenn eine vertrauensvolle Beziehung zum vierbeinigen Trainingspartner aufgebaut wird, Hund sowie Hundebesitzer gemeinsam Spaß haben und beide konzentriert und motiviert sind.

Aufhören beim Training, wenn es am Schönsten ist!

Das gilt auch für das Hunde-Fitness-Training. Wenn eine Übung am besten funktioniert und wenn der Hund noch voll dabei und nicht müde ist, sollte man das Training beenden. Das macht Lust auf mehr!

Nach den Fitness-Trainingseinheiten sind die Hunde oft voller Energie und Elan und möchten gerne weiterarbeiten. Es empfiehlt sich, ein paar Leckerlis zum Suchen und Erschnüffeln auf den Boden zu werfen, um so den Hund zum „Cool-down“ zu motivieren. Kurz zusammengefasst ist das Cool-down ein umgekehrtes Warm-up.

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